Torsten F. Barthel Grünflächenpflege
Grünflächenpflege
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Torsten F. Barthel Grünflächenpflege

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Internet: www.reform.at E-Mail: michaela.meister@kiefergmbh.de

Autorin des Kapitels „Geräte und Maschinen – Wartung“


Volker Marwedel

Volker Marwedel ist gelernter Baumschuler und hat den Meister im Landschaftsbau 1989 gemacht. Er arbeitete 15 Jahre als Technischer Leiter in der Grünflächenunterhaltung und Baumpflege. Seit 2005 ist er Inhaber der Firma Marwedel Baum und Rasen. Er macht neben der klassischen Baumpflege Baumgutachten, Gehölzwertermittlungen und Baumkontrollen. Sein Wissen gibt er in Workshops, Seminaren und Fachartikeln weiter. Sein Motto: Erfolg ist, wenn sich Theorie und Praxis in der Mitte treffen.

Internet: www.baumundrasen.de E-Mail: info@baumundrasen.de

Autor des Kapitels „Sträucher und Gehölze“


Dr. Philipp Unterweger

Dr. Philipp Unterweger studierte Biologie, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Tübingen und ist Mitbegründer der „Initiative Bunte Wiese“, einem bundesweiten Projekts zur Steigerung der Artenvielfalt auf Grünflächen. Unterweger promovierte über die Einführung eines insektenfreundlichen Grünflächenmanagements in Städten und erforschte dabei den Wert von Mahdreduktion für Insekten und kombinierte diese naturschutzfachlichen Ergebnisse mit sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Dabei lag sein Augenmerk auf Akzeptanz, Ästhetik und Zustimmung solcher Naturschutzprojekte bei den unterschiedlichen Nutzungsanliegern einer Stadt. Durch diese langjährige Arbeit bietet Philipp Unterweger Beratungen im Bereich der Biodiversitätsplanung an und ist als Autor tätig.

Internet: www.philippunterweger.de E-Mail: philipp.unterweger@biodiversitaetsplanung.de

Autor des Kapitels „Straßenbegleitgrün”


Kristian Onischka

Kristian Onischka ist leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit (staatl. anerkannt SMWA), Brandschutzbeauftragter, Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator und FLL/BSFH zertifizierter „Qualifizierter Spielplatzprüfer“ der GAO – Gesundheits- und Arbeitsschutz Onischka UG (haftungsbeschränkt). Er kann auf verschiedenste Qualifikationen im Bereich des Arbeitsschutzes und der Arbeitswissenschaften zurückblicken. In den Themenfeldern Arbeitsschutz, Spielplatzmanagement und Spielplatzsicherheit ist er für verschiedene öffentliche Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen als Dozent und Referent tätig.

Internet: www.onischka.de E-Mail: info@onischka.de

Autor der Kapitel „Sicherheit und Arbeitsschutz” und „Geräte und Maschinen – Beschaffung“


Axel Raue

Axel Raue leitet seit 2010 den Osnabrücker Service Betrieb (OSB) und ist Geschäftsführer der Osnabrücker Kommunal Service GmbH mit weiteren Untergesellschaften. Der OSB hat sich über die Jahre zu einer Holding oder einer kleinen Unternehmensgruppe entwickelt. Der OSB ist ein kommunaler Dienstleister, vereint aber darüber hinaus auch die Fachlichkeit inkl. der Budgethoheit. Herr Raue ist weiterhin als Landschaftsarchitekt Präsidiumsmitglied der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK e. V.); einer Plattform für Gartenamtsleiter aus bundesdeutschen Großstädten oder ähnlich konfigurierten Unternehmensformen.

Internet: www.osnabrueck.de/osb

Autor des Kapitels „Praxisbeispiel Osnabrücker Service Betrieb (OSB)


Dr. Henrik Weiß, Dipl.-Ing. für Forstwirtschaft

1998 bis 2007 war Dr. Henrik Weiß wissenschaftlicher Assistent am Institut für Forstbotanik und Forstzoologie an der TU Dresden (Leitung Prof. Dr. Roloff) und u. a. für die Koordination des Forschungsprojekts „Entwicklung und Erprobung zerstörungsfreier Diagnosetechnik für die Baumpflege“ verantwortlich. Seit 2002 ist er Gutachter für Verwendung, Verkehrssicherheit und Wertermittlung von Gehölzen im Dendro-Institut Tharandt (An-Institut der TU Dresden). Außerdem ist er seit 2004 öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Gehölze, Schutz- und Gestaltungsgrün, Gehölzwertermittlung und Baumsanierung und Bewertung der Verkehrssicherheit. Henrik Weiß hat 2005 das Büro Baum & Landschaft gegründet.

Internet: www.baum-land.de E-Mail: info@baum-land.de

Autor des Kapitels „Baumkontrolle“


Karl Phillip Wiechardt und Patrick Stähr

(links: Patrick Stähr; rechts: Karl Phillip Wiechardt)

Karl Philipp Wiechardt schloss seine Ausbildung zum Abwassertechniker 2011 bei der Abwasserentsorgung Stade ab. 2013 übernahm er die Laborleitung und wurde 2015 2. Stellvertreter für den technischen Betrieb der Kläranlage mit Ausbaugröße von 200.000 EW. Im September 2015 gründete er zusammen mit Patrick Stähr die Firma Wiechardt & Stähr Teich- und Gewässerservice GbR.

Patrick Stähr begann seine Ausbildung zum Fischwirt (Schwerpunkt: Fischhaltung und Fischzucht) in Königswartha. Nach dem Abschluss der Berufsausbildung im Jahr 2010 war Herr Stähr als Mitarbeiter für das Institut für angewandte Ökologie in Marschacht tätig. Im September 2015 folgte die Gründung der Firma Wiechardt & Stähr Teich- und Gewässerservice GbR.

Internet: www.teich-und-gewässerservice.de E-Mail: service@wiechardtundstaehr.de

Autoren des Kapitels „Wasserflächen”

Grünflächenmanagement

Stadtgrün erfährt in Zeiten des Klimawandels und der Innenverdichtung einen bedeutenden Wertezuwachs. Die verantwortlichen Politiker, Ämter und Bauhöfe sowie die beauftragten GaLaBauer, Gärtner und Hausmeister werden nicht nur mit dem steigenden Nutzungsdruck konfrontiert, sondern auch mit der Frage, wie zeitgemäße Grünanlagen ausgestattet sein müssen, und mit welchen Methoden, die Pflege und Unterhaltung der Grünflächen bei anhaltendem Kostendruck und Personalmangel gemanagt werden kann. Der Aufbau eines effizienten Grünflächenmanagements ist die pragmatischste Methode, die finanziellen und personellen Möglichkeiten darzulegen und transparent zu machen, gewünschte Qualitätskriterien für das Stadtgrün zu formulieren, sowie Planung und Grünflächenunterhaltung wirtschaftlich zu steuern.

Bausteine des Grünflächenmanagements

Häufig gestellte Fragen rund um den Aufbau eines Grünflächenmanagements sind u. a.:

Wie können Bürger, Politiker und Geldgeber mitgenommen und überzeugt werden?

Wie kann Qualität im Grün trotz Geld- und Personalmangel erhalten werden?

Wie werden Pflegepläne und Leistungsbeschreibungen für die interne und externe Vergabe erstellt?

Welche Möglichkeiten gibt es, die Arbeiten effizienter zu steuern?

Wie kann die Zusammenarbeit/Planung zwischen administrativer Grünflächenunterhaltung und Bauhof verbessert werden?

Wie viel Personal und finanzielle Mittel werden für die Grünpflege und Unterhaltung benötigt?

Welche Arbeiten sollten im Eigenbetrieb gemacht, welche fremd vergeben werden?

Für die Entwicklung eines effizienten Grünflächenmanagements müssen verschiedene Bausteine erarbeitet und ineinander verzahnt werden. Dazu zählen

die Datenerfassung,

das Qualitätsmanagement und

die betriebswirtschaftliche Steuerung.

Datenerfassung und Grünflächeninformationssystem (GRIS)

Die Erfassung der objekt- und anlagebezogenen Daten mit Angliederung an ein Betriebssteuerungssystem (GRIS) erfordert während der Aufbauphase einen hohen Aufwand, der sich jedoch in der anschließenden Fortschreibung erheblich reduziert.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Die Erfassung aller objektbezogenen Flächeninhalte und Daten sowie der dazu gehörigen Tätigkeiten schafft Transparenz in den Kosten und Arbeitsabläufen. Wirtschaftliches und organisatorisches Optimierungspotential wird sichtbar und kann gezielt in profitablere Umsetzungsmechanismen gelenkt werden.

Mit welchen Gruppengrößen, Tourenplänen, Maschineneinsatz und Werkzeugen können die anfallenden Arbeiten am effizientesten bewältigt werden? Welche eigenen Zeitwerte stehen hinter den zu erledigenden Aufgaben? In welchem Verhältnis steht der geplante zum tatsächlichen Mitteleinsatz? Wie können Arbeitsprozesse verändert werden, um befriedigendere Ergebnisse zu erzielen?

Auch bezüglich der Planung sind Kostenszenarien mit unterschiedlich simulierten Qualitätsstandards und Ausstattungen als Entscheidungsgrundlage für zukünftige Entwicklungen möglich. Nicht nur bei Neuplanungen, sondern bei der Revitalisierung des Bestandes ist das eine wichtige Komponente, um die Grünflächen im Rahmen der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel zu pflegen und unterhalten zu können.

Grundbestandteil des GRIS ist das Grünflächenkataster, in dem alle Flächen sowie deren Inhalte wie Wege, bauliche Elemente, Ausstattungen oder Vegetation erfasst werden.

Die Verknüpfung des GRIS mit dem geographischen Informationssystem (GIS) gehört zum heutigen Standard, wobei es wichtig ist, dass die Sachdaten des GRIS unabhängig vom GIS abgelegt werden können. Diese ermöglicht spätere Änderungen des GIS ohne Daten- und Funktionsverlust. Die Daten für das Grünflächenkataster lassen sich aus unterschiedlichsten Quellen wie z. B. aus Luftbildern oder digitalen Plänen generieren. Es empfiehlt sich eine Analyse sämtlicher Daten im Vorfeld der Erfassung zu machen, um den Vorgang so effizient wie möglich zu gestalten.


1 Darstellung der Pflegeeinheiten am Beispiel der Stadt Herne © Stadt Herne FB Stadtgrün

Erfolgt die Erfassung der Bestände auf der Basis georeferenzierter Luftbilder mit geeigneter Auflösung, so ist ein guter Zeitraum Ende März bis Anfang April (je nach jahreszeitlicher Entwicklung), wenn die Vegetations- und Rasenflächen gerade austreiben. Der Austrieb lässt dann eine feine Differenzierung der Vegetation zu, sodass ein Großteil der Flächen aus einem guten Luftbild gewonnen werden kann. Der Himmel sollte wolkenlos und klar sein, Schlagschatten lässt sich in den frühen Vormittagsstunden und nach 14 Uhr vermeiden. Die Befliegung mit Drohnen und der maßstabsgetreuen Verarbeitung der Aufnahmen ergibt sogar bessere Ergebnisse, da unterschiedliche Flächeninhalte auf den Fotos besser erkennbar sind, und damit Zeit für die sonst notwendige Auswertung vor Ort gespart werden kann.

Mit viel Sorgfalt muss die Festlegung der aufzunehmenden Inhalte des Objektartenkatalogs erfolgen, da auf dieser Grundlage die Pflegepläne erstellt werden. Der FLL-Objektartenkatalog Freianlagen (OK FREI) (entspricht DIN 276-1 Kosten im Bauwesen) oder die GALK-Empfehlung für eine Grünflächendatei haben sich als Vorlagen gut bewährt. In der Praxis werden die Inhalte (Flächenschlüssel) gemeinsam mit den administrativ Verantwortlichen und Mitarbeitern vor Ort erarbeitet. So wird gewährleistet, dass die Arbeiten von den Praktikern während der Eingabe genau zugeordnet und für die Auswertungen erfasst werden können.


2 Beispiel für einen Objektartenkatalog

Der Personal- und Kostenaufwand ist trotz der geschilderten Vorteile des Betriebssteuerungssystems erheblich und von den jeweiligen Flächengrößen und Ansprüchen der Betreiber abhängig. Die Beauftragung von externen Büros kann den Personalaufwand reduzieren. Sie entbindet jedoch nicht von der Steuerung durch ein Projektteam während der Aufbauphase. Für die spätere Projektbetreuung wird mindestens ein kompetenter Ansprechpartner benötigt. Werden die Aktualisierungen des Datenbestandes extern erledigt, entfällt der ansonsten dafür benötigte Personalaufwand, der in Abhängigkeit des zu bewältigenden Pensums eine halbe bis ganze Stelle oder auch mehr betragen kann. Ist der Anfang erst einmal gemacht, wird der Nutzen eines GRIS für die effiziente Bewirtschaftung jedoch immer deutlicher, zum Wohle der transparenten und werterhaltenden Grünflächenpflege und Unterhaltung. Der Aufwand kann an anderer Stelle wieder eingespart werden kann.

Qualitätsmanagement

Die Formulierung der Qualitätskriterien für den gesamten Grünbestand ist ein weiterer wichtiger Baustein des effizienten Grünflächenmanagements. Denn damit wird zwischen Politik, Verwaltung und Ausführenden vereinbart, welche Standards mit welchem Pflege- und Unterhaltungsaufwand wünschenswert wären bzw. überhaupt finanziell geleistet werden können.

Pflegekategorien (Service Level)

Üblicherweise werden bis zu fünf Pflegekategorien (Service Levels) formuliert. Die Klassifizierung erfolgt nach den individuellen Ansprüchen jeder Kommune.

Sie richtet sich nach

der Bedeutung für die Bürger sowie für auswärtige Besucher der Kommune,

der Funktionsvielfalt,

den Nutzungsmöglichkeiten und -frequenzen,

den planerischen Gestaltungsabsichten,

der Qualität und Anzahl der vegetationstechnischen und baulichen Ausstattungs-Elemente,

dem Pflegeaufwand und der Betreuungsintensität.

Die folgenden beispielhaften Ausführungen werden auf Basis von drei Pflegekategorien erläutert.

Wie in Abbildung 3 dargestellt, nehmen die Bedeutung, Hochwertigkeit der Ausstattung und Pflegeintensität von Pflegekategorie (PK) 1 bis 3 ab. In der Praxis bedeutet dies, dass einige Grünanlagen noch in die zugeordnete Kategorie entwickelt werden müssen, weil sie sich noch nicht in dem gewünschten Ausstattungsgrad befinden. Beispielsweise kann in den Pflegkategorien 2 und 3 kein Wechselflor vorgesehen sein, sondern pflegeleichtere Vegetationstypen wie extensive Staudenbepflanzungen, Blumenwiesen sowie einheimische Gehölze.

Im Rahmen der Klassifizierung sollte als Ziel immer angestrebt werden, die Anlagen der einzelnen Kategorien so zu gestalten und auszustatten, dass sie trotz reduziertem Pflegeaufwand ihre Funktion erfüllen und eine werterhaltende Weiterentwicklung gewährleistet ist. Auf der Grundlage von Pflege- und Entwicklungsplänen mit Kostenaufstellungen, können so Prioritäten für die kurz-, mittel- und langfristige Realisierung gesetzt werden.

Sind die Qualitätsziele abgestimmt, werden sämtliche Freiflächen-Typen wie z. B. Friedhöfe, Parkanlagen, Spiel- und Sportplätze, Straßenbegleitgrün, Naturschutzgebiete etc. den jeweiligen Kategorien zugeordnet.

Im Modellprojekt Grünpflege-Konzept (Abbildung 7) ist eine beispielhafte Aufteilung schematisch dargestellt. Pflegekategorie 1 nimmt hier den geringsten prozentualen Anteil ein, gefolgt von Pflegekategorie 3. Der Löwenanteil ist für Anlagen der Kategorie 2 vorgesehen. Durch geschicktes Umschichten kann diese Verteilung im Bedarfsfall verändert werden.


3 Hierarchie der Pflegekategorien © Monika Böhm

Zur Pflegekategorie 1 zählen repräsentative Anlagen mit großer Bedeutung für externe Besucher und Bürger. Die Qualitätsmerkmale sind pflegeintensive Flächeninhalte wie Rosen, Stauden und intensiv gemähte Rasenflächen. Die Gestaltung, Vegetation und Ausstattungsgegenstände sind hochwertig und differenziert, in gleichem Maße die Aufenthaltsqualität und Erholungsfunktion. Die Anlagen werden zum Teil stark genutzt und beansprucht. Die Ansprüche an den Pflegezustand und die Sauberkeit liegen im oberen Level.
4 Pflegekategorie 1: Hoher Standard und repräsentativ © Monika Böhm Zur Pflegekategorie 2 zählen funktional gestaltete Anlagen zur Naherholung der Nutzer. Zu den Qualitätsmerkmalen zählt eine solide Ausstattung für die alltägliche Nutzung, Spiel und Sport. Die Gestaltung, Vegetation und Ausstattungsgegenstände der Anlagen sind pflegeleicht und robust. Der Pflegeaufwand liegt im mittleren Level. Je nach Nutzung sind die Ansprüche an die Sauberkeit durchschnittlich bis hoch.
5 Pflegekategorie 2: Robust und alltagstauglich © Monika Böhm Zur Pflegekategorie 3 gehören einfache und überwiegend extensiv gestaltete Anlagen mit Erholungsfunktion, jedoch ohne große Aufenthaltsqualität. Sie müssen in erster Linie verkehrssicher sein. Die Qualitätsmerkmale sind pflegearme Flächeninhalte mit überwiegend extensiven Vegetations- und Rasenflächen. Die ökologische Bedeutung ist hoch. Die Ausstattung ist einfach und robust. Auf Möblierung wird bei vielen Flächen komplett verzichtet. Der Pflegezustand sowie die Sauberkeit liegen entsprechend der Ausstattung und Nutzung im unteren Level, bei Bedarf wird lediglich Grunderhaltung geleistet.
6 Pflegekategorie 3: Naturnah mit hoher ökologischer Bedeutung © Monika Böhm

7 Anhand des Modell-Projektes für ein Grünpflege-Konzept wird deutlich, dass verschiedene Faktoren (Planung sowie Optimierung der Organisation und des Fuhrparks) die zukünftige Pflege sowie den dafür notwendigen (Personal-)Aufwand beeinflussen. © Monika Böhm

Jahrespflegepläne

Auf Grundlage der Qualitätsziele werden Jahrespläne für die fach- und normgerechte Pflege und Unterhaltung formuliert. Zuvor müssen gemeinsam mit den verantwortlichen Mitarbeitern der Grünpflege die aktuell durchgeführten Arbeiten erhoben werden. Dieser Prozess ist deshalb so wichtig, weil die Arbeiten häufig nur in den Köpfen existieren. Durch die Dokumentation werden die Arbeiten strukturiert und Denkprozesse hinsichtlich der Arbeitsorganisation angestoßen. Der Objektartenkatalog Freianlagen der FLL, Stand 2016, dient hier als Vorlage, muss aber auf die Anforderungen des jeweiligen Betreibers angepasst werden.

Neben der Strukturierung der Arbeitsabläufe dienen die Pflegepläne auch als Argumentationsgrundlage für die Durchsetzung von Prioritäten im Tagesgeschäft, wenn Aufträge auf Zuruf drohen, überhand zu nehmen.

Häufig klaffen die tatsächlich durchgeführten und die zur Werterhaltung notwendigen Maßnahmen mehr oder weniger auseinander.


8 Ausschnitt eines Pflegeplans mit aktuellen und werterhaltenden Pflegestandards. © Monika Böhm

Empfehlung

Eine überschaubare Anzahl von Testflächen aller Pflegekategorien begutachten, um den Pflegezustand mit den derzeit durchgeführten Maßnahmen in Bezug setzen zu können.

Qualitätsbeurteilung ausgewählter Anlagen

Beurteilt werden bei der Begutachtung vor Ort neben der Funktionsfähigkeit und Gestaltung die Pflegezustände sämtlicher Flächeninhalte auf Basis der zukünftig gewünschten Qualitätsansprüche (Pflegekategorien). Erfahrungsgemäß sind immer wieder folgende Phänomene festzustellen:

Der Zustand und Ausstattungsgrad der Anlagen entspricht besonders im oberen Level nicht den Qualitätszielen (Pflegekategorien).

Der Pflegezustand spiegelt die tatsächlich durchgeführten, häufig zu niedrig angesetzten Pflegetakte wider. Am häufigsten treten die folgenden Mängel auf:

– Die fachgerechte Reinigung und Instandhaltung der Wege wird vernachlässigt oder mit ineffizienten Methoden durchgeführt.

– Die Möblierung ist vernachlässigt, häufig sind Standorte unbefestigt.

– Die Gehölzpflege wird zu selten oder nicht fachgerecht durchgeführt. Bevorzugt wird der „Bubikopf-Schnitt“ anstelle eines fachgerechten Auslichtungs- und Verjüngungsschnittes angewendet.

– Pflanzlücken führen zur Degenerierung der Vegetation und erhöhen den Pflegeaufwand. Der Aufwand für die Pflege von Flächen mit mehr als 20 % Pflanzlücken steigt im Gegensatz zu lückenlos geschlossenen Flächen um das Fünffache an.

Die Auswahl falscher Werkzeuge (z. B. Hacken) beschädigt die Bepflanzung, so z. B. Ausläuferwurzeln von Stauden. Infolgedessen muss immer wieder nachgepflanzt und Fertigstellungs- und Entwicklungspflege durchgeführt werden.

Die Planung ist immer nur so gut wie die Unterhaltung. Planungsdefizite können zu einer ineffizienten Bewirtschaftung führen. Zu den häufigsten Mängeln zählen:

– Ungeeignete Pflanzenauswahl

– verwinkelt geplante und damit pflegeaufwendige Situationen auf Wegen und Rasenflächen

– ungeeignete Ausstattungen in stark genutzten Anlagen


9 Unbefestigte Bankstandorte sind pflegeaufwendig und werden häufig übersehen. © Monika Böhm

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