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Stefan Wegener Der schmerzfreie Körper
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Die Bedeutung für die Gelenke Kein Gelenk im menschlichen Körper ist allein durch die Knochenform stabil. Ohne die sie umgebenden Strukturen würden die Gelenke einfach auseinanderfallen. Die Gelenkkapsel und die oberflächlichen Faszien inklusive Bänder geben den Gelenken ihre elastische Stabilität. Dabei ist es abhängig von der Funktion, ob die umgebenden Faszien und ihr innerer Aufbau eher auf Stabilität oder auf Elastizität ausgelegt sind. Im Zusammenhang mit den Faszien, als Verbindungsglied der einzelnen Knochen untereinander, wird für unseren Körper oft ein bestimmter Vergleich herangezogen.
Das Tensegrity-Modell Tensegrity ist eine neue Wortschöpfung aus den englischen Worten tension (Spannung, Zugspannung) und integrity (Zusammenhalt, Einheit). Es beschreibt eine stabile Konstruktion, bei der feste Elemente ausschließlich durch Zugspannung (z. B. durch Seile) zusammengehalten werden. Die festen Elemente, meist sind es Holzstäbe, berühren sich dabei nicht. Nur die Zugspannung erhält die Stabilität. Tatsächlich haben die Faszien, gemeinsam mit der Muskulatur, einen sehr ähnlichen Effekt auf unser Skelettsystem.

Faszien brauchen Bewegung Um gesund zu bleiben, brauchen Faszien fasziengerechte Bewegung. So muss Faszientraining die Faszien in ihrer Gummibandfunktion nutzen. Springen, dynamisches Dehnen und insbesondere Schwungbewegungen dienen gezielt der Fasziengesundheit. Da Faszien zudem als Stoßdämpfer wirken, haben auch Übungen mit Faszienrollen einen sehr guten Effekt auf das Fasziengewebe.

Gelenkschmerzen durch fasziale Störungen Wenn ein Gelenk als schmerzhaft wahrgenommen wird, ist oft nicht das Gelenk selbst die Ursache. Es sind die Strukturen um das Gelenk herum, die durch Schmerz eine Störung im Gelenk vermitteln. Sehr häufig sind gezielte Bewegungen und manuelle Behandlungen der Faszien sehr erfolgreich gegen den Gelenkschmerzen.
3. Gesunde Muskelkraft
Muskelgewebe besitzt die Fähigkeit zur Kontraktion. Es kann sich zusammenziehen. Muskeln kommen in inneren Organen vor (Verdauungssystem, Atemwege) und in den Blutgefäßen. Auch das Herz ist abhängig von permanent funktionierendem Muskelgewebe. Durch die Skelettmuskulatur sind wir in der Lage, uns zu bewegen.

Schnelle Anpassung Wie kaum ein anderes Gewebe verfügt die Muskulatur über einen sehr schnellen Stoffwechsel. Muskeln passen sich somit sehr schnell an. Bei Ruhigstellung (z. B. nach einer Fraktur) baut Muskulatur zügig ab. Bereits nach einigen Wochen ist der Abbau durch fehlende Nutzung erkennbar. Muskelvolumen und -leistung verringern sich deutlich. Wird Muskulatur vermehrt gefordert (z. B. durch körperliche Arbeit oder gezieltes Krafttraining), findet ebenso schnell der Aufbau statt. Der gute Stoffwechsel sorgt für schnelle Anpassung.
Die Gelenkstabilisatoren Gelenke sind bereits in Alltagssituationen enormen Belastungen ausgesetzt. Schon bei zügigem Treppensteigen oder beim Heben einer Getränkekiste übersteigen die biomechanischen Belastungen im Gelenk das eigene Körpergewicht um ein Vielfaches. Auch wenn die gelenkumgebenden Strukturen (Gelenkkapseln, Faszien) einen stabilisierenden Effekt haben, ist eine gesunde Muskelkraft von zentraler Bedeutung. Gleichgewichtsreaktionen sind abhängig von ausreichend kraftvoller Muskulatur. Ebenso werden Gelenke unter Belastung und auch in Ruhe von der Muskulatur in ihrer optimalen Position gehalten.


Rutscht das Schultergelenk durch einen Unfall oder eine Krankheit permanent aus der Pfanne, kommt es zu einer Lähmung der Schultermuskulatur. Tatsächlich kann man von einer durchgehend ausgekugelten Schulter sprechen. In keinem anderen Gelenk des menschlichen Körpers kommt es zu diesem Phänomen. Dennoch wird durch dieses Beispiel klar, wie wichtig ausreichende Kraft der Muskeln für unsere Gelenke ist.

Viele Senioren besuchen heutzutage Fitnessstudios. Neben dem hervorragenden Effekt auf die Muskelkraft und die Gesundheit sind soziale Kontakte ein weiterer Pluspunkt.
Muskeln brauchen Spannung Kraftvoll-gesunde Muskeln brauchen Spannung als essenziellen Reiz. Der Abbau von Muskulatur im Alter lässt sich nicht verhindern. Man kann ihn aber bremsen – und zwar deutlich! Bereits 60 Minuten Krafttraining einmal in der Woche, bei dem jede Muskelgruppe gezielt trainiert wird, wirken phänomenal gegen den altersbedingten Muskelabbau. In zahlreichen Studien wurde dies bestätigt. Doch auch junge Leute dürfen ihre Muskeln nicht vernachlässigen. Wenn ein Muskel nicht gebraucht wird, baut er ab und verliert an Leistung. Tatsache ist auch, dass schwache Muskulatur früher oder später zu Problemen mit den Gelenken führt.
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