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Kurt Tepperwein Entdecke dich neu und werde glücklich
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Versuchen wir, jeden Tag ein klein wenig achtsamer zu sein und das Leben mit dem Herzen zu betrachten. Wir tragen so viele Dinge in unserem Kopf spazieren, und er ist wirklich schwer. Tonnenweise Gedankengut könnten wir ablegen und auf so vieles verzichten, doch die endlosen Gedankengänge nehmen wir teilweise gar nicht bewusst war, geschweige denn als belastend. Doch belastend sind sie allemal, da Gedanken auch – oft dicke, schwere – Hüllen sind, die man sich gar nicht überzuziehen braucht. Wir stülpen uns trotzdem eine nach der anderen über und wundern uns, wenn wir unbeweglich geworden sind oder sich in unserem Leben nichts mehr bewegt.
Wir wissen so viel, aber das, was wirklich wichtig ist und sich nicht wissen lässt, vor dem verschließen wir unsere Augen. Macht das Sinn? Schauen Sie nicht in die Welt hinaus, sondern in sich hinein. Unsere Motivation, um nach innen zu gehen, scheint zwar eingeschlafen zu sein, doch was schläft, kann man wecken.
Menschen freuen sich über materielle Güter, Liebesbeziehungen, Vergnügungen, Urlaub und vieles mehr. Aber: Wenn materielle Güter, der Partner, die Unternehmungen und Freizeit plötzlich nicht mehr vorhanden sind, ist auch die Freude verschwunden. Das, was wir unter Lebensfreude verstehen, kann deshalb nicht die Lebensfreude sein, die erstrebenswert ist. Warum? Alles, was erreicht und besessen werden kann, wird uns eines Tages wieder verlassen. Auch den Körper werden wir eines Tages zurückgeben – wie alles, was wir hier auf Erden nutzen. Wir besitzen nichts, auch wenn wir in diesem Irrglauben gefangen sind und uns jede Menge darauf einbilden, Dinge anzuhäufen und uns Wissen anzueignen. (Gegen Wissen und Besitz gibt es nichts zu sagen, wenn man keine Bindungen entwickelt – dann ist man frei.) Zusammengefasst kann man sagen: Ob er nun etwas besitzt oder nichts hat, die Lebensfreude verlässt nur den, der im Herzen arm ist – ganz gleich, worüber er verfügt oder nicht verfügt.
Ein Gedankenexperiment
Jeder von uns hatte schon einmal das Gefühl, dass irgendetwas schiefläuft. Bei manchen Menschen ist es ein Ereignis, und einige hegen diesen Gedanken sogar über ihr gesamtes Leben. Es läuft einfach nicht so, wie man möchte, kurzum: Etwas ist verkehrt. Nehmen wir das Stichwort verkehrt aber doch einmal wörtlich … Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihr Leben noch einmal neu beginnen – aber dieses Mal von hinten! Sie steigen aus der Grube und spazieren ins Altersheim. Dort werden sie gepflegt, umsorgt, haben nichts zu tun und zahlen keine Steuern. Sie fühlen sich nicht wirklich gut, aber es geht Ihnen mit jedem Tag besser. Nach und nach werden Sie immer jünger und gesünder. Sie fühlen sich von Tag zu Tag wohler und fangen irgendwann damit an, einer Arbeit nachzugehen. Und weil es Ihnen so viel Freude bereitet, ergreifen Sie einen Beruf und werden immer aktiver. Ihr Partner wird auch immer jünger und schöner. Die alten Kinder, die plötzlich in Ihrem Leben sind, werden ebenfalls immer jünger, bis sie irgendwann verschwinden. Sie machen eine Lehre und lernen das, was Sie die ganze Zeit schon tun. Es ist also gar kein Problem, die Prüfungen mit Bravour zu bestehen. Eines Tages gehen Sie zur Schule und verlassen diese als Analphabet. Sie kommen in den Kindergarten und erfahren das Leben als Spiel. Wieder brauchen Sie sich um nichts zu kümmern. Nach einer Weile finden Sie sich in Pampers wieder und müssen nicht einmal mehr auf die Toilette gehen. Und wenn die Zeit gekommen ist, schlüpfen Sie in den Mutterleib und beenden Ihr Leben als Orgasmus. Halleluja!
Vielleicht finden Männer diese kleine Episode lustiger als Frauen, aber Witze gehören für mich einfach zum Leben. Mit Humor kann das Leben viel leichter sein – und Leichtigkeit zieht bekanntlich Lebensfreude an!
Welchen Stellenwert hat der Humor in meinem Leben?
Wo habe ich nichts zu lachen?
In welchen prägenden Situationen ist mir das Lachen vergangen?
Haben diese Situationen mein Leben nachhaltig verändert? Wenn ja, wie?
Bin ich bereit, diese Erinnerung endgültig loszulassen?
JA



Die Lebensstufen zum Glück
Für viele Menschen ist es ein großes Glück, dass sie nicht das finden, was sie suchen.

Mit einem Monat ist noch alles in Ordnung. Das kleine Menschlein scheint glücklich und fröhlich zu sein, ohne das Leben bewusst zu erleben. Glück richtet sich noch nicht nach dem Erlebten, sondern nach der Befriedigung von Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken und Schlafen. In dieser Zeit leben wir im Augenblick, und der Augenblick ist Glück. Nichts anderes zählt.
Ab dem ersten Lebensjahr: Wir beginnen damit, die ersten Entscheidungen zu treffen, was wir mögen und was wir nicht mögen. Manches finden wir schön und manches bringt uns zum Weinen. Glück ist in diesem Moment noch ein eher minimaler Erlebnisschatz. Glücksempfindungen werden vielleicht durch etwas ausgelöst, das kuschelig, lieb und warm ist, und stellen sich nicht ein, wenn etwas als heiß, kratzig oder böse empfunden wird. Insgesamt ist es so, dass uns ein tiefes Glücksempfinden in diesem Alter nie wirklich verlässt. Niemand kann dies beweisen, aber ich vermute, dass ein grundlegendes Entspannt- und Zufriedensein, das unserer Natürlichkeit entspricht, in diesem Alter nie ganz verschwindet, auch wenn wir mal lauthals schreien – wir müssen ja nicht mit allem einverstanden sein.
Ab dem zehnten Lebensjahr: Glück besteht darin, zu gewinnen und der Beste zu sein. Wenn wir gute Noten bekommen, werden wir gelobt. Wenn wir etwas gut machen, klopft man uns auf die Schulter. Uns erwartet eine Belohnung, wenn wir brav sind, und wir bekommen viel Aufmerksamkeit und Liebe, wenn wir den Erwartungen an uns entsprechen. Erwartungen zu erfüllen, steht ohnehin hoch im Kurs. In diesen prägenden Jahren werden wir regelrecht darauf trainiert, lieb zu sein. Andere sollten uns gut finden, so sind sie auch gut zu uns. Hier ist das Glücksempfinden teilweise schon abwesend, und zwar wenn wir weggestoßen, ausgelacht, nicht respektiert oder nicht akzeptiert werden. Der Lebenskampf hat begonnen. Eigentlich müsste es kein Kampf sein, doch die Schule des Lebens hat begonnen. Sie hat den Kampf für uns alle vorgesehen, zumindest im Schulhaus Erde.
Ab dem 18. Lebensjahr: Glücksgefühle sind jetzt von Spaß, Unternehmungen und Besitz abhängig. Bis in die frühen Morgenstunden feiern, das erste Auto spazieren fahren und Freundschaften knüpfen und pflegen, davon sind wir jetzt emotional hauptsächlich abhängig. Die erste Liebe entscheidet über freudvolle Empfindungen oder über die Enttäuschung des Lebens. Wir schlittern von einem Desaster ins nächste, stoßen uns sozusagen unsere Hörner ab. In dieser Zeit bedingen sich Glück und Freunde so sehr wie niemals sonst. Zum Glück gehört jetzt auch, nicht mehr bei den Eltern zu leben und eine eigene Wohnung zu beziehen, wo man tun und lassen kann, was man will. Nun wissen wir, was Glück bedeutet. Das glauben wir zumindest.
Ab dem 30. Lebensjahr: Jetzt glauben wir, noch mehr zu wissen. Es wird kompliziert. Unser Drang, nach vorne zu schnellen, steht uns im Weg, wenn es darum geht, das wahre Glück zu erforschen. Davon wollen wir jetzt aber ohnehin noch nichts wissen. Wir wollen leben und herausfinden, ob das persönliche Glück auch zu uns findet. Ich glaube kaum, dass wir in diesem Alter zwischen persönlichem und unpersönlichem Glück unterscheiden könnten. Vielleicht ist es ganz gut, dass wir noch ein wenig Zeit haben, bis wir uns für tiefere Sphären öffnen. Wir werden noch vieles ausprobieren und schlussendlich sehen, dass uns manches zwar befriedigt, aber nicht dauerhaft glücklich macht. Warum ist das aber so? Eigentlich beflügelt es uns doch, warum dann nicht dauerhaft? Diese Frage wird uns noch länger beschäftigen. Wir akzeptieren längst nicht mehr alles. Wir lassen uns auch nicht mehr blenden und so stark beeinflussen wie früher. Wir sagen immer öfter, was wir denken, und haben genaue Vorstellungen vom Leben. Glück hat in diesen Jahren viele Gesichter. Es kann mit der Karriere im Beruf verknüpft sein oder mit der Familienplanung. Doch nach einigen schönen Jahren stellen wir fest, dass wir nicht wirklich weitergekommen sind. Irgendwie haben wir uns das Leben anders vorgestellt.
Ab dem 40. Lebensjahr: Nun sind wir entweder da, wo wir immer schon sein wollten, oder wir haben immer noch nicht das erreicht, was wir uns vorgestellt hatten. Unterschwellig spüren wir, dass wir verzweifelt nach etwas suchen. Wir wissen aber nicht genau, was das ist – oder was das überhaupt sein sollte. Wir befinden uns auf der Suche. Immer noch. Eigentlich ist die Geburt der Beginn der Suche. Das ganze Leben ist nach der Suche nach Glück ausgerichtet, ganz gleich ob wir es wissen oder nicht. Ganz gleich ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, ob wir mit unseren Lebensumständen zufrieden sind oder nicht – irgendetwas in uns ist rastlos. Das mag daran liegen, dass wir uns nach unserer eigentlichen Heimat sehnen.
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