Goldene Illusion
 


Ein einfacher Kuss zwischen den Figuren ver?ndert die Situation dramatisch, und ihr Leben nimmt eine v?llig andere Wendung  eine, in der Angst und Strafe unausweichlich sind.





 

Goldene Illusion



Natalia Patratskaya

Goldene Illusion



Ein einfacher Kuss zwischen den Figuren ver?ndert die Situation dramatisch, und ihr Leben nimmt eine v?llig andere Wendung  eine, in der Angst und Strafe unausweichlich sind.



Kapitel 1. Fast eine scharlachrote Blume



Ein imposanter Mann betrat das B?ro: So beschrieb ihn Anfisa in Gedanken. Ein gepflegtes, edles Gesicht, eine majest?tische Haltung, zur?ckgezogene Schultern, kein Bauchansatz. Der Besucher, gekleidet in einen Anzug von unbestimmter Farbe, aber sehr teuer und seiner pr?chtigen Gestalt perfekt passend, begr??te die Inhaberin eines Antiquit?tengesch?fts und unterbreitete ihr einen atemberaubenden Vertrag.

Kurz gesagt, Herr Samson legte eine Liste antiker M?belst?cke auf den Tisch, die er f?r die Einrichtung eines Ahnenmuseums ben?tigte. Tats?chlich hatte Anfisa die Biografie des Gesch?ftsmannes bis in die f?nfte Generation niedergeschrieben, mit der er ihn mit dem Lieblingsmann und gro?en Mann seiner Zeit  Graf Orlow  in Verbindung bringen wollte. Der heutige Unternehmer musste die Legende der Vergangenheit mit echten Antiquit?ten untermauern!



Anfisa beschloss, die Bernsteinuhr, das Prunkst?ck ihrer Sammlung, zusammen mit Schreibtisch und Kommode f?r eine betr?chtliche Summe an Samson zu verkaufen. Die Uhr blieb derweil bei ihr zu Hause. Nachdem sie die vorl?ufige Liste der Gegenst?nde gelesen hatte, war sie erleichtert; viele davon konnte sie in das private Museum des Unternehmers aufnehmen.

Sie hatte Kontakte gekn?pft; im Sommer hatte sie Studenten engagiert, um Antiquit?ten aufzusp?ren. Herr Samson bot an, die gew?nschten Gegenst?nde so schnell wie m?glich zu liefern und bar zu bezahlen. Um den Eindruck zu verst?rken, legte er einen betr?chtlichen Betrag f?r Anfisas anf?ngliche Ausgaben bereit. Anfisa rief den Buchhalter an und lie? das Geld vor dem Unternehmer offiziell verbuchen. Anfisa unterbreitete Samson, einem wahren Bernstein-Liebhaber, einen Gesch?ftsvorschlag: Sie w?rde ihm antike, mit Bernstein verzierte M?bel liefern, und er w?rde die M?bel bezahlen, die urspr?nglich von Graf Orlov entworfen und aus dem Jahr 1770 stammten. Und wer wollte nicht in dem Interieur wohnen, in dem einst die Zarin selbst geruht hatte?



Anfisa hielt ihr Versprechen: Wenn Samson die M?bel bezahlte, w?rde sie sie aufbauen. Laut Berechnungen w?rde die Anzahlung, wie beim Solit?rspiel, f?r einen slawischen Kleiderschrank, eine Bernsteinuhr, eine Kommode und einen mit Bernstein verzierten Schreibtisch, einen Eichentisch und dazu passende neue St?hle reichen  alles perfekt gefertigt von den geschickten H?nden des Schreiners Seledkin Senior.



Ihr Mann Platon konnte Anfisa den Besuch ihres Angestellten Stepan Stepanowitsch nicht verzeihen. Er hasste ihn aus tiefstem Herzen. Doch Platon war nicht so kr?ftig und wusste um ihren k?rperlichen Unterschied, was seinen Hass nur noch verst?rkte. Er zweifelte weiterhin: Wessen Sohn war es? Seiner oder Stepan Stepanowitschs? Auf dem H?hepunkt seines unterdr?ckten Zorns bemerkte er Lenochka, eine Verk?uferin aus einem Antiquit?tenladen. Er schenkte ihr so viel Aufmerksamkeit wie m?glich und bes?nftigte so seinen Hass. Anfisa sp?rte, dass Platon ihr gegen?ber distanzierter geworden war, doch sie war so mit dem Baby besch?ftigt, dass sie seine K?lte sogar begr??te; sie hatte keine Kraft mehr f?r ihn.

Alles war ehrlich abgelaufen, und das gesamte Set wurde in Rodions Wohnung unter seiner st?ndigen Bewachung aufbewahrt. Er hatte nicht einmal Zeit, sich zu freuen, da erschien der Kunde in Begleitung von Sicherheitsleuten. Rodion wusste von dem Kunden. Er hatte sich f?r genau solche F?lle ein Handy gekauft und w?hlte Anfisas Nummer. Drau?en klopfte es und Drohungen waren zu h?ren, doch er brachte noch hervor, dass der Kunde da sei.



Die Metallt?r klapperte unter den Schl?gen. Rodion ?ffnete die T?r und sprang zur Seite. Drei Personen st?rmten an ihm vorbei ins Zimmer und standen stumm da: Ein wei?es Leuchten ging von dem Schrank, der Uhr, dem Tisch und einem Stuhl aus, in den ein St?ck Holz aus dem Schrank gesteckt war und das Bernstein erhellte. Die Gegenst?nde schienen sich zu unterhalten.



Du hast recht, fl?sterte Samson. Wundersch?n! M?bel, ich bin euer neuer Besitzer, ich nehme das ganze Set, verberge deinen Glanz.

Rodion hoffte, die M?bel w?rden den unversch?mten Mann verschlucken, doch die Gegenst?nde blieben stumm und l?schten gehorsam ihr wei?es Licht und ihren Bernsteinton.

Das bernsteinfarbene M?belset verkaufte sich recht gut. Anfisa rechnete im Arbeitszimmer mit allen Projektbeteiligten ab. Herr Samson scheute keine Kosten f?r den Schreibtisch mit den bernsteinfarbenen Teilen. Dank dessen konnte Platon sich ein neues Auto leisten, was vor allem Anfisa zugutekam; er wurde ihr Geliebter und Teilzeit-Chauffeur.

Samson machte sich zurecht, besuchte alle Sch?nheitssalons, trainierte sogar  und erschien mit einem Blumenstrau? im B?ro der ehemaligen Leiterin eines Antiquit?tengesch?fts, die in seiner Stadt f?r ihren Einfallsreichtum bekannt war. Er beschloss, die neue Frau kostenlos mitzunehmen. Inessa Pawlowna sa? in ihrem B?ro und betrachtete Platons Skizzen. Sie blickte Samson an und erw?hnte eine Theorie, wonach in einer der Nachbarst?dte ein weiteres Bernsteinrelikt entdeckt worden sei.

Wer h?tte daran gezweifelt?, dachte Samson und sagte laut:



Liebe Inessa Pawlowna, vielen Dank f?r Ihre Mitwirkung an der Entstehung des Museums. Bitte nehmen Sie meinen bescheidenen Blumenstrau? entgegen. Er ?berreichte ihr einen pr?chtigen, mehrst?ckigen Gladiolenstrau?. Ich habe einen Vorschlag: Besuchen Sie meine bescheidene Datscha und erleben Sie das Museum in einer Woche.



Samson, keine Einw?nde. Kommen Sie in einer Woche wieder, wenn Sie sich an Ihr Wort erinnern. Samson schickte Inessa Pawlowna eine Einladung zur Er?ffnung des Museums seines Vorfahren. Sie wollte der offiziellen Zeremonie nicht beiwohnen. Anfisa hingegen, die neue Leiterin eines Antiquit?tengesch?fts, sagte zu. Sie war von ihren Hausarbeiten ziemlich ersch?pft und hatte nun einen Grund, das Haus zu verlassen. Sie kaufte sich neue Kleider und neue Schuhe, die, wie Inessa Pawlowna fand, selbst in einem Harem durchaus passend w?ren. Am vereinbarten Tag holte Samsons Wagen Anfisa ab. Das Museum lag au?erhalb der Stadt. Woher kommt all diese Weite?, dachte Anfisa, w?hrend sie auf dem R?cksitz des Wagens sa?. Sie blickte aus dem Fenster auf die Landschaft, auf das endlose Flackern gr?ner Baumgruppen und Wiesen, ja sogar auf Felder, die mit ?ppiger Vegetation bedeckt waren. Ihr Blick fiel zuf?llig auf den Fahrer, und sie schauderte; er kam ihr fremd vor. Unwillk?rlich schloss sie ihre helle, wei?e Jacke und wandte sich dem Fenster zu. Sie dachte, die Fahrt zum Museum dauere unendlich lange. Die H?user der Sommerhaussiedlung huschten am Fenster vorbei, Z?une h?her als die anderen, ?berwachungskameras an den Wehrmauern, Metalltore auf Schienen, und Wachen waren zwar unsichtbar, aber deutlich zu erkennen. Ein Auto hielt vor einer dieser modernen Festungen. Die Autot?r ?ffnete sich lautlos, und auch die T?r im Zaun des modernen Schlosses ?ffnete sich und lie? Anfisa auf das Gel?nde des Anwesens. Niemand war zu sehen. Was f?r eine Museumser?ffnung!, dachte Anfisa. Es sind keine Menschen da, das Geb?ude ist hochmodern.

Sie betrachtete das imposante Haus mit seinen T?rmchen, eine Art Mini-Palast. Anfisa wagte es nicht, hineinzugehen, und setzte sich auf eine Bank neben einem kleinen Brunnen. Wasser tropfte aus dem Maul eines vergoldeten L?wen. Wie im M?rchen Die scharlachrote Blume, schoss es ihr durch den Kopf, alles ist da, keine Menschen sind zu sehen, niemand ist zu h?ren. Sie blickte noch einmal zum Tor; es war geschlossen. Das Auto, mit dem Anfisa gekommen war, war nicht in das Anwesen gefahren.



Die Sonne brannte. Anfisa zog ihre wei?e Jacke aus und legte sie auf ihre wei?e Tasche, die statt eines Schlosses mit einer gro?en Brosche verziert war. Sie stellte die Tasche auf die Bank, lehnte sich zur?ck und schloss die Augen. Sie d?ste zum sanften Pl?tschern des Brunnens ein.



Samson sp?hte durch die d?nnen Vorh?nge zu der schlafenden Anfisa. Die wei?en, prallen Br?ste der stillenden Frau lugten unter einem kurzen wei?en Top hervor. Ihr hellbraunes Haar fiel in gro?en Wellen ?ber ihre Schultern. Sie trug wei?-goldene Schuhe, die fast bis zu ihren Knien reichten, wo eine helle Hose begann. Ein einfacher, m?nnlicher Gedanke kam ihm: Sie hochheben und ins Schlafzimmer tragen, anstatt zur Museumser?ffnung zu gehen. Er zog eine wei?e Hose und helle Sandalen ohne Absatz an, zog sein T-Shirt aus und ging zu Anfisa hinunter. Anfisa schlief tief und fest. Er hob sie hoch und trug sie ins Schlafzimmer, wo er sie auf eine wei?e Seidendecke bettete.



Die Klimaanlage sorgte f?r angenehme K?hle im Zimmer. Anfisa sp?rte die K?lte im Schlaf und wollte sich zudecken. Samson betrachtete die zarten Br?ste seiner stillenden Mutter und deckte sie mit einem gro?en wei?en Handtuch zu. Dann ging er zur Wasserpfeife, und ein mildes, bet?ubendes Rauschmittel erf?llte allm?hlich den Raum. Leichte Tr?ume umh?llten die m?de junge Mutter. Zwei Gl?ser leichter Wein und eine Traube auf einem goldenen Tablett standen auf einem Tisch mit transparenter Platte. Anfisa griff unwillk?rlich nach dem Glas; der Durst hatte sie schon im Schlaf gequ?lt, ein seltsamer Nachgeschmack auf ihren Lippen. Nachdem sie das Glas geleert hatte, nahm sie eine Traube und bemerkte erst jetzt den aufmerksamen Blick ihres Gastgebers.

Samson dr?ckte die Fernbedienung, die dunklen Vorh?nge wurden heruntergelassen, und ein sanftes D?mmerlicht h?llte den Raum ein. Der Rei?verschluss ihres Oberteils fiel in die H?nde eines Mannes in wei?en Hosen. Sein sch?nes Gesicht n?herte sich dem ihren, und der Rei?verschluss ?ffnete sich langsam ?ber der Brust der jungen Frau. Ihre Br?ste w?lbten sich in zwei ?ppigen Kurven ?ber zwei wei?en K?rbchen. Samson ?ffnete den Verschluss, der vorne zum einfachen Stillen angebracht war. Er umfasste Anfisas Brust mit beiden H?nden, sah ihr eindringlich in die Augen und f?hrte langsam ihre Brustwarze zu seinen Lippen, ein st?hlerner Glanz in seinen Augen. Muttermilch str?mte aus ihrer Brustwarze, und er leckte die Tropfen mit der Zunge auf  Nein, er trank die Milch nicht, er ber?hrte lediglich eine intime Stelle.



Die andere Brust f?llte sich mit Milch. Anfisa schien wie versteinert. Unwillk?rlich tropfte Milch aus der zweiten Brust auf Samsons Hand. Er knetete die von der Milch verh?rtete Brust mit den H?nden. Milch tropfte auf seine H?nde und auf die wei?e Seidendecke. Die Frau schwieg, bet?ubt vor Staunen, eine angenehme Wonne durchstr?mte ihren ganzen K?rper, ihre Br?ste wurden weicher. Der Schmerz der Tage wich aus ihren Br?sten. Seine H?nde, bedeckt mit s??er Muttermilch, ?ffneten den letzten Rei?verschluss ihrer Hose.

Klebrige Finger zogen der jungen Mutter langsam und sanft Schuhe und Hose aus. Sie entledigten sich auch ihrer letzten wei?en Kleidung. Sie lag auf der wei?en Tagesdecke, ihr hellbraunes Haar wie eine Wolke. Samson zog seine wei?e Hose aus. Seine muskul?se Gestalt war ein wahrer Augenschmaus. Anfisa war nicht emp?rt; sie lehnte sich einfach zu diesem ungew?hnlich angenehmen Mann. Sie umarmten sich, als w?ren sie schon immer zusammen gewesen.



Ohne ein Wort, ohne einen Laut erkundeten sie einander mit sanften H?nden und Fingern. Seine Lippen ?ffneten sich so weit, dass sie ihre umschlossen, seine Zunge drang in ihren Mund ein, seine wei?en Z?hne unber?hrt von seiner Zunge, doch ihre Mundschleimhaut empfing seine mit g?ttlicher Z?rtlichkeit. Er hatte sie vollkommen in seinen Bann gezogen. Die geschmeidigen Bewegungen ihrer K?rper, ohne dass das pr?chtige Bett knarrte, waren der H?hepunkt einer angenehmen Begegnung 



Als Anfisa erwachte, war Samson nicht mehr im Zimmer. Sie bemerkte ein Laken auf sich. Neben dem Bett stand ein kleiner Tisch mit Essen. Ein Seidenmorgenmantel lag auf der Bettkante. Anfisa schl?pfte hinein und suchte nach der Badezimmert?r. Alle Badezimmer waren gefliest. Sie wusch sich, frischte sich auf und betrat das Zimmer, doch es war immer noch leer.



Anfisa ging zum Fenster: Ein Kinderwagen stand zwischen dem Tor und dem Brunnen, ihr Kind schlief darin, aber sonst war niemand im Hof. Schnell rannte sie aus dem Zimmer und verlor die Orientierung. Sie wusste nicht, wie sie nach unten kommen sollte. Die T?ren und Spiegel waren kreisf?rmig angeordnet, so schien es ihr zumindest. Sie ging in eine Richtung, erreichte das Ende des Geb?udes, fand keine Treppe, drehte um und ging bis zum Ende des Flurs: Auch dort gab es keine Treppe.



Anhand des Blicks aus dem Fenster schloss Anfisa, dass sie sich mindestens im zweiten Stock befand; au?erdem hatte sie vergessen, durch welche T?r sie gekommen war. Verzweifelt setzte sich Anfisa auf einen Stuhl im Flur und ging dann zum Fenster. Drau?en lag ein See  ein sehr kleiner, aber zwei wei?e Schw?ne schwammen darauf. W?tend stie? sie den Fl?gel des hohen Fensters auf. Das Fenster schwang auf. Anfisa befand sich auf einem halbrunden Balkon. Eine Leiter aus Seilen und runden Stangen hing von dort herab. Selbstbewusst stieg sie vom Balkon auf die Strickleiter und begann hinabzusteigen.

Auf dem Boden angekommen, fiel Anfisas nackter K?rper unter ihrem Seidenkleid direkt in Samsons Arme. Er hielt sie einen Moment lang sanft fest und setzte sie dann ab. Ihre nackten F??e ber?hrten das weiche Gras des gr?nen Rasens. Anfisa k?sste Samson unwillk?rlich auf die Lippen und bemerkte in diesem Moment einen Torbogen. Sie dachte, sie k?nne durch diesen Bogen den Kinderwagen mit dem Baby erreichen, der auf der anderen Seite des Hauses stand. Samson hob sie hoch und trug sie zum Torbogen. Von dort aus sah sie den Kinderwagen. Anfisa riss sich aus Samsons Armen los und rannte zu ihrem Kind. Das Baby schlief. Sie k?sste ihn und sah Samson fragend an.



Anfisa, du und mein Sohn werdet bei mir bleiben. Ich hoffe, das macht dir nichts aus?



Samson, zu Hause verlieren sie mich noch!



Nein. Du bist doch in der Datscha, soweit alle wissen. Sieh nur, wie m?de du bist! Du schl?fst in jeder Position und in jeder Situation ein. Ruh dich hier aus, sie bringen dir alles.



Ich finde mich in deinem Haus gar nicht zurecht: Es ist so gro?! Und wo ist das Museum, das ich er?ffnen wollte?



Wir haben alles, aber nicht jetzt.



Habt ihr denn Personal? Ich kann euren Palast nicht allein putzen; ich w?re v?llig ersch?pft!



Anfisa, du bekommst ein Kinderm?dchen mit h?herer p?dagogischer Ausbildung; sie ist schon unterwegs. Eine K?chin und ein Dienstm?dchen sind schon da. F?r Spazierg?nge mit dem Baby gibt es einen schattigen Weg um den See. Und f?r die Liebe bin ich da. Was brauchst du mehr? Freiheit! Einfach Unabh?ngigkeit.



Das ist Freiheit in deiner Situation! Bleib noch ein bisschen hier, und jetzt lass uns gehen. Ich zeige dir das Zimmer f?r das Baby, unser Baby! Du kannst dir nicht vorstellen, wie schwer es mir fiel, mitanzusehen, wie du in die F?nge deines Platons gerietst! Ich bin sicher, dein Platon ist zu Lenochka durchgebrannt. Kennst du sie? ?brigens, was lief da eigentlich zwischen Inessa Pawlowna und diesem Stepan Stepanowitsch? Ich habe geklingelt, er hat die T?r aufgemacht, und pl?tzlich hat er mir einen Schlag ins Gesicht verpasst.



Inessa Pawlowna wohnte damals in meiner Wohnung, und Stepan Stepanowitsch war ihr Mann. Ein Bild von Stepan, der sich bedrohlich ?ber sie beugte, blitzte vor Anfisas inneren Augen auf, gefolgt von panischen Telefonaten.



Zum Gl?ck war es nicht andersherum. Also bin ich die Zweite in deinem Schicksal und der zuk?nftige Vater des Kindes.



Woher hast du nur so einen Palast?



Keine Fragen dazu. Sie werden Ihnen das Museum ohne mich zeigen, und ich gehe jetzt. Sie werden zu Ihnen kommen und Ihnen helfen. Tsch?ss!, rief Samson und k?sste Anfisa, dann ging er rasch zum Tor, das sich bereitwillig ?ffnete und schloss.

Anfisa blieb mit dem Kinderwagen am Brunnen stehen, und eine l?chelnde Frau in einem Kleid mit wei?em Kragen kam auf sie zu. Anfisa erkundete ihr neues Anwesen, schob den Kinderwagen ?ber das gesamte Datscha-Gel?nde, sa? auf einer Bank am See mit den Schw?nen und stillte ihr Baby zweimal t?glich. Samsons M?nner halfen ihr dabei.

Abends begannen seltsame Dinge zu geschehen. Was bei ihrer ersten Begegnung wie ein Zufall gewirkt hatte, wurde nun zum Muster. Samson war den ganzen Tag abwesend, erschien abends, a? in seinem Zimmer  das Essen wurde ihm von der ?rtlichen Kantine gebracht , wusch sich und ging dann zu Anfisas Schlafzimmer.

Die Liebe zwischen Anfisa und Samson war von milchiger F?lle gepr?gt. Er liebte sie, doch begann ihr Liebesspiel mit ihren vollen Br?sten. Das Baby saugte ihre Milch so schnell aus, dass morgens kaum noch etwas einschie?. Brustmassagen taten dem Baby sichtlich gut; der Milchfluss wurde angeregt.

Anfisa durfte nicht viel arbeiten; sie musste tags?ber schlafen, um ihre Milch zu sparen; sie bekam Vitamine, Nahrung, S?fte, Tee mit Sahne  kurzum, sie musste Milch f?r das Baby produzieren. Das h?tte sie in den Wahnsinn treiben k?nnen, doch da sie Beruhigungsmittel zu ihrem Essen bekam, machte sie sich keine Sorgen und akzeptierte Samsons Handlungen relativ gelassen. Sie liebte ihn so leidenschaftlich, wie es unter dem Einfluss der Beruhigungsmittel m?glich war. Er war zufrieden.

Anfisas Garderobe wuchs ohne ihr Zutun. Sie ?ffnete den Schrank und nahm, was sie je nach Wetterlage brauchte. Sie wusste nicht, woher die Sachen kamen; es fiel ihr schwer, ?berhaupt nachzudenken. Sie lebte einfach und erf?llte die ihr auf diesem Landschloss zugewiesenen Pflichten. Anfisas Br?ste zeichneten sich in den angebotenen Kleidern stets leicht ab und gl?nzten in der Sonne. Wurde es k?hl, brachte man ihr warme Kleidung und sch?tzte ihre Br?ste sorgsam vor Regen, Wind und K?lte. Die stillende Mutter wurde ?berwacht und verbrachte die Nacht bei Herrn Samson. Ihre Br?ste arbeiteten wie eine kleine Milchfabrik. Er knetete ihre Br?ste in seinen H?nden und zupfte an ihren Brustwarzen. Ihre Br?ste heilten und schmerzten nicht mehr. Und sp?ter trank das Kind ihre Milch. Und schmatzte.



Eines Tages verweigerte Anfisa das angebotene Essen; ihr war ?bel und sie f?hlte sich krank. Mehrere Tage lang ging das so  und dann h?rte die Milch auf zu flie?en. Ihr Kopf, nun benommen von den Schlaftabletten, lie? die Ereignisse Revue passieren. Anfisa begriff, dass sie noch ein Kind bekommen w?rde, aber diesmal ganz sicher von Samson. Samson kam an diesem Abend nach Hause, doch ihre Br?ste waren leer; sie waren versiegt, und das Baby wollte zwei Tage lang nicht trinken. Die Liebe war gescheitert. Am n?chsten Tag wurden Anfisa und das Baby zu Platon gebracht. Dieser nahm Anfisas R?ckkehr relativ gelassen und ging einfach mit dem Baby spazieren, w?hrend sie noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben musste.

Platon fand einen dicken Stapel Hundert-Dollar-Scheine im Kinderwagen, verglich die Summe mit der Anzahl der Tage, die Anfisa weg gewesen war, und da d?mmerte es ihm.

Das Baby schlief im Kinderwagen. Platon sa? auf einer Parkbank und hatte die Scheine rein zuf?llig entdeckt, als er den Schnuller des Babys holte, der unter die Matratze gerollt war. Er wusste zwar von Samsons Existenz, hatte ihm aber keine gro?e Beachtung geschenkt; wie sich herausstellte, war dieser ein ernstzunehmenderer Rivale. Platon wiegte den Kinderwagen wie von selbst, gefangen in einem Schwall von Eifersucht, doch schlie?lich wurde ihm das ?berdr?ssig. Er schloss daraus, dass Anfisa definitiv nichts von diesem Geld wusste, sonst h?tte sie es l?ngst aus dem Kinderwagen genommen.



Wenn sie also nach ihrer R?ckkehr von Samson ins Krankenhaus ging, war klar, dass ihre Abwesenheit ihrem Mann geschadet hatte. Platon rief Lena an, die ihm sofort zu Hilfe eilte, und er gab Lenochka die H?lfte des gefundenen Geldes. Wie gl?cklich sie war! Sie half ihm ein paar Tage lang bei der Betreuung des Babys, w?hrend die Mutter verreist war, kochte und liebte Platon nat?rlich von ganzem Herzen.

Anfisa kam aus dem Krankenhaus zur?ck und fand ihre Dreizimmerwohnung in perfektem Zustand vor: Der K?hlschrank war mit Lebensmitteln gef?llt, in T?pfen und Pfannen stand gekochtes Essen, Platon l?chelte und das Baby war zufrieden. Sie l?chelte verwundert, als sie einen Geldb?ndel neben der Fernbedienung auf dem Fernseher liegen sah. So lebten sie, jeder mit seiner eigenen Liebesgeschichte.

Eines Tages kam Platon zu Lenochka und blieb in der T?r stehen. Im Zimmer sah er Rodion, der in der Ecke einen Schrank aufstellte. Dar?ber stand ein kleines Theater aus uralten Puppen. Ein Antiquit?t. Platon blickte Lenochka und Rodion an und f?hlte sich bei dieser Feier des Lebens fehl am Platz. Wortlos verlie? er die Wohnung. Niemand hielt ihn auf.



Platon beschloss, an Lenochka die Freude am Tannen?l zu erproben, die er mit Anfisa erlebt, aber bei ihr nicht wiederholen konnte. Er verstand, dass diese Liebe fl?chtig, impulsiv und ohne Best?ndigkeit gewesen war. Platon hatte eine neue Flasche ?l in der Tasche. Er schlenderte nach Hause.



Er wartete und wartete auf Anfisa und das Kind. Er nahm an, dass Samson sie wohl wieder abholen wollte, und lud Rodion ein, den Abend bei einem Bier ausklingen zu lassen.

Rodion brachte das antike M?belst?ck der Verk?uferin Lenochka, anstatt es dem Antiquit?tenh?ndler zu geben, einfach weil er Anfisa etwas nachtragend fand. Er hatte das Objekt seiner Begierde gewechselt. Er bemerkte Platon gar nicht, nahm seine Ankunft nicht einmal wahr oder tat zumindest so. Samson hielt in dem Hotel seines Onkels stets ein Zimmer f?r sich oder f?r Gesch?ftsreisende frei; Fremde lud er nie in seine Datscha ein. Polina war ihm schon lange aufgefallen, und nun war der Gedanke gereift, sie als Angestellte in seine Datscha einzuladen. Inna setzte ihren Streit mit ihrer Mutter fort; nun ?bernachteten sie und ihre Freundinnen abwechselnd bei den anderen, was ihre Mutter in rasende Wut versetzte, begleitet von Geheul, Schreien und gegenseitigen Vorw?rfen.

Polina h?rte pl?tzlich auf, ihr Geld zu geben und ihr Dinge zu kaufen. Alle stritten sich darum, wer es bekam. Pascha hingegen beruhigte sich und ging, wann immer es ging, in einen Computerladen. Stepan Stepanowitsch, der gerade aufgewacht war, beschloss, Pascha einen Computer zu kaufen und Inna Geld f?r Stiefel und einen Pelzmantel zu geben.



Es herrschte eine Weile Stille. Innas ?rger ?ber ihre Mutter erreichte einen neuen H?hepunkt. Sie jammerte ?ber Badeanz?ge, suchte nach einem Handtuch, das nicht zu gro? f?r ein Kind war, und ging zum Strand. Die Mutter wartete und wartete, aber die Tochter kam erst um neun Uhr an.



Welcher Strand um neun Uhr?!



Warum schreist du mich an? Es ist noch hell!, rief die Tochter zur?ck und ging zur T?r hinaus, um mit ihren Freundinnen zu reden, die noch nicht nach Hause gekommen waren.



Um halb elf kam sie endlich nach Hause und drehte die Musik voll auf. Rapmusik im Schlaf  ein Albtraum. Die Mutter zog sich die Decke ?ber den Kopf und schlief ein; sie schlief immer um diese Zeit ein. Eines Morgens wachte Polina von lauten Gespr?chen auf. Sie ging ins Zimmer ihrer Tochter; diese schlief, der Fernseher lief laut.



Fr?hmorgens scheinen alle Ger?usche lauter zu sein. Die Mutter ging in die K?che. Die Waschmaschine lief mit sieben leuchtenden Lampen, und eine nasse, verknitterte Decke lag darin. Sie ging auf den Balkon, wo ein fremdes Fahrrad mit platten Reifen stand.



F?r ihre Tochter begann der Morgen erst um elf. Sie wurde von einem weiteren Anruf einer Freundin geweckt.



Inna, warum steht ein Fahrrad auf unserem Balkon? Ist das ein Fahrradstellplatz f?r andere Leute?, fragte Polina.



Nein, mein neuer Freund hat zwei Fahrr?der; er hat mir dieses geschenkt.



Sein Reifen ist platt!



Also bin ich ?ber die Scheibe gefahren, antwortete die Tochter unschuldig. Mama, kauf mir einen neuen Badeanzug. Der hier ist schon zwei Jahre alt, ich will neue Vorh?nge.



Was sind Vorh?nge? Der Badeanzug hat B?nder; daran rutscht er entlang.



Ich fahre heute an den Strand, sagte Polina und ging in die K?che.



Mama, was ist denn los?! Ich bin doch schon gro?! Das Letzte, was ich brauchte, war, mit Mama an den Strand zu fahren!

Seine Tochter schlief noch, als ihre Mutter zum Strand ging.

Nach Anfisas Abreise f?hlte er sich leer. Samson bemerkte, dass Polina hart arbeitete und ein hartes Leben f?hrte, und bot ihr eine Stelle bei ihm f?r mindestens einen Monat an. Geplagt von Innas Bitten und Stepan Stepanovichs Melancholie, willigte sie ein, auf der Datscha zu arbeiten und lie? ihre Tochter bei ihrem Vater. Samson hielt keine weiteren Angestellten auf der Datscha; sie war sein pers?nliches Reich. Er behielt Polina, eine K?chin und einen Wachmann. F?r jegliche Kommunikation nach au?en zog er sich in die Tiefen seines Urlaubs zur?ck. Das Bernsteinzimmer befand sich in Samsons Landhaus. Der Raum mit den antiken M?beln war stets verschlossen und wurde nicht einmal abgestaubt. Samson betrat ihn selbst, zog die alte Uhr auf, setzte sich auf einen Stuhl, betrachtete den Schrank, die Uhr, den Schreibtisch, den Tisch und tr?umte davon, weitere Antiquit?ten mit Bernstein zu finden. Manchmal sandten die Gegenst?nde Lichtimpulse als Gru? aus. Die unheimliche Atmosph?re des Zimmers steigerte seinen Adrenalinspiegel; es war ein wenig gruselig. Manchmal st?rmte er pl?tzlich hinaus und schloss die T?r schnell, aus Angst vor was auch immer. Er gab die Schl?ssel zu diesem Zimmer nie jemandem. Polina hatte in seinem gro?en Haus genug zu tun. Samson und sein Onkel, Viktor Sidorovich, der Hoteldirektor, waren fast gleichzeitig von Bernsteinm?beln besessen. Samson sammelte Antiquit?ten, und sein Onkel beauftragte Anfisa mit der Anfertigung eines kunstvollen Schranks, den er zuf?llig im Haus eines befreundeten Energieingenieurs gesehen hatte.



Anfisa lag auf dem Sofa vor dem Flachbildfernseher und dachte an Samson, den sie innerlich einen Milch-Vampir nannte. Er faszinierte sie mit seiner imposanten Erscheinung, dem Museum, der Einrichtung und den M?beln im Allgemeinen, deren Anzahl stetig zunahm. Sie w?re bereit gewesen, ihm ein bernsteinfarbenes Bett zu schenken, wenn er sich darauf in sie verlieben w?rde  Die Gedanken verschwanden pl?tzlich, nur um dann wieder hartn?ckig in ihrem Kopf zu kreisen. Wieder dachte sie an Samson  Scham? Nat?rlich! Doch der Gedanke kam und verschwand. Sie dr?ckte die Fernbedienung und schlief ein. Anfisa, die zu Hause mittags verschlafen hatte, sa? gut gelaunt in ihrem B?ro.



Kapitel 2. Der verh?ngnisvolle Kuss



Die Hitze hatte sie pl?tzlich ?berw?ltigt; die schw?le Tagesluft lastete schwer auf ihr nach den Sorgen der letzten Tage. Sie dachte nur noch daran, wie sie M?nnern aus ihrem Leben aus dem Weg gehen konnte. Sie gab unerwartet die Idee auf, die Inneneinrichtung von Samsons Datscha zu gestalten und am M?belbauwettbewerb teilzunehmen. Zwar hatte sie das Gl?ck gehabt, eine Bernsteinuhr zu erwerben, aber alles andere lief ohne sie ab. Sie k?mmerte sich um das Kind, kochte, und das war alles.

Platon schwebte durch die Wohnung, doch sie lie? ihn in Ruhe und bat ihn um nichts. An hei?en Tagen ging sie fr?h mit dem Kinderwagen hinaus, spazierte durch den Park, unternahm abends Ausfl?ge und blieb tags?ber mit dem Kind zu Hause. Wenn der kleine Junge quengelig war, wedelte sie mit einem dicken Buch oder einer Zeitschrift ?ber ihm, schaltete einen Ventilator an, der von ihm weg gerichtet war, und die W?rme war nur m??ig tr?stlich, einfach weil sie ?berhaupt da war.

Anfisa bereute den Tausch zutiefst; nichts sehnlicher w?nschte sie sich als die kleine Wohnung zur?ck, und eines Tages sprach sie mit Platon, Rodion und sogar mit Inessa Pawlowna dar?ber. Niemand hatte etwas dagegen. Rodion zog in seine eigene Wohnung. Anfisa zog in ihre Einzimmerwohnung. Platon blieb allein in der Dreizimmerwohnung zur?ck, aber das war seine und Inessas Angelegenheit.

Samson lag auf dem Sofa im Flur im zweiten Stock der Datscha-Festung und schaute aus dem Fenster. Einst war Anfisa von diesem Balkonfenster an einer Strickleiter in seine Arme geklettert. Und warum hatte er sich in den Kopf gesetzt, sie nicht zu brauchen? Was machte es schon, dass sie ein Kind mit ihrem Ehemann Platon hatte? Was war daran falsch? Sie hatten sich erst sp?t kennengelernt, und er war w?tend auf sie, aber er brauchte ihre Wohnung nicht! Er brauchte Anfisa; es war Platons Eifersucht, die ihn so aufregte. Rodion hatte ihm neulich erz?hlt, dass sie wieder in ihrer eigenen Wohnung lebte.

So kreisten all seine Gedanken um sie, die junge Mutter. Er brauchte ihre Muttermilch nicht! Es war der Teufel, der ihn gefangen hatte, der sich an sie klammerte wie ein kleines Kind. Er war gelangweilt, traurig und hatte niemanden, der ihm half. Er hatte es satt, st?ndig an den M?beln herumzubasteln; er hatte so viel Geld investiert, und alles war umsonst; irgendetwas fehlte in seiner Sammlung; er brauchte einen talentierten Designer  und wieder einmal brauchte er Anfisa!



Sie sollte die M?bel sortieren und benutzen. Das Lustigste an der Geschichte ist, dass Samson sich in Anfisa verliebt hat! Beim ersten Mal hatte er sie nur ins Museum eingeladen, aber er hatte mit ihr geschlafen, etwas, das er noch nie zuvor erlebt hatte 

Anfisa!, rief er innerlich.

Anfisa richtete sich auf und blickte vom Kinderwagen auf: Sie glaubte, jemanden rufen zu h?ren, konnte aber die Stimme nicht verstehen. Samsons Bild erschien vor ihrem inneren Auge. Allein in ihrer Wohnung, dachte sie von ihren drei M?nnern am h?ufigsten an Samson; er hatte ihre Gedanken und ihr Herz erobert!

Hat er sie vertrieben, oder hatte sie sich das nur eingebildet? Nein, sie w?rde nicht von selbst zu ihm kommen, ihn nicht anrufen, nicht kommen! Anfisa nahm das Baby auf den Arm, dr?ckte es an ihre Brust und trug es nach dem Spaziergang zum Ausziehen.

Samson sprang vom Sofa auf, rannte schnell die Treppe hinunter und stieg ins Auto. Die Tore der Datscha ?ffneten sich f?r ihn, und er fuhr in die Stadt.



Das Baby schlief ein. Die T?rglocke klingelte.



Anfisa ?ffnete die T?r, ohne durch den T?rspion zu schauen. Samson stand da! Er st?rmte in die Wohnung, hob sie hoch, umarmte sie, k?sste sie innig und setzte sie sanft auf den Boden.



Platon sp?hte durch die offene Haust?r zu ihnen. Sein Blick schweifte umher und wirkte ?ngstlich. Er griff in seine Tasche, zog ein Klappmesser heraus, dr?ckte einen Knopf, das Messer klappte auf, und er schleuderte es geschickt nach Samsons R?cken 

Wer h?tte gedacht, dass Platon ein so furchterregendes Messer in der Tasche trug? Und es so geschickt f?hren konnte? Nichts Ungew?hnliches. Er war ein stiller, schm?chtiger Junge gewesen. Einst hatten er und Rodion im Sandkasten gesessen und mit Messern gespielt. So trug er das Messer in der Tasche, tauschte es gegen bessere Exemplare aus und warf es immer wieder nicht auf den Boden, sondern gegen die B?ume im Park  Samson fiel zu Boden, direkt auf das Messer, und rammte es sich tiefer in den Leib. Mit tr?ben Augen sah er Anfisa an. Anfisa starrte Platon entsetzt an. Platon drehte Samson auf den Bauch, zog ein Messer heraus, wischte es an einer Babydecke im Flur ab und verlie? die Wohnung. Anfisa pr?fte Samsons Puls: Er war nicht mehr zu sp?ren. Der Stich hatte direkt auf sein Herz gezielt.



Stepan Stepanowitschs Telefon klingelte:



Inessa Pawlowna, Inna und ich machen hier einen Spaziergang. M?chtest du mitkommen?



Wo seid ihr? Ich komme gleich.



Sie zog ihre Hose, ihre Lederjacke und ihre Schuhe an und ging hinaus. Stepan Stepanowitsch und Inna standen im Eingang. Sie erz?hlten ihr sofort die neuesten Neuigkeiten ?ber Polina und Stepan Sidorowitsch.



Was wolltest du von mir h?ren?, fragte Inessa Pawlowna, die die Flut an Neuigkeiten nicht mehr ertragen konnte. Soll ich Mitleid mit dir haben? Es scheint doch alles in Ordnung zu sein.



Es ist also eine stressige Situation, sagte Stepan Stepanowitsch mit tiefer Stimme.  Inessa Pawlowna, lass uns in den Park gehen, Inna wird sowieso nicht mitkommen.

Ich komme nicht mit. Papa hat mir etwas Geld zugesteckt, ich gehe einkaufen. Tsch?ss! Inna winkte und verschwand um die Ecke.



Stepan Stepanowitsch, kennst du russische Jugendstilm?bel aus dem sp?ten 19. Jahrhundert?



Das ist etwas weit hergeholt, aber sie wurden in einer einzigen Manufaktur hergestellt, sehr aufwendige Handarbeit, viel Schnitzerei.



K?nnten wir das auch? Gibt es Holzschnitzer dieses Kalibers?



Wenn wir das Geld h?tten, k?nnten wir Schnitzer finden.



Such dir ein paar Leute, ich habe eine Idee: Lass uns an russischem Jugendstil arbeiten.



Und sie schlenderten schweigend durch den Park, atmeten den Duft des Waldes in der Abendluft ein und genossen die Stille und ihre Ruhe. Anfisa rief Stepan Stepanowitsch auf seinem Handy an, der gerade mit Inessa Pawlowna durch den Park spazierte und sich dem Haus n?herte. Platon kam ihnen entgegen. Stepan Stepanowitschs Handy klingelte. Inessa Pawlowna hielt Platon auf. Sein Gesichtsausdruck war entsetzlich. Stepan Stepanowitsch h?rte Anfisas Schrei am Telefon und rannte zu ihrer Wohnung, die gl?cklicherweise in der N?he lag.



Platon winkte seiner Mutter zu und verschwand schnell in der Ungewissheit.



Stepan Stepanowitsch stieg den Treppenabsatz hinauf, sah Samson blut?berstr?mt liegen, hob den K?rper auf seine Schultern und trug ihn auf den Dachboden.



Anfisa wischte das Blut ab und folgte ihm aufs Dach. Es wurde dunkel.



Inessa Pawlowna folgte dem fl?chtenden Stepan Stepanowitsch. Die T?r zu Anfisas Wohnung stand offen. Sie trat ein und sah das schlafende Baby; niemand sonst war da. Vom uneinsehbaren Ende des Geb?udes, das an den Wald grenzte, warf Stepan Stepanowitsch Samsons K?rper zu Boden; er klammerte sich an die B?ume und prallte gegen den Metallzaun. Auf dieser Seite des Geb?udes befand sich niemand.



Inessa Pawlowna sa? mit ihrem Baby im Arm da und wiegte es auf ihrem Scho?. Sie wusste nichts, doch Angst durchdrang sie. Stepan Stepanowitsch nahm Inessa Pawlowna am Arm, und die beiden gingen aus dem Haus und zu ihrem neuen Zuhause, umrundeten das Geb?ude. Sie verstand nichts und stellte keine Fragen, ?berw?ltigt von einem schweren Gef?hl unbekannter Herkunft.



Am Morgen entdeckte Sinaida, die Putzfrau, Samsons Leiche. Die T?r zu ihrem B?ro ?ffnete sich nach hinten zum uneinsehbaren Ende des Geb?udes. Sie war fr?h aufgestanden, mit einem Besen hinausgegangen und w?re beinahe ?ber die Leiche gestolpert. Sinaida rief sofort die Polizei. M?de von den st?ndigen Streitereien mit ihrem Sohn Pascha, verlie? sie ihn und nahm, um keine Wohnung mieten zu m?ssen, eine Stelle als Putzfrau an.



Ein stattlicher Mann lag mit dem R?cken auf einer scharfen Kante eines niedrigen Metallzauns. Als sie ihn umdrehten  er musste von der scharfen Metallkante entfernt werden , hatte er eine einzelne, aber tiefe Wunde am R?cken. Der Detektiv untersuchte den Mann, und selbst sein sorgf?ltiger Blick offenbarte nichts Verd?chtiges. Er vermutete, der Mann sei vom Dach des Geb?udes gest?rzt und mit dem R?cken gegen den scharfen Metallzaun geprallt; es gab keine Anzeichen von Gewalt. Anfisa blieb mit dem Kind allein zur?ck, zitternd wie von einem Schauer ?berw?ltigt, ihre Nervosit?t unerbittlich. Platon tauchte nicht auf. Anfisa hielt es nicht l?nger aus und bat Inessa Pawlowna, in ihrer alten Wohnung zu bleiben und bei der Betreuung des Kindes zu helfen. Die Gro?mutter begann, ihre alte Wohnung zu besuchen und auf ihren Enkel aufzupassen. Eines Tages klingelte es an der T?r, und es war der Detektiv. Er arbeitete an seiner Theorie ?ber Samsons Mord. Er konnte den Selbstmord dieses pr?chtigen und wohlhabenden Mannes nicht fassen. Sein Onkel, Wiktor Sidorowitsch, sollte sein Erbe sein. Doch niemand hatte seinen Onkel im Haus gesehen. Die Hausmeisterin Sinaida sagte aus, sie habe den Toten mit Anfisa gesehen, wie sie gemeinsam einen Kinderwagen schoben.



Diese Hinweise f?hrten den Ermittler zu Inessa Pawlowna, die auf ihren Enkel aufpasste. Anfisa war nicht zu Hause, und auch Platon war nicht da. Seine Mutter sagte, er sei im Urlaub und verreist, genau wie sein Freund Rodion. Der Ermittler hegte einen Anflug von Eifersucht; der Tote war so gutaussehend. Er hatte keine anderen Anhaltspunkte. Als er Anfisa sah, eine zierliche, sch?ne Frau, wurde ihm klar, dass sie den Mann weder vom Dach sto?en noch auch nur einen Meter weit schleifen konnte. Anfisa best?tigte Inessa Pawlownas Aussage, dass Platon mit seinem Freund Rodion im Urlaub war. Ilja Lwowitsch wusste mit Sicherheit, dass Anfisa in den Mord verwickelt war; niemand sonst im Haus kannte den Toten. Er erkundigte sich nach Platon und erkannte, dass dieser Samson unm?glich aufs Dach gezerrt haben konnte: Derjenige, der das getan h?tte, h?tte st?rker sein m?ssen als der Verstorbene. Die Autopsie ergab einen sauberen Schnitt im R?cken zwischen den Rippen, neben einer Schnittwunde von einem Metallzaun. Man vermutete, dass Samson erstochen und dann vom Dach geworfen worden war.



Platon ging zu seinem Freund Rodion und gestand ihm, den Liebhaber seiner Frau get?tet zu haben. Rodion schlug vor, gemeinsam einen Ausflug zu einem interessanten Ort zu unternehmen, an dem angeblich UFOs gesichtet worden waren. Wie sich herausstellte, befanden sie sich beide gerade im Urlaub, sodass niemand nach ihnen suchen sollte.



Rodion hatte f?r den zweiten Umzug Geld von Inessa Pawlowna erhalten und konnte seinem Jugendfreund so bei der Flucht helfen; es gab keine Probleme mit den Papieren. Sie verlie?en die Stadt noch in derselben Nacht mit dem Zug.

Platon und Rodion stiegen eine Station fr?her aus dem Zug; sie hatten ohnehin kein Ziel. Ihre Vorr?te beschr?nkten sich auf das, was Rodion allein f?r die Reise gespart hatte; sie hatten keine Zeit gehabt, mehr f?r Platon einzukaufen. Also mussten sie sich eine Route ?berlegen, die an Siedlungen mit L?den vorbeif?hrte. Die Freunde wagten sich tiefer in die Taiga vor. Es begann zu schneien. Es war Sommer! Doch der Schnee schmolz bald. Platon kam mit dem Wald nicht gut zurecht. Er war durch und durch ein Stadtmensch, und im Wald benahm er sich wie ein in die Enge getriebenes Tier. Er war bereit, nach Hause zur?ckzukehren und aufzugeben. Rodion versuchte, Platon von seinem Selbstaufopferungsdrang abzubringen. Er sagte, es sei m?glich, in der Taiga zu leben; man m?sse sich nur an die neuen Bedingungen gew?hnen. Sie folgten den Pfaden wie Tiere, versteckten sich vor den Menschen, denen sie begegneten, und vermieden jeden Kontakt. Ihre Vorr?te schmolzen, sie sehnten sich verzweifelt nach frischer Luft, aber es gab nicht genug Essen f?r zwei erwachsene M?nner. Rodion schlug Platon vor, ein Wildschwein oder einen Hasen zu erlegen  irgendetwas, nur um etwas zu essen zu haben. Sie hatten Streichh?lzer und Feuerzeuge. Ihr Zelt war nur f?r eine Person. Sie hatten einen Schlafsack. Alles, was sie zum ?berleben brauchten, war ein Feuer und etwas zu kochen.

Hungrig warf Platon sein Messer nach einer Ente. Der Vogel fiel zu Boden. Lange suchten sie nach der Stelle, wo er gefallen war, und fanden sie schlie?lich. Sie bedauerten, keinen Hund dabei zu haben. Sie brieten die Ente ?ber dem Feuer, a?en sie auf einmal und schliefen tief und fest ein. Sie erwachten von seltsamen Raschelger?uschen.

Ein M?dchen mit einem Gewehr ?ber der Schulter, in hohen Gummistiefeln, einer Windjacke und Jeans, versuchte, ihr Feuer mit einem Stock zu l?schen.



Warum schlaft ihr, ohne das Feuer zu l?schen? Der Wind wird wehen  dann wird weder ihr noch der Wald ?brig sein. Und wer bist du, eine F?rsterin?, fragte Platon.



Nein, die F?rsterstochter. Habt ihr die Ente gegessen? Wo ist die Jagderlaubnis? Woher kommt ihr und wohin wollt ihr? Darf ich euch keine Fragen stellen?, fragte Rodion.



Ja, aber dann sorgt daf?r, dass ich euch hier nie wiedersehe.



Das k?nnen wir nicht versprechen, sagte Platon leise.



Was, wenn ihr Verbrecher seid? Es wurde ein Plan gestartet, um zwei M?nner in unserem Taigagebiet abzufangen, und ihr seid genau zwei.



Wir sind anst?ndige Leute, oder besser gesagt, Ingenieure im Urlaub. Mein Name ist, nun ja, es ist egal, wie ich hei?e. Junges Fr?ulein, k?nnten Sie mir sagen, wie ich aus dieser pr?chtigen Taiga herauskomme?, fragte Platon.



Ich vertraue Ihnen. Sie sehen sehr nach Stadtbewohnern aus, wie Leute aus der Hauptstadt. Wenn Sie etwa f?nfhundert Meter die Lichtung entlanggehen, kommen Sie an die Schmalspurbahn. Der Zug f?hrt einmal am Tag.



Sie sind also mit diesem Zug gekommen? Fragte Rodion, der die Tochter des F?rsters sehr ins Herz geschlossen hatte.



Ja. Die Pilzsammler haben mir erz?hlt, sie h?tten dich gesehen. Ich bin gekommen, um zu sehen, wie ihr, diese Zugv?gel, so seid und was ihr so treibt.



Bist du morgen wieder zu Hause?



Ich habe hier noch einiges zu erledigen. Ich muss im Wald herumgehen. Das Problem ist, dass sich ein paar seltsame W?lfe hier herumgetrieben haben.



Hast du keine Angst vor W?lfen?, fragte Rodion weiter.



Was sollen wir tun? Wir m?ssen.



Verlass uns nicht!, flehte Platon. Die Erw?hnung eines Wolfsrudels ?ngstigte ihn.



Ich w?rde dich zur Polizei bringen; du siehst den Leuten, die wir abfangen wollen, so ?hnlich, aber es gibt keine Polizei im Umkreis von hundert Kilometern.



Woher wei?t du von dem Abfangen, wenn es keine Polizei gibt?



Sie schicken m?ndliche Beschreibungen der Gesuchten per Post. Die Postbotin warnt die F?rster. Wir haben hier unsere Verbindungen.



Hast du keine Angst vor uns? Schlie?lich ?hneln wir uns in unseren Beschreibungen, das hast du doch selbst gesagt, erwiderte Platon.



Besonders du! Gib es zu, wen hast du get?tet? Das M?dchen richtete die Pistole auf Platon.



Wen? Du hast den Liebhaber deiner Frau in den R?cken gestochen, sagte er, zog das Messer heraus und dr?ckte den Abzug.



Ja, eine ernstzunehmende Waffe. Ich schlage einen Waffenstillstand vor und nehme deine Worte nicht ernst. Lass uns in W?rde trennen, schlug das M?dchen ohne Furcht in der Stimme vor.



M?dchen, du wei?t jetzt zu viel, und das hier ist die Taiga, begann Rodion, sie einzusch?chtern.



Vater wei?, wo ich bin. Vergiss das nicht! Sie werden dich finden.



Warum bist du hier aufgetaucht?, br?llte Platon und schlug sich mit der Handfl?che die M?cken aus dem Gesicht.



Rodion und die F?rsterstochter gingen gemeinsam voran. Platon folgte ihnen und fiel mit jedem Schritt weiter zur?ck. Er hatte seinen eigenen Rucksack. Er beschloss, einfach wegzugehen und sich ins Ungewisse zu wagen. Der verliebte Rodion lie? seinen tiefsten Gef?hlen freien Lauf bei einem M?dchen, das er in jeder Hinsicht anziehend fand. Platon blieb hinter einer Kiefer stehen und ging dann in die andere Richtung  Er hatte etwas von Rodion gelernt. An diesem Abend machte er ein Feuer, backte ein paar Kartoffeln, a? sie wie Kuchen und schlief ein. Im Schlaf h?rte Platon Schreie, als ob ihn jemand riefe, aber er antwortete nicht. Die Schreie verstummten. Am Morgen setzte Platon seinen Weg fort. Er war ?bers?t mit M?ckenstichen, aber er versuchte, nicht daran zu denken. Er ging in Richtung Sonne, um nicht im Kreis durch den Wald zu laufen. Er betrachtete das Moos auf dem Er erinnerte sich an die B?ume und wusste noch, auf welcher Seite sie gewachsen waren. Er rief sich alles in Erinnerung, was er ?ber das Leben im Wald geh?rt hatte. Ein paar Tage sp?ter stie? er auf eine verlassene J?gerh?tte, leer von Lebensmitteln, aber mit einem Dach.

Ein kalter Regen setzte ein. Platon f?hlte sich sicher. Er lernte, Pilze und Beeren zu sammeln und a? sie gierig. Er versuchte, Kr?uterwurzeln zu kauen. Platon blieb im Haus, denn er wusste, dass er nirgendwo hin konnte, da sie ihn suchten. Der junge Mann hatte einen Dreitagebart. Er sah aus wie jeder andere, nur nicht wie er selbst  der intelligente Mann seines fr?heren Lebens.



Ein paar Wochen sp?ter kehrte Rodion in die Stadt zur?ck und konnte Fox' Fragen und Verh?ren nicht entgehen. Rodion beantwortete alle Fragen mit einem kurzen Satz:



Ich habe Platon nicht gesehen. Ich bin allein in Urlaub gefahren.



Ilya Lvovich wandte ein:



Sie haben zusammen Zugtickets gekauft!



Das ist ein Zufall. Neben mir im Zug sa? ein Mann, aber es war nicht Platon.



Rodion wand sich heraus, denn er wusste, dass Platon freiwillig in der Taiga geblieben war, und die Taiga ist riesig.



Platon bestieg den Zug. Er sah aus wie ein Waldgeist, fast wie ein Kobold, und roch nach Lagerfeuer. Die Leute wichen ihm aus. Die Schaffnerin l?chelte ihn an. Sie erkannte ihn und sagte, falls er seine alte Fahrkarte noch h?tte, solle er die Nummer ?berpr?fen. Vielleicht hatte er ja im Lotto gewonnen. Das war unm?glich, aber Platon hatte tats?chlich ein paar Rubel gewonnen. Alle im Waggon schnappten nach Luft. Er war wie ein Sumpfmonster aufgetaucht, und Geld regnete vom Himmel. Platon nahm das Geld und machte sich auf den Weg nach S?den: Nachdem er mit M?usen auf einer Lichtung gelebt hatte, wollte er h?her hinaus, weiter weg von ihnen.



Anfisa schien Platons Abwesenheit nicht zu bemerken. Leute mit einem Hund kamen zu ihrer Wohnung und bewiesen ihr und sich selbst, dass der tote Samson vor ihrer T?r gestanden hatte. Aber selbst der Hund ging nicht in die Wohnung, denn es gab keine Spur von ihm! Sie lie?en Anfisa und das Kind in Ruhe.



Der Kommissar kam zu dem Schluss, dass der Mord im Treppenhaus stattgefunden hatte und dass das Paar zum Zeitpunkt des Mordes getrennt lebte. Platon verlie? die Stadt, ging aber nicht in die Taiga. Er wusste genau, wie er seine Abreise beweisen konnte, also kaufte er sich ehrlich eine Fahrkarte f?r einen Zug in Richtung Berge. Dann trampte er an der Haltestelle vorbei Richtung S?den, kaufte sich eine Fahrkarte f?r einen vorbeifahrenden Zug und fuhr in die K?stenstadt Kiparis.



Doch er erreichte Kiparis nicht sofort. Er stieg an einem gro?en Eisenbahnknotenpunkt aus, nahm einen Bus und trampte zu einer Pfauenauffangstation. Dort kaufte er drei Pfauenfedern und kam in der kleinen Stadt Abrikosovka an. Platon wohnte bei der ?lteren Dame, der das Anwesen geh?rte.

Der September, fernab vom L?rm der Stadt und den Peinlichkeiten seines Gewissens, stand ihm zur freien Verf?gung. Er schlenderte durch die kleine Stadt und badete im k?hlen Meer. Platon war kein Unmensch, aber die Eifersucht hatte ihn rasend gemacht, und das hatte ihn ans Meer getrieben.



Aber was sollte er hier tun? Es war September, Mitte September. Es waren zwar Leute da, aber Strand und Caf waren nicht mehr so ?berf?llt. Er hatte sein Handy weggeworfen und sich auch kein neues gekauft; er hatte einfach niemanden zum Reden. Es war furchtbar langweilig, und da er kein Geld f?r Vergn?gungen hatte, gab er Anfisa fast alles.



Warum hatte er Anfisa das Geld gegeben? Sie w?re damit zurechtgekommen, aber wovon sollte er in Abrikosovka leben? Er ?berpr?fte seine Papiere: Pass und Diplom waren dabei. Was sollte er nur tun? Er war ein einfacher, arbeitsloser Ingenieur; Leute wie er wurden am Strand nicht gebraucht. Sollte er Seemann werden? Aber er konnte nicht schwimmen und hatte kein Gesp?r f?r das Meer; kurz gesagt, er verstand es einfach nicht.



Platon erreichte den Leuchtturm, aber er war abgesperrt, und in der N?he lungerten Leute in Milit?runiformen herum. Da beschloss Platon, zur Pension Zum Pfau zu gehen und sich eine Stelle als Klempner zu suchen. Er ging zum Pensionsdirektor, der g?hnte, entweder vor lauter Gef?hlen oder weil er sie gar nicht hatte. Herr Direktor, ich brauche einen Job, egal welchen. Ich bin ehemaliger Ingenieur und w?rde gern hierbleiben, um mein Nervensystem und meine Atemwege zu st?rken, aber ich habe kein Geld, begann Platon seine Einleitung. Er hatte den Namen des Direktors zwar von den Wachen erfahren, aber vergessen, ihn zu benutzen.



Viele Arbeitslose wie Sie kommen im Sommer hierher. Was wundert mich da?



Ich kann aus einem leeren Raum antike M?bel machen.



Das ist ja witzig. Wieso? Wissen Sie, meine Frau Liana war im Hotel, hat im Bernsteinzimmer ?bernachtet und ist zwanzig Minuten sp?ter abgehauen und hat eine Perlenkette im Zimmer zur?ckgelassen. Sie hat einfach drei Tage Geld verschwendet.



Ich kenne das Set; meine Frau und ich haben auf unserer Reise nach S?den in einem kleinen Haus eine Bernsteinuhr aus dieser Kollektion gekauft.



Aha, so ist das also! Ich habe von diesen Bernsteinuhren geh?rt, und meine Liana ist damit weggelaufen. Haben die wirklich mystische Kr?fte? Sind die wirklich historisch?



Nat?rlich! Meine Frau und ich haben darin einen Zettel, eine Kupferplatte mit dem Herstellungsdatum und eine Notiz gefunden. Die haben ganz bestimmt etwas Mystisches an sich. Meine Mutter hat fr?her mit antiken M?beln gehandelt.



 Warum hat sie dich ohne Geld gehen lassen?



 Ich habe das Geld meiner Frau gegeben; wir haben ein kleines Kind.

Wir haben keine Kinder, seufzte der Direktor. Ich wei?, wer Sie sind, aber ich verstehe nicht, warum ich Sie brauche. Ich habe keine antiken Zimmer in der Pension. H?ren Sie, es gibt eine Fachschule in unserem Abrikosovka; Sie sollten dort unterrichten. Ich sehe Sie schon mit Ihrem Diplom wedeln! Der Unterricht beginnt gleich! Dort werden immer Fachkr?fte gesucht! Aber ich brauche keine Leute mit so einem Diplom.



Und wo ist diese Fachschule?



Eine Fachschule, so etwas wie eine Hochschule, liegt im Zentrum von Abrikosovka. Und Sie werden in einem Privathaus ohne jeglichen Komfort wohnen.



Das ist sicher, aber ich kann mir im Moment keine andere Unterkunft leisten.



Wenn Sie sich eingelebt haben, kommen Sie vorbei, dann reden wir weiter, sagte der Direktor l?chelnd. Offenbar mochte er den jungen Mann aus irgendeinem Grund.



Platon wurde als Lehrer an der Fachschule  oder, wie sie heute hei?t, Fachhochschule  eingestellt und ihm wurde ein Zimmer im Wohnheim angeboten, das er jedoch ablehnte. Er hatte nicht erwartet, so schnell eine Stelle zu finden, doch kaum hatte er gesagt: Der Direktor des Peacock-Internats hat mich f?r eine Lehrerstelle hier empfohlen!, wurde er sofort eingestellt.



Kurz darauf erhielt er eine Einladung des Direktors zu einem Abendessen. Liana hatte sich gr??te M?he gegeben, alles so k?stlich und sch?n wie m?glich zuzubereiten. Liana und Platon waren so vertieft in ein Gespr?ch ?ber antike M?bel, dass der Direktor, nachdem er das k?stliche Essen aufgegessen hatte, den Raum verlie?, die beiden zur?cklie? und sich hinlegte und einschlief.



Liana und Platon sa?en auf Ledersesseln an einem Marmortisch und pfl?ckten Trauben. Ihm fiel auf, dass er das schon einmal gesehen hatte! Er besa? zu Hause einen Marmortisch und St?hle, die genauso aussahen, und seine Mutter hatte immer Trauben f?r G?ste gekauft. Er zuckte zusammen und sah Liana an: Eine gepflegte Blondine, die kein bisschen gealtert wirkte, sa? vor ihm.



Entschuldige, Liana, ist das Zimmer schon bezahlt? Sonst w?ren wir mitgekommen. Sie sahen sich gemeinsam alles an.



Es ist zu sp?t, es sind schon Tage vergangen. Tonya wird uns jede Stunde berechnen.



Komm, wir fahren. Du hast ein Auto, und ich kann die Tour bezahlen.



Warum nicht! Ich bin bereit, los gehts.



Wie weit ist es?



Zwanzig Minuten mit dem Auto. Liana und Platon fuhren zum Hotel. Das Zimmer war so teuer, dass die G?ste nicht Schlange standen. Sie mieteten es f?r eine Stunde, was Platons Budget ziemlich belastete. Beide traten gleichzeitig durch die weit ge?ffneten Fl?gelt?ren und befanden sich im Wohnzimmer. Sie lie?en sich gleichzeitig auf zwei antike St?hle fallen. Liana warf einen Blick auf den slawischen Kleiderschrank. Sie seufzte und sah Platon an, gespannt auf seine Reaktion. Die M?bel standen ruhig da.



Platon, wenn diese M?bel nur dann Mystik ausstrahlen, wenn sie von einer Person betrachtet werden, sind sie dann friedlich, wenn zwei sie sehen? Nein, Liana, dieser slawische Kleiderschrank hat mich schon einmal in seinen Bann gezogen; ich h?tte nie gedacht, dass ich ihm noch einmal begegnen w?rde.



Was meinst du mit in seinen Bann gezogen? Du h?ttest dich einfach darin verstecken k?nnen.



Stimmt, hast du eine Digitalkamera mit Blitz? Der Kleiderschrank liebt Blitzlicht.



Ich habe keine dabei, aber ich kann alles aus dem Ged?chtnis skizzieren, und bei dir habe ich keine Angst!

Kaum hatte Liana ausgeredet, knarrte die untere T?r des Kleiderschranks, und eine wei?e, wundersch?ne Maus huschte heraus. Die T?r der Uhr knarrte auf, und eine wei?e, flauschige Katze rannte heraus. Die Katze jagte der Maus hinterher, und sie flitzten zwischen Tischbeinen, St?hlen und Menschen hindurch.



Liana, haben dich Maus und Katze letztes Mal auch erschreckt?



Die sollten hier nicht sein, nehme ich an. Die Katze und die Maus verschwanden zwischen den M?beln oder spurlos. Wir m?ssen sie uns eingebildet haben; hier ist niemand, sagte Platon leise.

In diesem Moment brachen die Tischbeine zusammen, und der Tisch fiel zu Boden.

Liana b?ckte sich, um ihn aufzuheben.



Platon, da liegt eine zerbrochene Wodkaflasche neben dem Tischbein, fl?sterte sie.

Er beugte sich ?ber das Tischbein, und eine bernsteinfarbene Armbanduhr samt Holzgeh?use fiel ihm von hinten auf den Kopf. Er versuchte, die Uhr aufzuheben, verlor aber das Gleichgewicht und rollte ?ber den versch?tteten Wodka. Die Uhr landete flach auf Platon. Liana wollte zu ihm gehen, doch eine Katze und eine Maus huschten an ihr vorbei, und sie selbst st?rzte und schlug mit der Wange gegen das Uhrengeh?use. Sie verlor kurz das Bewusstsein.

Eine Stunde sp?ter klopfte es an der T?r. Eine Frau in einer wei?en Sch?rze ?ffnete die T?r und sp?hte in den Raum. Der Boden war ?bers?t mit M?beln, Menschen und noch mehr M?beln, auf denen eine Katze und eine Maus hockten. Sie sch?ttelte den Finger vor der Katze, die daraufhin von der Pyramide sprang; Menschen begannen, sich unter den Schr?nken zu bewegen.

Was ist los? Leben Sie noch?, fragte der Hotelangestellte mit sp?ttischer Stimme.



Wer lebt denn noch und wer nicht?, fragte Liana und stand vom Boden auf. Zwei Frauen hoben die bernsteinfarbenen Uhren auf und halfen Plato auf.



Danke, Sie haben mir geholfen! Ist die Stunde Spa? schon vorbei?



Ihre Zeit ist um, Sie m?ssen extra bezahlen.



Wof?r? F?r diese M?bel, die st?ndig umfallen?



Ist hier etwas heruntergefallen?, fragte das Zimmerm?dchen. Liana und Plato sahen sich um: Alles war an seinem Platz. Die bernsteinfarbene Uhr zeigte unschuldig an, dass zwei Stunden vergangen waren und sie f?r das Zimmer extra bezahlen mussten. Sie gingen hinaus.

Am n?chsten Tag kam Liana zu Plato. Er lag auf seinem Bett, auf einem gro?en Kissen.



Sie k?nnen gehen, sagte Plato streng zu Liana. Nach einer Woche als Lehrer hatte sich sein Tonfall ge?ndert.



Warum so f?rmlich?, fragte Liana beleidigt. Wir sollten besser einen Spaziergang machen.



Das ist peinlich. Die Studenten werden es sehen und lachen.



Du hast dich in einer Woche so ver?ndert!



Was w?nschst du dir? Du wohnst in einem dreist?ckigen Palast, und ich lebe in dieser Bruchbude ohne jeglichen Komfort! Ich habe mal in einem Jagdschloss gewohnt, dann stellte sich heraus, dass es das Haus meiner Gro?mutter war, und jetzt wohne ich  ich will nicht dar?ber reden. Er winkte ab und wandte sich dem kleinen Fenster zu.



Ja, es ist schlecht f?r dich hier, aber ich habe in deinem Haus gewohnt, in deinem Bett, bis mich jemand in eine Pension und dann in den Pfauenpalast gebracht hat.



Hast du den Prinzen getroffen?



Das spielt keine Rolle. Ich wei? es nicht. Wie kann ich dir helfen? Dir ein Zimmer in meinem Palast vermieten?



Ich habe kein Geld f?r Zimmer in Pal?sten.



Geh nach Hause.



Ich kann nicht. Ich habe den Liebhaber meiner Frau get?tet, und alle zu Hause wissen es. Ich verstecke mich hier vor der Justiz. Damit sie keine Fragen stellten: Wer ich bin, was ich bin und warum ich mittellos bin.



Du musst f?r deine S?nde b??en!



Ich habe ein Jahr in der Taiga gelebt und bin jetzt auf der Flucht. Ich bin bereit, mich zu stellen. Ich habe es satt, wie ein Tier zu leben.

Liana sah Platon ?berrascht an, doch pl?tzlich verlor er das Bewusstsein. Sie ging zu ihm und ber?hrte seine Stirn. Sie war kalt. Es gab keine Lebenszeichen in Platons K?rper. Kein Puls. Liana schrie aus Leibeskr?ften.



Die Vermieterin h?rte den Schrei und kam angerannt:



Liana, was ist passiert? Was ist mit ihm los?



Ich wei? es nicht. Er lag da, bewusstlos, tot.



Verdammt! Komm schon, reanimiere den Mann!, und die alte Frau verlie? das Haus.



Liana ber?hrte Platons Arm, und ein Puls war sp?rbar. Sie legte ihm beide H?nde auf die Brust, doch es war klar, dass er wieder zu sich kam.



Lebe ich?, fragte Platon, st?tzte sich auf die Ellbogen und sah Liana ins Gesicht. Was ist mit mir passiert?



Ich wei? es nicht, ich bin ohnm?chtig geworden wie eine Gl?hbirne und dann wieder aufgewacht.



Und was mache ich hier? Wohne ich hier? Und wer bin ich?



Du bist Platon, ein Dozent an einer Fachhochschule.



Wirklich? Ich glaube, ich war Ingenieur, dann Manager. Ich kenne dich nicht. Was ist das f?r ein Haus?



Du sagtest, du h?ttest den Liebhaber deiner Frau get?tet und dann das Bewusstsein verloren.



Ich habe niemanden get?tet, ich habe gerade mein Studium abgeschlossen. Ich bin ein anst?ndiger Junge.



Das ist Unsinn, aber ich verstehe nicht, warum, lachte sie unwillk?rlich zwischen ihren vor Anspannung verkrampften Kiefern. Was sollen wir tun?



M?ssen wir etwas unternehmen? Es f?llt mir schwer, ich f?hle mich so fremd und bedr?ckt.



Du musst alles vergessen, sonst kommst du nicht wieder zu dir. Womit hast du den Mann get?tet?



Ich erinnere mich nicht, jemanden get?tet zu haben.



Was f?r eine Waffe tr?gst du?



Eine Stichwaffe. Ich hatte ein Klappmesser. Sand t?tet nicht! Ich werfe das Messer in den Sand oder gegen einen Baum.



 Und du hast es versehentlich auf einen Menschen geworfen?



 Nein! Ich habe das Messer nicht auf einen Menschen geworfen. Ich habe Schneeb?lle geworfen. Liana erkannte, dass sein Gehirn unn?tiges Wissen tief und sicher vergraben hatte.



 Hier schneit es im Februar, sagte Liana nachdenklich.



 Ist jetzt Februar?



 Nein, es ist September. Es liegt kein Schnee!, rief Liana und verlie? das Zimmer. Ein Messer flog ihr in den R?cken, blieb aber im T?rrahmen stecken. Sie sah dem Messer nach, das im Rahmen vibrierte, und rannte aus dem Tor des kleinen Anwesens. Es gab keinen Grund, ihr noch etwas zu erkl?ren. Sie verstand alles, aber sie hatte keine Angst. Liana stieg schnell in ihr Auto, gab Gas und fuhr davon.

Platon nahm das Messer aus dem T?rrahmen, klappte es zusammen und steckte es ein. Dann nahm er Geld und Pass, ging in den Hof, l?chelte dem Besitzer zu und verlie? das Tor. Nun war er sich sicher, dass er in die Taiga fahren w?rde, um seine Gro?mutter zu besuchen. Er hielt an einem vorbeifahrenden gro?en Auto an, fuhr aber, anstatt in die Taiga zu fahren, nach Hause und zwang den Fahrer des Gazelle so, seine Route zu ?ndern. Anfisa parkte vor seinem Haus, und sein Sohn spielte im Sandkasten. Platon stieg nicht aus; er erinnerte sich an seine Datscha.



Kapitel 3. Der widerwillige Sch?ne



Platon fuhr gedankenverloren zur Datscha; er wusste nicht einmal, wie man das Tor ?ffnet, also bat er den Taxifahrer, neben dem Zaun zu parken, und sprang vom Dach dar?ber. Die Datscha war leer. Er blieb dort. Platon ging langsam in der Datscha umher. Im B?ro des Wachmanns fand er den Schl?sselbund, den Polina weggeworfen hatte. Er musste nur noch die T?r zu diesen Schl?sseln finden. Am meisten interessierte ihn das Esszimmer und seine Ausstattung. Da die Bewohner die Datscha unerwartet verlassen hatten, waren noch Vorr?te vorhanden. Platon ?ffnete alle T?ren und das Museum. Er hatte nicht erwartet, die Bretter zu sehen, die er aus der Taiga mitgebracht hatte. Doch sie schm?ckten die M?bel wundersch?n und f?gten sich so nahtlos in das Holz ein, dass der ?bergang kaum wahrnehmbar war.

Er genoss es tats?chlich, in dem von ihm geschaffenen Museum zu sitzen; er bemerkte nichts Mystisches. Der einzige Nachteil war, dass es niemanden zum Reden gab und er es satt hatte, sich zu verstecken. Er fand einen Weg, das Tor der Datscha zu ?ffnen. Er schaltete den Fernseher ein und starrte lange auf den Bildschirm, wo er sich eine Sendung ?ber Sch?nheitsoperationen ansah.

Er hatte das Geld f?r die Sch?nheitsoperation gefunden! Jetzt musste er nur noch die Museumsm?bel verkaufen und das Geld f?r seine Sch?nheitsoperation verwenden! Er dachte nicht lange nach, rief direkt im medizinischen Zentrum an und bot an, mit antiken M?beln zu bezahlen. Sie lachten, doch schlie?lich fand sich ein Chirurg, der sich bereit erkl?rte, die Operation zu einem ungew?hnlich hohen Preis durchzuf?hren und sogar pers?nlich zur Datscha kam, um die M?bel und den Patienten abzuholen. Platon schloss vorsichtshalber alle T?ren ab und nahm die Schl?ssel mit. Im Krankenhaus traf er einen abgehalfterten Hockeyspieler, der beim Training ohne Maske mit einem Schl?ger ins Gesicht geschlagen worden war und sich einer Sch?nheitsoperation unterziehen musste. Derselbe Hockeyspieler wollte nun eine M?belgarnitur mit mystischem Touch kaufen. Platon erz?hlte ihm immer wieder von der neuen Garnitur, die sich noch in der Entwicklung befand.

Er fand einen K?ufer, und nachdem er mit einem neuen Aussehen entlassen worden war, bat er den Hockeyspieler um eine Empfehlung, woraufhin er einen neuen Pass erhielt. Seiner Version zufolge war er verpr?gelt und ausgeraubt worden, doch er beteuerte, bei Erhalt des neuen Dokuments seine pers?nlichen Daten angegeben zu haben.

So war er zu einem anderen Menschen geworden; seine Stimme hatte sich in der Taiga ver?ndert, und nun erkannte er sich selbst nicht mehr wieder. Platon wusste nicht, was er als N?chstes tun sollte, und kehrte deshalb zur Datscha zur?ck. Drei Tage lang ruhte er sich aus, und am vierten h?rte er ein Auto vorfahren. Anfisa und Anton Sidorowitsch, Samsons Vater, traten durch das offene Tor.



Platon beobachtete sie durch die Vorh?nge von seinem Zimmer im obersten Stockwerk aus und bereute, die Datscha nicht fr?her verlassen zu haben. Anton Sidorowitsch hatte beschlossen, ein weiteres Museumsst?ck zu verkaufen; er hatte eine Idee gehabt, sein Gesch?ft wiederzubeleben. Er ?ffnete die T?r zum Museum, und es war leer, obwohl er eine Vision gehabt hatte: Samson sa? mit angewinkelten Beinen mitten in einem leeren Raum. Einen Augenblick sp?ter sah er den leeren Raum; die anderen beiden R?ume waren ebenfalls leer. Die kirschroten Vorh?nge hingen noch immer.



Anfisa, verstehst du irgendetwas? Wo sind nur all die M?bel hin?



Fragst du mich? Woher soll ich das wissen? Frag deinen Bruder, Wiktor Sidorowitsch, erwiderte sie und erinnerte sich an das, was fr?her dort gestanden hatte. Viktor Sidorowitsch berichtete, dass die mystischen M?bel noch da waren, als er die Datscha verlie?, und dass Inna und Polina deswegen in Ohnmacht gefallen und die Datscha verschlossen hatten. F?r Anton Sidorowitsch blieb die Frage: Wohin waren die M?bel verschwunden? Sie waren so teuer gewesen! Er rannte von Stockwerk zu Stockwerk, in der Hoffnung, die fehlenden M?bel zu entdecken, was Platon sehr erschreckte, doch er hatte Gl?ck  sie begegneten sich nicht. Anton Sidorowitsch, schwei?gebadet vom Laufen, erkannte eines: Es gab nichts zu suchen, die M?bel waren einfach gestohlen worden. Er rief im Antiquit?tengesch?ft an, doch man sagte ihm, der Gesch?ftsf?hrer sei gesch?ftlich verreist und man kenne sich nicht mit M?belsets aus; man habe nur einzelne antike M?belst?cke aus dem fr?hen 20. Jahrhundert im Angebot. Anfisa und Anton Sidorowitsch verlie?en die Datscha.



Platon war sich sicher, die Datscha zu verlassen, ohne dass der Hund die F?hrte aufnahm. Er nahm Pfeffer und streute ihn ?berall hin, wo er konnte. Er verstreute seinen gesamten Pfeffer auf dem Boden. In letzter Zeit hatte er oft an Anfisa gedacht; Sie hatte sich tief in sein Herz geschlichen. Es war schade, dass sie sich so leichtfertig getrennt hatten; er wollte mit einem neuen Gesicht zu ihr zur?ckkehren. Er rief zu Hause an, aber Inessa Pawlowna war nicht da. Er rief sie auf der Arbeit an, und man sagte ihm, sie sei gesch?ftlich unterwegs.

Was tun? Er fuhr nach Hause zu seiner Mutter in ihre neue Wohnung. Er wusste immer, wo sie ihr Geld, ihre Safes und ?hnliches aufbewahrte. Er hatte einen Schl?ssel. Niemand kannte ihn an seinem neuen Wohnort, und er war v?llig neu, also betrat er ruhig Inessa Pawlownas Wohnung. Jetzt musste er nur noch das Geld finden, aber sie hatte keins! Er suchte ?berall, erinnerte sich an all ihre Gewohnheiten  nichts. Da dachte er: Was, wenn sie ihr Auto zu Hause gelassen hatte? Er nahm die Schl?ssel f?r die Garage; das Auto stand noch. Er hatte zwar eine Vollmacht f?r das Auto seiner Mutter, aber er war ein schrecklicher Fahrer, also fuhr er meistens mit fremden Autos oder ?ffentlichen Verkehrsmitteln. Es gab keinen anderen Ausweg; er musste Dokumente und Essen aus der K?che holen. Er fuhr das Auto aus der Garage und krachte sofort gegen einen Laternenpfahl. Zum Gl?ck war es fr?h am Morgen, und es gab keine offensichtlichen Zeugen seines Missgeschicks. Platon stieg aus dem Auto, ging zur?ck in die Wohnung seiner Mutter und legte sich schlafen. An diesem Morgen rief Platon seinen Freund Rodion an, der ihn nicht einmal erkannte. Daraufhin beschloss Platon, sein Aussehen an seinem Freund zu testen. Sollte dieser ihn erkennen, w?rde er ihn zumindest nicht verraten. Er gab vor, ?ber die Herstellung antiker M?bel sprechen zu wollen und stellte sich als Vertreter einer gro?en Firma vor. Sie trafen sich. Rodion erkannte seinen Freund nicht. Platon beschloss, es dabei zu belassen. Sein Aussehen hatte die Legalit?tspr?fung bestanden; nun musste er nur noch das Geld finden. Platon fand es in der Wohnung seiner Mutter, versteckt in den Nebenkostenabrechnungen f?r zwei Wohnungen. Er nahm das Geld mit.



Platon befand sich in einem Zugabteil mit Emma. Er wusste, dass sie Viktor Sidorowitschs Frau war. Derselbe Viktor Sidorowitsch hatte sie beschuldigt, M?bel aus der Datscha gestohlen zu haben. W?tend packte sie ihre Sachen und ging zu ihrer Mutter. Diese erkannte Platon nicht einmal. Sie setzten sich und spielten Karten.



Sie waren fast gleich alt, und sie nannte ihren Namen:



Emma. Du brauchst keinen Vatersnamen. Plato, sagte Plato und benutzte seinen richtigen Namen.

Emma hatte seine Br?der lautstark verflucht, und h?tte sie gewusst, wer er wirklich war, w?re er ihr Freund geworden. Das Schicksal hatte sie zusammengef?hrt! Plato hatte beschlossen, sich an sie zu klammern wie eine Klette, da er sonst nirgendwo hin konnte. So fanden sich die beiden auf engstem Raum wieder, beide w?tend auf ihre Partner, beide geschieden, beide Single. Sie hatte eine abgestandene Flasche Cognac, und ihre Tasche war voll mit Lebensmitteln: H?hnchen, Eier, Wurst, Tomaten, Gurken und Brot.

Alles war einfach wunderbar; Liebe und Cognac flossen wie am Schn?rchen. Sie wurden so eng befreundet, dass Emma Plato zu ihren Eltern einlud, aber daf?r mussten sie ein paar Haltestellen fr?her aussteigen. Er stimmte entschlossen zu und sagte: Was machte es schon f?r einen Unterschied, wo sie Urlaub machten, wenn er als Wilder in den S?den zog, und das noch im Herbst! Nach der Sch?nheitsoperation sah er aus wie ein Schauspieler; er war so umwerfend sch?n, dass Emma alles f?r ihn tun w?rde, vor allem Liebe.



In letzter Zeit hatte Anfisa Platon mit ihrer Gereiztheit und ihrem Optimismus st?ndig belastet. Er rief sie mit freundlichen Worten an, und sie antwortete ihm w?tend. Au?erdem versuchte sie, ihren Frust ?ber das Leben an ihm auszulassen. Ja, genau das bedeutete es  Platon w?re beinahe ?ber die Frau gestolpert.



Was meinst du?, fragte Anfisa, als k?nnte sie seine Gedanken lesen.



Was stimmt nicht mit mir?



Du bist ein S??er. Das lie? Platon sich aufrichten, dann l?chelte er mit einem strahlenden Porzellanl?cheln. Er sehnte sich nach Gesellschaft, nach normalem menschlichem Kontakt. Dann dachte er dar?ber nach, wie richtig es doch war, Gemeinschaften f?r alle Altersgruppen zu schaffen; Es gab Orte, an die man gehen konnte: Kindergarten, Schule, Hochschule, Universit?t, eine Firma. Eine Firma, dachte er. Wolltest du etwa alle Damen unter deine Fittiche nehmen?, fragte Anfisa.



Und was, wenn die Damen nicht netter werden? Oder macht finanzielle Unterst?tzung alle netter?



Brauchst du das wirklich, um gemeine Damen zu versorgen?



Was kann ich tun, damit man mich bemerkt?



Warum brauchst du Aufmerksamkeit?



Nein, ich brauche nicht die Aufmerksamkeit aller. Ich kann eine Heizung mit Warmluftzirkulation anstellen. Ich kann einen Raum mit k?nstlichem Sonnenlicht und s?dlichen Pflanzen einrichten, mit einem Teich. Ein primitives Refugium f?r M?dchen in Badeanz?gen.



Nein, das wird dir nicht helfen, versicherte Anfisa.

Anfisa beschloss, Platon einzuladen, und er antwortete:



Ich komme auf Tee und Weintrauben vorbei.

Doch aus dem Tee wurde nichts; kurz nach seiner Antwort kam ihre Mutter unangek?ndigt. Anfisa hatte nicht geplant, ihre Mutter Platon vorzustellen. Und welch ein Zufall: Ihre Mutter hatte Weintrauben mitgebracht, als h?tte sie jemand dazu aufgefordert. Dabei wohnte ihre Mutter in derselben Gegend wie Anfisa. Hatte sie etwa ihr Gespr?ch mit Platon mitgeh?rt?



Der Regen donnerte, aber von einem Gewitter war nichts zu sehen. Es wurde kalt. Doch dann kam die Sonne heraus, und es war kaum zu glauben, dass es nicht besonders warm war.



Anfisa dachte sehns?chtig daran, dass sie sich w?rmer anziehen musste, um hinauszugehen. Im Fr?hling muss man ?berfl?ssige Kleidung ablegen, aber im Herbst muss man sich jeden Tag etwas Warmes zulegen. Sie hatte keine Lust dazu. Es war Sonntag. Sie konnte den Herbst einfach vom Balkon aus beobachten und zu Hause bleiben. Es schien ihr wie eine Art Selbstbetrug, den Sommer zu verl?ngern.

Vielleicht h?tte an diesem Abend im wei?en Zelt getanzt werden k?nnen, aber letzte Woche hatte es keinen gegeben, daher bezweifelte sie stark, dass es diesmal einen geben w?rde.

Nun tanzten sie unter der Woche Paart?nze, aber sie nahm nicht daran teil. Irgendetwas in ihr war zerbrochen, und sie wollte ihre Nerven nicht wegen eines fremden Tanzpartners belasten. Doch es hatte einen Partner in ihrem Leben gegeben, der sie tief ber?hrt hatte, aber sie hatte nie mit ihm getanzt. Seltsam? Es gab keinen Grund daf?r. Ob mehr als Freundschaft zwischen ihnen war, konnte niemand sagen.



Eines Tages st?rmte Inna ins Zimmer und steckte sich ein St?ck Kaugummi in den Mund  nicht ihren eigenen, sondern den ihrer Mutter. Dann befreite sie ihr nasses Haar vom Handtuch, nahm ihr kurz die Fernbedienung ab und blieb dann wie gebannt vor dem Musikprogramm sitzen. Ihre Mutter schien nicht beleidigt zu sein; sie verdeckte ihr Gesicht mit der Hand und kaute den Kaugummi ungeniert weiter. Ich kann mich doch nicht bei meinem Vater ?ber jedes Problem ausweinen, dachte Polina und kaufte ihrer Tochter einen neuen Badeanzug. Sie fand ihren eigenen, schon einige Jahre alten Badeanzug in der Kommode und probierte ihn an. Was sollte sie auch sonst tun? Ihr Budget erlaubte keine doppelten Ausgaben.



Der Morgen d?mmerte sonnig unter einem stechend blauen Himmel. Polina breitete eine vierlagige Decke aus, legte sich b?uchlings in die Sonne, st?tzte den Kopf auf die Arme und d?ste ein. Als sie die Augen ?ffnete, sah sie eine kleine Ameise ?ber das Gras im Sand krabbeln. Sie richtete sich auf, M?digkeit und ?rger versanken in der Erde. Der Strand am kleinen Fluss war morgens nur sp?rlich besucht. Stellenweise war der Sand mit Gras ?berwuchert. Die Stammg?ste waren tief gebr?unt. Sie betrachtete ihre blasse Haut und stand auf. Sie sonnte sich gern im Stehen, denn der Boden war morgens immer k?hl, der Himmel aber klar. Sie erinnerte sich an ihre Bekanntschaft mit Stepan. Die Strandromanze hatte nicht lange gehalten. Stepan kam morgens an den Strand, legte sich an einen Platz, breitete ein gro?es, dunkles Handtuch aus und lag regungslos da, ohne die Frauen anzusehen oder mit ihnen zu sprechen. Manchmal stand er auf, schwamm ein wenig und legte sich dann wieder hin, um sich zu sonnen. Im Stehen konnte sie seine imposante Gestalt bewundern; sie f?hlte sich wahnsinnig zu ihm hingezogen, doch es fehlte ihr der Mut, einen so gutaussehenden Mann anzusprechen; sie betrachtete einfach nur den pr?chtigen K?rper dieses muskul?sen Mannes. Er sp?rte ihren Blick, ihre Blicke trafen sich. Sie war eine gro?e Frau mit flachem Bauch und kr?ftigen Beinen, und ihre Br?ste waren nicht besonders gro?, doch Stepan war auf Anhieb von ihr fasziniert. Sie besa? Charme und eine innere Ruhe.

Eine Woche lang verbrachten sie Zeit am Strand, sahen sich an und sprachen kein Wort. Nach einer Woche begannen sie, sich zu gr??en, doch dann fing es an zu regnen, ein Sommerregen, sonnig. Am n?chsten Tag kam Stepan mit einem Volleyball zur?ck. Sie spielten zusammen Volleyball; der Ball flog zwischen ihren Fingern hindurch und fiel nur knapp zu Boden, aber so ist der Strand nun mal. Die Leute str?mten herbei. Der Kreis der Volleyballspieler wurde immer gr??er und die Gruppen immer weiter auseinander. Sie ging zu ihrem Platz, legte sich mit dem R?cken zur Sonne hin und vergrub das Gesicht in den H?nden.



Polina, hallo!, h?rte sie schl?frig. Stepan stand vor ihr, nicht mehr derselbe wie vor Jahren, aber immer noch ein interessanter Mann.



Hallo, Stepan!, sagte sie und stand auf.



Wo ist Inna? Ich habe sie gestern mit ihren Freundinnen und zwei Jungen hier gesehen.



Sie schl?ft noch; es ist noch nicht ihre Sonnenzeit. Sie kommt sp?ter zum Sonnenbaden zur?ck.



Wie l?uft es mit ihr? Streitet ihr euch oft?



Irgendwas passiert, und wie geht es dir? Wohnst du jetzt allein oder mit jemandem zusammen?



Polina, du k?mmerst dich nicht um mich. Du lebst allein. Unabh?ngig. Sie blickte auf den Fluss, auf das Schilf am Ufer, und seufzte gelangweilt. Sie empfand in Stepans Gegenwart st?ndig tiefe Langeweile und konnte sich nicht erkl?ren, warum; jedes Mal, wenn sie ihm begegnete, wollte sie ihn am liebsten wieder verlassen. Gelbe Bl?tter wirbelten umher, als Anfisa einen ungew?hnlich gutaussehenden Mann bemerkte. Seine Gesichtsz?ge waren so fein, dass sie fast unwirklich wirkten. Sein Haar war makellos frisiert, wie eine pr?chtige Per?cke. Er begann, ihr immer wieder zu begegnen. Eines Tages sprach der Mann Anfisa an. Der Klang seiner Stimme kam ihr bekannt vor, doch das leichte Rauhe in seinem Bass war ihr v?llig fremd. Irgendetwas an ihm war vertraut, und doch war er gleichzeitig fremd.



Das Kind l?chelte ihn freudig und offen an; einmal brachte es sogar das Wort Papa hervor. Der Mann zuckte zusammen, l?chelte aber zur?ck. Anfisa wusste weder, wo er wohnte, noch was er beruflich machte, doch ab und zu tauchte er in ihrer und der N?he ihres Sohnes auf.



Anfisa konnte nicht widerstehen und fragte als Erste:



Entschuldigen Sie, wie hei?en Sie? Wir sehen uns so oft und sprechen so wenig miteinander!



Hast du mich bemerkt?



Wie h?tte man dich ?bersehen k?nnen? Mein Sohn nennt dich schon Papa, und ich kenne deinen Namen nicht einmal!



Und wie hei?t du, sch?ne junge Mutter?



Anfisa. Ein bescheidener Name.

Anfisa? Wie hei?t dein Sohn?



Zhenya. Nach seinem Gro?vater.



Ah, wir haben uns heute lange unterhalten. Tsch?ss!, und er ging mit schnellen, vertrauten Schritten davon. Anfisa sah ihm nach und dachte, h?tte sie sein Gesicht nicht gesehen, h?tte sie ihn f?r Platon selbst gehalten. Der Mann ging weiter und dachte, wie absurd alles f?r sie beide werden w?rde! Seine eigene Frau sah ihm ins Gesicht und fragte nach seinem Namen. Er lie? Emma schnell zur?ck; es ging nicht weiter als bis zum Zug. Er hatte diese erzwungene gespaltene Pers?nlichkeit endg?ltig satt; er hatte seine Mutter nicht einmal besucht und lebte in st?ndiger Angst in der Datscha. Also nahm er all seinen Mut zusammen und ging auf seine Frau zu. Wie sch?n sie war! Und was sollte er als N?chstes tun? Er wusste es nicht, nur dass es Zeit war zu arbeiten. Platons Diplom war noch an der Technischen Hochschule Abrikosovka. Wohin sollte er gehen? Er war so in Gedanken versunken, dass er auf der Datschastra?e mit einem langsam fahrenden Auto zusammenstie?. Eine umwerfend sch?ne Frau sprang aus dem Auto:



Habe ich dich angefahren? Mein Gott, du bist so sch?n! Mann, ich stelle dich ein!



Habe ich dich ?berhaupt darum gebeten?



Du l?ufst ja schon, mit so einem umwerfenden Aussehen! Willst du in einem Nachtclub arbeiten? Du bist wie geschaffen f?r einen Musikclub. Sag doch mal ein paar Zeilen.

Er rezitierte ein bekanntes Gedicht.



Ausgezeichnet, ich kann dich gleich zur Arbeit fahren! ?brigens, ich hei?e Elvira. Du m?sstest noch etwas an deiner Fitness arbeiten, aber ansonsten siehst du toll aus. Wohnst du in der N?he? Ich nehme dich auf jeden Fall mit. Steig ein. Platon stieg in das Auto der umwerfenden Frau und dachte, dass sich sein neues Aussehen gelohnt hatte. Er beschloss, Anfisa nicht zu viel zu zeigen, da er ein neues Leben plante und seine Frau ihn vielleicht wiedererkennen w?rde. Er w?rde sich nicht in sie verlieben k?nnen  Anfisa hatte ihre Arbeit aufgegeben und sa? nun zu Hause und starrte ausdruckslos aus dem Fenster. Sie hatte ihren Sohn Schenja von Inessa Pawlowna geholt, und der Sohn lebte wieder bei ihr, w?hrend sie dar?ber nachdachte, wie sie ihre Schwiegermutter wieder zum Leben erwecken k?nnte, denn diese war eine begabte Antiquit?tenh?ndlerin! Ihr Sohn kam herbei und sagte:



Iss! Iss!



Iss  ein Festmahl! Im Empire-Stil!, rief Anfisa. Schenja, danke, wir helfen deiner Gro?mutter; sie wird wieder arbeiten. Empire-Stil, was braucht man daf?r? Hochwertiges Holz, eine prachtvolle Oberfl?chenbehandlung, kunstvolle Vogelk?pfe! Aber woher bekommt man all diesen Prunk? Jemand hatte Stepan Stepanowitsch verhext; er war seit einem Jahr betrunken. Inessa Pawlowna hatte bitterlich geweint. Auf wen konnte sie sich noch verlassen? Stepan Stepanowitsch Seledkin fuhr Taxi. Wo waren die alten M?nner? Der Antiquit?tenladen war schon lange geschlossen. Anfisa nahm den Schl?ssel und durchsuchte zusammen mit Zhenya alle R?ume. In einem Abstellraum stie?en sie auf eine Kiste mit h?lzernen Vogelk?pfen. Genau das, was sie brauchten! Sie plante eine Esszimmergarnitur, St?hle  alles passte perfekt.



Sie brauchten karelische Birke! Anfisa rief Rodion an, und er willigte ein, genau diese karelische Birke zu bringen.



Und Anfisa brachte Stepan Stepanowitsch ins Krankenhaus. Anderthalb Monate sp?ter war er zwar noch nicht ganz der Alte, aber v?llig n?chtern. Und Anfisa hatte das seltsame Gef?hl, dass Stepan Stepanowitsch Samson, noch lebend, vom Dach geworfen hatte! Schlie?lich waren zwei Polizisten nicht an Platons Messerstichen in den R?cken gestorben, sie hatten ?berlebt!



Stepan Stepanowitsch kam dann schnell herbei und zerrte Samson aufs Dach, aber Anfisa, eine Feigling, wagte es nicht einmal, hinaufzusteigen. Sie hielt sich nur kurz an der Luke auf und ging nach Hause. Stepan Stepanowitsch hatte sich hemmungslos betrunken  schlie?lich war er es, der sein Gewissen im Alkohol ertr?nkte! Wer tr?gt also die Schuld an der ganzen Sache?



Stepan Stepanowitsch wusste, dass Inna in der Datscha war. Er versp?rte einen unwiderstehlichen Drang zu Anfisas Haus. Am Nachbareingang luden sie gerade neue M?bel aus einem Auto, und Inessa Pawlowna sa? auf einer Bank und hielt den Griff eines Kinderwagens fest. Er setzte sich neben sie.



Hallo, Inessa Pawlowna, wer hat Ihnen die neuen M?bel gebracht?



Ich glaube, Sie waren es. Sie haben die Antiquit?ten in die Datscha gebracht und die neuen M?bel selbst gekauft.



 Glauben Sie, dass es in Viktor Sidorowitschs Datscha antike M?bel mit Tiermotiven gibt?



 Was ist daran ?berraschend?



 Nichts ?berraschendes, ich habe die M?bel selbst gemacht, sie sind nicht mystisch, aber sie hatten eingearbeitete Tierplaketten. Dein Platon hat diese Holztafeln aus der Taiga mitgebracht; sie sind meisterhaft gefertigt, aber sie haben etwas Einzigartiges, etwas, das alten antiken M?beln eigen ist; sie besitzen einen mystischen Geist, ich habe es selbst gesp?rt, als ich mir das fertige Set ansah. Ich bin ein starker Mann, aber mir ist wirklich schwindlig! Jetzt mache ich mir Sorgen um meine Frauen; ich bin in gro?er Sorge. Inessa, sieh dir die M?bel an, ich fahre zur Datscha. Ach, ich muss auf den Bus warten! Mein Auto ist in der Werkstatt. H?r zu, fahr mich mit deinem Auto zu Viktor Sidorowitschs Datscha!

Stepan Stepanowitsch, dein Gesichtsausdruck hat sich ver?ndert! Nat?rlich bringe ich dich hin. Halt den Kinderwagen fest, pass auf, dass du nicht ohnm?chtig wirst. Ich hole die Schl?ssel und komme mit dem Auto.

Wiktor Sidorowitsch h?rte ein Hupen am Datscha-Tor, aber niemand ?ffnete. Er stand auf, sah das schlafende M?dchen an und ging zum Bedienfeld am Eingang des Geb?udes. Er sah die Gesichter von Inessa Pawlowna und Stepan Stepanowitsch auf dem grauen Bildschirm und ?ffnete das Tor. Sie fuhren auf das Datscha-Gel?nde.



Er kam heraus, um sie zu begr??en:



Was f?hrt mich hierher?



Wiktor Sidorowitsch, Stepan Stepanowitsch macht sich Sorgen um seine Frauen!, antwortete Inessa Pawlowna.



Und das zu Recht. Inna ist im Museum ohnm?chtig geworden und schl?ft, und Polina ist irgendwo ruhig. Sie hat dir nicht einmal das Tor ge?ffnet.



Wo sind sie?, fragte Stepan Stepanowitsch heiser.



Komm mit, erwiderte Viktor Sidorowitsch und f?hrte den Gast.

Inna schlief auf der Couch im Flur. Der Hund ?ffnete die Augen, bellte leise und legte sich wieder neben das M?dchen.



Und wo ist Polina?



Sie hat ihrer Tochter die Museumsschl?ssel abgenommen, und ich habe sie nie wieder gesehen.



Gehen wir ins Museum.

Polina lag im T?rrahmen des Museums. Stepan Stepanowitsch hob sie federleicht hoch und schloss die T?r abrupt.



Stepan, geh da nicht rein! Ich wei? nicht warum, aber mach die T?r nicht auf!



Was, wenn da jemand ist?



Ich glaube nicht. Waren viele von euch in der Datscha? Drei? Ich habe sie alle gesehen. Inessa Pawlowna steht unten am Brunnen mit dem Kind; hier sollte sonst niemand sein. Gut, wohin soll ich Polina bringen?



Bring sie in Innas Flur; dort stehen zwei Sofas, die Atmosph?re ist gut. Fl?ssigkeiten sind wichtig.

Stepan Stepanowitsch legte Polina auf das zweite Sofa und betrachtete ihr Gesicht. Polinas Ausdruck war von l?hmendem Entsetzen gezeichnet, doch sie atmete, w?hrend ihr Gesicht wie eine Maske der Angst erstarrt war.



Stepan Stepanowitsch, warum baust du so furchterregende M?bel?, fragte Viktor Sidorowitsch w?tend.



Ich baue normale M?bel, ohne Schnickschnack, aber meine M?bel sind mit Antiquit?ten kombiniert, und das Ergebnis ?bersteigt mein Verst?ndnis.



Vielleicht sollten wir die Datscha schlie?en und nach Hause fahren? Der September kommt bald.



Das ist eine gute Idee, erwiderte Stepan Stepanowitsch. Aber Polina und Inna m?ssen aufwachen und uns erz?hlen, was ihnen im Museum zugesto?en ist.



Und was, wenn sie sich nicht erinnern wollen? Dann lassen wir Inessa Pawlowna bei ihnen und gehen selbst ins Museum und sehen nach, schlug Viktor Sidorowitsch vor.



Beantworte mir lieber: Gibt es Geister in deiner Datscha?, fragte Stepan Stepanowitsch.



Wir haben das neulich besprochen und sind zu dem Schluss gekommen, dass Samsons Seele sehr wohl der Geist des Museums sein k?nnte.



Warum sollten wir dann dorthin gehen? Soll Samson doch dort spuken; er hat sein eigenes Museum gebaut.



Stepan Stepanowitsch, wir haben das Bernstein-Set verkauft, und das Museum hat das mit den Tieren.



Aha! Ich wei? etwas dar?ber, aber ich habe nie richtig dar?ber nachgedacht. Samsons Seele wird diesen Museumstausch von dir vielleicht nicht guthei?en! Platon hat Samson get?tet, und Platon hat diese Tiere gebracht!



Willst du damit sagen, dass Platon Samson get?tet hat? Aber du hast gesagt, Samson habe Selbstmord begangen, er sei vom Dach gesprungen. Ich erinnere mich, dass du gesagt hast, er sei ein Schlafwandler gewesen.



 Es ist mir rausgerutscht; ich wusste nicht, dass du das nicht wusstest!



 Stepan Stepanowitsch, woher wei?t du das?



 Ehrlich? Ja, ich habe Samson selbst vom Dach geworfen, aber er war schon tot, sagte Stepan Stepanowitsch und f?gte gedehnt hinzu: Wer zwingt mich, das zu sagen?



Neben wem sitze ich?!, rief Viktor Sidorowitsch.



Wer? Der Mann deiner Herrin! Was ist los mit dir? Ich hatte keine Wahl. Ich musste Anfisa retten; Samson st?rmte in ihre Wohnung, und ihr Mann Platon stach ihm aus Eifersucht ein Messer in den R?cken. Wir stecken alle in Schwierigkeiten.



Ja, besser nicht weiter nachforschen, sagte Viktor Sidorowitsch gedehnt, sein Tonfall ver?nderte sich.



Genau das habe ich gesagt! Samsons Geist spukt in diesem Museum. Sobald er Ruhe gefunden hat, wird es ruhiger sein. Wir gehen ins Museum, aber nicht heute. Nein, die Damen wachen auf  wir fahren nach Hause!



Ich hole Ammoniak; das m?sste im Verbandskasten im Auto sein, und dann verschwinden wir alle. Bald verlie?en alle die Datscha. Inna nahm ihren Hund mit nach Hause.



Kapitel 4. Holunderbeeren im Garten



Viktor Sidorovichs Frau Emma konnte ihre eigene Gro?z?gigkeit nicht lange ertragen; sie schlug ihrem Mann angesichts der j?ngsten Ereignisse vor, sich scheiden zu lassen. Gesagt, getan. Sie bekamen ein gemeinsames Formular; sie f?llten bei der Sberbank einen Beleg aus, der unz?hlige Zahlen erforderte, alle ?ber ein paar hundert Rubel. H?tten sie dreihundert Rubel in bar genommen, h?tten sich mehr Leute scheiden lassen. Emma f?llte das Formular schneller aus, schaffte es, die Miete zu bezahlen, und wartete dann im UZAGS-B?ro auf ihren Mann, wo sie es schaffte, etwas Schokolade zu essen, und das wars.



Das wars! Sie gingen getrennt nach Hause, jeder in seinem eigenen Tempo. Sie besa?en zwei Wohnungen, und jeder zog sich in seine eigene zur?ck. Zuvor hatten sie eine vermietet. Der verw?hnte Viktor Sidorowitsch, der an die F?rsorge von Frauen gew?hnt war, f?hlte sich sofort gescheitert und glaubte, dass es schwer sei, die Liebe eines anderen Menschen zu finden.

Es ist schwer, ein richtiger Mann zu sein! Wie sich herausstellte, war er nach Stepan Stepanowitsch Polinas zweiter Lebensgef?hrte geworden. Nun lebt sie allein mit Inna, und die M?nner wohnen weit weg von ihr. Viktor Sidorowitsch wurde von seiner eigenen Gro?z?gigkeit deprimiert, und Polina verweigerte ihm jegliche weitere Zusammenkunft. So kam es, wie es kommen musste; h?tte er es gewusst, w?re er gar nicht erst in diese Datscha gegangen.



Unerwartet wurde Viktor Sidorowitsch der Besitzer der Datscha mit Samsons M?beln. Nat?rlich wurde er sofort von Kommissar Lis verh?rt, doch er hatte ein Alibi. Er hatte einen Herzinfarkt erlitten und sein Krankenzimmer in der Mordnacht nicht verlassen.



Ilja Lwowitsch fragte:



Viktor Sidorowitsch, kennen Sie zuf?llig einen gro?en Mann, der Anfisa kennt?



Viktor Sidorowitsch antwortete:



Ich kenne Anfisa nicht besonders gut, aber ich kenne einen gro?en Mann, Stepan Stepanowitsch, den Ehemann von Polina, der in jenem Sommer auf Samsons Datscha gearbeitet hat. Ilja Lwowitsch traf sich mit Stepan Stepanowitsch. Sein Auftreten fl??te Respekt ein und wirkte zugleich beunruhigend. Er war fast 1,90 Meter gro?, von kr?ftiger Statur und hatte einen fast kahlgeschorenen Kopf. Er konnte alles. Der Kommissar forderte ihn zu einem Messerwurf heraus. Stepan Stepanowitsch gelang es nicht, Messer zu werfen; er wusste nicht, wie man Messer wirft. Ein Messer lag ihm ?berhaupt nicht. Der Kommissar beschloss, auf Platons R?ckkehr zu warten, da er keine anderen M?nner aus Anfisas Umfeld gefunden hatte, zumal dieser die Fahrkarte in der Mordnacht gekauft hatte. Ilja Lwowitsch benachrichtigte Platons Zielort ?ber die Notwendigkeit seiner Festnahme. Doch es gab keine Informationen ?ber seinen Aufenthaltsort, wie aus seiner Fahrkarte hervorging.



Vielleicht hatte Platon sich ein neues Fahrrad gekauft. Und Anfisa hatte das Gef?hl, er sei in einer neuen Beziehung. Aber mit wem? Sie musste die Fakten ihrer gemeinsamen Lebensgeschichte und einige andere Ereignisse, die sich in ihrem Umfeld abspielten, zusammensetzen. Vorgestern war eine schlanke Frau namens Lena an Anfisa vorbeigegangen, und sie sp?rte die stechende Aura ihrer Rivalin, obwohl diese vor Kurzem noch stehen geblieben und sie angesprochen h?tte. Anfisa sp?rte einen Stich  es war sie. Platon hatte einst mit dieser schlanken Frau zusammengelebt und gearbeitet. Aber die stechende Aura allein reichte nicht als Beweis. Gestern ging Anfisa zu ihrem Haus und sprach ihre Nachbarn an. Sie stellte sich neben sie, um den Eingang des Geb?udes, in dem die schlanke Frau wohnte, im Blick zu haben. Keine zwanzig Minuten sp?ter kam ebendiese schlanke Frau mit dem Fahrrad vorgefahren. Was brauchte es noch an Beweisen? Schlie?lich hatte Platon direkt neben ihr eine Stelle gefunden. Ihre Fahrr?der standen nun nebeneinander im selben Fahrradst?nder. Anfisa teilte ihre Gedanken mit ihren Nachbarinnen. Eine sehr traurige und d?nne Frau, die rechts auf der Bank sa?, hellte sich pl?tzlich auf und sagte:



Anfisa, du bist eifers?chtig auf Plato wegen dieser Frau! Sie ist j?nger als du!



Nein, ich bin nicht eifers?chtig, ich habe nur die Situation analysiert. Ich sage dir das nicht wegen des Mannes der schlanken Frau, sondern weil ich es selbst denke. Sie haben eine oberfl?chliche Beziehung.



Die Sonne schien durch die Fenster. Der wolkenlose Himmel schien endlos, wie eine anhaltende Einsamkeit. Anfisa dachte manchmal an Samson und hatte Mitleid mit ihm und sich selbst, und gleichzeitig auch mit Plato und ihrem Sohn. Das Baby war gro? geworden, sie wollte wieder arbeiten gehen, und vorher w?re es am besten, sich wieder in Form zu bringen. Anfisa beschloss, am Strand ein Sonnenbad zu nehmen, da er in der N?he war. Sie zog ihren Badeanzug, einen leichten Morgenmantel und Flip-Flops an; sie setzte ihren Sohn in den Kinderwagen und ging mit ihm auf ihrem ?blichen Weg zum Strand.



Platon selbst kam auf Anfisa zu! Sie dachte, sie h?tte ihn sich nur eingebildet und wollte an ihm vorbeigehen, doch er blieb stehen und versperrte ihr den Weg.



Hallo, Anfisa!



Hallo, Vermisste! Woher kommst du und wohin gehst du?



Lass mich meinen Sohn sehen.



Sieh mal. Suchen sie dich oder haben sie dich freigelassen?



Warum die Fragen? Ich bin doch hier. Hier, nimm das Geld, ganz ehrlich. Ich habe geholfen, neue M?bel im Antik-Stil anzufertigen, jetzt kann ich dir Geld zum Leben geben.



Und ich nehme das Geld.



Nimm es, und ich bin weg, sagte Platon, drehte sich abrupt um und verschwand in einer Seitengasse.



Anfisa wollte nun nicht mehr mit so viel Geld an den Strand fahren, also kehrte sie nach Hause zur?ck, um es zu verstauen. Detektiv Fox sa? auf einer Bank am Eingang.



Anfisa, man munkelt, dein Mann sei zur?ck. Wie kann ich ihn finden? Er war nicht hier.



Ich habe ihn seit letztem Jahr nicht mehr gesehen. Wir haben unterschiedliche Informationen. Es gibt Berichte, dass er in der Stadt gesehen wurde. Auch Samsons Onkel ist aufgetaucht  ein gewisser Onkel Sidor Sidorovich  er versucht, den M?rder zu finden. Und sie sehen sich ?hnlich! Ich kann Ihnen bei nichts helfen.



Sie irren sich. Ich hatte auf Sie gez?hlt. Wollen Sie nichts ?ber Onkel Sidor erfahren? Sidor Bolt lebte viele Jahre im Ausland, ist dann zur?ckgekommen und gr?bt. Wir haben einen Monat Zeit, den M?rder zu finden, und ich wei? bereits, dass Platon Samson get?tet hat und Stepan Stepanovich ihn vom Dach geworfen hat, um den Mord vorzut?uschen. Und ich brauche ein neues Auto und Beweise.



Im Garten w?chst Holunder, und w?rdest du Geld f?r Platons Freiheit annehmen? Und sag Onkel Sidor, der zu Besuch ist, dass es Selbstmord war, denn niemand au?er dir und mir kennt die ganze Geschichte des Mordes. Du hast es selbst herausgefunden, aber ich habe es gesehen.

Ehrlich gesagt, habe ich Platon erst vor zehn Minuten nach einem Jahr zum ersten Mal gesehen; er hat mir Geld f?r das Baby gegeben. Ich kann es dir geben.



 Jetzt hast du es verraten. Wo wohnt Platon denn jetzt?



 Er hat kein Wort ?ber sich verloren, mir das Geld gegeben und ist im Geb?sch verschwunden.



 Ich nehme das Geld f?r das Kind nicht an; du hast es schwer gehabt, das wei? ich. Du bist eine wundersch?ne Frau, und ich dachte gerade, wenn Onkel Sidor dich sieht, bringt dein Platon ihn vor Eifersucht um!



 Ehrlich gesagt, hat mir Inessa Pawlowna erz?hlt, dass Platon ein Jahr lang mit einem Medizinmann in der Taiga gelebt hat und jetzt kein Messer mehr werfen kann; sie hat es ihm abgenommen.



 Also hat der Medizinmann den Fluch von ihm genommen? Tollpatschig. Aber ehrlich gesagt, sollten Platon und Stepan Stepanowitsch ausgeliefert werden, aber es gibt keine Beweise, und der Medizinmann hat das Messer  soll ich das Onkel Sidor einfach sagen? Dann passiert bestimmt noch etwas, und ich muss ihm jemanden ausliefern, und ich werde dich ausliefern, Anfisa.



 Wie k?nnte ich nur?



 Ich werde Onkel Sidor erz?hlen, dass Samson wegen seiner Liebe zu dir vom Dach gefallen ist, dass er verr?ckt geworden ist. Und du willst, dass mir diese Sache ewig nachh?ngt?  Fox z?ndete sich eine Zigarette an und sah Anfisa eindringlich an.



 Und woher wei?t du von dem Messer?



Das ist alles Unsinn, der Mann ist nicht da  es gibt ein Problem, und wir m?ssen einen Schlussstrich ziehen. Soll ich dich dem Fremden vorstellen?



 L?sst du Platon in Ruhe? Stell ihn ihm vor, wenn es dir hilft.



- Ja, aber du musst so aussehen, als ob der Ausl?nder dir glaubt, dass du der Grund bist, warum die M?nner verr?ckt nach dir sind.



- Jemand sollte sich um das Kind k?mmern, und ich w?rde an meinem Aussehen arbeiten.



- Stell ein Kinderm?dchen ein, es ist nicht meine Aufgabe, dir das beizubringen. Also, Onkel Sidor kommt dich in einer Woche besuchen. Mach Eindruck auf ihn.



Anfisa war damit besch?ftigt, sich herauszuputzen. Das Kinderm?dchen k?mmerte sich um das Kind, und sie selbst war damit besch?ftigt, sich zurechtzumachen.



Eine Woche sp?ter brachte Kommissar Ilja Lwowitsch Onkel Sidor aus ?bersee.



Herr Sidor, das ist die Anfisa, in die Ihr Samson verliebt war. Ich habe nichts mehr zu sagen, sagte der Fuchs, geleitete einen gewissen Herrn in Anfisas Wohnung und schloss schnell die T?r hinter ihm.



Hallo, Anfisa! Ja, wir kennen uns schon lange! Also hat Samson sich wegen dir das Leben genommen? Ja, du bist wirklich wundersch?n! Aber das Leben ist kostbarer. Warum hast du ihn in so einen Zustand getrieben?



Wei?t du, es f?llt mir schwer, mich an all das zu erinnern, aber Samson liebte mich auf seine Weise.



Ich bin bereit, mich selbst in dich zu verlieben; du strahlst Liebe und Vollkommenheit aus!



Und was h?lt dich davon ab, dich zu verlieben? Ich will nicht vom Dach fallen.



Kletter nicht aufs Dach, du f?llst nicht herunter!



Anfisa, du hast recht! Samson ist gerade vom Dach gefallen! Er sa? wahrscheinlich auf deinem Dach, schaute zum Mond und dann fiel er! Er war schon als Kind ein Schlafwandler, er reagierte auf den Mond! Puh. Mir f?llt ein Stein vom Herzen!, rief Onkel Sidor aus, stand von seinem Stuhl auf und ging langsam zum Ausgang.



Anfisa schloss die T?r hinter sich und lie? sich in den Stuhl fallen.



Detektiv Fox erschien kurz darauf.



Anfisa, vielen Dank! Onkel Sidor hat den Fall von Samsons Tod abgeschlossen und behauptet, er sei seit seiner Kindheit Schlafwandler gewesen. So viel Intelligenz h?tte ich dir nicht zugetraut! Mich selbst in dich verlieben? Nein, lieber nicht. Das wars, auf Wiedersehen!




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