
Полная версия:
Ulrich Hammer Endstation Salzhaff
- + Увеличить шрифт
- - Уменьшить шрифт
»Sicher. Ich weiß selbst, dass ich kein Journalist bin und natürlich werde ich mir nicht eine teure Spiegelreflex kaufen, nur weil unser Zusammentreffen mit Ihrer Empfehlung dazu so endete.«
Die komplizierte, aber wohl gesetzte Wortwahl ließ Dr. Brandenburg aufhorchen.
»Dann frage ich Sie jetzt direkt, wer Sie sind«, gab er mit wieder gewonnener Sicherheit zurück.
»Dann überlegen Sie mal. Es ist ein paar Jahre her und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.«
Mit diesen fast wie eine Drohung wirkenden und beinahe scharf gesprochenen Worten folgte der Mann dem ungeduldigen Zerren seiner kleinen Tochter, drehte sich weg, hob die Hand wie zum Gruß und ging, ohne dabei zurückzusehen, als wolle er die Szene neulich im Amtsgericht spiegeln.
BRB blieb verblüfft und irritiert zurück.
Seine Gedanken kreisten. Er sah sein inneres Eventregister durch. Die ihn umgebenden Kunden, ihr Kommen und Gehen, ihr Suchen nach einem Mitarbeiter des Marktes, ihr Fragen und Erzählen nahm er nicht mehr war.
»Kann ich Ihnen helfen?«
Er reagierte nicht gleich.
»Suchen Sie etwas Bestimmtes?«
»Ach, Entschuldigung, ich war in Gedanken. Ich suche einen Speicherstick.«
»Sie stehen davor.«
»Ja, manchmal sieht man den Wald …«
»… vor lauter Bäumen nicht«, ergänzte der Mitarbeiter.
»Sie sagen es … vielen Dank.«
BRB suchte sich sein Speichermedium in der gewünschten Größe. Dann glitten seine Gedanken wieder zu der Begegnung, die ihn weiter beschäftigte. Er begab sich kopfschüttelnd langsam zur Kasse, ohne aus dem Rätselmodus herauszukommen.
Kapitel 10
In der Kroy
So wie sich der Dienstag ohne das erlösende, weil harmlos erklärende Auftauchen von Torte Tengler dem Ende neigte, so schwand auch die Hoffnung, dass sein Verschwinden ein gutes Ende nehmen könnte. Die ersten Tage! Bekam ein Vorgang in dieser Zeit nicht eine klare Richtung, drohte eine lange Wegstrecke. Das waren uralte Erfahrungen, die sich wieder und wieder bestätigten. Der nächste Tag nahm die schwindende Hoffnung und die damit verbundene Depression auf und legte beide wie einen bleiernen Mantel über die Ermittler, über die Familie von Torte und seine Freunde. Es wurde schwer, die gleiche Routine zu fahren, die jeder derartige Fall erforderte.
Das Boot der Wasserschutzpolizei legte in Wismar ab und folgte der ausgetonnten Fahrrinne. Es passierte die als Naturschutzgebiet gesperrte Insel Walfisch westlich und nahm dann einen Kurs von 300° entlang der Ansteuerung Wismar, um irgendwann Richtung Timmendorf beizudrehen. Das Polizeiboot folgte in respektablem Abstand weiter der steinigen Küste von Poel und später der Vogelschutzinsel Langenwerder bei Gollwitz, um in das Salzhaff einzufahren. Langenwerder, von einem mehrere hundert Meter breiten Flachwasserbereich umgeben, der tiefer gehenden Booten keine Annäherung erlaubt, weshalb Polizeiobermeister Heiner Brand sein Boot vorsichtig zwischen dieser flachen Zone und Kieler Ort in Richtung Salzhaff steuerte. Auf Höhe der alten Dalben, die backbord in Sicht kamen, stoppte er die Maschine und ließ sich treiben. Nach backbord öffnete sich die Kroy. Eine Flachwasserbucht, die mittig um zwei Meter, überwiegend jedoch nur um einen Meter Tiefe hat. Voraus lag der bewaldete Teil der Halbinsel Wustrow. Steuerbord sah er auf die Halbinsel Boiensdorfer Werder. Somit hatte er das vorgegebene Suchgebiet erreicht. Er fühlte sich recht allein mit seinem Fernglas. Der angekündigte Hubschrauber ließ auf sich warten. Auf Kieler Ort stand jemand. Das verwunderte ihn, da das Naturschutzgebiet niemand betreten durfte. Es schien die Kontur einer kleineren Person zu sein. Er nahm das Fernglas und in dem Moment breitete das Gesehene seine Schwingen aus und erhob sich zu einem majestätischen Flug landeinwärts. Ein Seeadler. Er musste lachen. Der erste Eindruck war eine Täuschung. Ein Fahrgastschiff näherte sich aus Rerik kommend. Auf den Dalben rasteten Kormorane mit gespreizten Flügeln. Die alte und nicht mehr genutzte Holzkonstruktion aus Pfählen zum Festmachen von Schiffen wirkte dunkel, unheimlich, verlassen und verloren. Ein Lost Place. Der warme Wind briste leicht auf und kam aus Südost. Auf den großen Wasserflächen baute sich schnell Wellengang auf. Ablandiger Wind. Heiner Brand startete die Maschine, steuerte im Standgas vorsichtig die Dalben an und umkreiste sie. Sein Auftrag lautete Suchen und Finden. Von Norden kam das Geräusch eines Hubschraubers näher. Er war viel früher zu hören, als zu sehen. ›Tiefflug‹, dachte Heiner Brand. ›Das muss er sein.‹ Der Heli mit der Aufschrift Polizei war offenbar der Küste von Norden gefolgt und drehte über Kieler Ort, um die Kroy zu überfliegen. Heiner Brand winkte der Besatzung zu und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den alten Festmacher. Nichts Besonderes. Das Fahrgastschiff hatte seine Höhe passiert. Ihm folgte ein helles Motorboot im Kielwasser. Heiner Brand schaute hinüber und schätzte dessen Abstand zum vorausfahrenden Schiff als gefährlich gering ein. Der Bootsführer stand hinter der Windschutzscheibe und wippte offenbar im Rhythmus einer Musik, die nur dünn und undeutlich zu hören war. Im Fernglas war die Kennzeichnung am Bug deutlich zu erkennen, die er sich notierte. Das Polizeiboot nahm langsam Fahrt auf, um weiter in die Bucht zu kommen. Während sich Heiner Brand auf das Fahrwasser voraus konzentrierte, drehte das helle Boot plötzlich über steuerbord ab und hielt auf ihn zu. Die Maschinengeräusche des Polizeibootes waren zu laut, sodass er die Annäherung nicht gleich bemerkte. Irgendein Instinkt brachte Heiner Brand dazu, nach hinten zu sehen. Die Distanz betrug nur noch 50 Meter. Das helle Boot näherte sich mit hoher Geschwindigkeit seinem Heck, um kurz davor einen Haken nach rechts zu schlagen. Die Heckwelle schwappte gegen die Bordwand des Polizeibootes und ließ es schwanken. Als nächstes riss der Bootsführer sein Boot scharf nach links, um vor dem verdutzten Polizisten aufzustoppen. Dieser musste nun, um eine Kollision zu vermeiden, das gleiche tun. Letztlich lagen sich beide Boote gegenüber und dümpelten langsam aufeinander zu.
»Sagen Sie mal, geht’s noch!?«, schrie Heiner Brand zu ihm rüber. »Kommen Sie längsseits! Ihre Papiere bitte!«
Doch der rief zurück: »Sie dürfen hier nicht rein. Auch nicht die Polizei. Das ist verboten!« Brand sah auf einen jungen Mann mittlerer Größe: Schlank, krauses, hellblondes Haar, scheinbares Alter um die dreißig. Er war allein an Bord.
›Der hat sie doch nicht alle‹ …, dachte er bei sich. »Kommen Sie bitte längsseits, sonst werde ich es tun!«
»Fahren Sie weg hier!«, rief der junge Mann stattdessen Brand zu.
Beide Boote trieben gegen die Landzunge. Ein leichtes Knirschen vom Kiel des Polizeibootes als Signal für eine Grundberührung war dem anderen nicht entgangen und ließ ihn aufjubeln.
»Geschieht dir recht!«, rief der Angreifer, drehte und beschleunigte sein Boot. Die 100 PS-Heckmaschine ließ den Bug aufsteigen, bis sie den Rumpf bei Erreichen höherer Geschwindigkeit flach auf das Wasser legte. Der kurze Gleiter nahm dröhnend jeden Wellenschlag und spritzte weiße Gischt zu den Seiten. Mit Vollgas drehte das Boot aus der Kroy heraus Richtung Rerik und verschwand schnell aus dem Sichtbereich von Polizeiobermeister Heiner Brand. Der saß fest und versuchte mit Wippen und vorsichtigem Vor und Zurück freizukommen. Eine Verfolgung war erstmal nicht möglich, aber er hatte ja das Kennzeichen. Das ließ ihn ruhig bleiben. Nur peinlich, wenn er das den Kollegen berichten muss. Über Funk wollte er sich diese Blöße nicht geben. Letztlich stieg er aus, patschte durch das Wasser um sein Boot herum und schob es langsam von der Landzunge weg. Mit dem Bootshaken war ihm das nicht gelungen. Sorgsam hatte er die Heckleiter vorher ausgeklappt, sodass er in jedem Fall wieder an Bord konnte. Zu dumm, dass der Wind ihn immer wieder ins Flache drückte. Es dauerte zwanzig Minuten, bis er nass und aus der Puste wieder am Steuer stand und das Boot bei kleiner Fahrt unter Kontrolle hatte.
»Dem hab ich’s gegeben, dem hab ich’s gegeben«, sang der Motorbootfahrer mit einer improvisierten Melodie vor sich hin, während er Rerik ansteuerte, an der östlichsten der vier großen Steganlagen festmachte, das Boot notdürftig abdeckte und mit federndem Schritt in den Ort ging.
Polizeiobermeister Heiner Brand tuckerte indes, langsam wieder beruhigt, durch die Fahrrinne Richtung Rerik. Über Funk war vom Heli die Meldung eingegangen, dass er abdrehen würde. Die Sicht sei schlechter geworden und im Bereich der Kroy und der Halbinsel Wustrow habe man nichts Verdächtiges ausgemacht. Er schüttelte den Kopf. ›Schlechte Sicht. Was soll ich denn sagen. Ich sehe aus meinem Ruderhaus nicht besser.‹
Kurz vor Rerik drehte er nach Osten ab, um am östlichsten der Bootsstege festzumachen. Dort war es tief genug. Der Schwimmsteg mit seiner T-Form bot genügend Platz. Dann ging er den Steg ab, um das notierte Kennzeichen auszumachen. Das helle Boot, die Form des Rumpfes, alles hatte er sich gut gemerkt. Es dauerte nicht lang und seine Suche brachte den gewünschten Erfolg. Er legte die Hand auf den Gehäusedeckel des Motors. Er war noch warm. So konnte er wenigstens mit einem kleinen Ermittlungsergebnis aufwarten. Vom Bootsführer war zwar nichts mehr zu sehen, aber das sollte im Weiteren kein Problem sein, ihn festzustellen, wie es im Sprachgebrauch der Polizei hieß. ›Das können dann die Landratten erledigen‹, dachte er sich. Er kehrte wieder zu seinem Boot zurück, stieg auf, legte ab und nahm Kurs auf Boiensdorf. Sein Echolot ließ ihn dabei nicht sehr weit von der ausgetonnten Fahrrinne abweichen. Trotz dieser langsamen Fahrt war über die circa 10 km Rückweg bis Boiensdorf nichts zu entdecken. Er brach schließlich für diesen Tag die Suche ab und steuerte zurück nach Wismar.
Kapitel 11
Die Staatsanwaltschaft
Staatsanwältin Franziska Kernbach, die sich seit dem Fall am »Grundlosen Moor« in der Behörde eine gute Position verschafft hatte, wurde ungeduldig. Sie drang auf Ermittlungsergebnisse, nicht nur, was das Verschwinden von Kommissar Tengler anging, sondern auch der anderen Vermissten. Nervös rief sie das FK1 an.
»Semlock«, rief es gestresst aus dem Hörer.
»Kernbach«, gab sie in ähnlicher Tonlage zurück. »Wie weit sind Sie?«
»Noch immer nichts.«
»Das ist mir zu wenig, Frau Semlock!«
»Mir auch, da können Sie sicher sein!«
»Ich wäre mir gern sicher, dass Sie auf dem richtigen Weg sind!«
Kerstin Semlock fühlte sich angegriffen.
»Ich führe das Ermittlungsverfahren, Frau Semlock und ich bin es gewöhnt, dass es vorwärtsgeht!«
Kommissarin Semlock bemühte sich, ruhig zu bleiben und erklärte. »Die in Frage kommende Region wurde gestern mit dem Polizeihubschrauber und einem Boot der Wasserpolizei abgesucht. Bis auf die Ordnungswidrigkeit eines Bootsführers aus Rerik wurde nichts festgestellt.«
»Was für eine Ordnungswidrigkeit?«
»Irgend so ein Spinner, der den Wasserschutz provoziert hat. Wir haben das Kennzeichen des Bootes.«
»Spielte die Gegend nicht damals auch eine Rolle, als es um das Grundlose Moor ging?« »Schon die zweite in dieser Woche mit einem guten Gedächtnis«, konterte Kerstin Semlock. »Sie haben recht. Genau dort, wo wir das Auto von Tengler fanden, hatte Dr. Brandenburg aus der Rechtsmedizin damals diese eigenartige Begegnung mit der alten Frau, die den Wagen mit bemalten Feldsteinen zog.«
»Fragen Sie BRB doch mal. Er war damals doch auch mit dem Kajak unterwegs. Vielleicht kann er etwas mehr über Tourenziele sagen, die am ehesten in Betracht kommen, wenn man dort einsetzt.«
»Liebe Frau Kernbach, mein Gedächtnis ist auch noch ganz gut und ich erinnere mich lebhaft, dass Sie keine Cocktails mögen!«
»Was soll das denn jetzt? Ist das Ihr Ernst?«
»Sie haben Dr. Brandenburg und mir doch damals vorgeworfen, kriminalistische und rechtsmedizinische Arbeit und Freizeitinteressen zu vermischenen und damit den Untersuchungserfolg zu gefährden!«
Stille am anderen Ende der Leitung. Das saß. Frau Kernbach atmete durch und reagierte nur knapp. »Gut, dann informieren Sie mich bitte weiter!« Sie legte schnell auf und Kerstin Semlock lehnte sich in ihrem Sessel genüsslich zurück. Danach rief sie sofort Dr. Brandenburg an.
»Brandenburg.«
»Semlock.« Stille. »Karsten, hörst du mich?«
»Sicher, entschuldige, bin heute etwas kurz angebunden.«
»Schon gut, ich auch. Frau Kernbach macht Druck. Torsten ist bisher nicht gefunden worden. Dazu die anderen beiden Vermissten … Seit fünf Wochen eine Hängepartie!«
»Ich glaube, es ist Zeit für ein Brainstorming, wie in guten alten Zeiten«, ergriff Dr. Brandenburg die Initiative.
»Willst du im Ernst vorschlagen, dass wir uns beide allein irgendwo hinsetzen?«
»Nein, natürlich nicht. Versuche doch Frau Kernbach einzureden, dass wir uns alle bei ihr an einen Tisch setzen. Dann packen wir auf den Tisch, was wir haben, und sehen weiter, ok?« Mit diesem Vorschlag für das weitere Vorgehen verabschiedeten sie sich.
Franziska Kernbach fiel es schwer, nach dem Gespräch mit Kerstin Semlock zu ihrer Routine zurückzukehren. Die Fälle nagten an ihr und ließen keine Gelassenheit aufkommen. Ihr Dienstzimmer gab mehr von ihr preis, als viele andere Zimmer in der Behörde. Sie war kinderlos geblieben. Es gab nie jemanden, mit dem sie mehr hätte haben wollen, als täglich ein Gefühl von Attraktivität. Immer wieder anders und besonders. Der Schreibtisch war zwar schlicht, aber markant mit Details bestückt, die ihre Faszination für Gothic verrieten. Ihre dunkle Kleidung und einige bizarre Accessoires zogen die Blicke ihrer männlichen Kollegen an. Nicht nur einmal war sie deshalb zum Behördenleiter gerufen worden, dessen Absicht, sie nun endlich zur Rede stellen zu wollen, jedes Mal bei ihrem Anblick dahin schmolz. So blieb es auch dieses Mal bei dem kläglichen Rest des geplanten Vorhaltes in Form der vorsichtigen Frage, ob schon mal auf einem ihrer vielen Außentermine befremdlich auf ihr Äußeres reagiert wurde. Dann würde er das als Vorgesetzter doch gern wissen, um rechtzeitig Irritationen begegnen zu können.
Franziska Kernbach war zum Oberstaatsanwalt gebeten worden. Ein männlicher Kollege hatte sich ihm gegenüber empört und sah ihr Outfit als unvereinbar mit den Grundwerten des Berufsstandes.
Der Oberstaatsanwalt schraubte sich durch seine Sätze und rutschte als Ausdruck der Nervosität auf seinem Sessel hin und her. Auf die Frage nach der eventuellen befremdlichen Reaktion anderer auf sie antwortete sie »Nö.«
»Bitte?«
»Ich sagte nein!«
»Ah ja, verstehe«, reagierte er.
»Glaube ich nicht.«
»Bitte?«
»Ich glaube nicht, dass Sie mich verstehen, Herr Oberstaatsanwalt. Aber, da haben wir etwas gemeinsam. Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum mein Outfit für Sie ein Thema ist? Wenn es der Stapel unerledigter Fälle wäre, ok. Mein Stil dürfte mich wohl noch nie bei der Arbeit behindert haben, was diese Aussprache aber tut.«
Verdutzt blieb er sitzen, als sie sich erhob und mit einem freundlichen Nicken den Raum verließ. Das war zu viel. Das wussten beide und er hätte reagieren müssen, mit aller Härte. Doch da fehlte ihm das nötige Quäntchen von irgendwas, was er nicht benennen konnte, weil es eben nicht da war.
Staatsanwältin Kernbach entschloss sich, Überstunden zu machen. Sie blätterte die Akten der drei Vermisstenfälle auf und verglich die Konstellationen von Mirko Menzel und Wenke Nielsen. Offenbar keine Exzentriker. Eher blass und unauffällig. Torsten Tengler war ihr aus gelegentlichen Kontakten mit dem FK1 bekannt. Ein richtiges Bild hatte sie nicht von ihm. Sein Lebensweg war etwas winklig. Bei dem Beruf aber auch kein Wunder. Kriminalbeamte sitzen eben nicht ein ganzes Leben in einem tiefen Sessel, aus dem sie erst zur Rente wieder heraus kommen. Jeder Tag ist anders und nicht immer schön. ›Kann es einen Zusammenhang geben zwischen den Fällen? Zusammenhang bedeutet Gemeinsamkeit. Was haben die gemeinsam? Die Berufe!‹ Ihr innerer Monolog stockte, als sie das bemerkte. ›Schöffin, Geschäftsstelle eines Gerichtes, Kriminalkommissar.‹ Das ist doch ein Ansatz! Das musste nichts bedeuten, konnte es aber. Sie lehnte sich zurück und griff abermals zum Telefon.
»Frau Semlock, ich bin es noch einmal. Prüfen Sie bitte, was die beiden ersten Vermissten am Landgericht Rostock gemeinsam hatten. Ich meine nicht nur die eventuell dort gemeinsam beschäftigte Zeit, sondern auch, ob sie gemeinsam an bestimmten Fällen gearbeitet haben!« Kerstin Semlock nahm die Ergänzung auf und gab sie an die Mitarbeiter weiter. Der Nachmittag wurde immer später. Die Suche nach Tengler wollte sie in jedem Fall wiederholen lassen. Tengler bot mit dem Auffinden seines Pkw im Gegensatz zu den anderen Fällen wenigstens eine Spur. Für die Presse bereitete sie einen Aufruf vor. Die Bevölkerung sollte um Hinweise gebeten werden. Sie erhob sich, zog ihre Jacke über, griff ihre Tasche mit der linken Hand und den Zimmerschlüssel mit der rechten. Dann ging sie auf den Flur, schloss ab und übersah den Blick ihres Vorgesetzten, den sie nicht analysieren mochte. Die sich schließende Lifttür beendete den Sichtkontakt.
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.