Книга Otto mit dem Pfeil im Kopf читать онлайн бесплатно, автор Horst Bosetzky – Fictionbook, cтраница 6
Horst Bosetzky Otto mit dem Pfeil im Kopf
Otto mit dem Pfeil im Kopf
Otto mit dem Pfeil im Kopf

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Horst Bosetzky Otto mit dem Pfeil im Kopf

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»Halt, so nicht!«, rief der Kaiser und fiel dem Bayern in den Arm.

»Ich habe mit beneficium nicht Lehen, sondern Wohltat gemeint!«, schrie der Legat.

So blieb er erst einmal körperlich unversehrt, aber die Sache war damit noch lange nicht erledigt. Denn bei der Durchsuchung seines Gepäcks fand man Papiere, die auf Versuche Roms schließen ließen, die Kirchenhoheit des Kaisers zugunsten des Papstes zu unterlaufen. Man beschloss, Druck auf den Papst Hadrian IV. auszuüben, und es wurde von einem zweiten Zug nach Italien gesprochen.

Der Kaiser hatte keine Zeit für Ulric von Huysburg, und der war schon ziemlich verzweifelt, als ihm eines Abends in einer Schenke jemand auf die Schulter klopfte. »

– Hallo, mein Lieber, wie geht es dir?«

Ulric von Huysburg fuhr herum und erkannte Ahmad at-Tawil, den Mann, den er im Lager der Wilzen befreit hatte. Sie freuten sich über das Wiedersehen, und Ulric schilderte dem Araber seine Schwierigkeiten, zum Kaiser vorgelassen zu werden.

Ahmad at-Tawil schmunzelte. »Jede gute Tat rächt sich einmal. Manchmal aber kann es auch anders kommen. Ich sehe Barbarossa heute und werde einmal ein ernstes Wörtchen mit ihm reden.«

So saß denn Ulric von Huysburg am 3. Oktober beim Kaiser und informierte ihn über das, was sich im Sommer dieses Jahres in der Nordmark zugetragen hatte. »Ihr könnt diesen Teil Eures Reiches nur dauerhaft sichern, wenn Ihr eine Mark Brandenburg schafft und Albrecht den Bären zum Markgrafen macht.«

Der Kaiser sah das ein und ließ noch am selben Tage eine dementsprechende Urkunde ausfertigen. Adelbertus Die gratia marchio in Brandenborch war darin zu lesen.

Ulric dankte dem Kaiser und machte sich auf, Besançon näher zu erkunden. Als er über den Marktplatz schlenderte, entdeckte er dort den Händler Nebojša aus Jutribuc.

»Wo ist Miluša?«, fragte er, nachdem er den Slawen begrüßt hatte.

»Sie steht hinter Euch.«

Ulric von Huysburg fuhr herum, und wenig später konnte er die Dame seines Herzens in den Armen halten.

Dû bist mîn, ich bin dîn:

des solt dû gewis sîn.

dû bist beslozzen

in mînem herzen:

verlorn ist daz slüzzelîn:

dû muost ouch immer drinne sîn.

Wahrheit und Dichtung

Wahr an dieser Geschichte – und in jedem Geschichtsbuch nachzulesen – sind die Entscheidungsschlacht um die Brandenburg und der Sieg von Albrecht dem Bär im Jahre 1157, der als Geburtsstunde der Mark Brandenburg betrachtet wird.

Historisches Personal

Personen

Pribislaw-Heinrich (um 1122–1150), Hevellerfürst

Petrissa, seine Frau

Albrecht I., auch Albrecht der Bär (um 1100–1170), Askanierfürst und Markgraf von Brandenburg

Otto I. (um 1130–1184), Albrechts Sohn und Nachfolger

Siegfried, Adalbert, Dietrich, Bernhard, Hedwig und Gertrud, weitere Söhne und Töchter Albrechts

Otto der Reiche (1125–1190), Markgraf von Meißen, Schwiegersohn Albrechts

Jaxa von Cöpenick, Sprewanenfürst

Heinrich der Löwe (1129/​30–1195), Welfenfürst

Wichmann (1116–1192), Erzbischof von Magdeburg

Friedrich I., auch Barbarossa (1122–1190), deutscher Kaiser

Bolesław III. Schiefmund und Bolesław IV. der Kraushaarige, polnische Fürsten

Niklot, Fürst der Obotriten

Wertislaw, sein Sohn

Herrscherhäuser und Stämme

Askanier, ostsächsisches Fürstengeschlecht, dessen Name sich von dem latinisierten Namen Ascharia ihres Sitzes in Aschersleben ableitet

Sprewanen, slawischer Stamm im Gebiet der Spree

Heveller, slawischer Stamm an der mittleren Havel Obotriten, elbslawischer Stamm

Zamzizi, slawischer Stamm nördlich Berlins

Welfen, ein ursprünglich fränkisches Fürstengeschlecht Piasten, polnische Herrscherdynastie

Wettiner, Fürstengeschlecht auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen

Liutizen, Wilzen, slawische Stämme

Fiktives Personal

Im Umfeld von Albrecht dem Bär

Ulric von Huysburg, Ritter

Lynhardt von Schleibnitz, Ritter

Adelhayt, seine Gemahlin

Mertin von Freckleben, Ritter Hayntz von Helsungen, Ritter

Wiprecht von Wandsleben, Ritter

Hancz von Crüchern, Ritter

Eberlin von Mölz, Ritter

Ottin von Strenznau, Ritter

Cuntz, Knappe bei Ulric von Huysburg

Bogdan-Otto, Knappe bei Ulric von Huysburg

Zlata, Beiköchin auf Burg Brandenburg

Im Umfeld von Jaxa

Radogost, Ritter

Ciril, Ritter

Česćimér, Gefolgsmann Jaxas

Bohuměr, Wachposten

Nebojša, Sprewane und Kaufmann

Miluša, seine Tochter

Vuk, Knecht

Sonstige

Mickel, Jäger im Bereich der Brandenburg

Ahmad at-Tawil, arabischer Historiker

Berbelin und Linus, Urberliner

Milegost, Cealadrag und Liub, Wilzen

Anno 1190

Mord im Kloster Lehnin

Im Jahre 1190 betritt der liebestolle venezianische Händler Ricario Accorsi die Szenerie und schafft sich mit seiner Fähigkeit, allein durch seine Blicke Frauen zu verführen, beileibe nicht nur Freunde. Aus Magdeburg, wohin seine Geschäfte ihn führten, muss er Hals über Kopf fliehen. Verkleidet als Mönch, findet er Unterschlupf im Zisterzienserkloster Lehnin. Dort bekommt er es mit slawischen Verschwörern zu tun, die den Deutschen in der Region um Potsdam den Garaus zu machen versuchen. Fast noch bedrohlicher jedoch ist sein sündhaftes Liebesleben, das eine Katastrophe auszulösen droht, mit der die Politik des Markgrafen Otto II. nachhaltig gefährdet wird.

Als es auch noch einen mysteriösen Mord aufzuklären gilt, fragen wir uns bang, auf was sich Ricario Accorsi da eingelassen hat.

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