Книга Lob der Aphrodite читать онлайн бесплатно, автор Marina Zwetajewa – Fictionbook, cтраница 3
Marina Zwetajewa Lob der Aphrodite
Lob der Aphrodite
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Marina Zwetajewa Lob der Aphrodite

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Ach, dieses schreckliche Brüllen

Junger Soldaten bei Nacht!


Du Herz, schlag schon, lauter!

Küss heiß, wie die Liebe es tut!

Ach, dieses Tierbrüllen, schaudernd

Das freche – ach! – das Blut.


Mein Mund brennt lodernd,

Mag die Miene – heilig sein.

Es glüht, ein Kästchen, golden

Die Iwerskaja-Kapelle mein.


Lass den Übermut, entzünde

Eine Kerze für uns still,

Damit uns beiden in der blinden

Nacht nicht werde, was ich will.


31. März 1916

Verse an Blok

Dein Name – ein Vogel in der Hand: verwundet,

Dein Name – Stückchen Eis auf der Zunge,

Eine einzige Bewegung der Lippen nur.

Dein Name – vier Buchstaben als Spur.

Ein Ball, gefangen rasch im Flug, so rund,

Eine silberne Schelle in meinem Mund,


Ein Stein, geworfen in einen stillen Teich,

Schluchzt so, wie nur dein Name heißt.

Im leichten Klappern der Hufe nachts

Dein dröhnender Name – Donner-Ersatz.

Genannt uns an der Schläfe, im Genick,

Wenn der Hahn am Gewehr leise klickt.


Dein Name – unmöglich zu glauben! –

Dein Name – ein Kuss auf die Augen,

Auf zartesten Frost unbeweglicher Lider,

Ein Kuss in den Schnee, ins Gefieder.

Quellklar, ein Schluck, eisig und blau,

Mit deinem Namen – schlaftief genau.


15. April 1916

Für Anna Achmatowa

O Muse der Klage, du herrlichste der Musen!

O wahnsinnige Brut aus lauter weißen Nächten!

Den Schneesturm schwarz schickst du herab auf Russland,

Und deine Schreie: die wie Pfeile uns durchbrechen.


Wir weichen jäh zurück, und ein dumpfes: Ach!

Das hunderttausendfache – schwört auf Anna

Achmatowa! Der Name: großer Seufzer, macht

Sich los, fällt in die Tiefe, in die unbenannte.


Gekrönt sind wir, dass wir mit dir hier unten

Auf Erde treten, unter einem – Himmelsdach!

Und wen dein tödliches Schicksal verwundet,

Hat sich ein letztes Lager ohne Tod gemacht.


In meiner klingenden Stadt brennen lockende Kuppeln,

Der blinde Bettler preist den Licht-Erlöser gut …

Ich aber schenk dir meinen Glockenjubel,

Achmatowa! – mein Herz leg ich für dich dazu.


19. Juni 1916

Hände sind mir gegeben – jedem beide entgegen

Zu strecken, beide! Lippen – um Namen zu geben,

Augen – um nicht zu sehen, hohe Brauen darüber –

Liebe zärtlich zu bestaunen, zärtlicher noch – Nicht-Liebe.


Und die Glocke dort, schwerer als Kreml-Glocken,

Unaufhaltbar schlägt sie und schlägt in meiner Brust –

Was ist das – wer weiß? – ich weiß nicht – vielleicht – gewiss –

Darf ich nicht zu lang Gast sein auf der russischen Erde?


2. Juli 1916

Weiße Sonne und niedrige, niedrige Wolken wie Zeichen,

Die Gärten, der Friedhof – vom Weiß einer Mauer umgrenzt,

Und auf dem Sand diese Reihen von Strohvogelscheuchen

Unterm Querholz so groß wie ein Mensch.


Ich häng am Zaun, lehn mich über die Pfähle,

Sehe: die Wege, die Bäume, Soldaten – verschanzt.

An der Pforte ein Weiblein, steht ganz in der Nähe,

Kaut schwarzes Brot, grob bestreutes mit Salz.


Womit erzürnten sie dich, diese gräulichen Katen,

Herr! Sag, wozu all den Menschen die Kugeln verpasst?

Brüllend der Zug, und dann brüllen Soldaten,

Hüllt sich in Staub das Geleise, das fernhin jetzt rast.


Sterben, nein! Besser, erst gar nicht geboren

Als dieses ärmliche, klägliche Sträflingsgeschrei

Von schwarzäugigen Schönen. Ach, all diese Horden

Singender Soldaten! O Herr, o mein Gott, steh uns bei!


Alexandrow, 3. Juli 1916

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