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Richard Neubersch FUNKSTILLE
FUNKSTILLE
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Richard Neubersch FUNKSTILLE

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Einige Kilometer später war ich davon überzeugt, dass es im Leben eigentlich um etwas anderes gehen müsse, wenn man wirklich glücklich sein will. Doch um was? Ich hatte keine Ahnung, denn in meinem Leben bin ich mit Themen wie Spiritualität und Selbsterfahrung nie in Berührung gekommen. Den Philosophie- und Religionsunterricht in der Schule hatte ich immer nur als notwendiges Übel in Kauf genommen.

Ja, und das war’s. Mehr ist auf dieser Rückfahrt nichts passiert, außer, dass ich mir vornahm, den Glücksfaktor herauszufinden.

Hat sich diese »Kraft« dann wieder eingeschaltet, als sie mir eine Kollegin ins Leben brachte, die Yogalehrerin war? Ich war fasziniert von ihrem Wissen und ihrer freundlichen Ausstrahlung und verlor keine Gelegenheit, sie mit meinem Wissensdurst zu überschütten. Sie genoss es ihrerseits, über all die Themen zu sprechen, die ausnahmslos Neuland für mich waren.

Ich begann eine Heilpraktiker-Ausbildung. Ich wollte etwas Sinnvolles lernen, Menschen helfen, nicht mehr dem Geld nachjagen. Wusste ich doch jetzt, dass dies der falsche Weg für mich war.

Die magische Anziehungskraft meiner Zukunft

Und dann gab es einen weiteren Impuls der »Kraft«, denn während meiner Ausbildung las ich einen Artikel über die Möglichkeiten der Radionik. Wie konnte es sein, dass man mit Hilfe der Radionik ein ganzes Feld frei von Ungeziefer halten konnte, ohne dass eine physische Maßnahme wie Gift oder Sperren zum Einsatz kam? Wie konnte es möglich sein, dass ein Teich mit Hilfe der Radionik lupenreines Wasser hatte? Ich spürte eine Faszination, die mich nicht mehr losließ. Ich las jedes Buch zum Thema und wurde auf autodidaktische Weise zum Radioniker ohne jede Praxis, denn ein entsprechendes Gerät konnte ich mir damals nicht leisten.

Das änderte sich erst zwanzig Jahre später, 2001, in der Algarve, als ich in meiner Immobilienagentur eine Geschäftsführerin einsetzte und mir selbst eine Auszeit verschrieb. Endlich konnte ich mir meinen lang gehegten Traum erfüllen! Ich kaufte mir das beste Radionikgerät seiner Zeit und besuchte obendrein noch eine Radionikerschule. Zwei Jahre lang war ich begeisterter Radioniker. Ich behandelte meine Kinder, Freunde und Mitarbeiter und versuchte mich in allen denkbaren Anwendungsbereichen wie dem Herstellen von homöopathischen Mitteln in jeder Potenz sowie Bachblüten jeder Art. Ich führte Belastungsanalysen bei Freunden und Bekannten aus, wenn sie ihr Einverständnis gaben und entwickelte eigene psychisch-seelische Formeln, die von Radionikern auch Raten genannt werden.

Als dann nach zwei Jahren meine Geschäftsführerin aufgrund privater Notwendigkeiten ausschied, wanderte das Gerät in den Keller, denn ich musste mich wieder selbst um meine Agentur kümmern.

Zehn Jahre später wurde es zum zentralen Element meiner beruflichen Zukunft. Erst runde dreißig Jahre nach dem Aufflammen meiner Begeisterung und Faszination für die Radionik sollte ich erkennen, welcher höhere Plan im Hintergrund gewirkt hatte.

Swiss Harmony zeigt sich in der sichtbaren Welt

Die Offenbarung kam mit meinem Anruf bei jenem Herrn, von dem ich mir erhoffte, dass er mich mit Harmonisierungsprodukten versorgen würde. Plötzlich erkannte ich, dass ich das wichtigste Instrument zur Herstellung in meinem Keller stehen hatte. Ich entschied mich, selbst zum Hersteller zu werden. Doch irgendwie wusste ich, dass es nicht wirklich meine Entscheidung war. Ich tat nur das, was von der »Kraft« vorgesehen war.

So verwunderte es mich damals nicht, dass der Name Swiss Harmony während einer Meditation in meinem Bewusstseinsfeld auftauchte und blieb. Auch das inzwischen bekannte Logo hatte ich mir nicht ausdenken müssen. Es war schon längst in mir.

Bin ich vielleicht nur der ausführende, körpergewordene Teil einer weitaus größeren Intelligenz, die durch mein Wirken ihre nicht-stoffliche Präsenz sichtbarer und wirksamer werden ließ?

Nehmen wir einmal an, es wäre so, was bedeutet es für mich und meine Welt?

Ich nehme gerne an, dass es so ist. Eigentlich weiß ich es sehr genau, denn schließlich habe ich mich in den letzten zehn Jahren genau beobachtet. Immer wieder habe ich darauf geachtet, dass die Entwicklung der Firma Swiss Harmony nicht durch mein Wollen oder durch eventuelle, gut versteckte persönliche Absichten beeinflusst wird. Sie ist langsam gewachsen. Ich würde sagen, sie ist organisch und sehr gesund gewachsen. Sie hat erst einmal Wurzeln gebildet; Wurzeln in ihrem eigenen Selbstverständnis wie auch im Kreis ihrer vielen Kunden.

Also was bedeutet es für mich, nur ausführendes Organ einer übergeordneten, transdimensionalen Intelligenz zu sein?

Es macht mich gelassen, freudvoll und frei. Frei im Sinne von sorgen- und angstfrei. Das Wissen, einer wahrhaft größeren Sache zu dienen, erfüllt mich. Es macht mich glücklich.

Die Gegenkraft: das dominante Ego

Leave your Ego with your shoes!

Im Aschram hing ein Poster im Schuhraum. Ein Schuhraum war vor jeder Halle notwendig, weil man diese nur ohne Schuhe betreten durfte.

Auf dem Poster hieß es:

»Leave your Ego with your shoes.« Lass dein Ego bei deinen Schuhen zurück.

Ahnen Sie, was damit gemeint ist?

In den alten indischen Veden steht geschrieben, dass sich der Verstand (englisch: mind) mit dem Körper verbündet, weil beide den Tod fürchten und alles daransetzen, ihn zu vermeiden. Unser wahrer, innerster Kern, den viele Menschen vielleicht Seele oder göttliches Selbst nennen, kennt den Tod nicht und hat nichts zu befürchten. Doch das Bündnis zwischen Verstand und Körper, das wir auch Ego nennen, hat eine mächtige Wirkung auf den Menschen.

Dabei soll uns das Ego lediglich zu Diensten sein. Es hilft uns beim Erledigen aller alltäglichen Aufgaben und Handlungen, beim Sprechen und Denken, beim Erkennen von Zusammenhängen, beim Lernen und Anwenden neuer Erkenntnisse. In einem bewussten und klargeistigen Menschen erfüllt das Ego genau diese Aufgaben und keine anderen.

Doch das Ego strebt auch nach dem ewigen Leben. Es will bedeutend sein, machtvoll und über den Tod hinaus bekannt bleiben. Gleichzeitig hat es Angst zu versagen, weil es tief im Innersten weiß, was Sache ist. So sind weniger bewusste Menschen im ständigen Wechsel zwischen Angst und Selbstbehauptung. Sie fühlen sich schnell gekränkt und verletzt und sind ebenso schnell zu Aggressionen bereit, wenn sie sich in ihrem Selbstverständnis bedroht fühlen.

So wird das Ego auf die eine oder andere Weise zu einem dominanten Faktor unseres Lebens, noch bevor wir eine klare Wahrnehmung und eine innige Verbindung zu unserem höheren Selbst entwickeln können.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich will hier nicht als Pharisäer auftreten, nicht der Lehrer sein. Ich spreche von mir und meinen Erfahrungen.

Es sind keine zwei Monate her, als sich mein Ego aufbäumte wie schon lange nicht mehr und ich meiner hoch geschätzten Mitarbeiterin fristlos kündigte, weil sie eine von mir aufgestellte Regel nicht befolgen wollte. Ich gab ihr kaum Zeit, ihre Sachen zu packen. Wie großartig ich mich fühlte! Wie machtvoll! Wie konsequent! Erst als sie schon lange fort war und eine gute Freundin mir klarmachte, was da in mir ablief, kam ich wieder zu mir, fand ich meine innere Mitte wieder. Ich erkannte, dass die fragliche Regel blödsinnig war und meine Mitarbeiterin sie ablehnen musste, wenn sie sich treu bleiben wollte.

Es fiel mir nicht schwer, sie noch am selben Tag aufzusuchen. Ich danke Gott, dass sie mich in ihre Wohnung ließ und mir die Chance gab, mich bei ihr zu entschuldigen und ihr meine Wertschätzung auszudrücken.

Mein Ego hat zwar gut gelernt, mir zu dienen und nicht den Boss zu spielen, doch das heißt noch lange nicht, dass ich mir Unaufmerksamkeit leisten kann. Ich muss ständig auf der Hut bleiben, denn es gibt immer noch viele ungelöste Themen in mir, die mein Ego aktivieren, wenn sie angesprochen werden und ich nicht achtsam genug bin.

Leave your Ego with your shoes.

Wenn wir im Einklang mit unserem göttlichen Selbst leben wollen, gilt es, das Ego dort zu lassen, wo es hingehört. Im übertragenen Sinne im Schuhschrank. Wenn wir dann wieder aktiv werden und die Schuhe anziehen, dann kommen wir ohne Ego, sprich: Verstand und Körper, nicht aus.

Die eigentliche Aussage in diesem Kapitel lautet:

Richte dich nur nach deinem innersten Kern, deinem göttlichen Selbst aus, lass dich von dort führen, nicht von einem möglicherweise aufgeblähten oder kümmerlichen Ego.

Kennen Sie den Unterschied und können Sie erkennen, warum beide Arten des Egos einen schädlichen Einfluss im Leben haben können?

Elterliche Gewalt

Ich war vielleicht zehn Jahre alt, als ich an einem Wochenende bei Freunden meiner Eltern übernachten musste, weil meine Eltern mit ihren Freunden auf einem Fest waren, das wohl bis tief in die Nacht ging. Nur die jüngere Tochter, Petra, und ihr Großvater waren im Haus. Während er eine Etage tiefer fernsah, erwartete man von uns, dass wir in Petras Zimmer bereits schliefen.

Sie war ein wenig jünger als ich, und natürlich war Einschlafen keine Option für uns. Immerhin waren wir noch nie alleine zusammen gewesen. Wie es dazu kam, weiß ich nicht mehr genau, doch irgendwann waren wir beide splitternackt und fassten uns überall an. Wir hatten einen Heidenspaß, bis wir zufrieden einschliefen.

Eine Woche später bat mein Vater mich ins Auto und wir fuhren ein paar hundert Meter aus unserem Ort heraus. Dann parkte er und schaute mich besorgt und verärgert an. Ich erinnere mich nicht mehr genau an die Worte, die er damals zu mir sprach. Deshalb gebe ich hier nur eine Kurzform dessen wieder, worum es ging:

»Ich weiß nicht, was wir mit dir machen sollen. Man hat mir erzählt, dass du Petra verführt hast. Was bist du nur für ein Monster? Du solltest dich schämen! Deine Mutter ist völlig fertig und schämt sich für dich. Du wirst Petra nie wiedersehen. Wir sind alle total enttäuscht von dir. Deine Mutter und ich haben lange darüber nachgedacht, dich in ein Erziehungsheim zu stecken. Vielleicht können die ja aus dir noch einen ordentlichen Jungen machen.«

»Nein Papa, bitte nicht ins Erziehungsheim!«

»Mal sehen, wir denken noch darüber nach. Aber eines kann ich dir jetzt schon sagen: Noch eine Sache und du bist im Heim!«

Kann man sich schäbiger fühlen als ich mich in diesem Moment? Ich fühlte mich wie der letzte Dreck. Ich glaubte, niemandem mehr unter die Augen treten zu können und war überzeugt, dass jeder wusste, was für ein Monster ich war. Ich konnte dem Leben keine Freude mehr abgewinnen. Als wir etwa vier Wochen später in Urlaub fuhren, hatten meine Eltern mir vorher noch deutlich erklärt, dass ich eigentlich nicht verdient hätte, mitgenommen zu werden.

Heute weiß ich, dass dies das KO für mein Ego war. Für viele Jahre fühlte ich mich nur erduldet und unwert, Freude zu empfinden. Als Zehnjähriger mochte ich das vielleicht nicht ganz so deutlich wahrgenommen haben, doch heute noch erkenne ich, dass aus diesem schwachen Ego heraus vieles in meinem Leben schiefgelaufen ist. Eine Menge Stoff für ein weiteres Buch.

Ein aufgeblähtes Ego ist mindestens genauso nachteilig wie ein kümmerliches. Im Extremfall führt es zu ständiger Selbstüberschätzung, Schuldverteilung auf andere Menschen und Grenzüberschreitungen durch fehlende Achtsamkeit.

Sie wollen ein Beispiel aus meinem Leben?

Na gut!

Mein Ego hat sich wohl am häufigsten bei meinen fünf Kindern aufgebläht. Immerhin wollte es ja glänzen und bewundert werden. Mit neu gefühltem Bedauern erinnere ich mich an die vielen Standpauken, die ich ihnen zugemutet hatte, ohne dass ich in meiner Selbstherrlichkeit ein Ende finden konnte. Dabei hatten sie sich kaum etwas zuschulden kommen lassen. Doch wenn ich einmal Wasser auf der Mühle hatte, fielen mir immer wieder neue Dinge ein, bis mich eines oder mehrere meiner Kinder mit Tränen in den Augen anflehte: »Bitte Papa, hör endlich auf!«

Die trickreichen Verkleidungen des Egos

Doch eigentlich sind all diese Erfahrungen nur Details, die sich wie kleine Wellen an der Oberfläche eines Gewässers zeigen, das je nach der Grundbeschaffenheit des jeweiligen Egos in eine Richtung strömt, die für den Seelenplan nicht zielführend ist.

In meinem Fall kam das Strömen jenes Ego-Gewässers zum Erliegen und zeigte nicht mal mehr kleine Wellen, als ich mit meiner Immobilienagentur und der Property Lounge in den finanziellen Ruin trieb.

Oh Mann, war ich auf einem Egotrip! Wie smart und erfolgreich fühlte ich mich als gefeierter und hochgeschätzter Immobilienberater, den Staatspräsidenten und CEOs multinationaler Firmen in seinem Büro zu einem Plausch bei Kaffee und/oder Champagner besuchten, nachdem sie mit dem Flieger oder Privatjet in der Algarve gelandet waren und noch bevor sie in ihre Villa fuhren, die ich ihnen verkauft hatte.

Die Krönung meines Egos war die Property Lounge, die seiner Zeit wohl zu den edelsten Clubs der ganzen Region zählte. Hier haben sich weltberühmte Fußballer so zugedröhnt, dass ich Mühe hatte, sie in ein Taxi zu stecken.

Wie konnte mir dies passieren, ohne dass es mir bewusst wurde? Ganz ehrlich? Erst in diesem Moment, in dem ich dies schreibe, offenbart sich mir mein großer Irrtum. So war es kein Wunder, dass mein höheres Selbst korrigierend eingegriffen hatte. Alles passierte zu meinem Besten.

Wie also konnte mir das passieren? Weil ich nicht erkennen wollte, wie geschickt mein Ego eine Geschichte daraus machte, die im Einvernehmen mit meiner Entscheidung war, nicht dem Geld, sondern dem Menschen zu dienen. Ich redete mir ein, dass es eine gute Sache sei, meine Kunden aufrichtig zu beraten. Dafür war ich bekannt. Ich diente ihnen, doch ich begriff nicht, dass diese Menschen andererseits ihrem eigenen Ego dienten, das immer mehr Bestätigung suchte. Größere Villen, größere Grundstücke, schönere Ausblicke, höhere Profite beim Wiederverkauf. Ich diente dem Mammon.

Heute kommt mir das damals Erlebte vor wie ein schlechter Traum und ich bin dankbar, dass mir vom Leben eine weitere Chance gegeben wurde, es diesmal hinzukriegen.

Ich komme wieder zurück zur eigentlichen Aussage des Kapitels, die ich jetzt vielleicht ein wenig anders formulieren würde:

Dem Ego ist nicht zu trauen, weil es in trickreichen Verkleidungen daherkommt und selbstsüchtige Interessen durchsetzen will, in welche Richtung es dabei auch immer gehen mag. Es hat dem Menschen zum Besten des Ganzen zu dienen, nicht, ihn zu manipulieren.

Möge mich niemand missverstehen: Das Ego ist etwas Feines, wenn es im Rahmen seiner ursprünglichen Qualitäten bleibt. In meinem Verständnis ist es die Allianz aus Verstand und Körper, wie es in den alten indischen Schriften steht. Wir brauchen unseren Verstand im Leben und auch unseren Körper. Bei jeder Kleinigkeit und bei all unseren Aktivitäten braucht es den Verstand zur Umsetzung, sei es beim Kochen, beim Gang zur Toilette oder in den Fitnessclub.

Den Verstand brauchen Sie jetzt auch, lieber Leser, um dieses Buch zu lesen, und ich brauche meinen Verstand, um es zu schreiben. Doch mein Verstand begrenzt sich beim Schreiben darauf, die richtigen Tasten zu finden, auf Rechtschreibung und Grammatik zu achten. Die Inhalte des Geschriebenen kommen aus meinem innersten Kern, frei von Ego. Jedenfalls möchte ich das gerne glauben.

Je mehr ich lerne, die Einflüsse meines Egos zu erkennen, umso mehr folge ich meinem höheren Selbst, denn nur dann kann ich seine Impulse besser erkennen und umsetzen, wenn die Zeit reif dazu ist.

Sie mögen sich fragen: »Und wie macht er das?«

Immer, wenn es in meinem Innern zu laut wird, wenn ich von Gedanken umschwirrt bin, von Zweifeln geplagt oder Schwierigkeiten habe, eine Entscheidung zu treffen, sorge ich für Funkstille. Dazu entziehe ich mich allen äußeren Einflüssen und versuche, auch innerlich leer zu werden.

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