Martin Korpowski Ich bin. Jesus.
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Martin Korpowski Ich bin. Jesus.

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Ich bin. Jesus.

Eine Biografie des Gottessohnes


Erzählung

Martin Korpowski


martonius

Erstausgabe im April 2020


Alle Rechte beim Verlag martonius


Copyright © 2020

by Verlag martonius

04808 Wurzen

Albert-Kuntz-Straße 40-42

www.martonius.org


9783982111186

Inhalt

  1 Zeit der Schöpfung

  2 Paradiesische Schuld

  3 Menschwerdung

  4 Missionsbeginn

  5 Heilungen

  6 Bergpredigt

  7 Worte und Taten

  8 Apostel

  9 Gleichnisse

  10 Nach Jerusalem

  11 Mein Todesurteil

  12 Wieder zurück

1 Zeit der Schöpfung

Sha­lom. Mein Na­me ist Je­sus Chris­tus, ich bin der Sohn Got­tes. Als die­ser Teil Got­tes gibt es mich schon seit wirk­lich ewi­gen Zeiten. Wir 3 – al­so Gott mein Vater, der Hei­li­ge Geist und ich – wir ha­ben ge­mein­sam das Uni­ver­sum er­schaf­fen. Nun, das ist nichts Neu­es für Euch, denn je­der hat da­von schon mal ge­hört oder da­rüber ge­le­sen. Ich sa­ge nur Ge­ne­sis! Nein, ich mei­ne da­mit nicht die Band, die ha­ben wir erst viel spä­ter er­schaf­fen. Ich mei­ne das Buch Ge­ne­sis, das er­ste Buch der Bi­bel.

Wir ha­ben in 6 Ta­gen die Er­de er­schaf­fen, das könnt ihr dort am An­fang der Bi­bel nach­le­sen. Wenn jetzt je­mand auf die Uhr schaut und den Taschen­rech­ner zückt, um 6 Ta­ge mal 24 Stun­den aus­zu­rech­nen, der mö­ge be­den­ken, dass wir die Ewig­keit ge­pach­tet ha­ben und so­mit na­tür­lich auch die Zeit ge­macht ha­ben. Da wir ein Gott der Ord­nung sind und Euch Eu­ren frei­en Wil­len las­sen, ha­ben wir Euch selbst die Zeit ein­tei­len las­sen. Ihr habt Euch das mit den 24 Stun­den ein­fal­len las­sen. Weil das nicht so ge­nau hin­kommt, gibt es jetzt eben Schalt­jah­re, aber das ist in Ord­nung für uns. Ein Tag geht trotz­dem immer noch von Son­nen­un­ter­gang über den Son­nen­auf­gang bis zum näch­sten Son­nen­un­ter­gang, so ein­fach ist das und so prä­zi­se ha­ben wir das ein­ge­rich­tet. Wir ha­ben aber nie mit der Stopp­uhr da­ge­stan­den, denn wir ha­ben ja alle Zeit der Welt.

Gott Vater, der Hei­li­ge Geist und ich, der Sohn, le­ben zu dritt in voll­kom­me­ner Ein­heit. Wer sich das schlecht vor­stel­len kann, der hal­te ein­fach mal 3 glei­che Streich­höl­zer zu­sam­men und zün­de sie an – es gibt ei­ne Flam­me, ein Licht.

Wir ha­ben un­se­re Wor­te be­nutzt und es sind die Din­ge und die Er­de und die Tie­re und die Pflan­zen und die Men­schen ent­stan­den. »Und Gott sprach und es wur­de« – so könnt ihr es im Buch Ge­ne­sis le­sen – „es wur­de Was­ser, das Land, Tag und Nacht“ na und so weiter. Stellt Euch das mal ganz prak­tisch vor: Wir ha­ben ein­fach nur aus­ge­spro­chen, was pas­sie­ren soll, und es ge­schah ge­nau so. Gut, wer jetzt zu we­nig Fan­ta­sie hat, der den­ke mal kurz an die Wor­te, die heut­zu­ta­ge ge­sagt wer­den und dann pas­siert was: ja ge­nau, Hey Goog­le oder Ale­xa oder Si­ri und an­de­re Sprach­steue­run­gen. Ich sag Euch aus Er­fah­rung: Sprach­steue­rung ist ei­ne ur­al­te Sa­che. Und wer hat’s er­fun­den? Nein, nicht die Schwei­zer – oder soll­te Gott ein Neu­tra­ler sein?

Die Er­schaf­fung des Uni­ver­sums war für uns sehr span­nend und fas­zi­nie­rend zu­gleich. Das hat ein paar Ta­ge ge­dau­ert. Be­vor das er­ste Licht auf die Er­de kom­men konn­te und wir das er­ste Mal Tag und Nacht trenn­ten, brauch­te das war­me Licht mit der so­ge­nann­ten Licht­ge­schwin­dig­keit von der Son­nen­ober­flä­che 8,3 Mi­nu­ten bis zur Er­de. Aber be­vor das Licht auf der Ober­flä­che der Son­ne ist, brauch es nach heu­ti­gen Zeit­be­grif­fen grob ge­schätzt 1 Mil­li­on Jah­re. Das war ein Teil der Vor­be­rei­tungs­zeit der Schöp­fung. Uns hat das nichts aus­ge­macht, wir ha­ben kein Pro­blem mit der Zeit, sonst wä­ren wir ja so un­ge­dul­dig wie die Men­schen es zu oft sind.

Es hat uns als Gott Spaß ge­macht, das gan­ze Uni­ver­sum ge­nau so zu ini­ti­ie­ren wie es jetzt ist. In­zwi­schen im 21. Jahr­hun­dert wer­den immer mehr Natur­ge­set­ze ent­deckt und er­kannt. Da­bei muss sich die Natur ko­mi­scher­wei­se selbst an die­se Ge­set­ze hal­ten. Wir ha­ben sie uns da­mals aus­ge­dacht. Ei­nen Teil die­ser Ge­set­ze ha­ben die Men­schen in­zwi­schen er­kannt oder ent­deckt. Selbst Wis­sen­schaft­ler sind ver­blüfft über die Natur­kons­tan­ten, die ein­fach da sind und wo je­der sich da­ran hal­ten muss. So ist zum Bei­spiel die Elek­tro­nen­la­dung über­all gleich: 1,602 mal 10 hoch -19 Am­pe­re­se­kun­den. Und mit über­all mei­ne ich über­all. Je­des Elek­tron im gan­zen Uni­ver­sum hat ganz ge­nau die­se La­dung von uns be­kom­men. Du kannst es über­prü­fen und wirst kei­ne ein­zi­ge Ab­wei­chung fin­den. Und wisst ihr, wie wich­tig die Ge­nau­ig­keit die­ses Wer­tes für das Le­ben auf der Er­de ist? Ei­ne mi­ni­ma­le Ab­wei­chung wür­de so­fort alles zu­sam­men­fal­len las­sen. Das En­de allen Lebens auf der Er­de. Ein bri­ti­scher Wis­sen­schaft­ler hat mal ver­sucht, die für das Le­ben not­wen­di­ge Ge­nau­ig­keit die­ser Elek­tro­nen­la­dung und der Natur­kons­tan­ten über­haupt an­schau­lich zu ma­chen. Er nahm ei­nen Sport­schüt­zen, der ein 1 cm gro­ßes Ziel tref­fen soll. Gut, das ist nicht so schwer, wenn die Ent­fer­nung stimmt. Auf 10 oder 100 m Ent­fer­nung mach­bar, auf 1 km schon schwie­rig, auf dem Mond ganz schwie­rig und das Ziel so­weit wie die Son­ne ent­fernt – klingt schon mal un­mög­lich. Die rich­ti­ge Ent­fer­nung, um die Ge­nau­ig­keit der Natur­kons­tan­ten dar­zu­stel­len, ist un­vor­stell­bar: Das 1 cm gro­ße Ziel müss­te am En­de des Uni­ver­sums in 10000 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung ge­trof­fen wer­den.

Ver­steht Ihr? Wir ha­ben uns echt Ge­dan­ken ge­macht. Das ist die Grö­ße Got­tes. Wir ha­ben das im Griff. Und alles wur­de von uns er­schaf­fen, da­mit es Euch Men­schen auf der Er­de ge­ben kann. In die­sem un­se­rem Licht ist un­se­re Aus­sage, dass wir je­des Haar auf Dei­nem Kopf ge­zählt ha­ben, kei­ne her­aus­for­dern­de Auf­ga­be für uns, das ist wohl klar. Oh wir lie­ben Euch so sehr und sind froh über je­den ein­zel­nen, der di­rek­ten Kon­takt mit uns sucht und fin­det.

Wäh­rend der Schöp­fung hat es mir be­son­ders gut ge­fal­len, mit den Far­ben und For­men zu spie­len. Wir als Gott konn­ten so aus­gie­big krea­tiv sein und die wun­der­schöns­ten Kom­bi­na­tio­nen mit der größ­ten Lie­be fürs Detail er­schaf­fen. Wir hof­fen und wün­schen uns, dass ihr Euch die von uns ge­schenk­te Zeit nehmt, die­se Schön­heit in Eu­rer Um­ge­bung zu ent­de­cken und zu ge­nie­ßen, da­mit ihr euch ge­nau­so da­ran er­freu­en könnt wie wir. Ich fin­de es immer wie­der atem­be­rau­bend. Das gip­felt in der ein­zig­ar­ti­gen Schön­heit ei­nes je­den Men­schen. Oh, ich kann nur vol­lends schwär­men von die­ser wun­der­ba­ren Kro­ne der Schöp­fung. Allein das rou­ti­ne­mä­ßi­ge und doch per­fek­te Zu­sam­men­spiel der ein­zel­nen Or­ga­ne beim Men­schen ist doch ir­gend­wie fast un­glau­blich. Ich durf­te es ja spä­ter sel­ber aus­pro­bie­ren, wie es sich als Mensch lebt und wie es sich an­fühlt. Das ist ein­fach su­per ge­we­sen, wie der gan­ze Körper so ein­wand­frei funk­tio­niert hat.

Klar ha­ben wir als Gott man­chen Tie­ren zum Bei­spiel ein bes­se­res Ge­hör ge­ge­ben, aber das mensch­li­che Ge­hör ist doch su­per, ich ha­be es sel­ber ge­tes­tet und bin sehr gut da­mit zu­recht­ge­kom­men. Wenn ich mir vor­stel­le, dass man als Mensch sehr viel mehr hö­ren wür­de, dann bin ich doch ganz froh und ab­so­lut zu­frie­den, dass wir als Gott den Fre­quenz­be­reich für Euch Men­schen ge­nau so fest­ge­legt ha­ben. Passt her­vor­ra­gend.

Auch der Ge­schmacks­sinn ist doch ganz er­staun­lich. Ich ha­be je­den­falls sehr gern ge­ges­sen und ge­trun­ken. Bei mei­nem er­sten Wun­der als Mensch auf der Er­de ha­be ich ja be­son­ders wohl­schme­cken­den Wein fa­bri­ziert.

Ich fin­de auch un­se­re Er­fin­dung der Augen wirk­lich ge­lun­gen, denn so kann der Mensch das meis­te der Schön­heit über­haupt erst ent­de­cken und sich da­ran satt­se­hen.

Als spä­te­rer Zim­mer­mann konn­te ich auch die um­fang­reich- ge­nia­len Ein­satz­mög­lich­kei­ten der Hän­de aus­pro­bie­ren. Die­ser Fa­cet­ten­reich­tum zwi­schen schraubs­to­ckar­ti­gem Zu­pa­cken und fe­der­leich­ten Be­rüh­run­gen ist ganz er­staun­lich. Ihr merkt schon, ich kom­me ins Schwär­men, auch wenn es biss­chen nach Eigen­lob klingt. Ich be­to­ne es nur, da­mit Ihr viel­leicht mehr da­rauf ach­tet und Freu­de da­ran habt.

Ich bin auch über die schein­bar un­wich­ti­gen Funk­tio­nen des mensch­li­chen Körpers sehr froh und dank­bar. Es ist doch groß­ar­tig, dass die Haut wirk­lich den Körper be­grenzt und da­durch kei­ne Or­ga­ne raus­rut­schen kön­nen oder gar das Blut durch­si­ckert! Schon die Vor­stel­lung ist un­an­ge­nehm. Dan­ke, Haut, dass Du so su­per Dei­nen Pos­ten als Grenz­schüt­zer stehst!

2 Paradiesische Schuld

Ich sprach be­reits über un­se­re Sprach­steue­rung und ge­he zurück an den An­fang der Mensch­heits­ge­schich­te. Es ist üb­ri­gens ein gro­ßer Feh­ler der Men­schen, dass sie kaum oder zu­min­dest zu we­nig Wor­te be­nut­zen. Ei­nen Mund hat ja schließ­lich je­der von uns be­kom­men.

Heut­zu­ta­ge lässt man lie­ber Emo­jis »spre­chen«. Das war aber auch mit den er­sten Men­schen – mit Adam und Eva schon so, denn wenn die sich or­dent­lich un­ter­hal­ten hät­ten, wo der Ap­fel her­kam und ob es nicht doch bes­ser sei, den nicht zu ver­spei­sen – ja, das hät­te im Nach­hi­nein und ak­tu­ell und über­haupt uns allen ei­ni­gen Är­ger er­spart. Aber auch das ist ver­ge­ben.

Für mich war es ei­ne tol­le Zeit in mei­ner gött­li­chen Jugend, als ich mit Vater und dem Hei­li­gen Geist im Pa­ra­dies mit den er­sten Men­schen zu­sam­men war. Könnt ihr Euch das über­haupt rich­tig vor­stel­len? Es war ein­fach pa­ra­die­sisch – na klar, wie auch sonst soll­te es im Pa­ra­dies sein! Da war alles im Ein­klang und im Frie­den, es war Ru­he, die Leu­te hat­ten so­gar Spaß an der Ar­beit, an der Gar­ten­ar­beit! Ooh das war Su­per!

Ja, na­tür­lich ging auch die Gar­ten­ar­beit mit Sprach­steue­rung, na lo­gisch! Wir ha­ben den Men­schen nach un­se­rem Eben­bild ge­schaf­fen, al­so seid Ihr Men­schen ei­ne Ko­pie von Gott und doch je­der ein Ori­gi­nal! Folg­lich hat­ten Adam und Eva, die er­sten Men­schen im Pa­ra­dies, auch die­se Sa­che mit der Sprach­steue­rung drauf. 2 Gärt­ner im gan­zen Pa­ra­dies mit Ha­cke und Spa­ten und Baum­sche­re? Nee, das hät­te ja nun über­haupt nicht funk­tio­nie­ren kön­nen. Das Pa­ra­dies war und ist ziem­lich groß – nach dem ur­sprüng­li­chen Plan soll­ten ja dort sehr viel mehr Men­schen Platz ha­ben als nur die bei­den er­sten, die es dann gleich so ver­bockt ha­ben.

Ok, Ihr wollt aus er­ster Hand wis­sen, wer denn nun dran Schuld ist. War es Adam, Eva oder die Schlan­ge? Alle 3 sind schul­dig. Al­so die Schlan­ge hat­te so­wie­so bö­se Ab­sich­ten. Das hät­ten die Men­schen mer­ken kön­nen, denn sie hat­ten ei­nen be­son­de­ren Ein­blick auch in die Tier­welt. Sie durf­ten doch den Tie­ren die je­weils pas­sen­den Na­men ge­ge­ben. Na­ja, und was lan­ge SCH macht ist eben ei­ne Schsch-lan­ge. Das klingt doch ein­deu­tig nach Klap­per­schlan­ge, zu­min­dest nach Klapp­ern. Und Klapp­ern ge­hört ja be­kannt­lich zum Hand­werk, wie Ihr heu­te oft sagt. Das SCH, das Klapp­ern der Schlan­ge war wohl eher ein Plap­pern – und so hat sich Eva voll­plap­pern las­sen. Das, was den Men­schen heu­te noch schwer­fällt, war auch da­mals das Pro­blem: Sie ha­ben die Schlan­ge schon bei der Namens­ge­bung eigent­lich durch­schaut und nicht ge­han­delt. Sie hät­ten per Sprach­be­fehl ein­fach nur die Schlan­ge, die Ver­füh­re­rin, aus dem Pa­ra­dies weg­schi­cken sol­len. Es wä­re sooo ein­fach ge­we­sen. Adam war dann auch kei­ne Helden­fi­gur, der hat sich von bei­den über­töl­peln las­sen. Dann hat er sich auch gleich vor uns ver­ste­cken wol­len, als ob das über­haupt mög­lich wä­re. Zu­min­dest war er sich schnell sei­ner Schuld be­wusst.

Wir – al­so Gott Vater, ich als Sohn und der Hei­li­ge Geist- wir muss­ten folg­lich das Pa­ra­dies da­rauf­hin vor­über­ge­hend schlie­ßen und den Ein­gang ver­ste­cken und be­wachen las­sen. Scha­de, das war nicht un­ser eigent­li­cher Plan, aber wenn Du die Kin­der sel­ber ma­chen lässt, geht halt auch mal was schief.

Spä­ter gab es dann ei­nen Mann, der wirk­lich wie­der 100 % auf uns ge­hört hat. Wir ha­ben ihm ei­nen Auf­trag ge­ge­ben. Alle Nach­barn und sei­ne gan­ze Fa­mi­lie dach­ten, er sei ver­rückt ge­wor­den. Doch wir konn­ten uns to­tal auf ihn ver­las­sen. Ich spre­che von No­ah, ein kras­ser Typ, der hat es durch­ge­zo­gen und die Ar­che wirk­lich ge­baut. Wenn ein Mensch von uns ei­nen Auf­trag be­kommt, dann be­kommt er auch gleich­zei­tig die ent­spre­chen­den Fä­hig­kei­ten da­zu. Er muss sich nicht auf die eige­ne Kraft oder Re­de­ge­wand­theit oder men­ta­le Stär­ke oder sonst was Ei­ge­nes ver­las­sen, son­dern nur auf Gott.

Und der No­ah hat wirk­lich den Kahn da oben in den Ber­gen ein­fach ge­hor­sam zu­sam­men­ge­baut, oh­ne dass er da­für ei­ne ex­tra Aus­bil­dung hat­te. Viel spä­ter ist das der Grund­ge­dan­ke für Le­go und Ikea ge­wor­den.

Je­den­falls muss­ten wir dann die Sint­flut schi­cken, denn wir woll­ten mit No­ah, die­sem her­vor­ra­gen­den Mann und sei­ner Fa­mi­lie noch mal ganz neu an­fan­gen.

Ja, das war nicht leicht für uns. Der Neu­an­fang hat ja auch erst ein­mal gut ge­klappt. Aber dann ha­ben die Men­schen wie­der alles sel­ber in die Hand neh­men wol­len und Leu­te – das wird doch nix. Da gibt es nun soooo­oooo viele schlech­te und lehr­rei­che Bei­spie­le in der Ge­schich­te, aber Ihr pro­biert es immer wie­der allein und oh­ne uns aus­zu­kom­men. Nicht Mal vor kur­zem erst nach den ver­hee­ren­den Welt­krie­gen seid ihr auf Dau­er zur Ver­nunft ge­kom­men. Das ist sehr scha­de. Aber wir ha­ben Hoff­nung, denn wir wis­sen, dass es am En­de alles gut wird und je­der sei­ne Kniee vor Gott beu­gen wird. Das hört sich un­mög­lich an? Pri­ma. Denn ge­nau das ist un­ser Spe­zi­al­ge­biet. Ooh, ich könn­te da wun­der­vol­le Ge­schich­te er­zäh­len. Ein paar da­von hört ihr spä­ter noch.

3 Menschwerdung

Wir ha­ben uns im Lauf der Mensch­heits­ge­schich­te ein Volk aus­ge­wählt, wel­ches wir ganz be­son­ders seg­nen wol­len und ge­seg­net ha­ben: Is­ra­el. Aber auch die Is­rae­lis sind nur Men­schen und mei­nen lei­der immer mal wie­der, es sel­ber bes­ser und über­haupt oh­ne Gott ma­chen zu kön­nen. Al­so ent­wi­ckel­te mein Vater ei­nen Ret­tungs­plan, da­mit die Sün­de und die Schuld der Men­schen ein für alle mal be­gli­chen wird. Es ist uns ein Her­zens­an­lie­gen, die Tren­nung zwi­schen uns und Euch seit dem Sün­den­fall im Pa­ra­dies auf­zu­he­ben. Wir woll­ten die Mög­lich­keit schaf­fen, dass je­der ein­zel­ne Mensch wie­der ei­ne direk­te Be­zie­hung mit Gott ein­ge­hen kann und nicht auf ewig ver­lo­ren bleibt.

Ich selbst ha­be in die­sem Ret­tungs­plan ei­ne nicht un­er­he­bli­che Rol­le ge­spielt. Das fiel mei­nem Vater nicht leicht. Er op­fer­te mich für alle Sün­der, für je­den ein­zel­nen Men­schen als neue Brü­cke zu ihm.

Es war ein herz-zer­rei­ßen­der Mo­ment da­mals im Thron­saal. Vater hat­te sei­nen, un­se­ren Plan fer­tig. Na­tür­lich ken­nen wir ge­gen­sei­tig un­se­re Ge­dan­ken. Aber er woll­te es mir ganz per­sön­lich sa­gen und bat mich des­halb ex­tra, zu ihm zu kom­men.

Ich schritt al­so durch die lan­gen, licht- und en­gels­musik­durch­flu­te­ten Gän­ge zum Thron­saal. Mein Vater saß auf sei­nem Platz auf dem Thron und ich setz­te mich zu ihm. Lie­be­voll lei­dend, aber im tie­fen Ver­trauen und Be­wusst­sein ei­nes er­staun­li­chen Ret­tungs­pla­nes weih­te er mich per­sön­lich ein und bat mich, die­sen Plan aus­zu­füh­ren. Ich soll­te auf die Er­de ge­hen und den Men­schen direkt vor­le­ben und von Gott er­zäh­len, für Ih­re Sün­den am Kreuz ster­ben, aber dann den Tod be­sie­gen und auf­er­ste­hen.

Und so bin ich dann auf die Er­de ge­kom­men, direkt in mei­ne Leih­mutter Ma­ria. Ich war und bin Gott. Ab die­sem Mo­ment war ich doch ganz Mensch – üb­ri­gens der ein­zi­ge Gott, der je­mals Mensch wur­de und schon des­halb der wah­re Gott sein muss.

Mei­ne Leih­mutter Ma­ria hat­te vor­her Be­such vom Er­zen­gel Ga­bri­el. Sie hat da­bei ge­nau­so über­rascht wie ge­hor­sam in die Leih­mutter­schaft ein­ge­wil­ligt. Mein Pfle­ge­vater Jo­sef wuss­te zu die­sem Zeit­punkt noch gar nichts von mir. Als er es spitz­krieg­te, dass sei­ne Ver­lob­te schon schwan­ger war, woll­te er stif­ten ge­hen, aber dann ha­ben wir ihm im Traum Be­scheid ge­sagt, dass alles in Ord­nung ist. Jo­sef war ein co­oler Typ, denn der hat es ge­glaubt und das war sehr gut so. In sel­bi­ger Wei­se, al­so im Traum, muss­ten wir ihn spä­ter noch mal in­for­mie­ren, dass er mit Ma­ria und mir nach Ägyp­ten flie­hen soll. Wa­rum? Der da­ma­li­ge Kö­nig He­ro­des war mäch­tig sau­er – al­so mehr sau­er als mäch­tig – als er von den 3 Wei­sen aus dem Mor­gen­land hör­te, dass ein neu­er Kö­nig ge­bo­ren war.

Als ich so in mei­ner Leih­mutter als klei­ner Mensch her­an­wuchs, ist sie mit mir zu ih­rer Tan­te Eli­sa­beth ge­gan­gen. Ich ha­be dort mei­nen Ver­wand­ten Jo­han­nes den Täu­fer ge­trof­fen. Der hat sich wahn­sin­nig über mei­nen Be­such ge­freut und ist in sei­ner Mutter wie wild rum­ge­sprun­gen vor Freu­de. Ein paar Jah­re spä­ter dann drau­ßen an der fri­schen Luft hat er mich im Jor­dan ge­tauft – das war ei­ne Rie­sens­how mit der Tau­be und so. Aber schön der Rei­he nach.

Noch vor mei­ner Ge­burt auf der Er­de – und die war nicht mehr so weit weg – muss­ten sich mei­ne Er­de­nel­tern we­gen ei­ner an­geord­ne­ten und groß an­ge­leg­ten Volks­zäh­lung nach Bet­le­hem auf den Weg ma­chen. Mei­ner Leih­mutter – ich sag jetzt mal nur Ma­ria, ihr wisst ja, wer ge­meint ist – al­so ihr war der Weg ganz schön an­stren­gend ge­wor­den, denn sie war ja hoch­schwan­ger mit Got­tes Sohn, al­so mit mir. Dann war in Bet­le­hem we­gen die­ser Volks­zäh­lung so ein Ge­drän­ge, dass wir nur in ei­nem Stall un­ter- und dann nie­der­ka­men. Das war schon in Ord­nung, war alles gut ge­gan­gen und alle waren ge­sund. Mein Vater hat­te es sich na­tür­lich nicht neh­men las­sen, auch ein paar En­gel zu schi­cken und den net­ten Hir­ten Be­scheid zu sa­gen. Die­se himm­li­sche Musik hat mir selbst nach den paar Mo­na­ten Ab­we­sen­heit schon bis­sel ge­fehlt.

Wir waren trotz Stall gut ver­sorgt, denn mein rich­ti­ger Vater hat­te mit ei­nem be­son­de­ren Stern 3 Wei­se aus dem Mor­gen­land kom­men las­sen. Die hat­ten Gold, Weih­rauch und Myr­rhe als Ge­schen­ke da­bei. Ich wun­der mich heu­te noch, dass die­se 3 Män­ner so wei­se waren und die Ge­schen­ke wirk­lich bei ei­nem Neu­ge­bo­re­nen in ei­nem Stall ab­ge­ge­ben ha­ben. Gott ver­sorgt eben.

Wie schon er­wähnt, muss­ten wir dann schnell weg, wir waren Flücht­lin­ge. Wir muss­ten in ei­ner Nacht- und Ne­bel­ak­tion – nein, oh­ne Ne­bel – nach Ägyp­ten, weil Kö­nig He­ro­des mich um­brin­gen las­sen woll­te. Kaum auf der Er­de und schon war ich in To­des­ge­fahr.

Nach­dem He­ro­des ge­stor­ben und da­mit die Ge­fahr vor­bei war, hat mein Vater mei­nem Pfle­ge­vater Jo­sef wie­der Be­scheid ge­ge­ben und wir konn­ten zurück­keh­ren.

Die näch­ste gro­ße Sa­che, die ich euch aus mei­nem Le­ben er­zäh­len will, war mein er­ster, gro­ßer, mensch­li­cher Fuß­marsch nach Je­ru­sa­lem. Ich war in­zwi­schen schon 12 Jah­re als Mensch auf der Er­de. Oh was hab ich mich auf die­se Groß­stadt Je­ru­sa­lem ge­freut. Es war su­per, dass ich die­se Rei­se mit­ma­chen durf­te. Das Highl­ight für mich per­sön­lich war na­tür­lich der Tempel. Dort konn­te ich mei­nem Vater­gott ganz ganz na­he sein – eben wie die vielen Jah­re zu­vor schon zu Hau­se im Himmel. Da kann man schon mal die Zeit ver­ges­sen. Außer­dem waren die Schrift­ge­lehr­ten wirk­lich sehr ge­lehrt. Es mach­te rich­tig Spaß, sich mit de­nen zu un­ter­hal­ten.

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