Perlenschmetterlinge
Natalia Patratskaya


       #4
Zwei M?dchen trampen zu Graf Pfauens Gew?ssern, ahnungslos, welche Streiche sie dort erwarten.





Natalia Patratskaya

Perlenschmetterlinge





13 Kapitel




Kapitel 1. Gr??e von den Schmetterlingen



Drau?en war die See unruhig. Am Horizont zeichnete sich das wei?e Segel einer Yacht ab. Die Frau beobachtete erstaunt, wie der Mann Pfauenfedern in eine schmale Vase am Fenster stellte. Sie war erst heute in Graf Pfauenpalast angekommen, und er hatte sie noch nicht einmal bemerkt!



Iwan Sergejewitsch, was machst du da mit den Federn?, fragte sie und hob ihr ?ppiges wei?es Haar mit den H?nden ?ber den Kopf.



Viktoria Lwowna, lass mich in Ruhe! Ich bastle eine Antenne, eine ganz normale Antenne, antwortete der Mann und versteckte weiter die Dr?hte in den Pfauenfedern.



Warum diese ganze Verwicklung, Liebes? Es ist wie ein kleines Geheimnis, k?nnte man sagen. Erkl?ren Sie es genauer, bat Victoria Lvovna kokett, obwohl ihr das v?llig egal war. Sie hoffte immer noch, endg?ltig nach Hause zur?ckgekehrt zu sein.



Ich erz?hle Ihnen alles! Ich sch?pfe aus meinem Leben nur so vor Problemen. Ich wache ?ber mein K?nigreich und meinen Palast. Erinnern Sie sich an Puschkins M?rchen: Herrschen, liegend? Ich erf?lle also den Wunsch des gro?en Geschichtenerz?hlers. Ich liebe es, Menschen im Liegen zu f?hren.



Erkl?ren Sie es denen, die es nicht verstehen!, rief die Frau launisch. Victoria Lvovna versuchte immer noch, die Aufmerksamkeit des Mannes zu erregen.



Okay, ich erkl?re es. Also, ich habe ein Netzwerk von Abh?rger?ten, und die Antenne hilft mir, die Kommunikationsqualit?t mit meinen Angestellten zu verbessern. Wenn jemand sie ber?hrt, wird es schlimm enden. Eine geliebte Frau muss unter der Kontrolle des Kaisers stehen!



Und Sie h?ren mich ab?!, unterbrach Victoria Lvovna ?berrascht und r?ckte den Kragen ihrer wei?en Bluse zurecht. Und sie war ganz in wei?es Leder gekleidet. Ihr seid schon Graf, Zar und Kaiser! So, das reicht, ich bin beleidigt.

Victoria Lvovna, die sch?nste aller Frauen, hielt inne, dachte nach und schluchzte. Ein Wirrwarr von Worten, die sie zu verschiedenen Zeiten und bei verschiedenen Anl?ssen ausgesprochen hatte, raste durch ihren Kopf. Sie nahm den noch nicht ausgepackten Lederkoffer mit Rollen, rief ein Taxi und fuhr zur Pension, w?hrend Iwan Sergejewitsch, den alle Graf Pawlin nannten, die Antennen in dem Haus justierte, das ihm seit Urzeiten geh?rte  Das Gras wiegte sich in den Sonnenstrahlen und verwandelte sich im Stehen in Heu. Es war unertr?glich hei?. Liana und Alla fuhren mit dem Fahrer in der gro?en Fahrerkabine eines vorbeifahrenden Wagens. Sie passierten ein Steppen-Naturschutzgebiet. Nach einer Weile erreichte der Wagen eine Halbinsel und sah St?rche. Ihre riesigen Nester befanden sich an Strommasten. Der gro?e Wagen fuhr schnell an einem Dorf vorbei, das von drei Seiten vom Meer umgeben war. Auf der einen Seite des Dorfes erstreckten sich zwei Str?nde: einer naturbelassen mit steilen Ufern, der andere eher gew?hnlich.



Der mittlere Strand hat feinen Sand und flaches Wasser. Man kann ewig auf der Sandbank entlanglaufen, und das Wasser reicht einem nie ?ber die Brust, sagte der Fahrer und kassierte den Fahrpreis. Die M?dchen erreichten das Meer und mieteten ein kleines Haus mit eigenem Bad im Hof. In der N?he stand ein Haus, das von einem ?lteren Ehepaar bewohnt wurde. Das Paar hatte sich fr?her jeden Sommer am Strand getroffen; sp?ter heirateten sie und kauften ein kleines Haus, das sie sp?ter nach einem damals neuen Entwurf selbst bauten.



Die beiden H?user waren durch einen Torbogen verbunden, an dem sich kunstvoll Weinreben emporrankten. Im Hof wuchsen Apfel- und Pflaumenb?ume. Quittenb?ume umgaben das Grundst?ck. Im Hof pl?tscherte kaltes Wasser gem?chlich aus einem Rohr auf Geschirr oder in einen Kessel. Neben dem Wasserhahn standen ein Tisch und zwei B?nke, an denen sie im Sommer a?en.



Die Besitzerin dieser beiden H?user arbeitete meist in der Werkstatt, die an das Haupthaus angrenzte. Antonowna k?mmerte sich um den Hof. Sie vermietete ein kleines H?uschen an Besucher und baute Tomaten zum Verkauf an. Die Tomaten bedeckten die gesamte Veranda und lie?en nur einen schmalen Pfad zum Gehen frei. St?ndig erz?hlte sie, wie schwer es ihr fiel, Tomaten zu verkaufen

Die Sonne schien und w?rmte. Die Wellen der Flussm?ndung pl?tscherten tr?ge ans Ufer. Die beiden M?dchen hatten es nicht eilig. Sie lagen auf einer Decke und genossen das Leben. Sie f?hlten sich wohl. Sie hatten keinerlei W?nsche. Die Urlaubseuphorie war vollkommen. Niemand lag neben ihnen, niemand st?rte sie. Der Wind frischte vom Meer auf. Die frische Brise war eisig kalt. Ein geheimnisvoller Wind wehte und verbarg ganze Schw?rme wei?er Schmetterlinge. Und dieses ganze Naturgeheimnis wirbelte ?ber den Sonnenbadenden. Die Strandbesucher richteten sich auf. Schnell zogen sie sich helle Kleidung an. Der sonnige Sommertag hatte sich pl?tzlich in Wolken verwandelt.



Eines der M?dchen begann sich vor K?lte im Kreis zu drehen.



Liana, lass uns nach Hause gehen!, rief sie und verlagerte nerv?s ihr Gewicht. Mir ist kalt und ich habe Angst. Das Wetter hat sich so pl?tzlich ge?ndert! Diese Schmetterlinge! Ich mag keine Insekten mit Fl?geln! Oh, sie sitzen auf mir! Oh, ich habe Angst vor ihnen!



Das M?dchen stand auf. Sie wedelte mit ihrem Hut ?ber dem Kopf und verscheuchte so die wei?en Schmetterlinge. Der Hut wippte im Wind.

Alla, lass uns die Schmetterlinge noch mal anschauen. Sie sind so wundersch?n! Sie fliegen so elegant! Wann sieht man schon mal so eine lebendige, wei?e Wolke aus fliegenden Fl?geln? Ein Wunder!, rief Liana begeistert, strich sich durchs helle Haar und betrachtete den Schwarm wei?er Schmetterlinge.



Was gibt es da schon zu sehen?! Das sind doch nur halbfertige Raupen!, sagte Alla gereizt und bog sich vor, um zu zeigen, wie sehr sie die um sie herumflatternden wei?en Schmetterlinge verabscheute.



Ich verstehe die Eile nicht. Bis zum Mittagessen sind es noch zwei Stunden. Zieh dir deine Decke um und beruhig dich! H?r auf, so zappelig zu sein! Schmetterlinge bei?en nicht!, ermahnte Liana.



Apfelwicklerraupe, kannst du mal aufh?ren, ans Essen zu denken?, entgegnete ihre Freundin leicht genervt.



Ja, ich bin immer hungrig! Ich vergesse immer das Mittagessen! Aber es ist so sch?n hier! Ich genie?e es, am Strand zu sitzen, umgeben von wei?en Schmetterlingen. Und es ist nicht hei?. Und es ist so wundersch?n, wenn diese Schmetterlinge ?berall am Strand herumflattern!



Du bringst mich noch um! Sieh uns doch an! Wenn nur einer von uns zu uns k?me! Es ist, als w?ren sie gar nicht da! Wegen dir  du gieriger Fresser  beachtet mich ja keiner!, schrie Alla. Der Wind h?rte die Worte des M?dchens. Er wirbelte um die beiden jungen M?nner und trieb sie den Strand entlang zu den M?dchen. Die Jungen taumelten in der Meeresbrise. Sie waren von wei?en Schmetterlingen umh?llt und fielen wie zwei Raupen in einer Windb?e Alla zu F??en.



Alla, du hast ein Geschenk vom Wind bekommen! Du hast es dir so gew?nscht!, rief Liana, sichtlich zufrieden mit der Situation. Seht mal, wie komisch die Jungs in ihren wei?en Schmetterlingen aussehen! Die sehen aus, als h?tten sie wei?e Hemden an! Sogar im Gesicht haben sie Schmetterlinge! Die Jungs sind ja ganz mit Honig bedeckt! Die kleben so fest, dass sie alle Schmetterlinge eingesammelt haben!, rief Alla ver?chtlich.



M?dels, helft uns!, rief die Blonde. Wir haben Honig-Sonnencreme! Liana wedelte mit der Matte ?ber den Jugendlichen: Die Schmetterlinge verschwanden wie vom Wind verweht.



Ich bin die Wind-Assistentin!, rief Liana, ohne die Blonde aus den Augen zu lassen, faltete die Matte langsam zusammen und verstaute sie in ihrer Strandtasche. Die Jugendlichen erhoben sich vom Boden und versuchten, die letzten Schmetterlinge abzusch?tteln. Sie schienen aus dem Sand gewachsen zu sein: gro? und sch?n, jung und stark.



Jura, sieh dir diese M?dchen an! Diese M?dchen! Fantastisch!



Pascha, wozu brauchst du sie? Habt ihr nicht genug M?dchen?



Also, die Br?nette hei?t Pascha, schoss Liana durch den Kopf.



Jungs, wir sind ganz normale M?dchen, f?gte Alla neckisch hinzu.



M?dels, wir sind nicht euer Typ, sagte Yura, ein etwa 26-j?hriger, hellhaariger Mann von durchschnittlicher Gr??e. Liana schl?pfte schnell in Shorts und ein Top. Seltsamerweise trug sie keinen Badeanzug und sah ganz normal aus. Alla stand langsam auf und zog sich an. Die jungen M?nner musterten die M?dchen pr?fend und wechselten Blicke. Sie hatten sie ziemlich schnell eingesch?tzt.



Ihr seid gar nicht schlecht, M?dels!, rief Pascha, ein kr?ftig wirkender junger Mann von etwa 25 Jahren. M?dels, sollen wir zusammen in den Urlaub fahren? Unser Urlaub ist noch nicht vorbei.



Stimmt, sagte Alla schnell, aus Angst, sie k?nnten es sich anders ?berlegen, und sah ihre Freundin fragend an. Alle vier standen auf und verlie?en den Ort, wo die Schmetterlinge sie attackiert hatten. Eine Brise kam kurz auf und verflog ebenso schnell wieder. Die K?hle blieb. Ein junger Mann mit feinen Gesichtsz?gen und schlanker Gestalt ging zum Strand. Er betrachtete interessiert den dreist?ckigen Palast. Der Pfauenpalast, wie ihn alle Einheimischen nannten, stand direkt am Meer. Das massive Geb?ude schien f?r immer aus dem Fels gehauen.



Niemand, der hier lebte, konnte sich die K?ste ohne dieses altehrw?rdige Bauwerk vorstellen. Bald lag er auf einer wei?en Chaiselongue und beobachtete eine Yacht mit wei?en Segeln am Horizont. Er bemerkte, wie sich ?ber der Yacht eine wei?e Wolke bildete und auf das Ufer zutrieb. Sein Name war Ilja Lwowitsch. Er gab sich als Detektiv der Firma Tresk aus. Er war aus zwei Gr?nden an die K?ste gekommen: um sich zu erholen und um seine Stiefschwester aus der Ferne zu besuchen. Er war gerade im Urlaub und einfach nur gelangweilt. Der junge Mann Traurig blickte er zum Ufer und bemerkte zwei M?dchen, die nicht weit von ihm entfernt im Sand lagen. Eine von ihnen gefiel ihm besonders gut. Er verga? das Meer, den Palast, die wei?e Yacht und die Sonne, die seine Schultern verbrannte. Er sah nur noch ein M?dchen.



Ilya sah wei?e Schmetterlinge ?ber den jungen Leuten schwirren. Er fragte sich, ob die Schmetterlinge von der wei?en Yacht am Horizont geflogen waren. Wahrscheinlich waren die wei?en Wolken ?ber der Yacht tats?chlich diese Schmetterlinge. Er ging zu der Stelle, wo die jungen Leute gewesen waren, und sah den M?dchen nach. Es tat ihm ein wenig leid, dass ihm zwei Jungs schon wieder zuvorgekommen waren. Wieder einmal hatte er die M?dchen nicht zuerst kennengelernt. Und gleichzeitig wurde ihm klar, dass es ihm im Leben immer so ging. Er w?hlt, und sie nehmen es ihm weg.



Zwei M?dchen und zwei Jungs schlenderten langsam am Strand entlang. Die Jungs trugen Schwimmflossen, und die M?dchen hatten Strandtaschen mit Fotos der Fremden dabei.



M?dels, wo wohnt ihr? Wo geht ihr hin?, fragte Jura und redete schnell weiter, ohne eine Antwort abzuwarten. Wir sind mit Flossen zum Hauptstrand gekommen, aber man kann hier nirgends tauchen. Wir sind immer durchs Wasser gelaufen, aber es war alles flach. Das ist ein Kinderstrand. Wir gehen immer zu einem anderen Strand, wo es tiefer ist.



Jura, Pascha, wir wohnen in einem Privathaus. Wir haben ein Haus f?r zwei, antworteten Alla und Pascha wie aus einem Mund. Wir gehen hier im flachen Wasser spazieren und sonnen uns.



Super!, rief Pascha. Wir haben also die gleichen Wohnverh?ltnisse. Wir wohnen in einer Pension, teilen uns ein Zimmer und k?nnen nicht mal im Sand schwimmen, obwohl es so flach ist.



Wow!, rief Alla. Und die sagen, die gleichen Verh?ltnisse! Aber unser Haus hat nur zwei winzige Zimmer: In einem essen wir, im anderen schlafen wir. Die Fenster sind winzig und lassen sich nicht ?ffnen. Es gibt nur ein Fenster, und das ist winzig! M?dchen, wir bringen unsere Sachen in die Pension und sind heute noch bei euch!, sagte Pascha und ignorierte Allas Emp?rung ?ber ihr hartes Leben.



Meine Herren, wir bringen unsere Decken rein und machen uns auf den Weg. Wo treffen wir uns?, fragte Alla und l?chelte zufrieden ?ber die netten jungen M?nner.



Wir treffen uns am Brunnen, fragt sie sogar, bemerkte Yura abweisend und deutete auf einen Brunnen am Ende des Strandes, aus dem langsam ein Rinnsal pl?tscherte. Die M?dchen gingen z?gig auf das kleine Haus zu und blieben im Schatten der B?ume stehen. Sie l?chelten und unterhielten sich ?ber die Meeresbrise, die wundersch?nen Schmetterlinge und die jungen M?nner. Sie betraten das kleine Zimmer und lie?en sich auf alte Metallbetten mit Federbetten und gro?en wei?en Kissen fallen. Liana legte sich auf das Bett unter dem Fenster. Drei Pfauenfedern lehnten an der kleinen Fensterscheibe und erinnerten sie an einen sonnigen Weg zum Meer. Liana h?rte auf, in Erinnerungen an ihren Ankunftstag zu schwelgen und sagte: Alla, lass uns nicht zum Brunnen gehen. Ich will keine Abenteuer mit diesen jungen M?nnern! Ich habe Angst vor ihnen! Ich verstehe sie nicht und kenne sie nicht, jammerte das M?dchen und ber?hrte die gr?nlichen Pfauenfedern.



Liana, ich bin zu faul, um mitzugehen, aber ich will unbedingt ein Abenteuer erleben. Ich habe es satt, mich zu langweilen! Was sollen wir nur tun? Wir sind beide faul und ?ngstlich, und trotzdem wollen wir unbedingt ein Abenteuer erleben?! Pl?tzlich sind junge M?nner in Sicht, und wir sind alle zu faul. Wei?t du was, ich gehe, und du liegst auf der Seite und hast Angst! Ich gehe allein zu ihnen, sagte Alla drohend und musterte die Kleidung im Schrank.



Geh allein. Aber ich gehe nicht! Ich will schlafen, sagte Liana schl?frig. Einverstanden. Ich gehe allein zum Trinkbrunnen. Du bereitest das Mittagessen vor, schlug Alla ermahnend vor und sah Liana an. Ihr fiel ein wei?er Perlmuttfalter an ihrer Perlenkette auf. Wo kommt der denn her?, fragte sie sich, als sie sah, wie der Schmetterling seinen kleinen Kopf im Rhythmus von Lianas Atem bewegte.



Alla winkte ihrer Freundin zu und huschte aus dem Haus. Sie war ein schlankes M?dchen von durchschnittlicher Gr??e mit kastanienbraunem Haar, das ihr bis ?ber die Schultern reichte. Schnell ging sie zum Brunnen. Bald darauf kam Yura, ein junger Mann von durchschnittlicher Gr??e mit blonden Haaren, hinzu. Beide blickten sich mit unverhohlenem Interesse in ihren stahlharten Augen an.



Alla, sagte sie und l?chelte freundlich. Sch?n, dass du gekommen bist. Ich habe dich sofort bemerkt, erwiderte Alla mit einem breiten L?cheln. Ich hei?e Yura, stellte sich der junge Mann vor und l?chelte das M?dchen an. Und ich mag dich wirklich sehr. Und ich freue mich, dass du mich magst und hierher gekommen bist, sagte Yura und l?chelte weiter, wobei seine strahlend wei?en Z?hne zum Vorschein kamen.



Was machen wir?, fragte das M?dchen.



Alla, hast du keine H?henangst? Ich m?chte unbedingt auf den Leuchtturm. H?hen faszinieren mich! Ich m?chte den Leuchtturm sehen. Von dort oben kann man das Meer beobachten.



Okay, gehen wir zum Turm. Mir macht das nichts aus. Hier nennt man einen Leuchtturm Turm  Alla und Yura gingen mit zwei Schritten Abstand auf den Turm zu, doch mit jedem Schritt kamen sie sich n?her, und irgendwann ber?hrten sich ihre Finger. Sie blieben stehen und sahen sich in die Augen. Sie wollten nicht weitergehen.



Yura, gehen wir nicht zum Turm? Wollen wir uns nur anstarren?



Gehen wir in den Park. Hier ist ein Park jede Ansammlung von B?umen, die keine Obstb?ume sind. sagte der junge Mann und dr?ckte die Hand des M?dchens fester. Ob im Park oder nicht, sie setzten sich auf die n?chste Bank unter einem Kastanienbaum.



Jura, was machst du beruflich, wenn es kein Geheimnis ist?, fragte Alla und sah dem jungen Mann neckisch in die Augen.



Wir. Niemand. Nichts. Nicht verheiratet. Nicht in einer Beziehung. Nie gewesen.



Aber mal im Ernst? Ich m?chte wirklich wissen, mit wem ich spreche, wen ich mag! Damit wir unsere Bekanntschaft fortsetzen k?nnen, sagte sie und schenkte ihm ihr sch?nstes L?cheln.

Wir sind eine Spezialeinheit. Wir sind die gro?artigen und schrecklichen Schmetterlingsmarzipans!



Machst du Witze? Du machst doch immer nur Spr?che! Und langsam tut es mir leid, hier mit irgendwelchen Fremden zu plaudern, schmollte Alla.



Nein, was redest du da?, wandte Yura ein. Wie k?nnte ich es wagen, mit einem M?dchen zu scherzen! Ich bin ein ernster Mann! Ich sags dir ganz offen: Wir sind eine Spezialeinheit!



Ja, ihr seid harte Kerle, aber ihr habt lange Haare.



Ja, wir sind schnell. Und wer seid ihr?



Wir? Wenn ich w?sste, wer wir sind! Wir sind zwei M?dchen vom Strand.



Alla, deine Antwort ist noch cooler, und die gef?llt mir gar nicht!



Wir sind zwei K?nstler. Wir bemalen Kisten, antwortete sie traurig.



Ist es nicht langweilig, Kisten so zu bemalen, dass sie wie Nieten aussehen?, lachte er.



Langweilig? Nein. Es macht uns Spa?. Wir arbeiten wie Fotografen. Nat?rlich, antwortete das M?dchen ernst.



Seid ihr verheiratet? Das ist eine entscheidende Frage f?r eine Beziehung.



Nein, wir sind Single! In unserer Fabrik arbeiten nur M?dchen und Frauen. M?nner kommen nur selten in unser Atelier, nur wenn Kisten zur Arbeit gebracht werden. Nein, wir sind nicht verheiratet!, beendete Alla die Frage und blickte traurig aufs Meer hinaus.



Alla, entschuldige, aber aus welcher Stadt kommst du? Kannst du sie nennen?, fragte Yura und h?mmerte weiter gegen die fast geschlossene T?r.



Aus einem abgelegenen Ort. So eine Stadt gibt es, antwortete Alla und wollte sich gerade umdrehen und zu einem kleinen, aber gem?tlichen Haus gehen.



Ich verstehe, du willst nicht dar?ber reden oder deine Stadt nennen. Pascha und ich kommen aus der Hauptstadt; wir sind Programmierer, sagte Yura. Wir sind nicht verheiratet und waren es auch nie. Wir haben studiert, beim Milit?r gedient und gearbeitet.



Yura, du hast gesagt, du warst bei den Spezialeinheiten. Du betr?gst mich, sagte Alla mit belegter Stimme.



Spezialeinheiten sind nur ein Hobby, aber wir arbeiten mit Computern.



Ich verstehe, dass alles etwas unklar ist, aber es ist durchaus interessant. Hast du nicht zuf?llig alle Hotels in deiner Stadt gekauft? Yuras Blick war kalt. Alla wurde klar, dass sie eine dumme Frage gestellt hatte. Sie verstummten, als w?ren sie gerade hundert Meter gelaufen und v?llig ersch?pft, obwohl sie auf einer Bank sa?en. Ein seltener, warmer Regen setzte ein. Alla ?ffnete ihren Regenschirm. Yura r?ckte n?her an das M?dchen heran und nahm ihre Hand mit dem Schirm in seine. Sie wechselten Blicke. Ihre H?nde wurden w?rmer 

Steh auf, Alla, der Regen hat aufgeh?rt. Komm heute Abend mit deiner Freundin auf die Tanzterrasse der Pension. Wir tanzen heute Abend. Wir warten auf dich!



Wir kommen auf jeden Fall, stimmte Alla zu, nicht gerade begeistert.

Und sie gingen ihrer Wege.



Alla kam ver?rgert nach Hause, ihr L?cheln gequ?lt.



Alla, was ist passiert? Wo warst du so lange?, fragte Liana.



Yura war bei unserem Date dabei; er hat gefragt, wer wir sind und woher wir kommen, sagte Alla traurig.



Deshalb wollte ich nicht hingehen, murmelte Liana.



Sie erwarten uns heute Abend beim Tanz im Internat, sagte Alla nachdenklich und betrachtete sich im kleinen Spiegel an der wei?en Wand.



Sieht so aus, als ob dein Date nicht umsonst war und ihr euch geeinigt habt! Das Essen ist fertig, setzt euch!, sagte Liana und gab sich fr?hlich. Die M?dchen setzten sich an den Tisch, a?en und schliefen bald ein. Um vier Uhr wachten sie auf und ?berlegten, was sie zu ihrem ersten Date anziehen sollten. Ihre ausgeruhten Augen strahlten vor Vorfreude. Ihr dichtes Haar fiel in Wellen um ihre Schultern. Ihre Kleidung f?r das Date lag auf dem Bett. Die M?dchen strahlten vor unbewusster Hoffnung f?r die Zukunft.

Antonovna, die Gastgeberin, sp?hte ins Zimmer:



M?dchen, ihr seid ja noch h?bscher geworden! Wo geht ihr denn hin? Ihr sitzt ja alle zu Hause.



In die Disco!, riefen die M?dchen und musterten ihre Kleidung.



M?dchen, ich wiederhole es: Bringt keine M?nner mit! Ich lasse sie nicht rein!

Die Gastgeberin ging. Die M?dchen lie?en sich in zwei Sessel fallen und beschlossen, eine Weile zu lesen, doch die Zeilen vor ihren Augen bewegten sich nicht. Gleichzeitig legten sie ihre B?cher beiseite und versanken in Gedanken. Die Spannung stieg.



Ich habe Angst, platzte Liana heraus. Ich f?hle mich unwohl. Ich zittere am ganzen K?rper.



Wovor hast du denn Angst? Du zitterst doch nur, weil dir am Strand kalt ist, bemerkte Alla und strich sich durch ihr ?ppiges, kastanienbraunes Haar.



Ich habe Angst, weil ich diese M?nner nicht kenne, jammerte Liana und k?mmte sich die blonden Haare. Man kennt doch immer jemanden nicht, und dann trifft man ihn. ?brigens, es werden auch andere Leute zum Tanz kommen, sagte Alla ermahnend, stellte einen Fu? auf einen Stuhl, untersuchte ihn auf Haare und stellte ihn, da sie nichts Ungew?hnliches fand, wieder ab.



Wenn das so ist, habe ich trotzdem Angst. Ich war noch nie mit jemandem zusammen, und das sind so reife M?nner! Siehst du, Alla, das sind M?nner, keine Klassenkameraden! Keine Jungs!, protestierte Liana mit aller Kraft gegen das Date, das mit unglaublicher Geschwindigkeit n?her r?ckte.



Du wirst nicht ins Bett eingeladen, sondern zum Tanz! Wovor hast du denn Angst?, sagte Alla leicht gereizt und hielt ein helles Kleid vor den Spiegel.



Oh, deine Mutter hat uns gebeten, uns auf niemanden einzulassen und uns vor allem Unklaren in Beziehungen zwischen M?nnern und Frauen in Acht zu nehmen, erinnerte Liana ihn an ihr letztes Argument.

Du kommst nicht zum Tanzen, sondern nur zum Mitmachen! Feigling!, rief Alla und sch?ttelte ihr Haar, w?hrend sie sich in ihrem Kleid drehte.



Die M?dchen schnappten sich B?cher und vertieften sich darin, denn in dem kleinen wei?en Haus gab es keinen Fernseher. Die Uhr tickte langsam. Im Sommer beginnt das Tanzen nicht fr?h. Ein warmer, leicht k?hler Abend zog vorbei. Yura und Pasha sa?en auf dem Gel?nder der h?lzernen Veranda.



M?dchen, wo wart ihr denn? Wir haben hier auf euch gewartet! Alle sind da, nur ihr nicht!, sagte Yura und fuhr sich durchs Haar.



Wir haben gewartet, bis ihr mit dem Essen fertig seid, erwiderte Alla und ging auf Yura zu.



Liana ging auf Pasha zu. Yura strahlte:



Oh, wir haben uns ja schon zusammengetan! Brauchen wir denn gar nicht tanzen?! Uns wird bestimmt nicht langweilig. Oder sollen wir uns hier ein paar T?nze ansehen?

Alle lachten herzlich. Die ersten Tanzkl?nge erklangen einladend auf der Veranda. Von der Musik angelockt, str?mten die Menschen ?ber die Wege und Pfade zur Veranda. Die Altersspanne reichte von f?nf bis achtzig Jahren.



Was f?r ein Publikum!, rief Pascha. Was sollen wir denn hier machen?



Verteilt euch, erwiderte Jura. Wusstest du nicht, dass diese Disco alterslos ist? Jeder, der laufen kann, kommt hierher.



Aber nicht so! Nein, diese Art von Disco ist nichts f?r mich, murmelte Pascha und musterte die Menge mit einem Anflug von Verachtung.



Ist ja ganz nett. Wir m?ssen nur ein bisschen spazieren gehen. Die Alten und die Kleinen gehen bald ins Bett, und dann kommen wir wieder zum Tanzen, ?berlegte Jura weise und betrachtete emotionslos die tanzw?tige Menge.

Die jungen M?nner und Frauen verlie?en die Veranda.



Leute, wo gehen wir hin?, fragte Liana. In einer Stunde wird es dunkel.



Zum Turm, antwortete Pascha. Wir gehen zum Leuchtturm.



Pascha, gehst du auch zum Turm?, fragte Jura ?berrascht. Du  auch zum Leuchtturm!



Ich kann mit Liana zum Turm gehen. Ich denke, du und Alla geht auch.



Lassen sie uns rein?, fragte die vorsichtige Alla. Was, wenn sie uns nicht hochlassen? Er ist doch eigentlich f?r uns gesperrt.



Wenn ihr bezahlt, lasst ihr euch rein, antwortete Jura. Ich habe von Urlaubern geh?rt, dass der Turm f?r Touristen zug?nglich ist, aber es kostet Eintritt. Die Vier teilten sich in Zweiergruppen auf und machten sich auf den Weg zum Leuchtturm auf der anderen Seite des Dorfes. Nachdem sie Pascha begr??t hatten, lie? der W?chter alle hinauf und sagte ihnen, sie sollten die K?pfe einziehen. Die Jungen kletterten auf den Balkon. Liana blickte hinaus auf die Flussm?ndung. Die See war rau. Die wei?e Yacht schaukelte auf den Wellen. Zwei M?nner standen an Bord in Kampfstellung. Das Segel schlug gegen ihre Oberk?rper, doch sie reagierten nicht. Einer trat aus. Der andere st?rzte und verfing sich im Segel. Der Wind riss es ?ber Bord, sodass der Mann ?ber dem Meer hing. Der erste Mann stie? den zweiten vom Segel. Die Zuschauer waren ?berrascht, schrien dann im Chor auf und rannten zum Bootsmann, um ein Boot zur Rettung des Mannes zu rufen. Der Bootsmann deutete auf das Boot und machte eine Geste mit drei Fingern. Pascha dr?ckte ihm Geld in die Hand und ging zum Boot. Die Ruder waren bereits in den D?beln.



Schon bald ruderte Jura.



Das Boot glitt langsam ?ber die Wellen. Das Segelboot trieb schnell ab. Ein Kopf war in der N?he einer Boje zu sehen. Der Mann winkte. Die Jungen schwammen zur Boje, zogen den Mann ins Boot und schwammen m?hsam ans Ufer. Die Wellen brachten sie n?her ans Ufer und trieben sie dann wieder hinaus. Die M?dchen begr??ten die Jungen freudig. Der Gerettete ging auf den Hausmeister zu. Dieser dr?ckte ihm Geld in die Hand. Die jungen M?nner waren sprachlos angesichts des Schauspiels.



Leute, was glotzt ihr so? Wir f?hren eine Seeshow f?r einen Dackel auf!

Die vier jungen M?nner gingen Richtung Abrikosovka und unterhielten sich ?ber das Spektakel, das sie gerade miterlebt hatten. Sie gingen am Stra?enrand entlang, wo zu dieser Jahreszeit nur wenige Autos unterwegs waren. Liana blickte ihre Begleiter an und erkannte, dass die Mundpropaganda ?ber den Turm in Abrikosovka weit verbreitet war. Sie vermutete, dass sie einfach bestochen worden waren. Doch die Jungen waren stolz auf ihren Mut, und die M?dchen best?tigten, dass die Jungen tats?chlich mit den Spezialeinheiten zusammengearbeitet hatten.

Alle vier kehrten gemeinsam zur Disco zur?ck. Als sie zur?ckkamen, war die Menge auf der Veranda immer noch jung und modisch. Zwei Paare gesellten sich zu den tanzenden Paaren. Die Musik umh?llte sie mit ihrer Intensit?t. Dunkelheit senkte sich von allen Seiten ?ber die Veranda. Die Lampen ?ber der Tanzfl?che und die vereinzelten Laternen am Wegesrand leuchteten.



Yura, ich hatte Angst vor dir. Aber du warst so mutig: Du bist sofort losgerannt, um einen Mann von einer Yacht zu retten, und hast dabei keine Kosten gescheut, piepste Alla leise.

Er antwortete nicht, sondern dr?ckte das M?dchen nur fester an sich.



Es ist sch?n, mit dir zu tanzen. Ich sp?re deinen weichen K?rper unter meinen H?nden, sagte Yura geheimnisvoll und verf?hrerisch.



Oh, danke! Und man sagt mir, ich esse zu gern. Alle machen sich ?ber mich lustig, erwiderte Liana lachend und genoss das Gef?hl seiner Bizeps unter ihren Handfl?chen.

Du bist ja so gem?tlich wie ein Br?tchen. Und du hast keinen Mann? Eher nein als ja! Echt?, gurrte Pascha z?rtlich und dr?ckte sanft ihre H?nde.



Ich habe nicht mal einen Freund!, rief Liana aus. Alla und ich sind schon lange befreundet. Seit der Schulzeit.



Ja, und wir sind ganz normale Freunde, antwortete Pascha ernst. Und ich mag dich sehr; ich f?hle mich wohl bei dir, und ich habe keine negativen Gedanken im Kopf.



Und ich genie?e es, deine starken Arme zu sp?ren, dachte Liana.



Kapitel 2. Durch das Fenster der Liebe



Der Tango war zu Ende. Die energiegeladene Musik zwang die Zuschauer, auseinander zu tanzen, sodass sie ihren Partner zwar sehen, aber nicht sp?ren konnten. Alla und Yura waren ein besonders sinnliches Paar; selbst zur schnellen Musik wanden sie sich im Tanz, Arm in Arm, als w?ren sie aneinander geklebt.



Alla, lass uns spazieren gehen, fl?sterte Yura ihr zu. Gehen wir leise. Geh, wohin du willst. Ich folge dir ?berall hin.

Yura und Alla traten aus dem Kreis der T?nzer, ohne sich nach dem anderen Paar umzudrehen, und verschwanden schnell im Dickicht. Sie verlie?en den Pfad und blieben nach wenigen Schritten stehen. Ihre Lippen trafen sich in einem einzigen, innigen Kuss. Er zog sie mit beiden H?nden an sich, ihre K?rper so eng aneinander gepresst wie Lippen. Die d?nnen Sommerstoffe ihrer Kleidung trennten sie kaum.



Yura, das kannst du nicht tun! Du h?ttest mich fast aufgefressen!, kreischte Alla. Ich kenne die Theorie der Liebe, aber ich habe sie noch nie erlebt.



Alla, was ist los? Ich brauche die Zuneigung einer Frau. Ach, du hast also gar keinen Freund? Dann lass uns ?ben. Du machst mich an. Ich bin ein ganz normaler Mann; ich war beim Milit?r.



Und ich bin ein ganz normales M?dchen. Meine Freundin und ich haben nie die Liebe gefunden.



Oh, da liegt eine Kluft zwischen uns! Alla, wo hast du es denn so gut ?berstanden? Yura lachte zufrieden.



In der Schmuckk?stchen-Malerei hast du ?berlebt. Ich habe Liebesszenen gemalt, aber selbst nie erlebt. Ich habe nur in B?chern davon gelesen.



Ja, ich hatte Pech. Alla, lass uns in W?rde trennen, bevor du mich wieder jenseits des Horizonts der Liebe f?hrst, solange ich noch die Kontrolle ?ber mich habe, sagte Yura und schob das M?dchen von sich.

Sie gingen hinaus auf die laternenbeleuchtete Tanzfl?che. Liana winkte fr?hlich.



Pascha, es ist schon dunkel, und M?dchen haben keine Angst vor der Dunkelheit. Sie haben einen langen Weg vor sich, aber du und ich haben nur einen kurzen. Komm schon, Freundin. Tsch?ss, M?dels! Schafft ihr es allein nach Hause? Oder soll ich euch begleiten? Halt die Klappe! Ich will euch wirklich nicht begleiten!



Wir gehen zu Fu? nach Hause, sagte Alla traurig. Wir gehen allein nach Hause.



Alla, habe ich etwas verpasst?, fragte Liana mit verst?ndnislosem Blick. Die M?dchen gingen die schwach beleuchteten Stra?en entlang nach Hause. Die Dunkelheit wurde tiefer, die Schatten verschmolzen mit der D?mmerung. Das Zwitschern der V?gel im Gras war zu h?ren.



Alla, warum haben sie uns verlassen? Es war doch alles in Ordnung. Was ist passiert? Erkl?r es mir. Es war so ein ruhiger Abend. Wir haben so sch?n getanzt, und dann war alles vorbei, klagte Liana.



Sie brauchen Frauen, und du und ich, meine Freundin, sind nicht gut genug. Pascha und Jura langweilen sich mit uns. Sie sind erwachsene M?nner. Und wir  Allas Stimme verstummte, und sie winkte innerlich bedauernd ab.



Aber wir sind doch auch keine M?nner! Ja, wir sind kleiner als sie, aber wir sind erwachsen.



Liana, du bist dumm. Du h?rst auf deine Mutter, und ich h?re auf dich. Und M?nner, falls ihr es noch nicht begriffen habt, brauchen widerspenstige Frauen.

Der Mond schien. Die St?mme der Apfelb?ume waren dunkel. In einem Fenster des Hauses brannte Licht. Antonowna sa? an einem Tisch im Hof.



M?dchen, warum seid ihr so fr?h hier? Ich dachte, man w?rde euch Blumen bringen.



Es ist fr?h, weil es M?dchen sind, erwiderte Alla kurz angebunden. Die M?dchen wuschen sich, zogen sich um und setzten sich zum Teetrinken an den Tisch.



Alla, verzeih mir, aber ich bin etwas gekr?nkt. Pascha und ich hatten so eine sch?ne Zeit zusammen, und dann war pl?tzlich alles vorbei. Und ihr zwei taucht auf, unzufrieden miteinander 



Wei?t du, Liana, der Wind der Liebe hat uns diese Liebe gebracht, aber es hat nicht geklappt. Morgen fahren wir allein an den Strand. Hoffentlich fliegen nicht jeden Tag wei?e Schmetterlinge von dort her?ber. Der klare Morgen weckte Liana. Sie schaute aus dem kleinen Fenster: Antonowna und der Besitzer unterhielten sich im Hof. Das M?dchen wandte sich ihrer Freundin zu:

Alla, wir gehen allein zum Strand. Wir haben nicht mehr viel Zeit zum Ausruhen. Du hast recht, meine Freundin, wir haben ohne M?nner gelebt  und das werden wir auch weiterhin tun, sagte Alla und seufzte tief. Der Himmel war sonnig mit einigen Wolken. Ihre Br?une verblasste. Die M?dchen sa?en auf ihren Teppichen und blickten aufs Meer hinaus. Ilja Lwowitsch lag auf einer wei?en Liege und seufzte. Er betrachtete das M?dchen mit der Perlenkette um den Hals, wagte es aber nicht, sich ihr zu n?hern. Er bemerkte, wie kr?ftige junge M?nner auf die M?dchen zukamen. Gleichzeitig schlossen sie die M?dchen in die Arme. Starke Arme umfassten die leicht gebr?unten und sonnenverbrannten Schultern der M?dchen.



M?dchen, ohne euch ist uns langweilig, brummte Jura.



Jungs, ohne euch k?nnen wir nicht leben, sang Alla. Die jungen M?nner breiteten eine gro?e Decke aus und setzten sich beide darauf. Ihre imposanten Gestalten wirkten auf unbegreifliche und beinahe greifbare Weise beunruhigend. Lasst uns Karten spielen, sagte Jura. Dann spielen wir Karten, schlug er vor und holte seine Karten heraus.



Und du und ich spielen Karten, erwiderte Alla, r?ckte ihre Sonnenbrille zurecht und stand von ihrer Matte auf.

Die M?dchen zogen sich auf die Tagesdecke der Jungen zur?ck. Die jungen M?nner begannen, Karten zu spielen. Doch das Spiel verlief nicht gut  sie schienen den ganzen Tag ?ber gelangweilt zu sein. Ein seltsames, aber angenehmes Gef?hl durchstr?mte Liana. Ihr Blick wurde von den Beinen der M?nner gefesselt, und sie konnte nicht anders, als Paschas Beine anzustarren. Er musterte ihren Blick und sagte: Heute ist ein Konzert im Gemeindehaus; es sind noch vier Karten frei. Ich schlage vor, dass die M?dchen heute Abend Abendkleider tragen und in voller Montur im Gemeindehaus erscheinen, w?hrend wir in Smokings mit der Kutsche vorfahren.



Okay, du und ich gehen zum Gemeindehaus, und dann fahren wir allein nach Hause! Wir hatten die Trennung doch schon beim letzten Mal besprochen, und wir haben keine Abendkleider!, erwiderte Liana. Und wir haben keine Kutschen!



Die Jungen ignorierten ihre Worte.

Die M?dchen hatten sich sorgf?ltig auf ihr Treffen mit den jungen M?nnern vorbereitet. Ihr Haar war lockig. Ihre Gesichter glichen bemalten Schmuckk?stchen. Die Paare hatten sich nach dem Treffen im Gemeindezentrum neu formiert: Alla mit Pascha, Liana mit Yura, und so sa?en sie im Konzertsaal. Die B?hne war mal hell erleuchtet, mal in Dunkelheit geh?llt, zusammen mit dem Publikum. Die wohltuende Dunkelheit schwei?te die Paare zusammen. Nach dem Konzert blieben alle vier vor dem Eingang des Gemeindezentrums stehen. Pascha schlug vor:



Ich schlage vor, wir bilden neue Paare, aber mit neuen Mitgliedern.



Lasst uns neue Paare bilden, erwiderte Alla und ging mit Pascha. Pascha st?rmte nicht auf Alla zu und umarmte sie auch nicht. Sie schlenderten schweigend durch den warmen Sommerabend. Liana ging mit Yura und schwieg ebenfalls, doch sie hielt es mit dem neuen Begleiter nicht lange aus und holte Pascha ein.



Pascha, ich brauche dich!, rief Liana mit schwerer, trauriger Stimme.



Und ich brauche Yura, erwiderte Alla und ging auf ihn zu. Wie auf Befehl umarmten sich die beiden Paare und seufzten erleichtert. M?dels, wir wohnen im ersten Stock des f?nften Geb?udes der Pension. Die Fenster sind f?r euch offen. Wir bringen euch einen Stuhl. Ihr k?nnt hochklettern und euch ein Glas Champagner holen, schlug Yura vor. Ihr k?nntet auch durch den Haupteingang kommen, aber das k?nnte Probleme geben.



Wir klettern durchs Fenster, erwiderte Alla, immer begeistert von Abenteuern.



Die Jungen betraten das Geb?ude durch den Haupteingang, die M?dchen durchs Fenster.



Wir sind durch das Fenster der Liebe in die Geschichte eingetreten, sagte Liana vertr?umt und betrachtete die Einrichtung des Zimmers.

Auf dem Tisch stand Champagner. Es gab ?pfel und eine Schachtel Pralinen. Im Zimmer befanden sich ein Sofa, zwei Sessel, ein Fernseher, ein Schrank mit Geschirr und ein Tisch mit St?hlen.



Ich freue mich sehr dar?ber, sagte Pasha und legte seinen Arm um ihre Schultern. Ich mag dich wirklich sehr, Liana! Er k?sste sie z?rtlich auf die Wange. Alle setzten sich um den Tisch. Sie f?llten die Gl?ser mit dem prickelnden Gl?cksgetr?nk und stie?en lautstark an. Die eine a? ein Bonbon, die andere einen Apfel  Sie sa?en eine halbe Stunde am Tisch und gingen dann in ihre Zimmer. Alla und Yura lie?en sich einfach auf das Doppelbett fallen. Sie sprachen nicht, sondern umklammerten sich an den H?nden und rissen sich an ihren Kleidern. In Paschas Zimmer war ein Sofa ausgeklappt, und Liana setzte sich darauf. Er setzte sich neben sie. Sie sa?en da und unterhielten sich. Auf dem Tisch stand noch Champagner. Es gab Bonbons. Das Zimmer diente als Wohnzimmer. Er sah fern. Sie blickte auf den Bildschirm und a? schnell einen Apfel.



Wie geht es dir?, fragte er und legte seinen Arm um ihre Taille.



Wunderbar, antwortete sie und stopfte sich ein weiteres Bonbon in den Mund. Sie warf einen Blick zum Fernseher. Auf dem Bildschirm k?ssten sich die Schauspieler. Er legte seinen Arm wieder um ihre Schultern. Unterbewusst f?rchtete sie die Fortsetzung dieses ungetr?bten Liebesgef?hls.



Pascha, ich bin wahrscheinlich dumm, aber lass uns hier verschwinden! Lass uns durchs Fenster gehen. Bitte, lass uns gehen, sagte Liana. Die Leichtigkeit der wenigen Schlucke Champagner war wie weggeblasen.



Okay, ich klettere mit dir aus dem Fenster, antwortete Pascha. Er lie? den Stuhl aus dem Fenster hinunter. Einer nach dem anderen kletterten sie hinunter. Dann stellte er den Stuhl auf die Fensterbank, schob ihn ins Zimmer und schloss das Fenster. Man h?rte das Klirren von Glas, aber sie ignorierten es.



Oh, wie sch?n!, rief Liana aus, umarmte Pascha und schob ihn dann von sich. Lass uns spazieren gehen! Die Nacht ist so warm. Die Grillen zirpen. Es ist so sch?n, bei dir zu sein. Liana sp?rte, wie die Perlenkette ihren Hals zuschn?rte. Sie versuchte, sie abzuziehen, aber sie dr?ckte nur noch fester. Na gut, ich bringe dich nach Hause, wir k?nnen laufen, sagte Pascha und bemerkte unwillk?rlich die Bewegungen des M?dchens mit der Perlenkette um ihren Hals.



Er versuchte, ihr die Kette abzunehmen, aber es gelang ihm nicht.



Das ist wunderbar! Ich liebe Abendspazierg?nge, aber allein kann ich sie unm?glich machen; es ist be?ngstigend, allein zu gehen, versuchte Liana fr?hlich zu sagen, doch die Perlenkette, die ihr ihre Schulfreundin Seryozha vor ihrer Abreise geschenkt hatte, schmerzte sie noch mehr.

W?hrend sie sich unterhielten, n?herten sie sich dem kleinen Haus. Liana hielt ihre Hand zwischen ihrer Perlenkette und ihrem Hals. Die Kette dr?ckte unerbittlich. Es f?hlte sich an, als wolle ihre Freundin Serjoscha nach ihr greifen und sie vor einer weiteren Gefahr warnen. Die allgegenw?rtige Antonowna stand am Tor, nur von einer einzelnen Laterne an einem Mast erhellt. Die Schatten der B?ume fielen auf ihre Schultern. Die Wirtin wartete auf ihre Mieter, als h?tte man sie gewarnt, dass sie bereits unterwegs seien.



Liana, bist du allein oder nicht? Wer ist das bei dir? Oh, ein Mann!



Alla ist sp?t dran, erwiderte Liana und wandte sich von Pascha ab.



Mann, du kannst nicht hierherkommen! Ich habe die M?dchen gewarnt!, rief Antonowna emp?rt.



Verstanden. Liana, auf Wiedersehen! Wir sehen uns morgen am Strand! Am selben Ort!, rief Pascha.



Auf Wiedersehen, Pascha! Liana k?sste ihn auf die Wange. Pascha antwortete nicht. Langsam kehrte er zur?ck. ?ppige Lebensb?ume s?umten den Haupteingang von Geb?ude 5. Pascha ging an den Lebensb?umen und den wei?en S?ulen vorbei, ?ffnete die massive T?r mit den Messinggriffen und betrat leise das G?stehaus. Pavel wurde vom diensthabenden Beamten aufgehalten:



Sie waren schon drin, sind aber nicht wieder rausgekommen, und jetzt kommen Sie schon wieder rein?!



Manchmal gehen sie raus, aber kommen nicht wieder rein. Darf ich hier sitzen?



Was ist los in Ihrem Zimmer? Kommen Sie, ich sehe mal nach.



Nein, ich gehe jetzt selbst hin. Ich bin gerade die Kastanienallee entlangspaziert. Pascha betrat sein Zimmer. Die Schlafzimmert?r war geschlossen. Er nahm einen Stuhl vom Boden und legte sich auf das Sofa. Er schlief bis zum Morgen. Alla und Jura raschelten im Nebenzimmer. Am Morgen wachte Liana auf und w?re beinahe vor Frustration in Tr?nen ausgebrochen, als sie Allas leeres Bett sah. Oder trauerte sie etwa um das Schicksal ihrer Freundin? Dann erinnerte sie sich, dass Pascha am Strand auf sie warten w?rde, und begann, sich fertig zu machen. Antonowna steckte den Kopf ins Zimmer:

Liana, ist Alla immer noch nicht da? Ihre Mutter wird ihr zu Hause die H?lle hei? machen!



Nein, sie ist noch nicht da. Und ich konnte einfach nicht aufwachen. Pascha wartete am Strand auf Liana. Er sa? allein auf einer gro?en Decke.



Liana, komm, setz dich zu mir. Alla und Jura schlafen noch.



Ich mache mir Sorgen um sie. Hast du geh?rt, dass sie leben?



Sie sind erwachsen und wissen, was sie tun.



Es ist ihr erstes Mal, seufzte Liana. Oh je, was wird jetzt passieren 



Ich sehe, du bist wieder mit deiner Perlenkette am Strand; die passt ja ?berhaupt nicht zu deinem Badeanzug!



Ich kann meine Perlenkette nicht abnehmen. Der Verschluss ist kaputt. Die Sonne brannte vom Himmel. Es wurde schw?l. Ilja Lwowitsch beobachtete Liana und Pascha still, wie sie am Strand entlangspazierten, dann schwimmen gingen und sich b?uchlings auf dieselbe Decke legten. Pascha versuchte erneut, den Verschluss von Lianas Halskette zu ?ffnen, aber er r?hrte sich nicht. Da holte er sein Manik?re-Set heraus und schnitt die Schnur durch. Die Perlen rollten auf die Decke. Liana begann, die Perlen aufzuheben. Ein Perlmutt-Schmetterling lag zwischen den Perlen. Ihre H?nde zitterten nerv?s, als sie ihn aufhob. Ihr schien, der Schmetterling sei nicht aus Perlmutt, sondern tot. Was, wenn das die K?nigin dieser wei?en Schmetterlinge ist? Nein, es ist nur eine gew?hnliche Muschel, wie es hier so viele gibt, dachte sie und h?rte Paschas Stimme:



Liana, wenn Jura und Alla nicht in f?nf Minuten kommen, gehen wir beide ins Caf. Ich m?chte nicht zum Mittagessen. Ich f?hle mich so bedr?ckt.



Okay, lass uns ins Caf gehen. Sie wollten nicht mitkommen. Nicht weit vom Strand entfernt lag ein Standesamt. Sie gingen hinein und lasen sich sorgf?ltig die Anweisungen f?r Heiratswillige durch.



Pascha, das dauert ja ewig von der Antragstellung bis zur Eintragung der Ehe! Nein, heiraten kommt f?r uns nicht in Frage! Wir werden sowieso nicht zusammen sein, warum sollte ich also meinen Vorfahren etwas beichten?



Liana, ich lese nur. Sag mir lieber: Aus welcher Stadt kommst du? Ich begleite dich gern zu dir nach Hause und besuche deine Eltern.



Wenn du doch nur mitkommen w?rdest. Ich glaube kaum an Gl?ck. Ich sp?re keine gro?e Verbindung zwischen uns. Sie gingen in ein kleines Caf. Pascha bestellte f?r beide etwas zu essen. Sie a?en.



Liana, ich w?rde so gern zu dir kommen. Ich will nicht in die Pension! Auf keinen Fall! Wir gehen zu mir, und Alla schl?ft bestimmt schon oder Yura sitzt da! Komm, wir gehen zu dir und sagen der Wirtin, dass ich Alla ersetzt habe. Pascha, mach solche Witze nicht! Ich bin ihrer Mutter gegen?ber f?r sie verantwortlich; sie hat mich gebeten, auf ihre Freundin aufzupassen. Ihr Freund, Vasya, ist zum Milit?rdienst in den Norden gegangen.



Wohin soll ich denn gehen? Sie schlafen zusammen im Zimmer. Wir gehen f?r ein paar Stunden zu dir; Das macht das Warten auf sie einfacher.



Okay, lass uns f?r ein paar Stunden zu mir fahren, und dann gehen wir an den Strand.

Sie kamen an einem kleinen Haus an. Antonowna rief ihnen nach:



Ein Mann darf nur bis zum Abend ins Haus!

Pascha legte sich auf Allas Bett und schlief ein. Liana legte sich auf ihr eigenes Bett und drehte lange Pfauenfedern in ihren H?nden. Sie sah Pascha aufmerksam an und schlief ein. Allas Ruf weckte sie:



Schlaft  aber jeder f?r sich! Und lasst mich schlafen!

Pascha stand auf. Alla legte sich aufs Bett und schlief sofort wieder ein.

Liana und Pascha gingen zum Strand. Liana, lass uns eine Stunde sonnenbaden, schwimmen gehen, und dann gehen wir zusammen zur Pension. Ich will nicht allein dorthin. Ich bin etwas langsam.

Ich komme mit, keine Sorge, aber wir gehen durch den Haupteingang ins Geb?ude.

Sie gingen durch die Eingangst?r der Pension, betraten das Zimmer und erstarrten: Yura lag in einer Blutlache auf dem Boden. Er konnte seine Finger kaum bewegen. Sein Kopf war blut?berstr?mt. Eine Flasche lag daneben.



Ich rufe einen Arzt!, rief Pascha und rannte zur Rezeption. Liana erinnerte sich, die Arztpraxis auf dem Weg zum Zimmer gesehen zu haben. Sie rief den Arzt an. Gemeinsam gingen sie ins Zimmer. Pascha holte sie unterwegs ein:



Ich habe einen Krankenwagen gerufen, er ist gleich da. Der Arzt untersuchte Yuras Kopf und sagte, es gehe ihm gut, obwohl der Schlag heftig gewesen sei. Dann entdeckte sie eine zerbrochene Wodkaflasche.



Es ist klar, woher das Blut kommt. Er hat die Flasche zerbrochen und sich dabei in die Hand geschnitten. Junger Mann, helfen Sie ihm, den Mann auf das Sofa zu bringen. Der Krankenwagen wird nicht so schnell eintreffen. Ich werde den Verletzten untersuchen und verbinden. Er lebt. Die Wunden an seiner Hand sind nicht lebensbedrohlich, aber er hat viel Blut verloren. Wir haben eine Sicherheitsabteilung in der Pension. Holen Sie den Detektiv. Sein Name ist Ilja Lwowitsch. Lassen Sie ihn alles im Zimmer ?berpr?fen, sagte die ?rztin und untersuchte den Verletzten weiter.



Deshalb wollte ich nicht hierherkommen, sagte Pascha. Ein Wachmann hatte am Tor der Pension Dienst, die anderen Wachen befanden sich im Nebenraum. Ilja Lwowitsch spielte mit den Wachen Domino.



Ilja Lwowitsch, sie sind gekommen, um dich zu holen. Sehen Sie sich das ernste Paar an, das nach Ihnen fragt, sagte der Wachmann.



Ja, wir brauchen Ilja Lwowitsch, best?tigte Liana.



Ich bin ganz Ohr!, erwiderte der junge Mann schnell.



Es gibt Probleme in Geb?ude Nummer f?nf. Sie m?ssen mit uns dorthin kommen, warf Pascha ein. Die drei gingen zur?ck. Pascha informierte Ilja unterwegs ?ber die Lage. Ilja Lwowitsch, der Paschas Geschichte geh?rt hatte, zog seine eigenen Schl?sse:



Ihrer Aussage entnehme ich, dass keiner von Ihnen in die blutige Schl?gerei verwickelt war und Sie ein Alibi daf?r haben. Laut Ihren Angaben wurden Sie im Caf und von der Besitzerin des M?dchenhauses gesehen. Ich muss mit Alla sprechen, schloss Ilja Lwowitsch.



Sie schl?ft, antwortete Liana.



Wecken Sie sie auf und bringen Sie sie zu mir. Du findest mich in Geb?ude 5. Liana kehrte in ihr kleines Haus zur?ck und versuchte, Alla zu wecken, doch diese schlief ganz seltsam. Es war unm?glich, sie zu erwecken. Alle ihre Bem?hungen waren vergeblich. Sie rief Antonowna an. Antonowna geriet in Aufregung:



Leute, es ist doch klar, wo Alla die ganze Nacht war! Jeder hat Sex, aber die gehen auch arbeiten und wachen auf! Bei ihr ist es anders. Sie reagiert nicht einmal, wenn man sie an den Schultern r?ttelt. Wie ist sie ?berhaupt nach Hause gekommen? Sie kam nach Hause und ist sofort wieder eingeschlafen. Soll ich einen Arzt rufen?, fragte Liana.



Ruf einen Krankenwagen! Ich brauche nicht noch mehr Tote in meinem Haus, und jetzt will niemand mehr meine Wohnung mieten. Das Telefon ist auf der Veranda! Rufen Sie an, Mann, wir haben nur einen Krankenwagen f?r das ganze Dorf!, rief sie Pascha zu. Pascha rief zum zweiten Mal an diesem Tag einen Krankenwagen. Die diensthabende Krankenschwester fragte:

Rufen Sie einen Krankenwagen f?r ganz Abrikosovka?

Nein, nur f?r ein Paar, das sich an verschiedenen Orten getrennt hat, antwortete Pascha am Telefon. Dann wandte er sich an Liana: Liana, Ilja Lwowitsch muss informiert werden, dass Alla schl?ft und nicht aufwachen wird.

Pascha, Ilja Lwowitsch hat mir seine Visitenkarte gegeben, rufen Sie ihn selbst an. Pascha nahm die Karte und rief Kriminalkommissar Ilja Lwowitsch an:

Ilja Lwowitsch, Pascha ruft an. Alla wacht nicht auf. Ihr Freund schl?ft auch tief und fest. Der Arzt hat seine Wunden verbunden. Der Krankenwagen hat ihn nicht mitgenommen, da ein R?ntgenbild nicht n?tig war. Ihm geht es gut.

Sie wurden nicht vergiftet? Was k?nnte ihnen zugesto?en sein?



Gute Idee, wir sehen nach. Wenn der Arzt kommt, soll er bitte bei Geb?ude 5 vorbeischauen und die zweite Person mit der Vergiftung abholen. Pascha beschloss, die Situation in der Pension aufzukl?ren.



Liana, wir haben ein bisschen gelogen. Wir sind zu dritt in diesem Zimmer. Jura und ich teilen uns ein Schlafzimmer mit zwei getrennten Betten  wir haben sie f?r dich zusammengeschoben  und im Wohnzimmer wohnt noch jemand. Deshalb wollte ich nicht in das Zimmer gehen.



Pascha, wo ist der Nachbar? Wer ist er? Wo steckt er? Trinkt er?, fragte Liana schnell.



Wenn ich nur w?sste, wer er ist! Er ist ein seltsamer Typ. Und dann ist da noch die Wodkaflasche, von der  wer wei?? Jura trinkt doch keinen Wodka! Dein Nachbar k?nnte den Wodka mitgebracht haben. Wir k?nnen ihre Fingerabdr?cke nehmen. In diesem Moment erschien der Sanit?ter und fragte:



Wo ist die Patientin? Wenn sie schl?ft, wecken Sie sie auf!, befahl der Arzt und sah Alla ungeduldig an.



Ich kann sie nicht wecken. Alla ist etwas zugesto?en. Es besteht die M?glichkeit, dass sie letzte Nacht zum ersten Mal in ihrem Leben mit einem Mann geschlafen hat, sagte Liana vertraulich.



Ich untersuche die Patientin. Alle raus! F?nf Minuten sp?ter kam der Arzt in den Hof und sagte:



Leute, ich kann euch sagen: Das M?dchen ist unverletzt und hatte noch nie Sex mit einem Mann. Eure Freundin ist ein M?dchen. Wir bringen sie ins Krankenhaus; sie wacht nicht auf.

Was?!, fragte Pascha. Warum ist Alla ein M?dchen?



Ich habe nichts mehr zu sagen. Sir, Sie kommen mit uns.

Der Krankenwagen hielt vor Geb?ude 5. Ilja Lwowitsch sa? auf einer Bank. Der Arzt wandte sich an ihn:



Ilja Lwowitsch, geht es schon wieder um den Champagner?



Ja, Sir! Sie haben Champagner getrunken. Legen Sie das M?dchen ins zweite Bett, lassen Sie sie schlafen. Der Mann schl?ft im ersten Bett.



Und wo soll ich schlafen?, fragte Pascha.



Sagen Sie mir lieber, wo Sie den Champagner gekauft haben?, fragte Ilja Lwowitsch mit scharfer Stimme.



Ich habe eine Flasche Champagner am Buffet gekauft. Ist das etwa verboten?



Die Kellnerin wurde bereits zur Polizeiwache gebracht; sie verdient eine Sonderbehandlung. Der Champagner wurde lokal abgef?llt und mit Schlaftabletten versetzt. Solche Getr?nke brachten im Wohnheim immer ?rger ein. Wir haben die Miete bezahlt. Aber Liana und ich haben doch auch Champagner getrunken! Du hast ein bisschen getrunken, wolltest aber schlafen?, rief Pascha.



Ich will immer noch schlafen. Und warum ist die Wodkaflasche zerbrochen?



Das ist doch nicht dein Ernst! Du hast sie zerbrochen. Hast du einen Stuhl von der Stra?e ins Zimmer geworfen?



Ja, ich habe den Stuhl aufs Fensterbrett gestellt, und er ist ins Zimmer gerollt. Und was ist mit dem Blut? Woher kommt das ganze Blut an Jura?



Also, du hast die Wodkaflasche zerbrochen; dein Nachbar hat sie am Tischbein stehen lassen. Jura ist vom Sofa gefallen und hat sich an der Flasche geschnitten.



Und warum ist Alla ein M?dchen?



Das ist doch nicht dein Ernst! Alla wird aufwachen, frag sie, warum sie ein M?dchen ist, und jetzt geh ins Bett. Die Krankenschwester wird ein Auge auf dich haben. Ha, warum ist Alla ein M?dchen? Das hat mich noch nie jemand gefragt, sagte Ilja Lwowitsch, zufrieden mit dieser Enth?llung, und ging mit einer Flasche Champagner im Gep?ck.



Pascha legte sich aufs Sofa und schlief ein. Liana schlief in ihrem Zimmer und tr?umte, sie sei ein wei?er Schmetterling, der ?ber das Meer flog  Gewitterwolken zogen am Himmel auf. Blitze erhellten Geb?ude 5, und es begann zu regnen. Versp?tete Reisende rannten durch Pf?tzen und betraten klatschnass das Geb?ude.



Es war der dritte Morgen seit ihrer Begegnung. Drau?en schien die Sonne, ihre Strahlen riefen zum Meer. Liana wachte auf, drehte sich um und begann, ?ber die Ereignisse des vergangenen Tages nachzudenken, w?hrend sie sich f?r den Strand fertig machte. Alla kam mit den Jungen an. Der Sand war noch feucht vom Regen der Nacht.



Wir wurden alle vom Champagner vergiftet, sagte Jura.



Was, du hattest nichts mit Alla zu tun?, fragte Pascha. Ich erz?hle euch alles, aber ich habe Alla nicht wie Champagner aufgerissen, erwiderte Yura leicht gereizt und musterte Alla von oben bis unten.



Was redest du ?ber mich?!, fragte Alla besorgt. Mir geht es gut.



Gut, dass alle in Sicherheit sind, schloss Liana. Und wo ist dein Nachbar?



Welcher Nachbar?, fragte Alla und sah Yura an.



M?dels, wir haben euch reingelegt, begann Yura.



Der Nachbar im Zimmer ist ein Betr?ger; er geh?rt zur Bande der Bardame. Der Nachbar hat uns dazu gebracht, Champagner zu ?berteuerten Preisen an der Bar zu kaufen, und danach war es in Haus Nummer f?nf nie wieder langweilig, erkl?rte Pasha. Hier ist alles kostenpflichtig. Alle vier verstummten. Die Sonne w?rmte ihre jungen R?cken.



Ich schlage einen Ausflug aufs Meer vor; h?ttet ihr Lust, heute mitzukommen? Pasha fragte und bedeckte einen Teil von Lianas R?cken mit seinem K?rper.



Wann?, fragte Yura, als er wieder zu sich kam und den Kopf von den Spielkarten hob.



Nach dem Mittagessen. M?dchen, warum seid ihr so still?, fragte Pascha und erhob sich vom Sand.



Was kostet der Ausflug?, fragte Alla und zog ihren Hut tiefer ins Gesicht.



Wir bezahlen die Fahrt, sagte Jura und nahm das Kartenspiel.



Wir machen einen Ausflug, wo treffen wir uns?, fragte Liana.



Wir treffen uns am Pier, antwortete Pascha und nannte die Abfahrtszeit. Das wei?e Schiff schaukelte auf den Wellen. Die G?ste betraten das Schiff ?ber einen schmalen Gang. Zwei Decks mit Sitzpl?tzen erwarteten die Urlauber. Auf dem Unterdeck befand sich ein Buffet. Der Gro?teil der G?ste sa? auf dem Oberdeck, das zwar ein Dach, aber keine W?nde hatte. Der Wind pfiff von allen Seiten um die Passagiere herum, doch sie konnten in alle vier Richtungen sehen. Musik erklang. Pascha und Liana gesellten sich zu den anderen auf dem Oberdeck. Jura und Alla sa?en auf dem Unterdeck, von allen Seiten umschlossen. Sie waren bereit, einander anzusehen. Die Wellen des Meeres umsp?lten das Schiff an drei Seiten, und auf einer Seite lag ein Dorf. In der Ferne sichtbar. Wasser, Wind, Sonne  alles in seiner ganzen Vielfalt. Die Menge sa? nach dem Mittagessen schl?frig da. Pl?tzlich hoben alle die Beine, und Schreie von Frauen ert?nten. Ein kleiner, gedrungener Hund  ein Dackel  huschte unter Paschas F??en hindurch. Unter Lianas F??en drehte sich ein zweiter Hund um und rannte frei davon.



Oh, brachte Liana kaum hervor.



Dackel laufen hier auch herum, sagte Pascha seufzend.

Die Dackel huschten schnell aufs Unterdeck. Allas und Yuras Rufe waren zu h?ren. Offenbar waren sie endlich aufgewacht. Die Menge begann angeregt zu plaudern. Ein Mann in Zirkuskleidung erschien auf dem Oberdeck und baute einen Stand auf. Die Dackel rannten zu ihm. Mehrere Darbietungen mit jeweils zwei Dackeln am?sierten die Passagiere. Zwei identisch aussehende Jungen, etwa zehn Jahre alt, erschienen. Die Dackel und die Jungen f?hrten synchron eine Nummer auf. Die Menge jubelte. Das Schiff n?herte sich dem ersten Halt.



Liebe Passagiere, wir laden Sie zu einem Besuch in einem Weingut ein. Sie kommen an einem Weinberg vorbei und sehen einen unterirdischen Weinkeller. Wein k?nnen Sie dort zum Sonderpreis erwerben, rief der Reiseleiter laut.

Die Leute griffen nach ihren Taschen und Handtaschen. Pascha und Liana gingen von Bord. Der Weinberg erstreckte sich abseits der Touristenstra?e. Die Gruppe ging etwa zehn Meter an einem transparenten Zaun vorbei. Pl?tzlich tauchte vor ihnen ein kleines Weingut aus alten roten Ziegelsteinen auf. Den Ausfl?glern wurde gezeigt, wie Wein gelagert wird, und sie durften an einer Weinprobe teilnehmen. Nachdem sie Wein aus Plastikbechern probiert hatten, kauften viele ihn in Plastikflaschen. Diejenigen, die wegen des Weins gekommen waren, packten mehrere Flaschen in ihre stabilen Taschen. Die anderen kauften entweder je eine Flasche oder gar nichts. Die Stimmung hellte sich sichtlich auf. Pascha kaufte zwei Flaschen Wein aus der Region. Die Flaschen f?hlten sich leicht k?hl an, und der Alkoholgehalt auf dem Etikett war nicht besorgniserregend. Er brachte eine Flasche zu Jura und Alla. Liana lehnte den Wein ab und kaufte sich und Pavel eine Flasche Mineralwasser vom Buffet und ein paar T?ten Chips. Er trank unauff?llig die ganze Flasche gek?hlten Wein aus. Sie trank das Wasser.



Liana, so l?uft das also, wir zahlen nicht nur f?r die M?dchen, du verdienst dir auch noch meine Eintrittskarte f?r diesen Ausflug, murmelte Pascha sarkastisch zwischen den Z?hnen, pl?tzlich angetrunken. Du hast zu viel Wein getrunken und vergessen, dass du und Jura versprochen habt, f?r Alla und mich zu bezahlen, protestierte Liana sichtlich ?berrascht.



Was soll das hei?en! Und der Champagner! Wei?t du, wie viel der kostet?! Du kannst ihn selbst bezahlen, meine Liebe. Gleich kommt eine Haltestelle; da steigen wir aus, und auf dem R?ckweg werden wir wieder abgeholt.



Ich bezahle deine Bootsfahrt! Ich schicke dir das Geld per Post!



Kapitel 3. Ein verliebtes Paar



An der n?chsten Haltestelle nahm Pascha seine Reisetasche und ging die Gangway hinunter. Liana folgte ihm. Sie befanden sich an einem einsamen Strand zwischen den K?stenb?umen. In diesem Moment war Lianas Perlenkette verschwunden; sie lag auf einem Haufen auf dem Fensterbrett neben einigen Pfauenfedern. Das wei?e Boot legte ab. Pascha breitete die vertraute Stranddecke aus. Und dann, ganz unerwartet, begann er, Liana die Kleider vom Leib zu rei?en. Pascha, ich ziehe mich selbst aus. Ich trage einen Badeanzug.



Ich habe dich nicht zum Sonnenbaden eingeladen! Ich brauche deinen Badeanzug nicht!



Pascha entledigte sich seiner Kleider und stand nackt vor Liana. Zum ersten Mal in ihrem Leben sah sie einen nackten Mann. Entsetzen ergriff sie. Er versuchte immer wieder, ihr den Badeanzug vom Leib zu rei?en. Liana wehrte sich gegen den glitschigen und nun widerlichen Mann!



Pascha, nein! Nein, Pascha!! Ich flehe dich an!, schrie Liana und klammerte sich an ihren Badeanzug, um ihren K?rper vor den dreisten H?nden des Mannes zu sch?tzen.



Deine Jungfr?ulichkeit reicht einem Mann. Ich lasse dich nicht gehen! Liana, du geh?rst mir! Und ich werde dein Erster sein! Mein ganzes Leben lang habe ich davon getr?umt, der Erste zu sein! Kannst du dir die Lust vorstellen! Ich habe noch nie in meinem Leben so ein Gl?ck empfunden!, schrie Pascha.

Sie wand sich mit aller Kraft und versuchte, den Mann mit ihren F?usten zu schlagen. Er verdrehte ihre Arme, versiegelte ihre Lippen mit einem Kuss und versuchte, sie mit seinem ganzen K?rper auf ungewohnte Weise zu bewegen. Diese letzte Bewegung hatte er erst nach langer Zeit gemeistert. Sie begann, ihn mit der freien Hand zu schlagen. Er wurde w?tend und packte sie an den Schultern. Sie wand sich weg! Da geriet er in Raserei und schleuderte sie auf den felsigen Strand. Sie sank leblos zusammen, stumm von der surrealen Realit?t des Geschehens, die Augen vor Schmerz geschlossen.



Liana, ich liebe dich! Ich will dich so sehr! Wach auf, meine Liebe!, rief der verzweifelte Mann am einsamen, verlassenen Strand.



Und Stille folgte. Pascha zog sich an. Er f?hlte sich gelangweilt und ?ngstlich. Er dachte: Was, wenn Liana tot ist? Er betrachtete den K?rper des M?dchens. Er wollte von dem K?rper, der im Sand lag, weglaufen.

Pascha, wo sind wir?, fragte Liana leise, als sie wieder zu sich kam.



Wir sind an einem einsamen Strand, und ich bin ein wahrer Wilder, sagte Pascha ver?rgert und voller Selbstverachtung. Das Adrenalin hat den Alkohol ?berw?ltigt.



Was ist nur los mit mir? Haben wir uns gesonnt?, stammelte Liana.



Ja, Liebling, wir haben uns gesonnt. Du hattest einen Sonnenstich, aber jetzt ist alles wieder gut, fl?sterte Pascha, unf?hig, sein Gl?ck zu fassen, dass Liana noch lebte.



Pascha, leg dich neben mich, ich brauche deine Kraft. Ich f?hle mich so schwach, sagte Liana und ?berkam ein Gef?hl v?lliger Hilflosigkeit, Schmerz und eine ihr unbekannte Zuneigung zu diesem Mann.

Pascha legte sich hin. Liana umarmte ihn und schmiegte sich an ihn.



Pascha, ich liebe dich, sagte sie und verschmolz mit ihm, ohne einen einzigen klaren Gedanken zu fassen. Sie schlang sich um ihn wie eine Liane um einen starken Baum.



Der schockierte Mann war sprachlos, v?llig verbl?fft. Der Wein war wie weggeblasen. Z?rtlich k?sste er sie. Als er sich wieder gefasst hatte, weiteten sich seine gro?en Augen vor ?berraschung, und er rief aus:



Liana, ich habe Angst vor dir! Ehrlich, ich habe Angst.



Lianas Angst war wie weggeblasen, und der Geist einer sinnlichen Frau ergriff sie. Sie verstand sich selbst nicht. Und wie eine ge?ffnete Champagnerflasche konnte sie all die wundersch?nen Funken neuer Gef?hle, die sie bis zum Rand erf?llten, nicht mehr ausl?schen. Gef?hle str?mten aus den Tiefen ihres Wesens. Sie begehrte diesen ersten Mann. Sie war von Gef?hlen f?r ihn ?berw?ltigt und sp?rte ihn mit jeder erwachten Zelle ihres K?rpers.



Pascha widerstand dem unerwarteten Gl?ck nach seinem kurzen Missgeschick nicht lange. Er erwiderte die prickelnde Freude des Champagners mit seinen ersten weiblichen Gef?hlen. Er sog die erste Liebe einer Frau mit unverhohlener Wonne auf. Sie wussten nicht, wie lange ihr Liebesspiel auf der Decke ?ber den feinen Kieselsteinen des wilden Strandes gedauert hatte, doch irgendwann h?rten sie beide auf. Sie setzten sich auf, standen auf und zogen sich an.

Eine sanfte Brise vom Meer fuhr ihnen durchs zerzauste Haar. Liana blickte auf: Ein Storch kreiste ?ber ihnen und verschwand bald darauf, vermutlich auf dem Weg zu seinem Nest auf einem Strommast. Ein wei?es Dampfschiff tauchte am Horizont auf. Niemand war da, um das Paar zu begr??en. Alla und Yura waren nirgends zu sehen: weder auf dem Oberdeck noch auf dem Unterdeck. Niemand auf dem Dampfschiff suchte nach ihnen.



Liana und Pascha kehrten ans Ufer zur?ck. Er hielt den Wagen an und fuhr sie nach Hause, w?hrend er zur Pension ging. Sie wusch sich unter dem kalten Wasserstrahl und ging ins Bett, konnte aber lange nicht einschlafen. Sie war ?berzeugt, dass der Streit und die Liebesgeschichte am wilden Strand zwischen den Felsen nie stattgefunden h?tten, wenn Pascha ihr die Perlenkette nicht vom Hals geschnitten h?tte. Sie suchte nach den Perlen, doch sie schienen verschwunden  nirgends waren sie zu finden. Dann griff sie nach den Pfauenfedern, doch auch diese zuckten zur?ck. Liana f?hlte sich in dem Zimmer stickig, obwohl die Perlen nicht mehr auf ihrem Hals dr?ckten. Sie sp?rte ihre Anwesenheit, obwohl sie sie nicht greifen konnte. Es war ein unheimliches Gef?hl. Sie suchte nach dem Schmetterling. Er sa? auf den Pfauenfedern und sch?ttelte seinen kleinen Kopf, entweder im Wind oder vielleicht war er die lebende K?nigin der wei?en Schmetterlinge. Der Schmetterling nickte dem M?dchen zu, und sie schlief ein, als w?re sie in den Abgrund gest?rzt, aus dem sie als Schmetterling entsprungen war  Die Morgensonne schien durch die Vorh?nge. Liana wachte auf. Alla war nicht da. Pascha wachte auf, aber Yura war verschwunden. Liana und Pascha trafen sich am Strand. Ihre H?nde ber?hrten sich immer vertrauter, w?hrend sie die aufmerksamen, aber missbilligenden Blicke der anderen Urlauber bemerkten. Sie waren gl?cklich zusammen, doch ihr Gewissen mahnte sie, an ihre vermissten Begleiter zu denken.



Liana, ich rufe Ilja Lwowitsch an und sage ihm, dass Jura und Alla vermisst werden. Sie sind vom Schiff verschwunden und noch nicht zur?ckgekehrt.



Ruf an, mein Schatz, ruf an, sagte Liana z?rtlich und umarmte Pascha sanft.

Pascha w?hlte die Nummer des Detektivs:



Ilja Lwowitsch, Pascha ruft an. Jura und Alla sind verschwunden.



Ach, Sie machen sich Sorgen? Warum ist Alla ein M?dchen? Der Reiseleiter hat mich angerufen und gesagt, dass Jura und Alla im Pawlin-Palast wohnen. Sie kommen heute an. Danke, sagte Pascha und wandte sich Liana zu. Liana, sie kommen heute ganz bestimmt. Ihre Tour f?hrt sie weiter zum Pfauenpalast.

Nun lagen sie in der Sonne, ihr Gewissen beruhigt.



Pascha, was wird nur aus uns?, fragte Liana und fuhr ihm mit den Fingern durchs Haar.



Wir heiraten. Ich habs dir doch gesagt, erwiderte Pascha, der es selbst kaum glauben konnte.



Und ich dachte, du machst Witze, murmelte Liana und klammerte sich wie ein zitterndes Reh an Pavel.

Wir melden uns in einer Woche zur Eheschlie?ung an.



Ich habe noch genau eine Woche, bevor ich abreise. Oh, wie wunderbar!, rief Liana aus und streckte sich neben Pavel im Sand aus.



Liana, verlieren wir jetzt eine ganze Woche? Nein. Komm, wir gehen in mein Zimmer.

Sie standen auf und sammelten ihre Sachen aus dem Sand. Bald machten sie sich auf den Weg zur Pension. Pascha ging Mittagessen und brachte Liana etwas zu essen. Sie a?. Dann schlossen sie die Zimmert?r. Liana wirkte viel ruhiger: nicht mehr so leidenschaftslos, aber auch nicht mehr so k?hl. Pascha hatte in der Vergangenheit wenig Erfolg bei Frauen gehabt, und jetzt war es nicht besser als je zuvor!

Pascha und Liana wurden durch ein Klopfen an der T?r gest?rt.



Sohn, mach auf!, ert?nten die vertrauten Stimmen von Alla und Jura.

Pascha ?ffnete die T?r.



Was schreit ihr denn so?, fragte Pascha, verstummte aber beim Anblick des Paares. Jura und Alla standen in neuen Kleidern vor ihm.



Pascha, wundere dich nicht, sagte Alla. Wei?t du, wir sind im Palast des Grafen Pfaus gelandet. Es ist nicht gerade ein Museum; dort leben Menschen, aber einmal die Woche gibt es F?hrungen. Zugegeben, die Gesetze sind streng. Die erste Nacht eines M?dchens wird einem Grafen mit dem seltsamen Namen Pfau zugeteilt. Jura hat mich ihm gegeben. Und ich weine nicht. Graf Pfau hat mich mit Geld belohnt, und Jura und ich haben uns neue Sachen gekauft. Jura stand da, still und niedergeschlagen, sein Blick abwesend.



Und am Morgen haben sie mich Jura unter den Blicken des Grafen Pfaus gegeben, und ich weine nicht, schluchzte Alla. Wir tranken ein Glas Wein und waren ganz ruhig, wir haben uns nicht einmal beschwert. Graf Pfau nimmt nur diejenigen auf, mit denen er zum ersten Mal schlafen kann, und er hat irgendwie herausgefunden, dass ich ein M?dchen bin. Am Ufer wurde ich mit einem roten Blumenteppich empfangen. Strenge M?nner mit Dreizacken standen am Wegesrand. Wir konnten nicht fliehen, alles war vorbereitet.



Es war alles nach Plan, sagte Yura nachdenklich.

Liana kam aus dem Schlafzimmer und sagte zu Alla: Alla, lass uns nach Hause gehen, wir m?ssen uns ausruhen.



Lass uns nach Hause gehen, erwiderte Alla. Ich glaube nicht, dass die M?nner etwas dagegen haben. Auf Wiedersehen, Jungs!

Die Freundinnen tauschten die neuesten Neuigkeiten und Eindr?cke aus, die sie  oder besser gesagt, ihre jungen K?rper  getroffen hatten.



Alla, was soll ich nur mit Pascha machen? Ich erinnere mich noch genau, wie er mich gegen den felsigen Strand geschleudert und bewusstlos geschlagen hat. Er sagte, ich h?tte einen Sonnenstich. Ich tue so, als ob ich ihm glaube und heuchle leidenschaftliche Liebe. Aber in Wirklichkeit habe ich Angst vor ihm!, schimpfte Liana w?tend.



Liana, jetzt reichts! Spiel weiter so, als ob du mich liebst, aber ich war so w?tend auf Graf Pavlin und Yura! Ich war bereit, sie zu t?ten, aber dann gab ich mich v?llig unterw?rfig, ja sogar gl?cklich. Was f?r eine Sicherheit dort! Ich wei? selbst nicht: Soll ich Rache ?ben oder alles vergessen?



- Alla, kluge Leute haben uns geraten, nicht allein zu reisen, aber du und ich sind losgezogen, um Seen?sse zu sammeln.



- Ich habe meine Tabletten gerade noch rechtzeitig genommen; ich hatte sie auf Anraten meiner ?lteren Freunde in meiner Tasche. Aber ich sp?re so eine tiefe Traurigkeit und Melancholie in meiner Seele! Ich habe Pawlins Palast gesehen; von au?en uralt, aber innen modern. Und Graf Pawlin! Mein Gott! Was f?r ein harter Mann.



- Also, alles vergessen und keine Rache ?ben?



- Liana, wovon redest du? Von Rache? Ich habe immer noch Angst! Antonowna sa? nachdenklich auf der Veranda des Hauses, aber als sie die M?dchen sah, rief sie freudig:



- M?dchen! Ihr seid zur?ck! Ich habe schon auf euch gewartet. Danke f?r deine Anteilnahme, sagte Liana. Uns geht es gut.



Die M?dchen betraten das Haus und gingen in ihr Zimmer.



Wie sich alles ver?ndert hat!, rief Alla aus. Es ist eine Ewigkeit her!



Stimmt, erwiderte Liana, Pascha hat mir die Ehe versprochen.



Und du glaubst das? Mir hat noch nie jemand die Ehe versprochen 

Autos hupten am Tor. Antonownas freundliche Stimme war zu h?ren. Ein stattlicher, imposanter Herr in einem wei?en Anzug betrat das Zimmer der M?dchen.



Alla, ich bin wegen dir gekommen! Ich will kein Frauenheld mehr sein! Ich will dich heiraten! Sofort! Steh auf! Sie bringen dir dein Kleid. Sie warten beim Standesamt auf uns!



Zwei gro?e M?nner in Anz?gen trugen riesige Taschen ins Zimmer, in denen sich ein Kleid, ein Schleier, Schuhe und Unterw?sche befanden.

Es tut mir leid, dass ich dich auch Jura gegeben habe, aber sonst h?ttest du ihn nicht vergessen, und jetzt wirst du es, sagte Graf Pawlin ruhig. Alla, wir warten auf dich. Nimm deine Freundin mit; sie wird deine Trauzeugin sein.



Alla, was f?r ein Gl?ck du hast!, rief Liana aus und bewunderte Graf Pawlins Geschenke.



Liana, er ist so au?ergew?hnlich! Hier sind die Ergebnisse, sagte Alla, deutete auf die Taschen und ging unter die Au?endusche, kam aber schnell zur?ck. Kaltes Wasser!, klapperte Alla mit den Z?hnen. Liana zog sich um und half Alla beim Anziehen. Dann gingen die Freundinnen in den Hof. Antonowna klatschte in die H?nde, als sie Alla in ihrem pr?chtigen Kleid sah. Die Tore schwangen weit auf. Die T?ren von drei Autos ?ffneten sich. Die Leute verschwanden schnell in den Wagen. Die Autos fuhren gleichzeitig vom Haus weg. Die T?ren des Standesamtes ?ffneten sich. Das Eheregister wurde ge?ffnet. Das Anmeldeformular wurde ausgef?llt. Alles war eingetragen. Nun mussten Graf Pawlin und Alla nur noch unterschreiben. Sie unterzeichneten das Antragsformular und erhielten eine Heiratsurkunde. Alla fuhr in pr?chtiger Kleidung in einem luxuri?sen Wagen mit einem imposanten Mann. Sie war ?berrascht von dem, was ihr widerfahren war, doch sie bewahrte Fassung und erwiderte die Zuneigung Graf Pawlins h?flich.



Kann ich nicht mitkommen? Ich kann nicht mitkommen!!! Mir ist schlecht!, rief Liana, unerwartet emp?rt, und sank zu Boden.

Sie packten Liana an den Armen, setzten sie in einen der Wagen und fuhren sie zu einem kleinen Haus. Vor den erstaunten Augen Antonownas wurde sie ausgeladen. Der Wagen fuhr schnell vom Haus weg und reihte sich bald in die anderen Wagen ein, die zu Pawlins Palast fuhren. Liana lag in dem armseligen Zimmer und f?hlte sich verlassen. Tr?nen traten ihr in die Augen. Sie blickte auf den kleinen Fernseher, den ihr ihre Vermieterin erst k?rzlich geschenkt hatte. Komiker brachten sie zum Lachen, doch sie weinte. Sie war traurig. Ihr Hinterkopf schmerzte. Ihre Vermieterin kam ins Zimmer:



Liana, deine Freundin wurde ja mit Stil abgef?hrt! Warum bist du nicht mitgegangen?



Oh! Es ist so viel passiert, und mein Kopf tut weh, schluchzte Liana.



Deine Freundin, M?dchen, hat einen Sonnenbrand. Sieh dich mal im Spiegel an, wie braun du bist! Leg dich heute hin, ruh dich aus, und morgen ist alles wieder gut. Und wo ist dein Freund? Er ist ein guter Mann.



Sie sind gut, solange sie Fremde sind, erwiderte Liana mit schmerzverzerrter Stimme. In diesem Moment flog ein wei?er Schmetterling von einer Pfauenfeder und landete auf Lianas Handfl?che. Sanft streichelte sie ihn mit einem Finger.



Liana, ich habe ein paar verstreute Perlen gefunden und sie auf eine d?nne Angelschnur gef?delt. Antonowna sagte das und reichte ihr die Perlen.

Kurz darauf klopfte es am Tor. Antonowna ging, um es zu ?ffnen.



Du bist leichtsinnig, Junge, sprich von mir. Liana weint. Geh und tr?ste sie.



Danke, ich merke, dass es ihr nicht gut geht. Pascha betrat den Raum.



Liana, warum weinst du? Ich liebe dich! Alles wird gut zwischen uns, sagte der junge Mann und betrachtete aufmerksam Lianas und Allas Sachen, die im Zimmer verstreut lagen.



Pascha, willst du jetzt mit mir schlafen oder mich ausruhen lassen?, fragte Liana m?de.



Ich bin kein Schurke. Ruh dich aus. Und wo ist Alla?, fragte er und sah sich immer noch im Zimmer um.



Sie hat Graf Pawlin geheiratet. Sie haben sie in Pawlins Palast gebracht. Ich bin nicht mitgegangen.



Ein M?rchen. Stimmt das?, fragte Pascha und setzte sich auf Allas Bett.



Keine Zeit f?r Scherze, erwiderte Liana und legte die Perlenkette an. Liana, verzeih mir. Ich trinke normalerweise keinen Wein, aber jetzt bin ich wie ausgewechselt. Ich habe mich noch nie an Frauen rangemacht und sch?me mich furchtbar. Liana, soll ich uns beiden Fahrkarten in deine Stadt kaufen?



Okay, wir haben es ?berlebt, wir werden es auch ?berleben, antwortete Liana, hielt drei Pfauenfedern in der Hand und verbarg ihre tr?nen?berstr?mten Augen darin. Da hast du fast recht. Wir kaufen die Fahrkarten morgen. Ich habe noch Geld daf?r. Ich gehe heute nirgendwo hin. Alla kommt nicht mit. Es klopfte am Tor. Antonowna ?ffnete die T?r. Eine kaum noch lebende Alla stand vor ihr, ihr Brautkleid zerrissen.



Sie machen Witze! Es war alles nur ein Scherz!, schluchzte Alla.



Geh ins Bett. Da dr?ben weint schon eine, murrte Antonowna. Alla betrat das Zimmer. Pascha sprang wie immer aus dem Bett. Alla legte sich aufs Bett und wandte sich zur Wand. Schluchzend bebte sie am ganzen K?rper. Pascha ging hinaus und rief Jura:



Jura, komm her, es gibt wieder ?rger. Beide M?dchen weinten.



Ich bin unterwegs. Ich h?tte sofort mitkommen sollen, aber sie riefen an und sagten, Alla sei abgef?hrt worden, um ihre Ehe mit Graf Pawlin registrieren zu lassen, deshalb bin ich nicht mitgekommen. Pascha kam zur?ck ins Zimmer:



Ihr k?nnt nicht allein gelassen werden. Wir k?nnen euch eine Woche Aufenthalt in der Pension bezahlen; ihr wohnt dann in unserer N?he, unter unserer Aufsicht.



Ist das m?glich?, fragte Alla und wandte ihm ihr tr?nen?berstr?mtes Gesicht zu.



F?r Geld ist alles m?glich. Hier ist alles kostenpflichtig.

Yura betrat den Raum.



M?dels, in unserem Nachbarhaus ist ein Doppelzimmer frei geworden. Ich w?rde euch gerne eine andere Unterkunft anbieten. Die Pension bietet alle Annehmlichkeiten, Verpflegung und einen Privatstrand mit Liegest?hlen.



Im Ernst, wir w?rden sofort in die Pension ziehen. Hier sind alle Annehmlichkeiten im Innenhof, sagte Alla und hob ihre tr?nenverhangenen Augen.



Alla, du verstehst M?nner nicht! Sie meinen es ernst, aber sie werden bestimmt Geld verlangen, warf Liana ein und ber?hrte wie gewohnt die Perlenkette um ihren Hals, als suche sie Schutz vor drohendem Unheil.



Liana und ich haben nur genug Geld f?r die Miete in diesem Haus, den gemeinsamen Strand und die Heimreise. Und ein bisschen f?r Essen, mehr nicht, sagte Alla mit einem verzweifelten Blick.



Wir bitten euch nicht um Geld, erwiderte Pascha. Alla, sie werden es mit Gleichem vergelten, witzelte Liana, nicht mehr ?berrascht, einen Perlmutt-Schmetterling zwischen den Perlen zu entdecken.



Ich verstehe nicht. Mit welchem Gleichem?, fragte Alla.



Sie werden es mit Liebe vergelten. Kapiert?, erkl?rte Liana.



Warum so zynisch?, fragte Yura.



In diesem Sinne haben wir schon alles verloren; wir haben nichts mehr zu verlieren, also k?nnen wir uns mit Liebe begn?gen. Mit wem soll ich gehen? Mit dir, Yura?, fragte Alla.



Nun, M?dchen, ihr werdet erwachsen. Alla geht mit mir. Liana geht mit Pascha.



Ich h?tte nichts gegen Liebe mit Yura, schloss Alla.



Ich wei? nicht, sagte Liana ehrlich und ber?hrte mit einer Hand die Pfauenfedern und mit der anderen die Perlen an ihrem Hals. Ich will mich nicht verschulden.



Entscheide dich! Das Auto wartet am Tor. Wir holen dich und deine Sachen ab, bot Yura als L?sung f?r alle Probleme an.



Alla stand auf, schnappte sich ihr Kleid und bat die M?nner, im Hof des kleinen Hauses zu warten. Liana r?hrte sich nicht:



Alla, ich gehe nicht in die Pension! Ich w?re beinahe umgebracht worden, als ich eine F?hrung gab.



Liana, du hast nichts mehr zu verlieren. Welche Garantie gibt es, dass Graf Pavlin dich nicht erwischt? Graf Pavlin ist kein Mensch.



Alla, aber Schulden  Ich habe Angst vor Schulden.



Nur Mut, Liana! Reich werden ohne Risiko geht es nicht!, sagte Alla und packte ihre Sachen zusammen.

Liana winkte verzweifelt ab, nahm ihre Tasche und setzte sich wieder:



Was immer ihr wollt, ich gehe nicht! Alla, ich kann nicht! Ich kann nicht mit dir mithalten!



Wie du w?nschst. Du bist ja nicht mitgekommen, und sie haben mich geliebt  Alla winkte ab und ging mit ihren Sachen in den Hof.



Wo ist Liana?, fragte Pascha Alla.



Sie wohnt in einem kleinen, einfachen Haus, sagte Alla und ging zum Auto. Pascha ging in Lianas Zimmer.



Liana, was ist los? Findest du mich etwa so absto?end?



Nicht mehr, aber so kann ich nicht gehen, sagte das M?dchen und hielt sich die Hand vor den Mund.



Versteh mich, du Dussel! Dort bin ich allein mit dir, aber hier kann ich dich nicht vor Graf Pavlins M?nnern besch?tzen! Sie sind dir auf den Fersen und lassen dich nicht in Ruhe. Denk nach: Bin ich allein oder Graf Pavlins M?nner?! Wo sind deine Sachen? Pack schnell! Schnell!, sagte ich. Liana stand auf, warf ihre Sachen in ihre Tasche und hob die Pfauenfedern auf, aus denen zwei Perlmuttfalter gerollt waren: ein bl?ulicher und ein wei?er. Sie wickelte sie in ein sauberes Taschentuch und steckte sie in die Innentasche ihrer gro?en Tasche. Pascha nahm die Tasche. Sie gingen hinaus in den Hof. Dann meldete sich der Hausbesitzer zu Wort:

Meine Damen, ich werde Ihnen f?r den Rest der Woche keine R?ckerstattung geben!

Das ist f?r die Unannehmlichkeiten, sagte Pascha und f?hrte Liana zum Auto. Ein Auto mit zwei jungen Paaren hielt vor dem f?nften Geb?ude der Pension. Alle schwiegen. Yura ging, um das Zimmer der M?dchen f?r die Woche zu bezahlen. Liana und Alla betraten ihr Zimmer, wo sie sich den anderen etwas ?berlegen f?hlten; sie hatten keine Lust zu reden. Bald zierten frisch gewaschene Haare ihre K?pfe. Es klopfte an der T?r. Eine angenehme Frauenstimme bat darum, die T?r zu ?ffnen. Eine attraktive Blondine mit einem Ein bekanntes Gesicht betrat den Raum.



Meine Damen, ich bin die S?ngerin Victoria Lvovna. Ich bin heute in der Pension angekommen. Mein Zimmer ist nicht weit von Ihrem entfernt. Ich habe Sie in der Lobby gesehen. Sie haben mir sehr gefallen. K?nnten Sie mir vielleicht einen kleinen Gefallen tun? Wie k?nnen wir Ihnen helfen?, fragte Alla und k?mmte sich die Haare. Ganz einfach: In drei Tagen habe ich Konzerte in Abrikosovka und im Nachbarort Kiparis, und eines davon findet in einer Pension statt. Ich brauche zwei M?dchen f?r den Hintergrund. Sie sind gleich gro?. Ich gebe Ihnen Kleidung. Stellen Sie sich hinter mich und tun Sie so, als w?ren Sie S?ngerinnen. K?nnen Sie singen?



Alla und ich haben in der Kunstschule gesungen, antwortete Liana.



Ausgezeichnet! Ich erwarte Sie heute Abend nach dem Abendessen.



Wir kommen, sagte Alla selbstverst?ndlich, das letzte Wort. Victoria Lvovna ging.



Jura und Pascha kamen an.



Wir sind gut angekommen, nach dem Mittagessen fahren wir Boot, sagte Pascha.



Wir wurden zum Singen eingeladen; wir haben heute Probe, erwiderte Liana.



Singen? Was haben wir uns denn da eingebrockt?, fragte er.



Ein bisschen ?rger hier. Die S?ngerin Victoria Lwowna wohnt im Nebenzimmer.



Hast du einen Job gefunden? Willst du mit uns Boot fahren? Hier gibt es keine hohen Wellen, schlug Jura leicht genervt vor.



Sei nicht b?se, Jura, die Probe ist nach dem Abendessen, sagte Alla freundlich zu ihm.



Ach, du spielst ja schon den Schlaumeier!



Victoria Lwowna ist gerade gegangen, sag ihr Bescheid, sagte Alla niedergeschlagen. Pascha musterte die Kleider der M?dchen und sagte:



Lass es uns der Klarheit halber dabei belassen. Wir sind aus einem anderen Grund hier. Liana, ich gebe dir etwas Geld f?r Kleidung; Sie verkaufen sie direkt vor der Cafeteria. Wir gehen jetzt Mittagessen, also such dir was Interessantes aus. Jura gibt Alla das Geld. Hier, nimm das Geld, wir treffen uns in der Cafeteria. Wir haben einen Tisch f?r vier. Die M?nner gingen.



Liana, ein goldener Regen! Sowas habe ich noch nie erlebt!, rief Alla mit gespielter Fr?hlichkeit.



Alla, das Leben hier ist wie ein Vulkan. Lass uns was Neues suchen. Leichte Sommerkleidung hing und lag auf den Theken. Sie suchten sich ein paar modische St?cke aus und gingen ruhig in die Cafeteria. Pascha und Jura sa?en am anderen Ende des Raumes.



Meine Damen, alle M?nner starren Sie an! Sie haben sich die H?lse verrenkt, als Sie durch die Cafeteria gingen! Setzen Sie sich an den Tisch und schreiben Sie kleine V?gelchen als Wunsch f?r morgen auf die Speisekarte, sagte der h?fliche Pascha.



Jura sa? m?rrisch und unzufrieden da; Allas Geschichten bereiteten ihm wenig Freude. Er fragte sich, ob sie wohl jemand von diesen Konzerten und Proben wegbringen w?rde. Nach dem Mittagessen gingen die Vier ans Ufer der Flussm?ndung. An der Bootsanlegestelle konnte man Boote gegen Kaution mieten. Die Freunde nahmen zwei Boote und ruderten nacheinander ?ber die M?ndung. Pascha und Liana unterhielten sich angeregt. Alla und Jura schwiegen. Der Wind wehte leicht. Die Sonne schien hinter den Wolken. Es war ein leicht bew?lkter Tag. Die Stimmung der Leute in den Booten war dieselbe. Liana genoss das Leben und das neueste Abenteuer. Alla versuchte, Jura aufzuheitern:



Jura, ich schlafe heute Nacht in deinem Zimmer, und Pascha in unserem. Tr?stet dich das ein wenig? Alla, ich f?rchte, die M?nner werden auf dich zust?rmen, und ich muss mich anstellen.



Wer kann schneller bei mir sein als du? Alla versuchte, ihn zum Lachen zu bringen. Da h?rte man das Ger?usch eines Motorboots. Es umkreiste das Boot mit Alla. Die Boote kamen n?her. Kr?ftige M?nnerh?nde zogen Alla vom Heck des Beiboots und halfen ihr ins Motorboot. Der Motor heulte auf. Schnell verschwand das Motorboot am Horizont. Pascha steuerte sein Boot auf Yuras Boot zu. Alles war klar. Graf Pavlins M?nner hatten Alla gefunden. Jura hatte Recht gehabt: Sie mussten Schlange stehen, um Alla zu sehen, und die Schlange reichte nicht bis zu ihm. Die Jungen fuhren noch ein St?ck mit den Booten und kehrten zum Bootshaus zur?ck.



Liana, ich gehe mit dir zur Probe, schlug Pascha verlegen vor.



Warum sollte ich allein zur Probe gehen? Die S?ngerin braucht uns beide f?r das B?hnenbild hinter ihr. Was, wenn Graf Pavlins M?nner Alla vor dem Abend zur?ckbringen?

Jura schwieg und runzelte die Stirn.



Nein, Alla ist nichts f?r mich! Ich kann es nicht ertragen, dass sie verschwindet! Ich kann es nicht mit Graf Pavlin und seinen M?nnern aufnehmen. Vielleicht geben sie sie zur?ck, und dann nehmen sie sie wieder mit! Und wer bin ich schon in dieser Geschichte?, gr?belte Jura.



Jura, lass uns schwimmen gehen! Das wird dir guttun, sagte Pascha zu ihm.



Ich komme mit, fl?sterte Liana fast. Das Wasser k?hlte die jugendlichen Leidenschaften. Die drei streckten sich auf den wei?en Plastikhockern aus. Die Sonne schien und w?rmte durch die Wolken.



Ich komme nach Hause, gehe zur Fahrschule und kaufe mir ein Auto, sagte Jura vertr?umt.



Gut gemacht, Jura. Ich gehe mit dir zur Fahrschule. Ich m?chte einen F?hrerschein machen. Wir haben uns nie darum gek?mmert, und ohne F?hrerschein haben wir keinen. Weder beim Milit?r noch w?hrend des Studiums. Jetzt haben wir erst einmal unseren F?hrerschein, beendete Pascha seine Tagtr?umerei.



Habt ihr mich vergessen? Ich bin doch bei euch! Mein Vater hat ein Auto. Ich kann fahren, ich brauche nur eins!, schrie Liana laut und strich sich mit den H?nden ?ber die Haare.



Liana, du hast eine Stimme!, rief Pascha. Wir h?ren dir zu. Fr?hlich machten sich die drei auf den Weg zu ihrem Haus; sie mussten sich f?r das Abendessen umziehen. Am Abend sa? eine ersch?pfte Alla auf einem kleinen Stuhl. Sie r?hrte sich nicht.

Liana, frag nicht. Sie sind Monster: weder sich selbst noch anderen.

Liana ging duschen, da sie nicht sofort mit Alla sprechen konnte. Als sie frisch und ruhig aus der Dusche kam, schlief ihre Freundin bereits. Der ersch?pfte Ausdruck in Allas Gesicht wich auch im Schlaf nicht. Liana beschloss, Kommissar Ilya Lvovich alles zu erz?hlen. Sie kannte seine Telefonnummer auswendig.



Ilya Lvovich, Liana ruft an. Alla wird von den M?nnern des Grafen gequ?lt.



Liana, ich komme dich besuchen.

Ilya Lvovich traf tats?chlich bald ein. Er sah Alla an und sagte:



Ich h?re schon lange von Graf Pavlin und seinen Machenschaften, aber ich habe ihn noch nicht gesehen. Alla wurde wieder unter Drogen gesetzt. Soll ich sie bewachen lassen? Es ist eine schwierige Situation.



Sie nehmen Alla mit und bringen sie dann zur?ck, sagte Liana.



Liana, sag mir sofort Bescheid, wenn sie sie abholen. Vielleicht bringen sie sie nicht zu ihrem Schloss und lassen sie dort v?llig verausgabt. Kann sie nach Hause?



Wir haben noch eine Woche. Heute haben wir Probe mit der S?ngerin Victoria Lvovna.



Sie kommen heute nicht zur?ck, aber vielleicht morgen. Die Entf?hrer werden morgen von der Probe erfahren.



Kapitel 4. Der doppelte Tiefpunkt der Ereignisse



Alla erwachte am Abend. Die Dusche erfrischte sie. Sie kam wieder zu sich und erschien im Speisesaal. Die M?nner sahen sie ?berrascht an, als w?re sie ein Wesen aus einer anderen Welt. Alla sagte nichts dar?ber, was ihr au?erhalb der Pension zugesto?en war. Alle vier erschienen zur Probe. Die S?ngerin mochte die vier jungen M?nner sehr. Sie beschloss, sie heimlich als Statisten einzusetzen. Nicht nur die M?dchen waren gleich gro?, sondern auch die M?nner, und dazu noch recht gutaussehend. Ihre Stimmen mussten getestet werden. Sie behaupteten, das Repertoire der S?ngerin zu kennen. Ihre Aufgabe war es, die Refrains zu perfektionieren.

Die M?dchen klangen fast wie aus einem Guss, offenbar hatten sie schon oft zusammen gesungen; die Bassstimmen der M?nner waren zwar nicht synchron, aber von angenehmer Klangfarbe. Urlauber str?mten durch die T?ren des Konzertsaals des Resorts und f?llten nach und nach die hinteren Reihen. Als Victoria Lvovna zu singen begann, war der Saal nur halb gef?llt. Es war schlicht unm?glich, das Publikum hinauszuschicken. Die Leute dr?ngten sich am Probeneingang, als w?re es ein Konzert. Man erkannte Alla und ihre Freunde aus dem Resort  Pascha und Jura  und applaudierte ihnen bis zur Ersch?pfung. Man muss sagen, dass die Anspr?che an Konzerte im Resort naturgem?? etwas niedriger sind; hier ist jeder Cent Gold wert.




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   ,     (https://www.litres.ru/book/natalia-patratskaya-33732638/perlenschmetterlinge-74053793/)  .

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