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Detlef Krause Commerzbank hundertfünfzig Jahre
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Deutschen Rhederei-Vereins. Zweck des Vereins ist, dass Reede- aaa
reien ihre Dampfschiffe nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit aaa
versichern.
1885
Nach der Novelle des Aktiengesetzes vom 18. Juli 1884 müssen aaa
die Statuten angepasst werden. In der Generalversammlung vom aaa
24. Februar werden die Vorschläge der Verwaltung angenommen: aaa
Der Verwaltungsrat wird in Aufsichtsrat umbenannt und aus der aaa
Direktion wird der Vorstand. Der Aufsichtsrat soll fortan die vom aaa
Vorstand vorgelegte Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung aaa
prüfen und der Generalversammlung darüber Bericht erstatten, aaa
während der Vorstand die Geschäfte selbstständig leitet.
Deutsche Bank und Commerz- und Disconto-Bank vereinbaren aaa
eine Zusammenarbeit bei der Unterbringung von Anleihen. In der aaa
Folge beteiligt sich die Commerz- und Disconto-Bank an hambur- aaa
gischen, nordeuropäischen und österreichischen Rentenpapieren.
1887
Das Stammhaus am Neß wird um einen Anbau erweitert, der aaa
wiederum von dem Architekten Martin Haller geplant wurde.
1888
Mitgründung der Mecklenburgischen Kali-Salzwerke in Jessenitz.
1889
Der Berliner Privatbankier Eugen Landau (1852–1935) wird neues aaa
Mitglied im Aufsichtsrat.
Mitwirkung an der Entstehung der Magdeburger Zucker-Liqui- aaa
dations-Casse in Magdeburg.
1890
Beteiligung an der Waaren-Commissions-Bank in Hamburg, die aaa
den Terminhandel mit Kaffee und anderen Waren unterstützt.
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Scheck eines Commerzbank-Kunden über 3 000 Mark,
ausgestellt in Kopenhagen am 9. April 1890
R. Beinhauer Söhne in Hamburg, „Grösstes u. schönstes Magazin Deutschlands“,
war seit 1873 Kunde der Commerzbank, 30. März 1890.
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1891
Die Commerz- und Disconto-Bank weist von diesem Jahr an das aaa
größte Kreditvolumen unter den Hamburger Banken auf.
1893
In den 1890er Jahren entwickelt sich das Unternehmen Schuckert & aaa
Co. zur dritten Kraft in der boomenden deutschen Elektroindustrie. aaa
Die Commerz- und Disconto-Bank gehört dem Bankenkonsortium aaa
an, das die Umwandlung der Kommanditgesellschaft Schuckert & aaa
Co. in die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & aaa
Co. (EAG), Nürnberg, durchführt. Das Aktienkapital wird auf aaa
12 Mio. Mark festgesetzt.
Mit einem Anteil von rund 10 Prozent beteiligt sich die Com- aaa
merz- und Disconto-Bank am Konsortium zur Errichtung der aaa
Allgemeinen Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft.
Die Bank führt einen „Beamten-Unterstützungsfonds“ ein. Die aaa
anfängliche Kapitalausstattung beträgt 41 083 Mark.
1894
Die Beteiligungen der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. aaa
Schuckert & Co. (EAG) werden in der Continentalen Gesellschaft aaa
für elektrische Unternehmungen ausgegliedert. Am Aktienkapital aaa
in Höhe von 16 Mio. Mark hält die Commerz- und Disconto- aaa
Bank einen Anteil von rund 8 Prozent.
Die Commerz- und Disconto-Bank begleitet die Umwandlung aaa
der Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) in eine Aktien- aaa
gesellschaft.
1895
Die Commerz- und Disconto-Bank feiert ihr 25-jähriges Be- aaa
stehen. Den bei der Bank tätigen 71 „Bankbeamten“ und 14 Boten aaa
wird eine Jubiläums-Sonderzahlung gewährt. Im 25. Geschäfts- aaa
jahr steigt die Bilanzsumme auf über 81 Mio. Mark, das Aktien- aaa
kapital beträgt 30 Mio. Mark.
Umwandlung der Oelfabrik Besigheim aus Württemberg in die aaa
Bremen-Besigheimer Oelfabriken Aktiengesellschaft mit Sitz in aaa
Bremen und Besigheim. Die neu errichtete Fabrik in Bremen stellt aaa
feines Speiseöl her.
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1897
Erste inländische Expansion durch Übernahme des Frankfurter aaa
Bankhauses J. Dreyfus & Co. mit seiner Berliner Niederlassung. aaa
Die Commerz- und Disconto-Bank verzichtet daher seit 1898 auf aaa
den Namenszusatz „in Hamburg.“ Im Rahmen der Fusion erhöht aaa
sie das Aktienkapital von 30 Mio. auf 50 Mio. Mark.
Das Bankhaus J. Dreyfus & Co.
Jacques Dreyfus-Jeidels, der aus einer Schweizer Textilhandels- und aaa
Bankiersfamilie stammte, gründete am 1. Dezember 1868 in Frankfurt am aaa
Main das Bankhaus Dreyfus-Jeidels. Die geschäftlichen Schwerpunkte aaa
waren insbesondere das Börsen-Kommissionsgeschäft sowie der Arbitrage- aaa
handel mit Effekten und Devisen. Dreyfus-Jeidels wurde 1890 in die Kom- aaa
manditgesellschaft J. Dreyfus & Co. umgewandelt, und ein Jahr später er- aaa
richtete man eine Niederlassung in Berlin. Vermutlich machte sich aber die aaa
zunehmende Konkurrenz der Großbanken bemerkbar. Unter der Feder- aaa
führung des Bankhauses Warburg schloss sich J. Dreyfus & Co. der Com- aaa
merz- und Disconto-Bank an, die somit Niederlassungen an den wichtigen aaa
Finanzplätzen Frankfurt und Berlin eröffnete und zu den führenden deut- aaa
schen Banken aufschloss. Während die Berliner Niederlassung in den aaa
folgenden Jahren expandierte, konnte die Frankfurter Filiale nach der Jahr- aaa
hundertwende die Erwartungen nicht mehr erfüllen und wurde zum aaa
1. Januar 1904 wieder in die Firma J. Dreyfus & Co. umgewandelt. Die aaa
vereinbarte kommanditistische Beteiligung der Commerz- und Disconto- aaa
Bank in Höhe von 3 Mio. Mark endete vertragsgemäß im Jahr 1908.
1898
Mit einem Aktienkapital von 50 Mio. Mark und einer Bilanzsumme aaa
von 153 Mio. Mark ist die Commerz- und Disconto-Bank das aaa
größte Kreditinstitut in Hamburg.
1899
Die Commerz- und Disconto-Bank eröffnet im April in Berlin ihre aaa
erste Depositenkasse – zentral gelegen in der Jerusalemer Straße aaa
am Hausvogteiplatz, dem Zentrum des Berliner Konfektions- aaa
gewerbes.
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Depositenkassen
Depositenkassen waren Zweigstellen der Banken. Ihr ursprünglicher aaa
Zweck war, durch die räumliche Nähe zur Kundschaft verstärkt Einlagen aaa
entgegenzunehmen. Im Laufe der Zeit erweiterte sich ihr Angebot um an- aaa
dere Zweige des Bankgeschäfts. In Deutschland wurden Depositenkassen aaa
seit den 1870er Jahren nach englischem Vorbild eingeführt. Der Ausbau aaa
des Depositenkassennetzes bei der Commerz- und Disconto-Bank wird vor aaa
allem Gustav Pilster zugeschrieben. Pilster kam 1899, als 34-Jähriger, vom aaa
Düsseldorfer Bankverein in den Vorstand der Commerz- und Disconto- aaa
Bank. Im Mai 1904 wechselte er nach Berlin. Hier eröffnete die Commerz- aaa
und Disconto-Bank bis zum Ersten Weltkrieg insgesamt 44 Depositen- aaa
kassen womit sie über eines der dichtesten Zweigstellennetze unter den aaa
Berliner Banken verfügte.
1900
Auch am Gründungsort entstehen Zweigstellen: Die erste Depo- aaa
sitenkasse in Hamburg wird im Mai in St. Pauli, Reeperbahn 162, aaa
eröffnet. Bis 1914 entstehen im Raum Hamburg insgesamt 13 aaa
Depositenkassen der Bank.
Im Gebäude der Zentrale in Hamburg werden Kundenhalle und aaa
Büroräume nach den Plänen von Martin Haller und Hermann aaa
Geißler vergrößert.
1901
Die Commerz- und Disconto-Bank wird in das bedeutende Reichs- aaa
bzw. Preußenanleihekonsortium aufgenommen, dem die führen- aaa
den deutschen Banken angehören. Ihre Konsortialquote beträgt aaa
bis zum Ersten Weltkrieg rund 3 Prozent.
Von der wirtschaftliche Krise des Jahres 1901 ist die Commerz- aaa
und Disconto-Bank nur in geringem Umfang betroffen.
1902
Der Standort Berlin wird aufgewertet: Die Niederlassung verfügt aaa
nunmehr über eine Kapitalausstattung von 15 Mio. Mark, während aaa
die Dotation Hamburgs auf 27 Mio. Mark ermäßigt wird; auf die aaa
Frankfurter Niederlassung entfallen 8 Mio. Mark. Das gesamte aaa
Aktienkapital der Bank beträgt unverändert 50 Mio. Mark.
1904
Commerz- und Disconto-Bank und Dresdner Bankverein nehmen aaa
freundschaftliche Beziehungen auf. Der Dresdner Bankverein, der aaa
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Die Kundenhalle im
Hamburger Bank-
gebäude, um 1904
Die Depositenkasse
Hamburg-Blankenese
wurde 1910 eröffnet.
Depositenkasse in Berlin-Charlottenburg, Bismarckstraße 79-80, um 1907
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nicht in Abhängigkeit zur Dresdner Bank geraten wollte, verfügte aaa
auch über enge Kontakte zur Löbauer Bank und zur Credit- und aaa
Spar-Bank AG in Leipzig. Um die Kooperation zu vertiefen, aaa
erwirbt die Commerz- und Disconto-Bank einen rund 7%igen aaa
Anteil am Aktienkapital von 18 Mio. Mark.
1905
Die Berliner Bank wird übernommen. Beide Institute pflegen ins- aaa
besondere das Kontokorrentgeschäft „mit dem mittleren Handels- aaa
stand“ und ergänzen sich daher. Zu diesem Zweck erhöht die Com- aaa
merz- und Disconto-Bank ihr Kapital um 35 Mio. auf 85 Mio. aaa
Mark. Dadurch rückt die Commerz- und Disconto-Bank auf den aaa
siebten Rang unter den großen deutschen Bankinstituten vor.
Das Gebäude der Hauptverwaltung in Berlin befand sich seit 1905 in der Behrenstraße,
Ecke Charlottenstraße.
Der geschäftliche Schwerpunkt verlagert sich nun immer stärker aaa
von Hamburg nach Berlin. Das Gebäude der Berliner Bank in der aaa
Behrenstraße 46, Ecke Charlottenstraße 47 wird neuer Sitz der aaa
Berliner Niederlassung. Hinzu kommen 14 Depositenkassen der aaa
Berliner Bank.
In Kiel eröffnet die Bank im Januar eine „Abteilung“, die zwei aaa
Jahre später zu einer „Filiale“ erhoben wird. Im November wird aaa
außerdem ein neues, repräsentatives Bankgebäude in der Holsten- aaa
straße eingeweiht.
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Die Berliner Bank
Vorläufer der Berliner Bank war die 1878 entstandene Berliner Handels- aaa
bank e. G. Nach der Liquidation dieser Genossenschaftsbank entstand da- aaa
raufhin 1889 die Berliner Bank in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft. aaa
Seit etwa 1897 expandierte die Berliner Bank sehr stark, insbesondere beim aaa
Kontokorrentgeschäft sowie durch Gründung von Depositenkassen. Das aaa
Aktienkapital stieg rasch auf 42 Mio. Mark an. Die geschäftlichen Schwer- aaa
punkte lagen im Maschinen- und Eisenbahnbau, in der Elektro- und aaa
Zementindustrie sowie im Terraingeschäft. Allerdings wurde das Institut aaa
von der Krise des Jahres 1901 erheblich betroffen. Trotz der 1902 ein- aaa
setzenden Konjunkturerholung sah die Berliner Bank wohl keine Zukunft aaa
mehr als selbstständiges Institut und erklärte sich zu Fusionsverhandlungen aaa
bereit. Die Aktionäre erhielten für nominal 5 000 Mark Aktien je 4 000 aaa
Mark neue Aktien der Commerz- und Disconto-Bank mit Dividenden- aaa
berechtigung ab dem 1. Januar 1905.
1907
Im Februar genehmigt der Aufsichtsrat, durch Übernahme des aaa
Bankhauses B. Magnus „in Hannover unter der Firma ,Commerz- aaa
und Disconto-Bank, Filiale Hannover‘ eine Zweigniederlassung aaa
der Gesellschaft“ zu errichten. Das Privatbankhaus B. Magnus aaa
existierte schon seit 1826. Unter seiner Führung waren 1871 die aaa
Continental-Werke entstanden. Der Seniorchef Eduard Magnus aaa
(1842–1913) tritt in den Aufsichtsrat der Commerz- und Disconto- aaa
Bank ein, während sein Neffe Ernst Magnus (1873–1942) zum aaa
Mitleiter der neuen Filiale ernannt wird.
Werbeanzeige aus dem Jahr 1905
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Bankgebäude der Filiale Hannover, Aufnahme um 1920
Der Zusammenbruch des Hamburger Bankhauses Haller, Söhne aaa
& Co. hat für die Commerz- und Disconto-Bank zur Folge, dass aaa
Wechsel in Höhe von rund 990 000 Mark Not leidend werden.
Infolge des weltweiten konjunkturellen Rückgangs 1907/08 be- aaa
schließt der Aufsichtsrat im November ein Kursregulierungs- aaa
Konsortium, um den Aktienkurs stützen zu können.
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1908
Der frühere preußische Handelsminister Theodor v. Möller aaa
(1840–1925) wird Mitglied des Aufsichtsrats.
Commerz- und Disconto-Bank, Dresdner Bank sowie die National- aaa
bank für Deutschland arbeiten in einem Kreditkonsortium für das aaa
Hotel Kaiserhof, einem der ersten Luxushotels in Berlin, zusammen. aaa
1909
Theodor Hemptenmacher (1853–1912), Erster Staatskommissar aaa
der Berliner Börse, tritt in den Vorstand der Commerz- und aaa
Disconto-Bank ein.
Der Beamtenversicherungsverein des deutschen Bank- und aaa
Bankiergewerbes (BVV) konstituiert sich am 11. Juli in Berlin aaa
als institutsübergreifende Versicherung und Pensionskasse. Zu aaa
den 144 Gründerbanken zählen an prominenter Stelle die Com- aaa
merz- und Disconto-Bank sowie die Dresdner Bank. Theodor aaa
Hemptenmacher wird in den Aufsichtsrat des BVV gewählt.
1910
Zum 1. Januar erwirbt die Commerz- und Disconto-Bank die aaa
Altonaer Bank. Aus Rücksicht auf die lokale Verwurzelung firmiert aaa
die Filiale weiterhin als „Altonaer Bank. Filiale der Commerz- und aaa
Disconto-Bank“.
Altonaer Bank. Filiale der Commerz- und Disconto-Bank
in der Königstraße 156
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Anzeige zur Übernahme der Altonaer Bank, Januar 1910
1911
Neue Filialen entstehen in Leipzig und Altenburg durch Über- aaa
nahme der Credit- und Spar-Bank AG. An diesem Institut war die aaa
Commerz- und Disconto-Bank bereits seit 1904 beteiligt. Die aaa
Aktionäre der Credit- und Spar-Bank billigen auf einer außer- aaa
ordentlichen Hauptversammlung im Dezember 1911 die Fusion. aaa
Für nominal 10 000 Mark Aktien erhalten sie einen Gegenwert aaa
von 9 000 Mark Aktien der Commerz- und Disconto-Bank sowie aaa
eine Barzahlung von 100 Mark als Dividende.
Curt Sobernheim (1871–1940), Stiefsohn des Bankiers Eugen aaa
Landau, wechselt von der Nationalbank für Deutschland in den aaa
Vorstand der Commerz- und Disconto-Bank. Anfang der 1930er aaa
Jahre verfügt er mit 57 Aufsichtsratssitzen über die meisten Man- aaa
date der Bank. Als „Netzwerkspezialist“ nimmt er, gemessen an aaa
der Zahl der Mandate, den zehnten Rang innerhalb der deutschen aaa
Wirtschaftselite ein.
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Breit gefächertes Kreditgeschäft
Die Commerz- und Disconto-Bank war vor allem im Kreditgeschäft tätig. aaa
So machten die Kontokorrentdebitoren rund 80 bis 85 Prozent der Forde- aaa
rungen aus. Fast die Hälfte der zwischen 1906 und 1913 vergebenen aaa
Kreditbeträge lag zwischen 100 000 und 300 000 Mark. Die Kreditkunden aaa
kamen aus ganz verschiedenen Branchen. Schwerpunkte ergaben sich vor aaa
allem in folgenden Gewerben: Bauwirtschaft, Textil-, Papier-, Spiritus-, aaa
Brau- und Zuckerindustrie, der Groß- und Einzelhandel sowohl mit aaa
Rohstoffen als auch mit Fertigprodukten, ferner moderne Branchen wie aaa
Maschinenbau, Kraftfahrzeug-, Elektro- und Chemieindustrie, Telefon- aaa
bau, Druckereien, Zulieferer der Eisenbahn und Hotelbetreiber.
1913
Gustav Pilster wird Mitglied des Aufsichtsrats der Berliner Admirals- aaaaa
gartenbad AG. Enge geschäftliche Beziehungen bestehen ferner zur aaa
Admiralspalast AG, die in der Friedrichstraße den Admiralspalast aaa
betreibt, eine der bekanntesten Vergnügungsstätten in Berlin.
Briefumschlag, adressiert an den Banco di Roma,
Filiale Paris, vom 13. März 1913
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1914
Die Filiale Brandenburg nimmt ihre Tätigkeit auf.
Von den insgesamt 1 663 Mitarbeitern wird ein „erheblicher Teil aaa
zur Fahne einberufen“ (Geschäftsbericht 1914).
Die Commerz- und Disconto-Bank beteiligt sich an der Grün- aaa
dung von Kriegskreditbanken in Hamburg, Berlin, Leipzig und aaa
Altenburg. Mit diesen neuen Instituten sollen Kreditengpässe in aaa
den ersten Kriegswochen überwunden werden.
Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs ist das Auslandsgeschäft aaa
rückläufig.
Das Anleihengeschäft beschränkt sich weitgehend auf die Unter- aaa
bringung der insgesamt neun Kriegsanleihen.
Die Commerz- und Disconto-Bank und die Disconto-Gesellschaft aaa
errichten die „Kriegs-Leder AG“ (2 Mio. Mark Kapital, zu 25 % aaa
eingezahlt).
1915
Franz Heinrich Witthoefft (1863–1941), Mitinhaber der Firma aaa
Arnold Otto Meyer, seit 1906 Mitglied des Aufsichtsrats, wird aaa
zum Vorsitzenden gewählt. Witthoefft übt das Amt bis 1934 aus; aaa
danach wird er von 1934 bis 1941 stellvertretender Vorsitzender aaa
des Aufsichtsrats. Von 1920 bis 1923 ist Witthoefft außerdem aaa
Präses der Hamburger Handelskammer, und im Jahr 1928 wird er aaa
zum Senator der Freien und Hansestadt Hamburg ernannt.
Infolge der Einberufungen zum Militär müssen zunehmend Hilfs- aaa
kräfte eingestellt werden. Im Laufe des Ersten Weltkriegs werden aaa
1 108 Mitarbeiter einberufen, von denen 257 ihr Leben lassen.
Mitgründung der Deutschen Holz-Vertriebs-AG (unter Beteili- aaa
gung des Kriegsministeriums). Das Kapital beträgt 1 Mio. Mark, aaa
bei Einzahlung von 25 Prozent.
Das Emissions- und Konsortialgeschäft für die öffentliche Hand aaa
und Aktiengesellschaften nimmt wieder zu.
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Der Hamburger Unternehmer und
Politiker Franz Heinrich Witthoefft
(1863–1941) stand von 1915
bis 1934 an der Spitze des
Aufsichtsrats.
Der Standort Berlin wird immer
wichtiger: Vorstand Gustav Pilster
(1864–1944) wechselte Anfang
1904 vom Stammsitz in Hamburg
zur Niederlassung in der Reichs-
hauptstadt; Foto: 1920er Jahre.
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Im Ersten Weltkrieg wurden in den Banken zunehmend auch Frauen eingestellt, hier: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dresdner Bank Hamburg, 1915.
1916
Während des Ersten Weltkriegs schließen sich einzelne Firmen zu aaa
sogenannten Kriegsgesellschaften zusammen. Damit steigen auch aaa
die benötigten Kreditsummen, sodass die Banken vermehrt Kon- aaa
sortialkredite vergeben. Die Commerz- und Disconto-Bank bleibt aaa
vor allem in ihren bisherigen Branchen engagiert: Zentral-Ein- aaa
kaufs- Gesellschaft der deutschen Genossenschaften (ZEG); aaa
Reichskartoffelstelle; Kriegsausschuss für Kaffee, Tee und deren aaa
Ersatzmittel GmbH; Reichszuckerstelle; Kriegs-Leder AG; aaa
Reichslederhandels GmbH; Reichsstelle für Gemüse und Obst aaa
GmbH; Zigarettentabakfabrik Einkaufsgesellschaft GmbH (ge- aaa
meinsam mit der Dresdner Bank); Deutsche Holzvertriebs AG.
Ungeachtet der zunehmenden staatlichen Lenkungsmaßnahmen aaa
hält die Commerz- und Disconto-Bank an liberalen Marktprin- aaa
zipien fest: „Es ist sehr zu wünschen, daß der Handelsstand, der aaa
sich um den Aufbau unseres Wirtschaftslebens und um die Schaf- aaa
fung unserer angesehenen Stellung im Weltverkehr so große Ver- aaa
dienste erworben hat, bald wieder in seine alten Rechte eingesetzt aaa
werden kann.“ (Geschäftsbericht, 1916)
1917
Beginn einer stürmischen Expansionsphase: Zwischen 1917 und aaa
1923 übernimmt die Commerz- und Disconto-Bank rund aaa
40 Bankinstitute. Dabei hat die Bank stets das Ziel, „ein sehr gutes aaa
Effekten- und Kontokorrentgeschäft“ zu erwerben. Zunächst aaa
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konzentriert sie sich auf Privatbanken wie Joël Hirschberg in aaa
Stettin und W. Loewenstein & Co. in Cottbus und Forst.
Darüber hinaus erwirbt die Commerz- und Disconto-Bank eine aaa
Beteiligung von 2,5 Mio. Mark Aktien am Chemnitzer Bank-Verein aaa
in Chemnitz.
1918
Übernahme des Bankhauses Eugen Köhler & Co. in Guben, des aaa
Bankhauses Hirschmann & Kitzinger in Nürnberg und Fürth aaa
sowie der Recklinghäuser Bank Franz Limper.
Zunehmend erstreckte sich die Expansion auch auf größere aaa
Regionalbanken. So werden der Bankverein Gelsenkirchen und aaa
die Mülheimer Bank mitsamt ihren Filialen angegliedert, um im aaa
rheinisch-westfälischen Industriegebiet Fuß zu fassen.