Книга Supermineral Silizium читать онлайн бесплатно, автор Marcus Bennettberg DC – Fictionbook, cтраница 2
Marcus Bennettberg DC Supermineral Silizium
Supermineral Silizium
Supermineral Silizium

5

  • 0
Поделиться

Полная версия:

Marcus Bennettberg DC Supermineral Silizium

  • + Увеличить шрифт
  • - Уменьшить шрифт

Reaktionen in der Öffentlichkeit? Praktisch null.

Ähnliches erlebte zum Beispiel die Meldung aus der Oxford University in England: „Pestizide sind an einer Diabetesentwicklung beteiligt“ (Quelle: Jahrestagung European Association for the Study of Diabetes, 2015). Die Behandlung der Zuckerkrankheit wird bald nicht mehr finanzierbar sein. Sie ist eine schwere Stoffwechselstörung und eine der wichtigsten Volkskrankheiten unserer Zeit. Das Berliner Robert-Koch-Institut schätzte 2019 die Zahl der Betroffenen in Deutschland erstmals auf neun Millionen.

Hormone sind im menschlichen Organismus das Kernmaterial der internen Kommunikation unserer Abermilliarden Zellen. Sie steuern sämtliche biologische Funktionen innerhalb enger Grenzen. Einige ihrer Wirkungen regen an, andere schwächen ab. Dem zentralen Nervensystem melden sie kontinuierlich Informationen des Körpers: Temperatur, Blutdruck, Hormonspiegel, Blutzucker. Die bedeutendsten Botenstoffe entstehen in neun Gruppierungen innerer Drüsen.

Dieses hochintelligente System wird von außen erheblich gestört.

Konkret werden durch bestimmte köperfremde Verbindungen der Abbau von Hormonen, ihre Bindung an vorgesehenen Rezeptoren oder die Wirkung negativ beeinflusst.

Chemikalien oder Mischungen von Chemikalien mit diesen Eigenschaften heißen endokrine Disruptoren – wörtlich: innerlich wirkende Unterbrecher, nach den griechischen Begriffen für innen, ausscheiden und zum Erliegen bringen. Verharmlosend werden sie auch als Umwelthormone, hormonaktive Substanzen und Xenohormone bezeichnet. Schädlich wirken sie bereits in geringsten Mengen.

Allzulange haben die Verursacher dieser Schadstoffe die Bedrohungen geleugnet und durch Lobbyarbeit die gesetzgebenden Institutionen von wirksamen Maßnahmen abgehalten.

Eine besonders gefährliche Gruppe sind die Phenole. Kaum ein Nahrungsmittel kommt nicht mit ihnen in Kontakt.

Fremdpartikel sind stärker verbreitet, als mancher vermutet. Auch Klärschlamm besteht zum Teil aus Plastik und wird auf unseren Feldern ausgebracht.

Über den Zustand der Gewässer und Meere veröffentlichte „National Geographic“ einen alarmierenden Bericht und verband ihn mit der Frage: Wie kriegen wir die vermuteten 236.000 Tonnen Mikroplastik aus unseren Ozeanen wieder heraus?

Laut dem französischen Institut für die Bewirtschaftung der Meere halbiert sich bei Austern, die winzigste Plastikpellets aufnehmen, in der Folge ihre Fortpflanzungsfähigkeit. Solche Meerestiere mit der Fähigkeit, Wasser zu filtern, vital für das Marineleben, und ihr Rückgang hat Auswirkungen auf andere Spezies und auf die Nahrungskette von uns Menschen.

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob auch Sie von Plastik und Weichmachern im Blut betroffenen sind, muss das bejaht werden, sofern Ihr Lebensstil sich nicht grundsätzlich von den 83 Millionen übrigen Menschen in Deutschland unterscheidet.

Das war die erste Nachricht.

2. Ihre Ärztin, Ihr Arzt haben sich dafür nicht interessiert.

Die zweite Information ist ebenso bedeutend wie die erste. Es gibt einen alarmierenden Grund, warum Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt sich bisher nicht um das Plastik in Ihren Adern und Zellen gekümmert haben. Die schlichte Antwort ist: Weil sie es nicht wussten und weil sie sich nicht für die damit verbundenen Risiken interessiert haben.

Bis jetzt haben sich erst in einigen Großstädten kleine Gruppen von fortschrittlich denkenden Medizinerinnen und Medizinern freiwillig zusammengefunden, um das Versäumte irgendwie nachzuholen.

Dabei haben sie einen gewaltigen Widerstand zu überwinden. Dass bei Millionen kranken Menschen jahrelang oder jahrzehntelang eine toxische Plastikbelastung ihres Blutes missachtet worden ist, hat in der Vergangenheit beim Umgang mit den chronischen nicht-übertragbaren Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislaufleiden und Schlaganfall zu schweren Fehlern geführt. Diagnosen waren vermutlich falsch und viele verordnete Therapien ebenfalls.

Jetzt die dritte Mitteilung.

3. Mikroplastik und Weichmacher können ausgeleitet werden.

Es gibt mehrere natürliche Substanzen speziell mit dem Potenzial, uns dieses moderne Risiko abzunehmen und Plastik samt den belastenden Chemikalien aus dem Blut zu eliminieren. In erster Linie sind es die Mineralstoffe und Spurenelemente der Erdkruste. Insgesamt sind es an die 60, alle nicht aus lebenden Quellen stammend. Ihre Bedeutung steht in umgekehrtem Verhältnis zu ihrer Bekanntheit und zur Wertschätzung durch uns.

Das ist verständlich. In der grünen Apotheke der Natur erzeugen Pflanzen zu ihrem eigenen Schutz zwischen 70.000 bis 100.000 attraktive und bioaktive Substanzen, viele Farbstoffe, Duftstoffe, Bitterstoffe. Die Favoriten von Millionen Menschen, die etwas für ihre Gesundheit tun, heißen Grüner Tee und Resveratrol, Vitamine, Aminosäuren, Carotinoide und Omega-Fettsäuren. Mineralstoffe und Spurenelemente wie Molybdän, Kupfer oder Schwefel können da nicht mithalten. Sie sind jedoch genauso essenziell, da Vitamine, Enzyme und Hormone ohne sie gar nicht funktionieren.

Sie sind die Grundlage des Transfers von Elektrizität, die im Körper gebildet wird. Alle Befehle vom Gehirn durch die Nervenleitungen und sämtliche Signale unserer Sinne an das Gehirn fließen elektrisch. Auch alle biochemischen Aktivitäten basieren auf dem elektronischen System des Organismus. Verletzen wir uns am Finger, heilt sich die Wunde in kürzester Zeit selbst, auch dank unserer Elektrizität. Als unersetzlicher Partner der körpereigenen Elektroenergie heißen Mineralstoffe, Mengenelemente und Spurenelemente auch Elektrolyte. Sie können fest, flüssig oder im gelösten Zustand sein.

Einige gelten als Mengenelemente und sind wie Calcium mit bis zu eineinhalb Kilo im Körper gespeichert. Andere heißen Spurenelemente, weil bereits die Bioaktivität von einigen Tausendstel Gramm Effekte schafft und wir deshalb insgesamt nur ein Depot von wenigen Gramm im Körper benötigen.

Alle müssen uns zugeführt werden, denn wir können sie nicht selbst produzieren. Das ist keine leichte Aufgabe, denn diese Stoffe sind in der Regel ursprünglich in der festen, im Durchschnitt 35 Kilometer dicken Erdkruste konzentriert. Pflanzen adsorbieren über ihre Wurzeln diese auch für sie lebensnotwendigen Nährstoffe mit Wasser nur mühsam und nur in winzigsten Mengen aus dem Erdreich und beliefern uns damit, sobald wir sie verzehren.

Jeder biologische Prozess in unserem Körper ist nur während der Anwesenheit und mit direkter Beteiligung durch Mineralstoffe und Spurenelemente optimal möglich. Diese Naturstoffe sind buchstäblich elementar für unser Schicksal. Philosophisch denkende Mediziner sehen ihre Annahme bestätigt, dass Menschen, Tiere und alle Gewächse zum Teil aus den gleichen Elementen aufgebaut sind wie der Planet Erde und die Atmosphäre.

Aktuelle wissenschaftliche Studien belegen jetzt die große Wirksamkeit bestimmter Mineralstoffe gegen Plastik und Weichmacher in unserem Blut.

Jetzt die vierte Nachricht.

4. Das gelingt unter Führung des Mineralstoffs Silizium.

Kein weiterer Mineralstoff kann wie Silizium fremde aggressive Moleküle so stark an sich binden, ohne durch sie selbst verändert zu werden. Durch seine innere poröse Beschaffenheit mit unzähligen Hohlräumen und Kanälen arretiert Silizium locker die bis zu 300fache Menge seines Eigengewichts an Giften, Schwermetallen, Mikroplastik und chemisch wirkenden Substanzen wie Weichmacher und schafft die Schadstoffe aus dem Körper.

Gerade während wir zur Abwehr von Mikroplastik und Weichmachern Silizium, das auch Silicium geschrieben wird, dringender benötigen denn je, führen wir dieses Spurenelement mit unserer Nahrung jedoch kaum noch zu.

Nach heutigem Kenntnisstand ermöglicht dieses Spurenelement die wirksamste Therapie gegen diese langsame innere Zerstörung durch Mikroplastik und Weichmacher im Blut. Das gelingt in erster Linie durch eine revolutionäre Verkleinerungstechnik. In natürlicher Größe könnten Siliziummoleküle nur in geringster Menge durch die Darmwände ins Blut geschleust werden. Inzwischen gelingt jedoch eine Mikronisierung - die Aufbereitung dieses Mineralstoffs im unvorstellbar niedrigen Nanobereich von Millionstel Teilen eines Millimeters, 0,0000001 Millimeter. So kann Silizium nach der Einnahme mit höchster berechenbarer Bioverfügbarkeit direkt im Blut und in den Strukturen des Bindegewebes endlich seine entscheidende Rolle ausspielen.

5. Silizium als Chance in der Corona-Krise

Auf dem ersten Höhepunkt der Coronakrise Anfang April 2020 griff der Direktor der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Kiel nach Kieselerde mit einem hohen Anteil an Silizium. Die Begründung von Professor Dr. Stefan Schreiber muss viele überrascht haben: „Hintergrund ist der begründete Verdacht, dass Mangelernährung an spezifischen Einzelbestandteilen ein wesentlicher Risikofaktor für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung ist.“

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, erwartete eine Besserung der Heilungschancen durch einen korrekten Siliziumspiegel, wie der Studienleiter Dr. Stefan Schreiber in einem Interview mit der Medizinautorin Dorothee Hahne erklärte: „Kieselerde besteht hauptsächlich aus dem Spurenelement Silizium, das als wichtiger Cofaktor in Makrophagen fungiert. Die Fresszellen bekämpfen Viren und Bakterien in vorderster Reihe und töten sie ab. Studien zeigen, dass die Funktion von Makrophagen bei Infektionen reduziert ist und sie gestärkt werden, wenn ausreichend Silizium zur Verfügung steht. Die Testsubstanzen werden in hoher Dosierung verabreicht … Das ist ein molekularer Eingriff, bei dem wir diese Ernährungskomponenten auf Anschlag drehen. Wenn sich herausstellt, dass die Abwehr damit innerhalb von Tagen hochfährt, könnte das eine sehr wichtige und zudem günstige Intervention werden, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.“ (Quelle: Covid-Ernährungsstudie, Ferring Arzneimittel).

Dieses chemische Spurenelement ist der Motor für die Hälfte der weißen Blutkörperchen, der Lymphozyten und Phagozyten. Sie werden im Rahmen des Immunsystems darauf spezialisiert, Fremdstoffe zu erkennen und durch Prozesse zu entfernen.

Dass ein Klinikchef in Deutschland sich zur Nahrungsergänzung mit Silizium bekennt, ist ein historischer Sonderfall. Um die insgesamt etwa fünf Dutzend Spurenelemente und Mineralstoffe geht es fast nie, wann immer sich Menschen mit den aus ihrer Sicht für ihre Gesundheit wertvollsten Vitalstoffen befassen. Das ist ein gefährliches Versäumnis. Eine zu geringe Menge oder wenn einer dieser Vitalstoffe gänzlich fehlt, hat unausweichlich Mangelerscheinungen zur Folge. Insgesamt engagiert sich die klassische Medizin wenig in der Erforschung von Mineralstoffen, und die Pharmaindustrie hat noch weniger Interesse darin, in der Bevölkerung für diese außerordentlich wichtigen Stoffe zu werben.

Schadstoffe heraus, Vitalstoffe hinein … das Silizium-Prinzip

In diesem Buch wird das Spurenelement Silizium etwa 300 Mal genannt, andere Mineralstoffe und Spurenelemente kaum oder gar nicht. Das kann begründet werden. Silizium hat für den menschlichen Organismus eine herausragende Bedeutung, denn es übt Gesundheitseffekte beinahe auf jede einzelne unserer Abermilliarden Zellen aus. Im Vergleich dazu wirkt beispielsweise Eisen vorherrschend nur in den roten Blutkörperchen und Zink ist vor allem in der Leber und im Gehirn aktiv.

Siliziummoleküle binden mit ihrer äußerlich und innerlich reaktiven Oberflächenaktivität Mikroplastik und andere Schadstoffe an sich. In den Hohlräumen befinden sich bereits Kalium, Natrium und Calcium. Die lassen sich dank der elektrischen Leitfähigkeit von Silizium leicht austauschen, indem in der Zelle die eingesammelten Giftstoffe durch die Freisetzung von elektrisch geladen Teilchen diverser Mineralstoffe und Spurenelementen ersetzt werden. Etwas Besseres kann einem von Schadstoffen belasteten Organismus nicht passieren.

Biologen bezeichnen das Transportsystem in den Zellwänden als Natrium-Pumpe. Der Neurologe Dr. Ross Adey, Kalifornien, kreierte 1992 den Begriff Zellgeflüster. Zellen kommunizieren mit schwachen elektromagnetischen Feldern. Schadstoffe und krebserzeugende Substanzen stören und stoppen diese Verständigung. Silizium macht durch seine Leidenschaft des Einsammelns und Abgebens das Flüstern wieder möglich.

Das Spurenelement Silizium ist zur Hälfte Metall und eine halb organische, lebende Substanz. Ihr strategisches Mittel ist die Elektrizität. Als Halbmetall kann es die elektrische Leitfähigkeit anpassen und nach Bedarf erhöhen oder herabsetzen. Auf zellularer Ebene findet der Austausch von Stoffen durch elektrisch geladene Teilchen statt. Auf einen Mannschaftssport übertragen, kreieren die Eigenschaften von Silizium einen Trainer mit genialem Bauchgefühl, der im richtigen Augenblick Akteure aus dem Spiel nimmt, die dem Team nicht helfen oder sogar schaden, und durch frische, positiv motivierte Kräfte ersetzt.

Silizium hat eine Sonderrolle mit Eigenschaften sowohl von festen wie von biologisch aktiven Substanzen.

Bei der Ausdehnung von Silizium fast über unseren gesamten Körper gibt es eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Erdkruste, die bis zu geschätzten 89 Prozent aus festen Verbindungen mit diesem chemischen Element besteht. Silizium ist nach Sauerstoff das am zweithäufigsten vorkommende Element in der Natur.

Wer sich mit der Rolle der Mineralstoffe in unserem Körper befasst, muss sich auf Überraschungen einstellen. Seinen unverzichtbaren Beitrag im menschlichen Organismus schafft Silizium mit einem Gesamtaufkommen von nur 1,2 bis 1,4 Gramm. Diese Winzigkeit – die drittgrößte Menge hinter Eisen und Zink – genügt für eminent wichtige Resultate, so dass früher vom Heilwunder Silizium gesprochen wurde.

Vor allem diese Aussage müsste die allermeisten überraschen: Silizium gibt Granit und den Edelsteinen die Härte und jedem Stängelchen einer Pflanze und ihren Blättern die Festigkeit. Fingernägel, Zähne und Haare profitieren ebenfalls von diesen Eigenschaften. Wie können Moleküle, die im Kieselstein vorkommen, im komplexen System unseres Organismus gewünschte Wirkungen auslösen? Wie kann der Körper Silizium überhaupt aufnehmen? Und wie nutzt er diesen Stoff für seine wichtigsten Prozesse?

Von den Antworten hängt sehr viel ab.

Mega-Risiken durch Mikroplastik und Weichmacher

Plastik wurde zu einem der hässlichsten Begriffe, nachdem Kunststoff 100 Jahre lang einen Siegeszug erlebt hat, nicht weil dieser Werkstoff billiger, sondern für viele Aufgaben der besser geeignete ist. Ein Auto ohne chemisch hergestellte Materialien wäre um ein Fünftel schwerer. Der Treibstoffverbrauch wäre höher. 20 Prozent der Kunststoffproduktion verarbeitet das Baugewerbe. Wärmedämmung mit Hilfe von Plastikelementen reduziert gewaltig den Energieeinsatz in Gebäuden. Rohrleitungen aus Kunststoff sind dichter und halten länger. Ein Drittel des gesamten Plastiks wird für Verpackungen eingesetzt. Die geruchsneutrale und fettdichte Klarsichtfolie und weitere Materialien haben den Verderb von Nahrung deutlich reduziert. Wesentlich längere Haltbarkeit bedeutet, dass weniger Esswaren entsorgt werden müssen. Das spart auch am Ressourcenverbrauch. Ware in Kunststoff ist leichter. Glasflaschen schneiden erst besser ab, wenn sie öfter als sechs Mal wiederverwendet werden und dabei weniger als 200 Kilometer transportiert werden.

Heute reden wir nur noch über Plastik als Fluch. Zu Recht. Zum Beispiel, weil weltweit in jeder Minute fast zehn Millionen Plastiktüten verwendet und irgendwann ausgemustert werden. Manche sind nur 20 Minuten im Gebrauch und widersetzen sich 450 Jahre ihrer Auflösung.

Bei der Herstellung von Kunststoffen wird durch die Wiederholung einzelner chemischer Moleküle Material erzeugt, das erst durch das Hinzufügen von Zusätzen zu brauchbarem Plastik wird: flexibel, unzerbrechlich, weich, beständig gegen die hohe Hitze bei der Herstellung. Sie heißen Weichmacher. Einige dieser Chemikalien verschmelzen fest mit den Plastikmolekülen. Andere werden nicht in das Produkt eingebaut, sondern lediglich aufgetragen und mit ihm äußerlich verbunden. Bei diesen äußeren Weichmachern ist eine Abgabe an die Umgebung einfach nicht zu vermeiden.

Ihre Sammelbezeichnung lautet Mikroplastik. Allerwinzigste Kunststoffpartikel kommen aus 1.000 Quellen. Der Abrieb von Autoreifen wird an erster Stelle genannt. Schon an dritter Stelle sind Überreste von Kunstrasenplätzen, die bis zu 100 Tonnen Einstreumaterial enthalten, von dem jährlich fünf Prozent verloren gehen. Im Abwasser von Waschmaschinen finden sich bis zu 1.900 Teilchen von synthetischen Fasern pro Waschgang. Mikroplastik aus Kunstfaserkleidung gelangt auch durch das Tragen in die Umwelt. Spuren von Outdoor-Bekleidung auch von führenden Marken sind im Eis des Fornigletschers in den Ostalpen Hauptverursacher der Verschmutzung.

Ein kleiner Teil wird gezielt für den Gebrauch in Babywindeln, Kosmetika und Zahnpasta produziert. Die allermeisten entstehen durch den Zerfall von Kunststoffprodukten.

Gemeinsam haben sie, dass sie schwer abbaubar sind. Selbst winzigste Partikel können Giftstoffe, sowie Schwermetalle wie Blei enthalten. Viele Chemikalien gelten als krebserregend, als hormonell aktiv oder als giftig. Entscheidend ist die reaktive Oberfläche je Menge, und sie wird größer, je stärker verkleinert wird.

Über die Belastung der Ozeane durch Mikroplastik sind seit 2010 mehr wissenschaftliche Arbeiten erschienen als in der ganzen Zeit davor. Manches ist noch unklar, doch schlimme Fakten sind unstrittig. Plastikfragmente sind weltweit verteilt. Sie sind mit einem Cocktail gefährlicher Chemikalien verbunden. Sie stellen eine gewaltige Bedrohung der Meere und ihrer Bewohner dar. Von 557 Gattungen Meerestieren, die von uns konsumierten eingeschlossen, nehmen mindestens 203 in jeder Ebene der Nahrungskette diese Gifte auf.

Marines Mikroplastik wurde 1972 erstmals im westlichen Nordatlantik entdeckt. Zuletzt wurde geschätzt, dass jährlich acht Millionen Tonnen Plastik in die Meere gespült werden, aber nur etwa eine Viertelmillion Tonne kann schwimmend im Meer nachgewiesen werden. Das lässt befürchten, dass unvorstellbare Mengen von Meeresbewohnern aufgenommen werden, ehe diese Plastikteilchen von tieferen Strömungen erfasst werden oder zu Boden sinken und zu Sedimenten werden. Mikroplastik wird im ewigen Eis der Pole entdeckt, wird an Küsten angeschwemmt, und synthetische Fasern fallen sogar vom Himmel.

Viele Partikel saugen sich mit anderen Giftstoffen voll oder binden sie an ihre Oberflächen. In einem Forschungsbericht heißt es: „Ein einzelnes Pellet kann die millionenfache Dosis an Umweltgiften aufweisen als das Meereswasser, in dem es schwimmt.“ (Quelle: „Microplastic: What Are the Solutions?“ SpringerLink. 21. Juli 2017).

In zwei dokumentierten Untersuchungen hatten Muscheln und Fische aus dem Lebensmittelhandel Mikroplastik im Blutkreislauf und in den Innereien.

Es wurden Spuren von keineswegs unbedenklichen Polyfluoren aus Lebensmittelverpackungen und Sprays für Möbel, Kleidung, Schuhe und Textilien, von Triclosan, dem Wirkstoff in antimikrobialer flüssiger Seife und Zahnpasta, sowie flammenhemmenden Chemikalien nachgewiesen. Ebenso die Weichmacher Bisphenol A, Abkürzung BPA, und Phthalate, von denen feststeht, dass sie hormonelle Wirkungen ausüben. Diese Chemikalie wird mit frühzeitiger Pubertät, Diabetes, Übergewicht, Herzerkrankung, Lungenleiden, Nierenfunktionsstörung, Problemen der Reproduktion, vergrößerter Prostata, Fettsucht, Insulinresistenz mit nachfolgendem Diabetes, Hyperaktivität und Lernstörungen in Verbindung gebracht. Phthalate, die in Farben, Spielzeug, Kosmetika und Nahrungsmittelverpackungen verwendet werden, stören hormonelle Wirkungen in Frauen und Männern.

Hinweise verdichten sich, dass es bei Meerestieren zu Krebserkrankungen kommt und dass die Fruchtbarkeitsrate und auch die Lebensdauer sinken.

Versuche mit extremen Ergebnissen verbieten sich beim Menschen. Reaktionen bei Muscheln, Fischen, Wattwürmern, Ratten, Mäusen und Schnecken zeigen, dass die Aufnahme von Mikroplastik zu alarmierenden Veränderungen führt. Es treten Entzündungen auf, es kommt zu Verhaltensstörungen, es sind in Geweben Einlagerungen von Umweltgiften, die den Plastikteilchen anhaften, unvermeidlich. Eingeatmete Mikroplastikteilchen gelangen durch die Lunge in den Blutkreislauf. Sie werden in der Leber von Mäusen nachgewiesen. Durch Entzündungsreaktionen und Störungen der Nahrungsverwertung sind Testgruppen von Wasserflöhen wegen Mikroplastik innerhalb von vier Generationen ausgestorben.

Nach einer Berechnung durch das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit und Energietechnik wurden 2018 in Deutschland pro Person Plastikteilchen im Gewicht von vier Kilogramm in die Luft, ins Wasser und ins Erdreich freigesetzt, insgesamt 446.000 Tonnen, beinahe ein Kilogramm in jeder Sekunde.

Im Januar 2019 drückte sich das im Bereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft angesiedelte Bundesinstitut für Risikobewertung zum wiederholten Male um eine Einschätzung der Gefahren für Menschen und räumte nur ein, dass sich Hinweise auf Schäden bei kleineren Organismen verdichtet haben (Quelle: „Mikroplastik in Lebensmitteln: Orale Aufnahme, Toxikologie und Risikobewertung.“ Bundesinstitut für Risikobewertung, UMID 1/2019).

Die wissenschaftliche Literatur zählt als weitere Quellen der Belastung durch Spuren von Plastik und Weichmachern auf: Kopierer und Drucker, Lackbeschichtungen, Autoreifen, Kunstrasensportplätze, Kosmetika, Sonnenschutzmittel, Brillengestell, Nahrungszusätze, Waschmittel, synthetische Bekleidung, Medikamente wie Appetitzügler und Cholesterinsenker. Auch Schuhsohlen und Fahrbahnmarkierungen leisten ihren Beitrag.

In jüngster Vergangenheit konzentrierte sich im Zuge der Feinstaubdiskussion das Interesse auf Schwebstoffe in der Luft, die so klein sind, dass nur ein Teil von den Schleimhäuten im Nasenraum zurückgehalten werden kann. Die aktuelle Einstufung dieser gefährlichen Materie geht auf den National Air Quality Standard der amerikanischen Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency von 1987 zurück. Die Angst vor dem Einatmen gefährlicher Substanzen ist begründet, denn die Lunge wird nur durch die dünnste Barriere im Körper geschützt. Außer dem Mund als Anfang des Verdauungstrakts sind die Haut und sogar die Hornhaut des Auges ebenfalls Eingangspforten für Mikroplastik.

Inzwischen muss akzeptiert werden, dass ein Kontakt mit Nahrungsmitteln, mit Wasser, mit der Atemluft und mit der Haut nicht zu vermeiden sind. Zum Beispiel wimmelte es im Thermopapier von Kassenbons, in Fahrscheinen oder Belegen für die Rückgabe von Leergut bis zum Verbot 2020 höchstwahrscheinlich von Chemikalien, die dem Körper in einem Ausmaß schaden können, das bis vor kurzem unvorstellbar schien. Der deutsche Chemiker und Umweltberater Peter Braungart aus Schwäbisch-Gmünd wurde deutlich: „Wenn Sie das Zeug anfassen, nehmen Sie zwei Dutzend Chemikalien auf.“ Er warnte auch vor dem Tragen herkömmlicher schwarzer Unterwäsche, etwa eines BHs: „Chemikalien in diesen Kleidungsstücken sind für den Hautkontakt nicht geeignet. Sofort ausziehen!“

Jedoch einmal im Körper verbleiben Schadstoffe zum größten Teil dort.

Die üblichen Statistiken über gesundheitliche Folgen berücksichtigen nur Schäden durch eingeatmeten Feinstaub, und sie sind erschreckend genug. Eine bestimmte chronisch fortschreitende Erkrankung der Lunge, COPD, tritt heute fast drei Mal häufiger auf. Asthma und Lungenentzündung haben sich mehr als verdoppelt. Bei Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird eine Zunahme um 120 Prozent errechnet.

Unberücksichtigt bleiben Folgen, die nicht unmittelbar der Belastung durch Mikroplastik und Weichmacher zugerechnet werden, die aber mit diesen Einwirkungen zusammenhängen. Es kommt zu Schädigungen des Gewebes im Bereich der einzelnen Zellen, zu eingeleitetem Zelltod und zur Aktivierung von Fresszellen gegen eingetretene Entzündungsprozesse und gegen vermutete Krankheitserreger. Dadurch könnten verfrühte Sterbefälle auf das Dreifache steigen.

Другие книги автора

ВходРегистрация
Забыли пароль