
Полная версия:
Tieghan Gerard Das hippe Landkochbuch
- + Увеличить шрифт
- - Уменьшить шрифт


TIEGHAN GERARD
DAS
HIPPE LAND
KOCHBUCH
Kreative, saisonale Rezepte aus
meiner Scheune in den Bergen


Für all meine Leser von Half Baked Harvest, dieses Buch ist euch gewidmet. Ohne euch gäbe es kein Kochbuch. Vielen Dank für das tägliche Lesen und für eure unendliche Unterstützung. Ich liebe euch.
Und für meine Familie, ihr alle seid meine besten Freunde und meine größte Motivation im Leben. Vielen Dank, dass ihr all meine Rezepte probiert habt, auch die mit dem »grünen Zeug«, und dass ihr mich bei diesem verrückten Prozess des Kochbuchschreibens ertragen habt!

IMPRESSUM
Tieghan Gerard
Das hippe Landkochbuch – Kreative, saisonale Rezepte aus meiner Scheune in den Bergen
1. deutsche Auflage 2020
ISBN 978-3-96257-179-5
© 2020, Narayana Verlag GmbH
Titel der Originalausgabe:
Half baked harvest cookbook – recipes from my barn in the mountains
Copyright © 2017 by Tieghan Gerard
This translation published by arrangement with Clarkson Potter/Publishers, an imprint of the Crown Publishing Group, a division of Penguin Random House LLC
Photographs by Tieghan Gerard
Cover and book design by Jen Wang
Cover photography by Tieghan Gerard
Übersetzung aus dem Englischen: Simone Fischer
Coverlayout: Jen Wang
Coversatz: Narayana Verlag
Cover- und Inhaltsfotos: © Tieghan Gerard,
Autorenfoto: © Kristen Kilpatrick 2019
Herausgeber:
Unimedica im Narayana Verlag GmbH,
Blumenplatz 2, D-79400 Kandern
Tel.: +49 7626 974 970–0
E-Mail: info@unimedica.de
www.unimedica.de
Alle Rechte vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags darf kein Teil dieses Buches in irgendeiner Form – mechanisch, elektronisch, fotografisch – reproduziert, vervielfältigt, übersetzt oder gespeichert werden, mit Ausnahme kurzer Passagen für Buchbesprechungen.
Sofern eingetragene Warenzeichen, Handelsnamen und Gebrauchsnamen verwendet werden, gelten die entsprechenden Schutzbestimmungen (auch wenn diese nicht als solche gekennzeichnet sind).
Die Empfehlungen in diesem Buch wurden von Autor und Verlag nach bestem Wissen erarbeitet und überprüft. Dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Weder der Autor noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.
Inhalt
DER ANFANG
WIE MAN MIT DIESEM BUCH KOCHT
FRÜHSTÜCK

Köstlicher Toast in acht Variationen
Sesam-Bagels mit Avocado, Burrata und Himbeeren
Earl-Grey-Heidelbeer-Muffins mit Zimtstreuseln
Overnight Oats in zwei Varianten
Arme Ritter mit Erdnussbutter-Crunch
Croque Madame Frühstückspizza
Knusprige Hafer-Honigriegel
Omas Ofen-Pfannkuchen
Buddha-Smoothie-Bowl
Granola mit herbstlichen Gewürzen und Ahornsirup
Gesalzene Brioche-Zimtschnecken
Köstlicher Frühstücks-Mango-Lassi
Soufflé-Omelette mit Spinat, Artischocken und Brie
Vollkornwaffeln mit gebräunter Honigbutter und Kamillensirup
Apfel-Ricotta-Pancakes mit Speckbutter
Kräuter-Ziegenkäse-Creme mit Harissa, pochierten Eiern und Toast
Vollkorn-Schokoladen-Haselnuss-Challa
VORSPEISEN & SNACKS

Herbstliche Käseplatte
Gebackener Käse mit Erdnussbutter und Marmelade
Garnelen-Mango-Sommerrollen
Gebratener Feta mit Thymian und nach griechischer Art marinierten Oliven
Filorollen mit Provolone und Salami
Grünkohl mit Käse, Artischocken und Chorizo-Dip
Zitroniger Ofen-Rosenkohl
Honig-Butter-Bier-Brot aus fünf Zutaten
Schwarze Bohnen kubanischer Art mit Guacamole und Bananenchips
Kürbis-Blumenkohlgratin mit gebratenem Salbei
Gegrillter Maissalat mit Basilikum
Knusprig gebratener Brokkoli mit gerösteten Brotbröseln
Das Einmaleins der Guacamole
Salsa-Zeit
PASTA & GETREIDEGERICHTE

Bauernpfanne mit Cheddar und Engelshaar-Frittata
Käse-Makkaroni wie beim Italiener
Gesunde Fettuccine Alfredo mit Brokkoli
Mrs. Mooneys Penne
Dads freitägliche One-Pot-Pasta
Sommer-Carbonara
Tomaten-Basilikum-Lasagne mit besonderem Kick
Dads einfacher Nudelsalat
Chili-Rellenos mit Farro
Cremige Polenta mit Grünkohl in Knoblauchbutter und Champignons
Caprese-Quinoa-Auflauf
Kürbis-Gnocchi in Oregano-Butter
Honig-Ingwer-Hühnchen-Pfanne mit schwarzem Reis
Erbsen-Minz-Risotto
Mit Havarti gefüllter Eichelkürbis an Wildreis
GEFLÜGEL & SCHWEINEFLEISCH

Gemischter Salat mit BBQ-Huhn und Avocado-Ranch-Dressing
Frühlingssuppe mit Huhn, Ravioli & pochierten Eiern
Gesundes Parmesanhähnchen in 30 Minuten
Marokkanische Zitronenhühnchen-Spieße
Knoblauch-Kräuter-Mascarpone-Hähnchen
Hühnchen auf Bierdose
Käse-Huhn-Panini mit Brokkoli-Pesto
Gesundes Butterhuhn aus dem Slow Cooker
Gyros mit Knoblauch-Zaziki und Feta-Pommes
Coq au Vin mit Nussbutter-Eiernudeln
Burrito-Bowls mit Schmorfleisch-Tamale
Hähnchen in Kartoffelchipskruste
Schweinekoteletts mit Feigen in Apfelwein
Hawaiianische Mini-Burger
Kubanische Pulled-Pork-Tacos
Gesunde Süßkartoffelhälften mit Chipotle-Putenhack
FISCH & MEERESFRÜCHTE

Spätsommerliche Muschelsuppe mit Mais
Gebackener Lachs mit Wurzelgemüse und Salbei-Pesto
Thunfisch-Chipotle-Pita mit Avocado
Jerk-Mahi-Mahi und Ananassalat mit Ingwer-Chili-Vinaigrette
Auf Zedernholz gegrillter Lachs mit Zitronenbutter
Miesmuscheln in Bier und Harissa gedämpft mit Parmesan-Pommes
Mahi-Mahi-Tacos
Gebratener Tilapia mit Sesamkruste
Hummer-Sandwich BLT
Garnelen in Knoblauch-Zitronenbutter
Meeresfrüchte-Bánh-mì
Schnelle Cajun-Garnelen mit Reis
Hot Pot mit Meeresfrüchten und Kräutertoast
Französische Jakobsmuscheln mit Käse
RIND & LAMM

Geschmorte Lammkeulen in einer Soße aus gebratenem Knoblauch und Tomaten mit Parmesan-Stampf
Koreanisches Rindfleisch mit Süßkartoffeln und Quinoa-Bibimbap
Steak-Fajita mit Süßkartoffelpommes-Salat
Toskanisches Rinder-Ragout mit weißen Bohnen aus dem Slow Cooker
BBQ-Rippchen
Miso-Rindfleisch-Wokpfanne mit Erdnuss-Ramen-Nudeln
Frische Sommerbolognese
Mariniertes Flanksteak mit Sesam-Kräuter-Bratkartoffeln
Rindfleisch-Enchiladas nach Al-Pastor-Art
Shawarma-Steak-Bowls
Australischer Down-Under-Burger
Würzige Salsiccia-Rucola-Pizza
Sonntags-Fleischbällchen
GEMÜSE

Rübensalat mit Kürbiskernen, Blauschimmelkäse und Cranberrys
Thailändische Butternusskürbis-Erdnusssuppe
Harissa-Veggie-Burger
Süßkartoffel-Quinoa-Tacos
15-Minuten-Zucchini-Mais-Pizza mit dünnem Boden
Die perfekte Kartoffelsuppe mit knusprigem Grünkohl
Thailändisches Kokos-Veggie-Curry mit knusprigen Kichererbsen
Galette mit Brokkoli, Cheddar und Butternusskürbis
Knusprige Quinoa-Bällchen mit Buffalo-Soße
Regenbogen-Veggie-Pad-Thai
Mediterran geschmorte Linsen mit geröstetem Spaghettikürbis
Cremige Currysuppe mit Blumenkohl und Ziegenkäse
Französische Zwiebelsuppe mit irischem Touch
Die neue Margherita-Pizza
Chipotle-Süßkartoffelnudeln mit schwarzen Bohnen
In Ingwer-Miso gebratene Auberginen mit Granatapfel
Apfel-Brie-Suppe mit Speck-Kürbiskern-Granola
DESSERTS & SÜSSSPEISEN

Erdnussbutter-Cookies-and-Cream-Torte
Gesalzener Melassebutter-Apfel-Pie
Schoko-Karamell-Torte
Überraschungs-Tiramisu-Cupcakes
Schoko-Lavakuchen mit geschlagener Vanille-Mascarpone
Süchtig machende, mit Salzkaramell gefüllte Schoko-Cookies
Erdbeer-Shortcake mit drei Milchsorten
Eisbrot
Gemischter Obstauflauf
Moms Haferflocken-Chocolate-Chip-Cookies
Marshmallow-Brownies
Kürbistarte mit Chai-Sahne und glasierten Kürbiskernen
Schokoladen-Kokos-Karamellriegel
Moms Special-K-Riegel
Minz-Schoko-Eistorte
Honig-Salzbrezel-Eis in Nuss-Nougat-Creme-Waffel
Death by Chocolate-Eistorte
Schoko-Bananen-Kuppeltorte
Santas heiße Schokolade
Drei Eiscreme-Varianten ohne Eismaschine
Mokka-Mandel-Streusel-Donuts
Erdbeer-Pfirsich-Galette
DANKSAGUNG
ÜBER DIE AUTORIN
INDEX
Der Anfang


SOLANGE ICH MICH ERINNERN KANN, HABE ICH ES GELIEBT, DINGE ZU KREIEREN. Als ich klein war, verbrachte ich unzählige Wochenenden damit, an Bastelprojekten zu arbeiten, Fotocollagen aus Zeitungsausschnitten zu erstellen, mein Schlafzimmer umzugestalten oder meiner Großmutter dabei zu helfen, Partys auszurichten. Es gab keinen Moment, an dem ich nichts getan habe. Für sehr lange Zeit war ich davon überzeugt, dass ich einmal Modestylistin werden würde. Ich liebte Kleidung, aber noch mehr liebte ich es, verschiedene Teile so zusammenzustellen, dass sie ein hübsches Bild ergaben. Das habe ich von meiner Oma, die mir alles beigebracht hat, was ich über geschmackvoll gedeckte Tische und das Gastgeberdasein weiß. Außerdem hat sie mir gezeigt, wie man die leckersten Ofen-Pfannkuchen macht (Seite 28). Erst mit vierzehn oder fünfzehn fing ich an zu kochen, aber als ich erst einmal angefangen hatte, hörte ich nie wieder damit auf.
Aber ich sollte am Anfang beginnen. Ich bin eines von sieben Kindern. Ja, sieben, und ja, wir haben alle die gleiche Mutter und den gleichen Vater. Während des größten Teils meines Lebens war ich das einzige Mädchen unter den Geschwistern, denn meine kleine Schwester Asher wurde erst geboren, als ich fünfzehn war. Deswegen war ich als Kind ein absoluter Wildfang. Ich raste mit dem Fahrrad durch den Matsch, fuhr Snowboard und schwamm im See. Meine Mutter zog mir gerne süße Kleider und Hüte an, aber damit konnte ich nichts anfangen. Wenn sie mich von der Vorschule abholte, sprang ich in den Wagen und zog sofort meine hübschen Kleider aus (ich weiß, ich weiß, viel zu wild). Ich zog mich bis auf die Boxershorts und das T-Shirt aus, das ich unter den Klamotten trug, genau wie meine Brüder, und atmete erleichtert auf.
In einer so großen Familie aufzuwachsen, bedeutete ganz unterschiedliche Dinge. Zum einen bestand mein Leben aus sehr viel Spaß und war nie langweilig. Es war aber auch hektisch, unorganisiert und total laut. Ich bin der einzige Mensch in meiner Familie, der einen geregelten Tagesablauf braucht, alles gerne gut organisiert hat und im Grunde genommen alles hasst, was chaotisch ist. Im Gegensatz dazu blüht meine Mutter im Chaos richtig auf. Obwohl ich sie über alles liebe und sie meine beste Freundin ist, könnten wir unterschiedlicher nicht sein. Sie ist eine abenteuerlustige Frau, die ständig unter Strom steht und immer alles Mögliche einfach macht. Ich bin jemand, der Routinen liebt, dem Pünktlichkeit und Ordnung wichtig sind und der sehr zielgerichtet ist. Als Kind hat es mich extrem gestört, dass jeder einzelne Tag in unserem Haus chaotisch war. Es ärgerte mich unglaublich, dass unser Essen locker fünfmal so hektisch war wie bei meinen Freunden. In meinem Kopf hatte ich dieses Bild des perfekten Familienessens, wo alle zusammen zu einer vernünftigen Uhrzeit an einem schön gedeckten Tisch sitzen und wie zivilisierte Menschen essen. Ich gebe die Schuld daran dieser perfekten, aber fiktiven Szene in der Fernsehsendung 7th Heaven (in Deutschland: Eine himmlische Familie; Anm. des Verlags), die ich ununterbrochen gesehen habe (ebenso wie Gilmore Girls, von denen ich mir immer noch mit großer Freude Wiederholungen anschaue). In 7th Heaven war eine große Familie wie meine der Mittelpunkt der Serie. Aber anders als wir setzten sie sich zu einer normalen Uhrzeit zum Abendessen zusammen, aßen eine selbst gemachte Mahlzeit und diskutierten über das Leben, als wären sie tatsächlich normale Menschen. Und genau das wollte ich auch, und ich wollte es mehr als alles andere.
Mein Vater arbeitete in einem Vollzeitjob als Wertpapierhändler und spielte abends nach der Arbeit gerne Handball. Als meine Mutter mit mir schwanger war und zusätzlich drei wilde, kleine Jungs zu versorgen hatte, vereinbarten meine Eltern, dass Dad jeden Tag nach der Arbeit Handball spielen durfte, wenn er sich danach um das Abendessen kümmerte, sobald er nach Hause kam. Der unausgesprochene Teil ihrer Abmachung sah so aus, dass Mom das Dessert machte, während Dad Abendessen kochte – der Nachtisch war meistens lange vor der Hauptspeise fertig.
Mein Dad kam üblicherweise nicht vor halb acht oder acht nach Hause, und das auch nur selten. Selbst unter der Woche, wenn wir Schule hatten, aßen wir nie vor neun Uhr zu Abend. (Mom behauptet zwar, dass es viel früher war, aber das malt sie sich nur aus. Es war selten vor neun – das können meine Brüder bestätigen.) Als ich ungefähr vierzehn war, hatte ich die Nase voll und sagte etwas in der Art wie: »Oh, Mann! Ihr seid so nervig und ich hab keine Lust mehr auf den Zirkus. Ich koche mir jetzt mein eigenes verdammtes Abendessen!« Also begann ich zu kochen. Anfangs kochte ich nur, um meinem Vater dabei zu helfen, vor 21 Uhr das Abendessen auf den Tisch zu bekommen. Aber bald merkte ich, dass mir das Kochen wirklich viel Spaß machte. Ich war ein regelkonformes Kind, aber beim Kochen war ich sorgloser und kreativer. Natürlich habe ich Rezepte als Grundlage benutzt, sie aber nie bis zum Ende befolgt. Wenn ich etwas nicht hatte, was im Rezept angegeben war, habe ich irgendetwas verwendet, was wir zur Hand hatten, und das Gericht damit vervollständigt. Ich fühlte mich völlig wohl dabei, einfach mein eigenes Ding zu machen, und hatte keine Angst, dass etwas nicht klappen könnte. Wenn es etwas gibt, das mein Vater mir über das Kochen beigebracht hat, dann ist es, dass man mit einer riesigen Menge Käse und einer Handvoll frischem Basilikum so ziemlich alles retten kann.
Es dauerte nicht lange, bis ich das Kochen für die Familie komplett übernommen hatte. Ich liebte es. Es machte mir Spaß, nach Rezepten zu suchen, in den Laden zu gehen und Zutaten auszusuchen. Und – was wahrscheinlich am wichtigsten war – ich genoss es, die Kontrolle über etwas zu haben. Es fühlte sich so gut an, das Chaos in diesem einen Bereich in den Griff zu bekommen und die Kontrolle über die Essenszeit zu übernehmen.
Meine Jugendjahre waren extrem hart für mich. Ich hatte mit vielen Ängsten wegen der Schule zu kämpfen. Das, zusätzlich zum Chaos in meiner Familie, war wirklich schwer für mich. Das Kochen war meine Zuflucht, und es inspirierte mich auf eine Art und Weise, von der ich nicht das geringste bisschen geahnt hatte. Und meine Eltern fanden es toll, dass ich sie auf diese Art unterstützte. Es war eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Der Hauptgrund, warum ich gerne koche, sind die Reaktionen, die ich in den Gesichtern der Menschen sehe, wenn sie den ersten Bissen eines köstlichen Gerichts zu sich nehmen. Am liebsten schaue ich immer zu, wie jemand seine Augen nach oben dreht, die sich dann zu einem »Oh mein Gott, das ist himmlisch«-Blick öffnen. Diese Reaktionen sind das, wofür ich lebe, und sie sind es, die mich am Kochen halten und mir die Kraft geben, immer weiterzumachen.
Ich spule mal schnell ein paar Jahre vor. Ich war siebzehn, fast achtzehn, und lebte in L. A., wo ich als Talentagentin für Barbizon, eine Schauspieler- und Modelagentur, arbeitete. Ich stand kurz davor, mit der Ausbildung am Fashion Institute of Design & Merchandising anzufangen, um Modestylistin zu werden und mir den Traum zu erfüllen, den ich seit meiner Kindheit geträumt hatte. Aber nach ungefähr einem Monat hatte ich einen akuten Anfall von Heimweh. Ich hielt es dort nicht aus und ging zurück nach Colorado, zurück in meine Komfortzone von Familie und Chaos. Damals war ich unglaublich enttäuscht von mir selbst, aber wenn ich jetzt zurückblicke, war es ohne Zweifel die beste Entscheidung meines Lebens. Den Entschluss, meinen Blog Half Baked Harvest zu starten, traf ich ganz kurz, nachdem ich nach Hause zurückgekehrt war. Ich fühlte mich verloren, und meine Mutter überzeugte mich davon, etwas völlig anderes auszuprobieren. Im Laufe der Jahre hatte sie gesehen, wie glücklich mich das Kochen machte, und schlug daher vor, einen Food-Blog zu starten. Da ich wirklich nichts zu verlieren hatte, machte ich es einfach und habe es nie bereut. Denn das war der Moment, in dem ich meine Komfortzone verlassen und für immer hinter mir gelassen habe.
Nur wegen dieser Entscheidung sitze ich jetzt hier und schreibe dieses Kochbuch mit Rezepten, die ich mit großer Freude mit Ihnen teile. Diese eine Entscheidung hat mich dazu gebracht, mir ein Leben zu erschaffen, das ich liebe. Und das Lustigste daran ist der Grund, warum ich überhaupt mit dem Kochen angefangen habe, nämlich, dass ich einfach zu einer normalen Uhrzeit zu Abend essen wollte. Wir alle scherzen heutzutage darüber, dass ich mittlerweile später als jeder andere in der Familie esse, und das stimmt auch. Das ist aber nur so, weil ich das, was ich tue, so sehr liebe, weswegen der Workaholic in mir sehr oft durchkommt, sodass ich einfach erst spät dazu komme, etwas zu essen. Ich verstehe jetzt den Kampf, mit dem meine Eltern vor all den Jahren konfrontiert waren. Das Leben ist einfach zu hektisch, um das Abendessen zu einer vernünftigen Uhrzeit auf den Tisch zu bekommen! Ich finde, dass das Abendessen etwas ist, das man nicht überstürzen sollte. Es ist eine Zeit, um am Ende des Tages, wenn die Arbeit abgeschlossen ist, mit seinen Lieben zu entspannen.
Das Kochen hat mich verändert, und meine Arbeit hat mich verändert. Ich bin nicht mehr das schüchterne, ängstliche, routineliebende Mädchen, das ich früher war. Rezepte für andere zu kreieren, um sie mit Freunden und der Familie zu teilen, macht mich unglaublich glücklich! Deswegen hoffe ich, dass dieses Kochbuch zu einem festen Bestandteil in Ihrer Küche wird. Ich wünsche mir, dass es das Buch ist, bei dem der Umschlag mit Nudelsoße und die Dessertseiten mit Schokolade verschmiert sind und das sich automatisch bei Ihrem Lieblingsrezept öffnet, weil Sie es so oft machen. Und ich wünsche mir, dass dieses Buch Ihr Lieblingskochbuch wird.

Wie Sie sehen werden, sind meine Rezepte von den Menschen und Orten inspiriert, die ich am meisten liebe. Ich spreche viel über meine Familie, da sie wirklich meine liebsten Menschen auf der Welt sind. Meine Eltern und alle meine Geschwister haben diese Rezepte auf ihre ganz eigene Art und Weise inspiriert. Meine Philosophie über das Essen: Es soll fröhlich, wunderschön und absolut heimelig sein. Meine Lebensphilosophie: Arbeite härter als jeder andere.
Wie man mit diesem Buch kocht

JEDER, DER EINE FAMILIE ERNÄHREN MUSS, SUCHT NACH DEM BESTEN WEG, DIES ZU TUN. Schließlich geht es darum, das Essen auf den Tisch zu bringen – das war schon immer mein Ziel – und darum, dass dies spannend bleibt und nie langweilig wird. Genau dafür sind diese Rezepte gedacht … dazu, Ihre Lieben zu versorgen, zu tollen Gesprächen anzuregen und vor allem etwas Leckeres zu genießen. Ich bin jemand, der all seine Rezepte immer ein wenig verfeinert. Daher werden Sie in diesem Buch wahrscheinlich viele Klassiker wiedererkennen, die aber alle mit einer kleinen Veränderung oder Überraschung aufwarten, die sie zu etwas Neuem machen und dazu beitragen, dass sich Ihre Mahlzeiten besonders anfühlen. Bevor Sie anfangen, möchte ich Ihnen noch ein paar Dinge verraten …
Wenn Sie so sind wie ich, fällt es Ihnen schwer, ein Rezept genau nach Anleitung zu befolgen. Ich verstehe das – ich habe beim Kochen auch gerne Spaß und tobe mich kreativ aus. Ich möchte, dass Sie sich bei diesen Rezepten die Freiheit nehmen, die Zutaten zu verwenden, die Sie zur Hand haben. So sind viele meiner Rezepte überhaupt erst entstanden! Sie können sogar Zutaten hinzufügen, von denen Sie glauben, dass sie das Gericht zu etwas Besonderem machen, sodass Ihre Familie es lieben wird. Nur bei den Backrezepten sollten Sie das nicht tun. Backen ist mehr wie eine exakte Wissenschaft, sodass die Verwendung eines anderen Mehls oder das Ersetzen der Butter durch Öl möglicherweise nicht zu den gleichen Ergebnissen führt. Deshalb empfehle ich, dass Sie den Anweisungen zum Backen wie beschrieben befolgen.