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Richard Neubersch FUNKSTILLE
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Und genau hierin erkenne ich den Prozess der göttlichen Ordnung. Mit dem freien Willen entfernt sich der Mensch mehr und mehr von dem, was er wirklich ist, bis er seinen Irrtum erkennt und »umkehren« wird. Das erinnert mich gerade an die Geschichte vom verlorenen Sohn.
Aus meiner Perspektive betrachtet ist die göttliche Ordnung in keiner Weise verschwunden, sondern in der intensivsten Phase ihres Wirkens.
Doch lassen Sie uns einmal genau hinschauen, was unter göttlicher Ordnung zu verstehen ist.
Brauchen wir eine göttliche Ordnung?
Welche Arten von Ordnung gibt es überhaupt? Wir kennen die soziale Ordnung, die gesellschaftliche Ordnung, die Hausordnung und die Unordnung, um nur einige zu nennen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie von Menschen gemacht wurden, um ein »geordnetes« Zusammenleben zu ermöglichen. Ja, auch der Begriff »Unordnung« gehört hierhin, denn er beschreibt das Fehlen von Ordnung.
Dem Menschen wurde ein freier Wille gegeben, und damit sind wir bestens ausgestattet, uns in der physischen Welt zurechtzufinden. Wir entscheiden, was wir uns in diesem Leben wünschen. Wir entscheiden, welchen Beruf wir ausüben, welchen Partner wir wählen, welcher politischen Partei wir angehören usw … Wozu also eine göttliche Ordnung?
Wenn es tatsächlich eine göttliche Ordnung gibt, gibt es dann auch einen göttlichen Willen?
Wenn ja, müssten wir ihn doch wahrnehmen, oder? Würde Gott uns nicht permanent dazwischenfunken und unsere eigenen Pläne stören?
Es mag zwar sehr unchristlich klingen, doch den Willen Gottes gibt es meiner Meinung nach nicht.
Meine These ist: Wir Menschen haben ihn uns in grauer Vorzeit selbst erschaffen, nachdem unser individuelles Selbst, unser Ego, die Führung übernommen hatte. Wir fühlten uns jedes Mal von Gott bestraft, wenn etwas im Leben schiefging. Dieser Glaube ist von Religionsführern als ein perfektes Mittel übernommen worden, um den Menschen gehorsam und gefügig zu halten.
Für mich ist Gott die reine Liebe und das Licht. Vielleicht sind Liebe und Licht sogar ein- und dasselbe. Ganz sicher ist jedoch wohl niemand auf die Idee gekommen, der Liebe oder dem Licht einen Willen zu unterstellen.
Was verstehen wir also unter der göttlichen Ordnung?
Sicher hat jeder hierzu sein eigenes Verständnis. In meiner Weltanschauung besteht die göttliche Ordnung aus all den Dingen, die der Mensch nicht beeinflussen kann, so sehr er sich auch anstrengen würde.
Da sind zunächst die Naturgesetze zu nennen, die in unserer physischen Welt unveränderbar sind. Weiterhin gehören sicher die Mathematik, die Geometrie sowie die Existenz organischen Lebens im Raum-Zeit-Kontinuum dazu.
Auf einer tieferen Ebene sind es die Bewusstseinsimpulse, die Energie und Information in Wechselwirkung bringen und somit Schwingungen (Frequenzen) der unterschiedlichsten Formen entstehen lassen, die in ihrer Gesamtheit von uns Schöpfung genannt wird. Mehr dazu lesen Sie im dritten Teil »Einstein und die unsichtbare Welt«.
Auf einer höheren Ebene sind es meines Erachtens dieselben Bewusstseinsimpulse, die weitaus höhere Schwingungsphänomene bilden können, zu denen ich unter anderem die Entitäten der geistigen Welt zähle, entsprechend der höheren Dimensionen nach Burkhard Heim.1
Ich bin davon überzeugt, dass die einzig wahre göttliche Ordnung, der all die zuvor genannten »Gesetze« und Phänomene zugrunde liegen, die Liebe ist.
Liebe ist die göttliche Ordnung
Stellen Sie sich vor, unsere Realität würde ausschließlich von der Liebe durchdrungen sein. Wir würden zur Welt kommen und von unserer Mutter liebevoll an ihre Brust gelegt, damit wir wachsen können. Sie würde uns immer bei sich tragen, um dieses Band der Liebe nicht zerreißen zu lassen, um sicher zu sein, dass wir uns nicht verlassen fühlen, bis wir unsere eigene Identität entwickeln. Unser Vater würde uns ab und zu liebevoll streicheln, in den Arm nehmen, wie die Mutter mit uns sprechen, und wir fühlten uns in jedem Moment umsorgt und geliebt. Dabei käme der Begriff Sicherheit gar nicht erst auf, denn für uns gäbe es außer Geborgenheit keinen anderen Zustand.
Unsere Eltern würden sich auch lieben und es gäbe keine störenden Streitigkeiten, keine Ablehnung und weder Sorge noch Angstgefühle.
Wenn wir älter würden, kämen wir in die Schule, und auch hier kümmerte man sich liebevoll und einfühlsam darum, uns die Dinge zu erklären, die wir brauchen, um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Niemand würde Wettkämpfe organisieren, um Sieger zu schaffen. Auch gäbe es keine Klassenbesten, weil keine Noten vergeben würden. Lernen würde zu einem natürlichen Prozess werden, dem die Neugier des Kindes zugrunde liegt und deshalb individuell auf jedes einzelne Kind abgestimmt ist.
So würden wir lernen, jeden Menschen zu lieben und sein Anderssein als Ausdruck der göttlichen Vielfalt zu verstehen, so wie auch jede Schneeflocke anders ist. Wir hätten Respekt vor seinem Lebensweg, ganz gleich, ob er der gesellschaftlichen Norm entspricht oder nicht.
Stellen Sie sich vor, alle wirtschaftlichen Unternehmen dieser von Liebe durchdrungenen Gesellschaft hätten einzig zum Ziel, dem Menschen zu dienen und zum Besten des Ganzen beizutragen. Das wäre für die Menschen, die in Liebe erwachsen werden konnten, eine ganz logische Fortsetzung ihrer Weltanschauung.
Na, ich denke, Sie haben die Botschaft erhalten. Sie mögen jetzt vielleicht vermuten, ich sei ein Traumtänzer wie in John Lennons Song »Imagine«: »You may say I’m a dreamer.«
Keine Sorge, ich habe nicht den Anspruch, dass sich die Menschheit in diese Richtung bewegt. Das wäre ein sehr, sehr weiter Weg, denn unsere gesellschaftlichen Ordnungsprinzipien sind momentan auf anderen Werten aufgebaut. Wir kennen sie alle und wir würden sie nicht einfach so von heute auf morgen kippen können.
Eine schöne Vorstellung ist diese Vision der göttlichen Ordnung in jedem Falle und ich lade Sie ein, sich mit ihr anzufreunden. Unsere Gesellschaft kann sich nämlich nur dann ändern, wenn jeder Einzelne diese Werte zunächst in seinem Innern bildet und durch sein Denken und Handeln beispielhaft lebt. Wenn wir in Übereinstimmung mit der göttlichen Ordnung leben, wirken wir auf unsere Mitmenschen durch unser Sein, durch unsere erhöhte Frequenz, und es braucht weder Prediger noch Missionare.
1 Burkhard Heim, deutscher Physiker (1925–2001)
Vom Wirken der Göttlichen Ordnung
Alles ist immer perfekt
Aschram Erkenntnisse
Etwa zehn Jahre lang hatte ich mit meiner Frau und unseren zwei Jungen die kompletten Sommerferien in einem Aschram verbracht. Wir haben diese Zeit sehr genossen. Die Kinder erholten sich mit Gleichaltrigen und lernten eine soziale Welt kennen, die von Achtsamkeit und Wertschätzung geprägt war. Mein ältester Sohn, Delf, meinte einmal: »Weißt du, Papa, hier fühle ich mich sehr wohl. Es ist so völlig anders als zuhause in der Schule. Hier ist keine Spur von Neid, Schadenfreude und Konkurrenzdenken.«
Ich antwortete ihm: »Wie schön, dass du erleben darfst, wieviel angenehmer es sein kann, wenn das Zusammenleben nicht von Konkurrenzdenken und Missgunst vergiftet ist. Sei mit deinen Schulkameraden zuhause einfach genauso wie mit den Jugendlichen hier im Aschram.«
Während ich das schreibe, wird mir erst bewusst, warum er sowohl beim Abschluss an der internationalen Schule in Portugal wie auch später beim Abitur an einem deutschen Internat einen besonderen Preis für hervorragende soziale Kompetenz erhielt.
Eine der Botschaften im Aschram lautete: »Habe Vertrauen. Alles ist in Ordnung!« Ich dachte mir, wenn dies wirklich stimmt, dann könnte ich mich doch darauf verlassen, dass immer alles perfekt ist. Immerhin war das die Aussage eines erleuchteten Meisters.
Ich habe mich viele Jahre mit dieser Botschaft auseinandergesetzt, und immer wieder bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass tatsächlich alles in meinem Leben perfekt war. Natürlich hatte sich mir die Perfektion nicht gleich erschlossen. Oft war sie alles andere als erkennbar und im Gegenteil eher schmerzhaft, deprimierend, niederschmetternd. Sie kennen das sicher auch aus Ihrem eigenen Leben. Doch mit ein wenig Abstand, manchmal erst einige Jahre später, war für mich deutlich erkennbar, wie perfekt die verschiedensten »Dramen« in mein Leben passten. Ich war immer wieder zutiefst berührt, wenn ich den Eindruck gewinnen musste, dass es irgendeine wohlwollende »Kraft« gibt, die im Hintergrund mein Leben lenkt.
Wie sonst könnte es möglich sein, dass sich unangenehme Ereignisse, die ich nicht bewusst ausgelöst hatte, im Gesamtbild als perfekt und notwendig herausstellten?
»Deine Seele hat einen Stopp gesetzt«
Mein Vertrauen in die Worte des Meisters wurde in den Jahren 2007 bis 2009 auf gnadenlose Weise auf die Probe gestellt.
Damals gehörte mir seit beinahe zwanzig Jahren eine Immobilienagentur in Portugal. Mit zwei weiteren Verkäufern war meine Firma eine der angesehensten in der Algarve. Unsere Verkaufserfolge waren entsprechend gut – bis Anfang September 2007. Plötzlich hatte sich etwas verändert. Es war so, als hätte man uns den Hahn zugedreht. Keine einzige Vermittlung kam mehr zustande. Jeder einzelne Fall war dabei anders und es ergab sich kein klares Bild oder Muster. Es war auch nicht die Finanzkrise. Es war ein nicht erklärbares Phänomen.
Nach zwei erfolglosen Monaten war mir klar, dass ich zu einem Therapeuten musste. Wenn es »draußen« nicht läuft, hat es mit meinem Innern zu tun. Davon war ich nun überzeugt.
Ich hatte das Glück, von einer schweizerischen Therapeutin und Schamanin1 zu hören, die auch in der Algarve eine Praxis hatte.
Gleich zu Beginn der ersten Sitzung und nach einer kurzen Problembeschreibung war ihre Antwort: »Richard, deine Seele hat einen Stopp gesetzt. Sie will was anderes. Du kannst sofort deine Koffer packen und gehen, denn hier passiert nichts mehr, was immer du auch versuchst.«
Ihre deutlichen Worte schockierten mich. Und jetzt?
War da ein winziger Funken heimlicher Freude? Ja, ich hatte ihn bemerkt, doch gab ich ihm keine Chance, sich auszubreiten und zu einem lodernden Feuer zu werden. Jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt.
Ich hatte weitere Treffen mit ihr. Ich erinnere mich noch gut, dass sie in einer Sitzung gemeinsam mit einer mir sehr vertrauten Freundin, die ebenfalls Therapeutin war, eine Seelenrückführung unternahm. Ein Ritual, in dem ich in Trance an den Ort und den Moment geführt wurde, wo ich meine Seelenverbindung verloren hatte. Heute bin ich den beiden unendlich dankbar, denn während ich dies schreibe, wird mir erst bewusst, dass die schwierige Zeit, durch die ich noch gehen sollte, ohne die Rückanbindung meiner Seele nie so verlaufen wäre. Damals war mir das nicht klar, auch wenn ich mich wunderte, dass sich in der schlimmsten Phase des finanziellen Zusammenbruchs eine Unerschütterlichkeit in mir ausbreitete, die mich vertrauen ließ, dass alles perfekt ist.
Meine Lage war für mich umso dramatischer, als ich kurz vor der Eröffnung eines neuen Projektes, der »Property Lounge« stand, einem exklusiven Club im Herzen eines der beliebtesten Golfresorts Portugals. Ich hatte heftig in den Kauf zweier Ladenlokale, Umbaumaßnahmen und Einrichtung investiert und gerade zum Zeitpunkt der schockierenden Botschaft insgesamt 17 Mitarbeiter beschäftigt.
Wie sollte ich all das von heute auf morgen verlassen? Ich versuchte vergeblich, Käufer für das Projekt zu finden, nahm weitere Hypotheken auf zwei Villen auf, die mir gehörten, weil ich keine Möglichkeit des Ausstiegs sah und mich für meine Mitarbeiter verantwortlich fühlte.
Um es kurz zu machen: Ich hielt bis etwa August 2008 aus. Die Konten waren leer und keine Einnahmen zu erwarten. Die Property Lounge war in ihrem ersten Jahr nur eine finanzielle Belastung, und bald musste auch sie die Türen schließen, weil ich meine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen konnte.
Im Nachhinein fällt es mir schwer, mich in die Gefühlswelt zu versetzen, die damals in mir vorherrschte. Ich weiß jedoch, dass ich mich fühlte wie ein Versager. Täglich kamen Anrufe von Lieferanten, weil ihre Rechnungen unbezahlt blieben. Ich habe sie alle beantwortet, denn ich wusste, dass für mich wichtig war, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern mit offenen Augen dranzubleiben.
Hatte mein Vater doch Recht behalten? In einer unserer vielen Auseinandersetzungen meinte er: »Pass du mal lieber auf, dass du nicht irgendwann in der Gosse landest!« Das war seine Antwort auf meine überhebliche Bemerkung: »Mit 30 Jahren will ich nicht mehr auf meiner Hände Arbeit angewiesen sein.«. Das hatte ihn zutiefst getroffen. Mein Vater war Maurer.
Sollte er also Recht behalten? Ist das der Anfang eines Lebens in der Gosse? Ich hatte mir vorgestellt, dass die drei Banken, bei denen ich mich damals enorm verschuldete, mich mein Leben lang verfolgen würden. Auch bei den Gedanken an die Forderungen des Finanzamtes und den Zorn der frustrierten Gläubiger ging mein Selbstbewusstsein in die Knie.
Meine Frau war bereits in der Schweiz, wo Freunde ihr halfen, eine Aufenthaltsgenehmigung und eine Wohnung zu finden.
Ich wagte mich aus Scham nicht mehr aus dem Haus, und als auch die Anrufe hoffnungsgetriebener Gläubiger irgendwann nachließen, lebte ich für mehrere Monate in absoluter Einsamkeit.
Noch lebte ich in meiner Villa in Strandnähe. Ich wusste aber, dass die Bank mich zeitnah auffordern würde, das Haus zu räumen. Als eines Nachts während eines Unwetters auch noch die Terrasse auf der gesamten Kantenlänge wegbrach und einen kleinen Abhang hinunterrutschte, war mir klar, dass meine Zeit in Portugal zu Ende war.
Die Geschenke des Scheiterns
In jener Zeit, es handelte sich um etwa vier Monate bis Ende Februar 2009, erlebte ich die stärkste innere Entwicklung meines Lebens. Ohne Gesprächspartner, ohne Ablenkung gab es nur mich, die Natur, mein Hobby, die Fotografie, und Bücher des New Thought Movements. So waren meine »Gefährten« in dieser Zeit Werke von Thomas Troward2, Wallace Wattles3, Charles F. Haanel4 und Florence S. Shinn5.
Die wesentlichste Erfahrung in dieser gesamten Zeit war für mich das Spüren meines innersten Kerns. Ich nenne es so, weil es das war, was übrigblieb, nachdem alle meine Rollen von mir abfielen. Ich hatte nichts mehr, an dem ich mich hätte festhalten können. Auch meine dritte Ehe war inzwischen auf einem absoluten Tiefpunkt. Ich fühlte mich von allen Menschen verlassen, und meine Gefühle schwankten zwischen intensivem Selbstmitleid und einer unleugbaren, wenn auch schwachen Todessehnsucht. Sie waren gewürzt mit einer massiven Angst vor dem, was mich verfolgen würde und vor dem, was vor mir liegt.
Doch darunter, ja anders kann ich es nicht beschreiben, unter all diesen Gefühlen spürte ich eine Art Freiheit. Ich erkannte, dass diese Wahrnehmung aus meinem wahren Kern kam, aus dem Teil von mir, den ich mit all meinen Plänen, Sorgen und Ängsten, mit all meinen Überzeugungen unterdrückt hatte. Nie hatte ich vorher hierhin gespürt. Ich war immer viel zu abgelenkt von den Ereignissen um mich herum, hatte mich von der Außenwelt in ihren Bann ziehen lassen und den Fokus auf das, was ich wirklich bin, verloren. Jetzt war alles Äußere von mir abgefallen. Es herrschte Funkstille.
So habe ich in jedem Moment mit innerer Achtsamkeit peinlich genau darauf geachtet, welche Kräfte in mir gerade wirksam sind. Naja, in jedem Moment ist sicher übertrieben, denn oft genug hatte ich den inneren Fokus verloren. Doch mit der Zeit gelang es mir immer besser. Ein Trick aus dem Aschram hat es mir erleichtert: Immer, wenn mir auffiel, dass ich den Fokus verloren hatte, ärgerte ich mich nicht, sondern lobte mich dafür, dass es mir auffiel, und so konnte ich wieder freudvoll hinschauen.
Das Ergebnis war und ist, dass es mir leichtfällt, die Impulse meines innersten Kerns wahrzunehmen und das Wollen meines Egos auszubremsen oder zumindest mit den innersten Impulsen abzugleichen.
Ich fasse also zusammen:
Mein Verstand, also hauptsächlich das, was ich als Ego bezeichne, war die meiste Zeit meines Lebens mit äußeren Ereignissen, angelerntem Wissen und übernommenen Rollen identifiziert. Das fiel mir vorher nicht weiter auf, weil die meisten Menschen in meinem Lebensumfeld genauso »funktionierten«.
Der Teil in mir, der meine wahre Essenz ist und besonders in Zeiten äußerer Krisen unerschütterlich intakt bleibt, geriet dadurch mehr und mehr in den Hintergrund und, wenn überhaupt, tauchte er als die eine oder andere Intuition in meinem Leben auf. Und selbst dann zweifelte ich solche innersten Impulse an.
Heute, nachdem ich nun etwa zehn Jahre mit meiner neuen Weltsicht, oder besser: Selbstsicht, gelebt und Erfahrungen gesammelt habe, kann ich für mich behaupten, dass mein Leben zu einem einzigen Fest geworden ist.
Die »Kraft« der göttlichen Ordnung spüren
Viele von Ihnen wissen möglicherweise, wie es für mich in den letzten zehn Jahren weiterging. Heute gibt es Swiss Harmony, ein Name, mit dem viele Menschen positive Erfahrungen verknüpfen, denn die Produkte von Swiss Harmony schützen nicht nur vor den meisten Umweltbelastungen wie Elektrosmog, sondern sie harmonisieren Mensch und Tier und noch vieles mehr.
Wie es dazu kam?
Habe ich mir einen Plan gemacht? Nein!
Hatte ich eine Marktlücke entdeckt? Nein!
Habe ich mir im Sinne des Master Key Systems eine neue Zukunft visualisiert? Nein!
Ein unerwarteter Anruf als Wegweiser in die Zukunft
Im Februar 2009 saß ich in Portugal auf meinen Umzugskisten und wartete auf den Möbelwagen. Meine längst verstorbenen Eltern drängten sich in mein Bewusstseinsfeld. Vor meinem inneren Auge sah ich, wie sie die Hände über dem Kopf zusammenschlugen.
»Junge, was machst du denn? Du sagst, du hast keine Ahnung? Hast du schon mal überlegt, wovon du leben willst? Wieso hast du dich nicht schon vorher drum gekümmert? Du hast auf ganzer Linie versagt.«
Mir wurde klar, dass mir genau solche Reaktionen von Kindheit an mein Selbstvertrauen genommen hatten. Damit meine ich nicht das Vertrauen in meinen gesunden Menschenverstand. Davon hatte ich mehr als genug. Nein, ich meine das Vertrauen in meinen eigenen, innersten Wesenskern.
Mit diesen Gedanken im Kopf konnte ich tatsächlich die Aussichtslosigkeit meiner Lage sehen. Ein guter Freund hatte mir Geld geliehen, damit ich den Umzug in die Schweiz bezahlen konnte. Was mich in der Schweiz erwartete, wo meine dritte Frau auch wieder mit Hilfe von Freunden für eine Bleibe gesorgt hatte, wusste ich nicht.
Doch meine innere Achtsamkeit hatte mich nicht verlassen und ich fasste Vertrauen. Alles ist perfekt, dachte ich, als mein Handy klingelte.
»Hallo Herr Neubersch, hier ist Klaus Dippel, wie geht es Ihnen?«
»Herr Dippel? Das ist jetzt aber komisch. Wieso rufen Sie mich an?«
»Ich wollte nur mal wieder Kontakt aufnehmen, hören, wie es Ihnen geht.«
Herr Dippel hatte drei Jahre zuvor mein Haus und mein Büro, ja auch mein neues Projekt, die Property Lounge, harmonisiert. Damals hatte ich ihn einfliegen lassen, weil mein Heilpraktiker mir klar machte, dass die Unruhe, die ich in unserem Haus wahrnahm, auf Elektrosmog, also in meinem Fall auf Handymasten und Radar, zurückzuführen war. Ich hatte ihn noch in guter Erinnerung, denn als er in unsere Villa kam und im Wohnzimmer Ameisen an der Terrassentüre sah, meinte er ganz mutig: »Herr Neubersch, das erste, was Sie bemerken werden, wenn wir ihre Villa harmonisieren, ist das Verschwinden der Ameisen.« Ich wollte es nicht glauben, doch er hatte Recht. Am dritten Tag nach der Harmonisierung gab es nicht eine Ameise mehr in unserem Haus.
»Tja, Herr Dippel, Sie erwischen mich gerade auf Umzugskartons sitzend und auf den Möbelwagen wartend. Ich ziehe in die Schweiz, weil meine Firma hier baden gegangen ist.«
Herr Dippel war überrascht. Dann fragte er: »Und was machen Sie jetzt in der Schweiz?«
»Das weiß ich noch nicht.«
»Haben Sie mal daran gedacht, für uns zu arbeiten?«
»Nein, aber Harmonie zu den Menschen zu bringen, könnte mir gefallen.«
Erkennen Sie, wie sich hier eine Wende andeutet, von der ich nichts ahnte und die ich nicht geplant hatte? Hier war zweifellos eine andere Kraft am Werk, aber welche? Ich sollte es noch herausfinden.
Tor!
So kam es, dass ich in der Schweiz begann, als Repräsentant einer deutschen Harmonisierungsfirma zu arbeiten. Doch nach gut einem halben Jahr war mir klar, dass diese Firma eine andere Philosophie verfolgte als ich. Es ging ihr nicht um das Wohl der Kunden, sondern in erster Linie um das ihrer Bankkonten. Viele Hinweise, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen will, waren nur allzu deutlich.
Auf der Suche nach anderen Firmen spielte mir das Leben wieder einen Ball zu, den ich aufnahm und ins Tor schoss. Nun, ich bin kein Fußballfan, doch der Vergleich drängt sich genau hier und jetzt auf.
Es stellte sich nämlich schnell heraus, dass ich selbst solche Produkte herstellen könnte, denn die wesentlichste Voraussetzung hierfür stand schon seit Jahren ungenutzt in meinem Keller.
Den Schlüssel zu dieser Erkenntnis und handfeste Unterstützung bei der anschließenden Umsetzung erhielt ich von einem Mann, der den Zuschlag für die Harmonisierung eines Hotels erwarb. Der Hoteleigentümer, mit dem ich ebenfalls in Verhandlungen stand, erzählte mir von seiner Entscheidung und zögerte nicht, mir den Namen und die Koordinaten des Herrn zu geben.
Ich rief ihn an und erfuhr von ihm, dass er nur seine eigenen Kunden beliefert und seine Produkte nicht an andere Firmen verkauft. Doch mit der richtigen Technologie könne ich meine eigenen Produkte fertigen. Er würde mir zeigen, wie es geht. Allerdings müsse ich viel Geld für ein teures Gerät investieren.
Lieber Leser, genau hier ist der Ball ins Tor gegangen, denn das besagte Gerät war bereits seit neun Jahren in meinem Besitz. Ich musste kein Geld investieren.
Nun fragen Sie sich sicher, um welches Gerät es sich gehandelt hat. Es ist unwahrscheinlich, dass Sie von einem solchen Gerät jemals zuvor gehört haben. Wie unwahrscheinlich, ja unglaublich, muss es also sein, dass man solch ein Gerät ungenutzt im Keller stehen hat? Nun, ich hatte es in meinem Keller, und bei allen drei Umzügen, die ich in den neun Jahren machte, spielte ich mit dem Gedanken, es zu verkaufen. Doch es war in allen Fällen nur ein schwacher Gedanke, denn im Hintergrund hörte ich jedes Mal: «Wer weiß, wozu du es irgendwann noch brauchen wirst?»
Wieder erkannte ich jene Kraft, die schicksalhaft und wohlwollend mein Leben beeinflusste.
Ich fragte mich in diesem Moment, wo sie in meinem früheren Leben auch wirksam war, ohne dass ich sie bemerkt hatte.
Die Suche nach dem Glücksfaktor
War die »Kraft« auch wirksam, als ich mit 27 Jahren meinen Zeitungsverlag zwei Jahre nach seiner Gründung für viel Geld verkauft hatte?
Die Verhandlungen mit einem der bekanntesten Wirtschaftsbosse waren so schnell und einvernehmlich, dass ich mich schon wundern musste. Später erfuhr ich, dass man nie zuvor und auch nicht danach einen derart hohen Preis für vergleichbare Übernahmen bezahlt hatte.
Oder ging es jener »Kraft« um meine anschließende Erkenntnis? Heute noch weiß ich, dass diese Erkenntnis auf meiner Rückfahrt nach Hause mit diesem fetten Scheck in der Tasche mein ganzes Leben verändert hatte.
Aus heiterem Himmel wurde mir mitten auf dem Ruhrschnellweg bewusst, dass ich nicht fröhlich war. Ich fragte mich: »Wieso nicht?« Mit diesem Verkauf hatte ich es geschafft! Ich fühlte mich reich. Ich dachte daran, dass ich es meinem Vater gezeigt hatte. Ich war noch nicht einmal 30 Jahre alt und war schon jetzt nicht mehr auf meiner Hände Arbeit angewiesen. Na bitte!
Wieso kam keine Freude auf? Was fühlte ich stattdessen?
War das etwa Angst? Unsicherheit? Vielleicht sogar ein wenig Panik? Ich sagte mir, dass der Betrag letztlich doch zu gering war, um sorglos sein zu können und stellte mir vor, dass der Scheck zehnmal so hoch war. Fühlte ich mich jetzt besser? Nein! Ich war zehnmal mehr beunruhigt. Keine Spur von Freude. Das überraschte mich und machte mich ratlos. Mir ging es doch immer nur darum, erfolgreich zu sein, und Erfolg hatte für mich mit viel Geld, Einfluss und Macht zu tun. Wozu all die Arbeit, das Streben nach Geld, Ansehen und Einfluss, wenn es am Ende nicht glücklich macht?