Nackt auf der Insel
Peregrinus Walker


Ein junger Mann, ausgesprochen potent, wird von seinem Vater auf eine Trauminsel geschickt, auf der er zahlreichen Frauen begegnet, die nur auf ihn gewartet zu haben scheinen. Meredith, Shulamith, Kitty und wie sie alle heißen – sie alle drängen sich nach ihm, begehren ihn, nehmen ihn. Wo liegt das Geheimnis? In seinem smarten Aussehen? Seinen guten Umgangsformen? In seiner besonderen körperlichen Ausstattung, die ihn unter den Männern der Insel als einzigartig erscheinen lässt? Das merkwürdige Geheimnis löst sich erst gegen Ende seines Lebens…




Peregrinus Walker

Nackt auf der Insel

Liebesbekenntnisse eines bierseligen Halbamerikaners



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Inhaltsverzeichnis

Titel (#u7cddb336-f61b-5bb3-9a21-c127915a0df3)

1 (#u5bda17fc-002a-58ab-b554-1476155410c7)

2 (#u3d38a75a-191e-5571-9e6a-94a0e9efac5f)

3 (#u15e869a2-1cf3-50ed-bb09-d569736e1cdb)

4 (#u18688a35-aaea-5210-bce3-7c8c3e762a5c)

5 (#u04597d4f-bd19-5daa-85db-6ef842f238df)

6 (#ucfbe11c1-0918-5676-8d99-c9df41aa2d3b)

7 (#u60ffa01a-9432-5300-8e95-9ae5d77d4bc6)

8 (#u5634a748-9fb2-5b79-8a33-4a3025093a73)

9 (#u01e58fff-c74d-5a12-9881-eaa08bd9f6e3)

Postskriptum (#u10ddaa29-269b-5e24-8221-9ddebae79106)

Impressum neobooks (#u8400ba9d-cd8c-54c7-9e9c-3cda9f2b1874)




1


Sex war mein Leben! Jetzt bin ich sechzig Jahre alt, und ich finde, es ist an der Zeit, aus meinem Leben zu berichten. Es war ein bewegtes Leben. Mit einem Wort: Es war was los! Es ging hoch her! In jeder Beziehung! Vor allem, was die Frauen betrifft. Aber hallo! Leute, das kann ich gar nicht alles erzählen. Das hält kein Mensch aus. Da muss ich auswählen, sonst steigen mir die Moralapostel aufs Dach! Aber ich will aufrichtig und wahrhaftig sein, mein Leben und Lieben so erzählen, wie es sich zugetragen hat, dabei aber die Diskretion so weit wahren, dass niemand geschädigt wird oder gar eine Demaskierung fürchten muss. Übereinstimmungen mit lebenden oder zwischenzeitlich verstorbenen Personen wären also rein zufällig.

Meine Mutter kam aus Bayern, und in Bayern bin ich aufgewachsen. Allein bei ihr. Mein Vater hat sich frühzeitig aus dem Staub gemacht. Das heißt, er musste zurück in die USA, weil er Besatzungssoldat war und irgendwann wieder in die Staaten zurückbeordert wurde. Ich bin also ein Besatzungskind! Haha! Auch so ein Etikett. Als ich achtzehn war, hab ich meinen Vater zum ersten Mal besucht. Er hatte dort drüben längst eine eigene Familie, mit Frau und zwei Kindern, die meine Halbgeschwister waren. Meine Mutter hat er wohl nicht heiraten wollen. Aber zum Sex war sie ihm gut genug. Ich hab ihm keine Vorwürfe gemacht, weil er mich mit Geschenken überhäuft hat, mir auch viel Geld gegeben hat. Und als ich drüben bei ihm war, ein Jahr vor dem Abi, da hat er mich während der Ferien, die ich bei ihm verbrachte, mit seinem reichen Freund bekannt gemacht, der mich gleich auf seine einsame Insel einlud. Das war ein Leben! Nach drei Wochen bin ich zu meinem Vater zurück, weil meine Ferien zu Ende gingen und ich nach Old Germany zurück musste. Abgemagert war ich, trotz des üppigen Essens. Die Frauen hatten mich nicht in Ruhe gelassen. Dazu aber später mehr!

Ich habe lange geglaubt, mein Vater sei im Krieg gefallen. Das war bei einigen Klassenkameraden der Fall. Warum also bei mir nicht, wo ich doch keinen Vater hatte? Aber: Mein Vater war ein weißer Amerikaner, kein schwarzer, wie bei dem berühmten Film-Besatzerkind namens Toxi. An den Rummel um dieses Film-Baby erinnere ich mich noch gut – nicht weil ich ihn bewusst erlebt hätte – ich bin ja ungefähr gleichaltrig, sondern weil meine Mutter mir wieder und wieder davon erzählte, als ich noch klein war. Wollte sie mich mit dem Gedanken vertraut machen, ohne mir das Geringste davon zu erzählen, dass auch ich von einem Besatzungs­soldaten abstamme? Also ich glaubte lange, dass mein Vater im Krieg gefallen sei. Meine Mutter und ich wohnten zu Beginn meines Lebens bei meinen Großeltern draußen in einem Vorort. Auch eine Tante und ein Onkel lebten da im Haus; die Tante war die Schwester meiner Oma. Erst später sind wir näher zur Innenstadt gezogen, damit meine Mutter nicht mehr so weit zur Arbeit hatte. Sie war Verkäuferin in einem großen Textilgeschäft. Das kam ihr und mir zu Gute, weil sie günstig an Klamotten für uns beide kam.

Als ich größer war und einmal in den Sachen meiner Mutter kramte, fand ich die Todes­anzeige meines vermeintlichen Vaters. Er war neunzehnhundertvierzig, gleich nach Beginn des Frankreich-Feldzuges an der Westfront gefallen, gehörte zu den ersten Kriegstoten beim Einmarsch. Dieser Tote konnte doch mein Vater nicht sein! Wenn wir auch damals nicht so aufgeklärt waren wie die Jugendlichen heute – so viel wusste ich doch, dass das Kind eines Mannes, der neunzehnhundertvierzig gefallen war, nicht erst anderthalb Jahre nach Kriegsende, um genau zu sein, Anfang Januar neunzehnhundertsechsundvierzig geboren sein konnte. Ich stellte meine Mutter zur Rede, und sie musste zugeben, dass sie mich in einem Irrglauben gelassen hatte. Warum? Auf diese Frage gab sie mir keine Antwort. Jedenfalls hatte Egon, so hieß der Gefallene, sie vor Beginn des Feldzuges geheiratet, meine Mutter war erst neunzehn gewesen, er dreiundzwanzig. Er hatte nicht einmal Zeit gehabt, sie zu schwängern. Da musste er schon in den Krieg. Himmlers Programm Kinder für den Führer blieb hier fruchtlos. Nach wenigen Tagen hatte meine Mutter die Todesnachricht erhalten. Witwe mit neunzehn Jahren, Kriegerwitwe! Heute überlege ich oft, wie sie ihre Jugend ohne Mann hat einigermaßen zufrieden stellend verbringen können. Sie wohnte auch damals bei ihren Eltern und ihren Verwandten, wohlbehütet und bewacht von vier Leuten, die sich sicher zu Erziehungsberechtigten der jungen Witwe berufen fühlten. Meine Großeltern waren liebe Menschen gewesen, sie waren aber streng, und moralisch dachten sie sehr eng, ganz ihrer katholischen Erziehung verhaftet. Ich habe nie erlebt, dass sie sich auch nur einmal negativ zu ihrem Glauben oder zur katholischen Kirche geäußert hätten. Sie haben ohne Widerrede alles akzeptiert, was von oben deklariert wurde. Dass sie gegen die Pille waren, erklärt sich da von selbst, obwohl beide, als die Pille herauskam, längst jenseits von Gut und Böse waren, schließlich waren beide achtzehnhundertneunzig geboren. Sie hatten noch vor dem Ersten Weltkrieg geheiratet. Meine Mutter kam aber erst neunzehnhunderteinundzwanzig zur Welt. Wahrscheinlich hatten sie vor jedem Beischlaf wegen dessen Sündhaftigkeit immer so lange gebetet, bis der Lümmel des Großvaters aus lauter Sündenbewusstsein zu nichts mehr fähig war und nur noch den Kopf hängen ließ. Das hätte man sich eigentlich bei den katholischen Geistlichen gewünscht, die tausendfach Kinder missbraucht haben! Na, jedenfalls nach dem Ersten Weltkrieg hat es dann doch geklappt mit der Sünde, und meine Mutter wurde geboren. Sonst gäbe es mich ja nicht. Meine Mutter durchlief die damals übliche Kindheit und Jugend: Mit sechs Jahren in die Volksschule, mit vierzehn raus, danach ein Jahr BDM mit Landverschickung und Feldarbeit, eine Lehre als Verkäuferin. Aus. Mit achtzehn lernte sie diesen Egon kennen, der sie ein Jahr später heiratete. Sie ging aus den Händen ihrer Eltern wohlbehütet in die Hände des Mannes über, der für wenige Tage ihr Ehemann sein sollte. Wie aber hat sie in ihrer Jugend den Witwenstand ertragen, eine Leben ohne Mann, ohne Männer? Wie gesagt, darüber denke ich oft nach. Dass ihr meine Großeltern viel Spielraum ließen, kann ich mir nicht vorstellen. Bestimmt wurde sie immer ermahnt, auf ihren Ruf zu achten, sie, die Witwe eines früh gefallenen Helden. Man kennt den Wortpomp aus den Kriegsjahren, das Pathos der Machthaber, ihre verlogene Propaganda, ihre Feigheit. Ja, feige Schweine waren sie letztendlich gewesen, wenn es um sie selbst ging. So lange sie andere für sich töten und morden lassen konnten, waren sie stark, die Großmäuler! Als es ihnen an den Kragen ging, flohen sie in den Selbstmord, anstatt sich ihrer Verantwortung zu stellen, oder setzten sich nach Südamerika ab. Dieses Gesindel! Dass es heute nach Leute gibt, die etwas von dieser Mörderbande halten! Das müssen doch Leute sein, die einen Haufen Scheiße unter der Schädeldecke haben, wo bei anderen das Gehirn sitzt. Naja, ich will mich nicht aufregen! Also, wie hat meine Mutter diese karge Zeit überstanden als junge Frau mit ihren Trieben, Hormonen, mit ihrer Lust, mit ihrem Verlangen nach Berührung, Zärtlichkeit, Umarmung, nach Küssen und Verschmelzung? Ich habe keine Vorstellung. Vielleicht gelang es ihr hin und wieder aus der Bewachung ihres Elternhauses auszubüxen. Fahrt mit der Tram in die Innenstadt. Gang ins Kino. Mann kennen gelernt. Mit ihm nach Hause gegangen ins Bett. Danach schnell zur Tram. Zurück in die Vorstadt. Ich weiß es nicht. Ich glaube es kaum. Kürzlich habe ich gelesen, dass in den Kriegsjahren, als die Männer knapp waren, viele Frauen mit einer Freundin schliefen, vorübergehend eine lesbische Beziehung eingingen, weil sie es anders nicht mehr aushielten. Mag sein, dass das stimmt. Nach dem Modell Aymée und Jaguar? Aber meine Mutter? Ich kann mich nicht erinnern, dass sie in den Nachkriegsjahren eine Freundin hatte. Hätte sie die Beziehung nach dem Krieg nicht weitergeführt, da sie ohnehin keinen Mann hatte? Fragen über Fragen und keine Antworten. War sie wirklich die ganzen Jahre über enthaltsam? Oder hatte sie sich dem Fingerspiel hingegeben? Warum eigentlich nicht? Sie war nicht auf die gleiche stupide Weise katholisch wie ihre Eltern, hielt kritische Distanz zur Kirche. Wenn sie es getan hat, hat sie es bestimmt keinem der neugierig-lüsternen Geistlichen preisgegeben, die ihre Beichtkinder aushorchen und sich an deren sexuellen Geständnissen aufgeilen. Nein, nein. Gebeichtet hat sie das bestimmt nicht. So gut kenne ich sie. Falls sie enthaltsam war, erklärt es sich sehr leicht, dass sie sich schon kurz nach dem Einmarsch der Amerikaner mit einem Besatzungssoldaten einließ. Mit einem Offizier der amerikanischen Armee. Groß, stolz, breitschultrig, gut aussehend, gebildet, wie sie mir erzählte und wovon ich mich sehr viel später selbst überzeugen konnte. Die Größe hab ich von ihm; wie er bin ich einsachtundachtzig. Er kam zur Mutter ins Haus; die Großeltern schwiegen dazu, vielleicht auch deshalb, weil er in diesen Mangelzeiten zu essen mitbrachte, Geschenke für die ganze Familie, Whiskey für den Großvater, den dieser auf einmal zu schätzen lernte. Es ging ihnen gut, solange er kam. Besser jedenfalls als den neidischen Nachbarn, die schon mal »Amihure« zwischen den Zähnen herausknirschten, wenn meine Mutter vorüberging. Was soll’s? Meine Mutter schwamm im Glück, so hat sie es mir erzählt, und ich habe es ihr nach all den kargen Jahren gegönnt und gönne es ihr heute noch, auch wenn sie schon lange nicht mehr lebt. Plötzlich musste er weg, er wurde zurückberufen in die USA, meine Mutter wusste nicht warum. Ihr Englisch war mehr schlecht als recht. Die Kommunikation zwischen beiden lief ohnehin auf einer anderen Ebene ab. Bei einem ihrer letzten Zusammentreffen muss es passiert sein. Meine Mutter wurde schwanger. Als der Amerikaner abreiste, wusste sie es noch nicht. Er schickte ihr von Bremerhaven, wo er auf einen Truppentransporter verschifft wurde, noch eine Karte. Ich habe sie im Nachlass meiner Mutter gefunden und bewahre sie noch heute auf. Jedenfalls war er weg, und meine Mutter war von ihm schwanger. Ihr Vater hat ihr eine Riesenszene gemacht. Die Vorwürfe, die sie sich anhören musste, hat sie ihm nie verziehen. Ihre Mutter hatte mehr Verständnis, unterstützte sie, machte ihr Mut. Von den Monaten der Schwangerschaft hat meine Mutter nie etwas erzählt, meine Geburt sei aber problemlos verlaufen. Irgendwann habe sie auch die Adresse ihres amerikanischen Liebhabers vom Standortkommando erfahren. Sie teilte ihm meine Existenz mit. Er schickte Geld und teilte ihr in kargen Worten mit, dass er in den USA bleiben müsse, er könne sich weder um sie noch um das Kind kümmern, würde aber regelmäßig zahlen. Meine Mutter war zunächst erbost, fügte sich dann aber in ihr Schicksal. Von Zeit zu Zeit kam ein Scheck mit einem größeren Betrag, von meiner Einschulung an erfolgten monatliche Überweisungen. In finanzieller Hinsicht hatte meine Mutter keinen Grund zur Klage. Sonst ließ der Ami, wie mein Großvater immer sagte, nichts von sich hören. Umso größer war das Erstaunen, als er zu meinem zehnten Geburtstag einen langen Brief schrieb. Er habe mittlerweile in den USA geheiratet, zwei Kinder gezeugt, die jetzt drei und fünf Jahre alt seien. Er würde seinen Ältesten gerne mal sehen. Meine Mutter solle mich doch in die USA reisen lassen; für eine sichere Überfahrt würde er sorgen. Selten habe ich meine Mutter so wütend gesehen. Macht ihr ein Kind, lässt Jahre nichts von sich hören, fragt nicht einmal nach, wie es ihr und dem Kind ergeht, und dann will er dieses Kind so einfach mir nichts dir nichts zu sich nehmen! Wer weiß, was meinem Kind passiert! Und dann in den USA! So fremd, kennt den Vater doch gar nicht, und was ist das für eine Frau, mit der er verheiratet ist? Wer weiß, wie die mit meinem Bub umgeht! Auf einmal gibt der mein Kind nicht mehr zurück! Und wie soll ich mich dann gegen die Vereinigten Staaten vom Amerika durchsetzen? Kommt nicht in die Tüte  Das hätte mir gerade noch gefehlt! Was meine Mutter ihm in ihrem schlechten Englisch zurück geschrieben hat, weiß ich nicht. Jedenfalls herrschte Funkstille. Das Geld kam aber weiterhin. Als ich später auf dem Gymnasium war und Englisch lernte, was mir gar nicht schwer fiel, von wegen väterliches Erbe und so, hab ich ihm zu Weihnachten immer geschrieben. Er wiederholte seinen Vorschlag ihn zu besuchen, aber meine Mutter lehnte jedes Mal kategorisch ab. Meine Schulzeit verlief übrigens unproblematisch, ich war ein mittelmäßiger Schüler, es gab keine Höhen und keine Tiefen. Meine Mutter war mit mir zufrieden. Seit sie in dem Laden, in dem sie seit ihrer Lehrzeit arbeitete, zur Substitutin aufgestiegen war, konnten wir uns mehr leisten. Gegen Ende der Fünfzigerjahre hatte sie sogar einen VW Käfer angeschafft, dank einer kräftigen Finanzspritze ihrer Eltern, die dafür auch schon mal mitgenommen werden wollten. Wie viele andere auch fuhren wir erstmals Anfang der Sechzigerjahre zum Urlaub nach Italien, dorthin wohin alle fuhren, an den Strand, über den man sich später als Teutonengrill lustig machte. Wir waren in Cesenatico, Riccione, Rimini, in unseren letzten gemeinsam verbrachten Ferien sogar in Milano Marittima. Immer in einem kleinen, sauberen Hotel mit Vollpension, wie das damals üblich war. Morgens pilgerten wir zum Strand, dann ging es zurück zum Mittagessen. Danach bestand meine Mutter auf Mittagsruhe im Zimmer. Um drei ging es wieder zum Strand. Nach sechs Uhr Rückmarsch, duschen, anziehen zum Abendessen um neunzehn Uhr dreißig. Tag für Tag. Unterbrochen nur von gelegentlichen Ausflügen nach Ravenna oder San Marino. Zweimal in der Zeit haben wir Tagesausflüge nach Venedig unternommen. Die Stadt hat mich sehr beeindruckt, obwohl ich damals von Casanova noch wenig bis gar nichts wusste. Meine Pubertät verlief einigermaßen glimpflich. Meine Mutter hatte wenig Ärger mit mir. Wahrscheinlich fehlte das väterliche Element, an dem ich mich reiben und aufschaukeln konnte. So blieb mir diese Zeit lediglich wegen der anhaltenden Gliederschmerzen auf Grund des rasanten Wachstums in Erinnerung, natürlich auch durch die üblichen Veränderungen, was die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale betraf. Beginnender Bartwuchs. Permanente Erektionen, nächtliche Pollutionen, Orgasmen im Turnunterricht beim Klettern an der Stange oder am Seil, die einem den Schwengel rieben. Ich bin von der Einschulung an immer der Größte in der Klasse gewesen. In der Pubertät verstärkte sich das. Ich schoss in die Höhe auf ein Meter achtundachtzig, überragte alle, sogar die Lehrer mussten zu mir aufschauen. Die Mädchen bewunderten mich wegen dieser stattlichen Körpergröße. Sonst war mit ihnen aber nicht viel los. Immerhin konnte man sie in der Tanzstunde anfassen, aber selbst mit der Schlussballpartnerin, in die ich mich verliebt hatte, kam ich über ein bisschen Knutschen und einige harmlose Küsse nicht hinaus. Damals glaubten noch viele Mädchen, vom Küssen könne man schwanger werden. Da war mit sexuellen Erfahrungen nicht viel drin. Es blieb eigentlich nur die Handarbeit, um die Spannungen abzubauen. Die Zeit war viel zu prüde. Zwar gab es schon Beate Uhse, die eine bedeutende Aufgabe auf dem Gebiet der Volksaufklärung leistete. Mit ihren Sexshops, getarnt als Institute für Ehehygiene, brachte sie Leben in die Betten. Nicht nur, dass sie Kondome in allen Variationen anbot, ihr Sortiment umfasste auch Sexspielzeug wie Vibratoren, Dildos in allen Formen, rollende Kugeln, die, in der Scheide getragen, lustvolle Gefühle hervorriefen, batteriebetriebene Kitzler für den Kitzler. Ich habe zwar noch keine Frau getroffen, die, wenn sie sich auszog, Vaginalkugeln getragen oder sich einen Kitzler umgeschnallt hatte. Mit den Kugeln da unten drin wär’s wohl etwas eng geworden, wenn ich dazu gestoßen wäre! Ich hab nur gesehen, wenn eine schon mal einen Tampon herausgezogen hat, weil sie ficken wollte, obwohl sie ihre Tage hatte. Aber das Angebot an solchen Lustmachern muss sich gelohnt haben. Es wurde offensichtlich ein riesiger Umsatz damit gemacht. Mit der Produktion von Vibratoren konnte man Millionär werden! Auch sonstige Stimulanzien, wie etwa erotische Bücher, waren gefragt. Plötzlich veränderte sich das Sexleben der Deutschen. Aber bis zu mir war diese Art der Aufklärung noch nicht vorgedrungen. Oswalt Kolle, Deine Frau, das unbekannte Wesen, die Bravo, die Hausfrauen- und Schulmädchenreporte, die so genannte sexuelle Revolution – das alles kam viel später. Meine Freunde und ich badeten oft in den Isarauen, schämten uns immer etwas vor einander, wenn wir die nassen Badehosen auszogen, um in unsere Kleider zu schlüpfen. So sehr war Nacktheit noch tabuisiert! Eines Tages entdeckte Ingo, mein Banknachbar, zwei Mädchen aus unserer Klasse, die sich hinter den Büschen versteckt hatten und uns beobachteten. So bald wir unsere Hosen anhatten, holten wir sie hervor, um sie zu bestrafen. Wir hielten sie fest, hoben ihre Röcke empor, und Ingo zog der einen, Dieter der anderen die Schlüpfer herunter. Sie schrieen wie am Spieß, wir mussten sie loslassen, sonst wären womöglich die Leute zusammen gelaufen. Das war das erste Mal, dass ich den entblößten Unterleib eines weiblichen Wesens gesehen habe, aber nur mit geschlossenen Beinen. Und sie hatten uns beim Umkleiden völlig nackt gesehen! Wie will man als Mann auch das ganze Zeug verstecken? Frauen brauchen nur die Beine zu schließen, und du siehst außer dem Busch nichts von dem eigentlich Wichtigen. Als Mann kannst du die Beine schließen, so fest du willst, es hängt alles sichtbar vorne herunter oder es steht und ragt in die Luft. Das tat es oft bei mir, ich sehnte mich nach einem Mädchen und nach Liebe. Aber außer den schon genannten harmlosen Küssen war nichts zu bekommen. Die eigene Hand diente, so oft ich das Bedürfnis verspürte, und ich verspürte es täglich, als Ersatz. Das sollte sich gründlich ändern, als ich achtzehn war. Mein Vater hatte mich wieder einmal eingeladen, meine Mutter wie üblich abgelehnt, da protestierte ich. Mit achtzehn war man damals zwar noch nicht volljährig, aber ich wollte in dieser Angelegenheit nun doch selbst bestimmen. Meine Mutter musste nachgeben. Als ich meinem Vater mitteilte, dass ich ihn in den großen Ferien besuchen wolle, schickte er mir ein Flugticket. Es wurde eine Reise in ein grandioses Abenteuer. Ich holte alles nach, was ich bisher versäumt hatte.




2


Mein Vater holte mich am Flughafen ab. Ich hatte ihm Fotos von mir geschickt, aber ich merkte gleich, er brauchte nur nach seinem Ebenbild, natürlich in jünger, Ausschau zu halten, um mich zu finden. Die Ähnlichkeit war verblüffend. Wir fuhren zu seinem Haus, einer Villa ganz im Grünen. Seine Frau begrüßte mich etwas zurückhaltend, staunte aber auch über die Ähnlichkeit. Sie war jünger als meine Mutter, die bald vierundvierzig Jahre alt wurde. Ich schätzte Doris auf Anfang bis Mitte Dreißig; sie musste noch ganz jung gewesen sein, als mein Vater sie heiratete. Sicher hatte sie schon mit achtzehn oder neunzehn ihr erstes Kind bekommen. Das war damals ohnehin die Norm. Sie sah gut aus, hatte langes blondes Haar, dabei braune Augen und eine gute Figur. Meine Mutter hatte dunkles Haar, überall zeigten sich schon graue Strähnen, und sie ließ sich die Haare von Zeit zu Zeit färben. Sie litt mittlerweile gesundheitlich an ihrem Beruf. Das lange Stehen im Geschäft machte ihr oft Kreuzschmerzen, die Beine taten ihr weh, und manchmal seufzte sie darüber, dass sie diese Tätigkeit wohl nicht bis zum Ende werden durchhalten können. Doris war Ehefrau und Mutter. Sie brauchte nicht zu arbeiten, kümmerte sich nur um Mann und Kinder. Die Hausarbeit besorgte eine Schwarze. Der Garten wurde von deren Mann gepflegt. Ich versuchte, meine aufkeimende Wut zu unterdrücken. Meiner Mutter hätte ich ein solches Leben auch gegönnt. Meine Halbgeschwister betrachteten mich neugierig. Gwendolyn war dreizehn, begann gerade weibliche Formen zu entwickeln. Kevin war elf, er hatte dieselben Augen wie ich, aber eine ganz andere Nase. Doch das konnte sich noch verändern. Der erste Tag verlief etwas gezwungen, obwohl mein Vater sich bemühte, locker zu sein und mir Haus und Garten zeigte. Am nächsten Tag besichtigten wir die Stadt und ihren Hafen. Er erzählte mir von einem Freund, der eine eigene Insel besitze. Wenn ich wolle, könne ich dort Urlaub machen – schon vom nächsten oder übernächsten Tag an. Ich war überrascht und fragte mich, wozu er mich eingeladen habe, wenn er mich so schnell wieder loswerden wolle. Nachdem seine junge Frau mir so reserviert begegnet war, nahm ich an, dass sie hinter dem Plan steckte. Ich blieb drei Tage bei ihnen, dann brachte mich mein Vater zum Hafen. Er stellte mir einen Mann vor, der etwas jünger zu sein schien als er. Er war sehr herzlich zu mir, führte mich auch gleich zu seiner Yacht, mit der ich auf die Insel gebracht werden sollte. Ein gutes Dutzend Frauen standen an Deck, auch einige Männer konnte ich im hinteren Teil des Schiffes ausmachen. Vielleicht insgesamt an die zwanzig Personen. Er vertraute mich dem Kapitän an, dem er auch einige Anweisungen gab. Bald darauf legten war ab. Ich winkte meinem Vater zu, der traurig vom Kai aus zu mir herüber blickte. Er schien es zu bedauern, dass wir uns schon wieder trennten. Aber er musste wohl seiner jungen Frau gehorchen. Auch ich war etwas traurig, ihn zu verlieren, ohne ihn richtig kennen gelernt zu haben. Mir war angesichts der vielen fremden Menschen etwas beklommen. Das sollte sich aber schnell legen, weil sie auf mich zukamen, mich herzlich begrüßten und zahllose Fragen stellten. Ich musste ihnen viel von Old Germany erzählen. Einige Männer kannten es von ihrer Stationierung her. Sie hatten ihren Wehrdienst wie Elvis oder Gus Backus in Deutschland absolviert, konnten auch einige Brocken Deutsch und kamen gleich mit Whiskey und Bier. Das Eis war schnell gebrochen. Die Frauen horchten mich aus, wollten wissen, ob ich in Germany eine Freundin zurückgelassen habe und ähnliches mehr. Ich konnte aber nur von meiner Mutter erzählen, was sie entzückend fanden. Es war schon dunkel, als wir anlandeten. Die Insel war kaum auszumachen gewesen, nur schemenhaft hatte ich deren Umrisse erkennen können. Wir setzten nach und nach mit dem Beiboot an den Strand. Die Bucht war nicht tief genug, als dass die Yacht hätte bis ans Ufer fahren können. Es war wie im Traum. Im Licht der Laternen, die das Ufer säumten, sah ich einen Palmenhain, dahinter leuchteten die Fenster eines großen Hauses. Wir gingen über eine Terrasse in dieses Haus hinein, wurden begrüßt und bewillkommnet. Eine junge Frau, die nichts als einen hinten offenen Lendenschurz trug, nahm mein Gepäck und führte mich in ein Zimmer der oberen Etage. Als sie vor mir herging, konnte ich den Blick nicht von ihrem bloßen Hintern wenden, dessen schaukelnde Bewegungen mich faszinierten. Mein Schwanz schwoll in der Hose an – deutlich sichtbar für jeden, der mir begegnete. Es war mir peinlich. Die junge Frau lächelte, als sie meinen Zustand bemerkte. Das sei ganz normal, meinte sie. Hier auf dieser Insel liefen alle nackt, einmal, weil es so furchtbar heiß sei, und zum zweiten, weil man das Leben der ursprünglichen Archipelbewohner, natürlich nur was Kleidung betreffe, imitieren wolle. Es herrsche absolutes Kleiderverbot. Ich wies auf ihren Lendenschurz oder was man dafür halten konnte. Nur das Dienstpersonal trüge diese Schürze, Männer wie Frauen. Und nur das Küchenpersonal sei aus hygienischen Gründen ganz bekleidet, mit hauchdünnen Stoffen. Ich staunte und wunderte mich, fragte mich auch, wie ich diesen Zustand ohne Dauererektionen werde überstehen können. Hatte mein Vater nichts davon gewusst? Wenn ja, wie konnte er mich dann auf diese Insel schicken? Hatte er gemerkt, dass ich noch unerfahren war? Wollte er mich hier aufklären lassen? Die junge Frau sagte mir noch, dass man auch bei den Mahlzeiten nichts trüge. Das Abendessen sei vorbereitet. Ich solle ablegen und gleich mit ihr hinuntergehen. Es fiel mir schwer, mich vor dieser jungen Frau, sie war wohl auch erst siebzehn oder achtzehn Jahre alt, auszuziehen. Sie merkte es, nahm Rücksicht und drehte sich um. Als sie dann wieder vor mir herging, um mich in den Speisesaal hinab zu geleiten, erhob sich mein Schwanz schon wieder, obwohl ich mit aller Gewalt versuchte, an unangenehme Dinge zu denken, um ihn schlaff zu halten. Umsonst. Auf der Treppe begegneten wir den anderen Neuankömmlingen. Auch sie waren nackt. Jetzt verstand ich, warum sie kaum Gepäck bei sich gehabt hatten. Wozu Kleidung mitnehmen, wenn man sie nicht tragen darf? Mein Vater hätte mich vorbereiten sollen, dann hätte ich meine Kleider und Wäsche bei ihm gelassen. Aber wenn ich gewusst hätte, was ich jetzt weiß, hätte ich mich auf dieses Abenteuer nicht eingelassen. Meine Ansicht sollte sich aber recht schnell ändern. Die Menschen bewegten sich völlig ungezwungen, plauderten miteinander, scherzten, fassten sich an, legten ihre Hände an den Körper des anderen, nicht nur auf die Schultern und um die Hüften, sondern auch auf die Regionen, die sonst tabu waren. Dass Männer die Brüste der Frauen oder deren Hintern betätschelten, manche ihnen auch zwischen die Beine griffen, erregte mich noch mehr. Dass Frauen die Schwänze der Männer anfassten, tat ein übriges. Ich blieb nicht verschont. Mein steifer Schwanz weckte die Bewunderung vieler Frauen. Ich verstand es nicht ganz, begriff erst in den nächsten Tagen, was es damit auf sich hatte. Meine Begleiterin, die sich mir sofort entzog, wenn ich sie anfassen wollte, wies mir einen Platz an der langen Tafel an. Links und rechts von mir saßen zwei hübsche Blondinen, die sich immer wieder an mir zu schaffen machten. Ich war und blieb verlegen, sie kicherten darüber, verständigten sich mit Blicken, »you have a wonderfull cock«, flüsterte mir eine ins Ohr. Wenn ich nur gewusst hätte, was »cock« bedeutete. Die Mahlzeit war üppig und köstlich. Was es an diesem Abend bei diesem vielgängigen Menu gab, weiß ich nicht mehr. Ich sehe nur noch die vielen nackten Menschen um diesen großen langen Tisch, höre sie lachen, scherzen, plaudern. Es war mir eine völlig fremde Welt, von der ich nie gedacht hätte, dass so etwas auf dieser Erde existiere. Es widersprach meiner bisherigen Erfahrung, passte überhaupt nicht zu der kleinbürgerlichen Enge, in der ich gelebt hatte. Wenn meine Mutter mich hier sähe! Sie dachte nicht so kleinbürgerlich wie ihre Eltern. Aber das hier hätte sie als ein Sündenbabel gesehen, aus dem sie ihren Sohn hätte retten müssen! Meine beiden Tischnachbarinnen machten sich einen Spaß daraus, mich mit den Köstlichkeiten der Tafel zu füttern. Sie berührten mich überall. Streiften mit ihren Brüsten meine Arme. Fassten immer wieder nach meinem steifen Schwanz, der sich gar nicht mehr zurückbildete und den ich vergeblich unter einer Serviette verstecken wollte. Gaben mir reichlich Wein zu trinken. Setzten sich zwischen den Menugängen auf meinen Schoß – ihr Gesicht mir zugewandt und mit gespreizten Schenkeln! Drückten ihren Busen gegen meine Brust. Spielten mit meinem Spieß an ihrer Möse herum. Ich hatte rote und heiße Ohren, fürchtete, hier am Tisch bei allen Leuten auf einmal abzuspritzen. Sie ließen nicht nach, mich zu erregen. Als der letzte Gang gegessen, das letzte Glas geleert war, erhoben sie sich, zogen mich mit hoch und hinter sich her. Dass ich noch Jungfrau war, hatten die gleich an meiner Verlegenheit und Unbeholfenheit bemerkt! Und sich zum Ziel gesetzt, das radikal zu ändern! Sie führten mich die Treppe hoch und in ein Zimmer, das offenbar von beiden oder einer von beiden bewohnt wurde. Da ich sie auf der Yacht nicht gesehen hatte, nahm ich an, dass sie schon länger hier waren. Das stimmte auch, sie lebten schon seit zwei Wochen auf dieser paradiesischen Insel, wie sie sich ausdrückten, wo einem die gebratenen Tauben in den Mund und die steifen Schwänze der Männer in die Möse flogen. Sie weihten mich in dieser Nacht in die Geheimnisse des Sexes ein. Machten mit mir, was sie wollten. Nahmen mich allein, zu zweit, verwöhnten mich mit dem Mund, brachten mir bei, wie ich ihre Mösen mit der Zunge zum Glühen bringen konnte, um danach umso heftiger mit meinem Schwanz das Feuer zu löschen. Was es zwischen den beiden Geschlechtern alles gab, was man alles miteinander zu zweit und zu dritt anstellen konnte, das lernte ich in dieser einen Nacht. Hatten die beiden Mädchen an der Isar ihre Beine fest zusammen gehalten, so dass wir damals nicht sehen konnten, was dazwischen lag, so gaben die beiden Frauen hier den gegenteiligen Part ab. Sie geizten nun wirklich nicht mit ihrer sonst geheimen Zone. Wie eine Möse aussieht, wie die inneren und äußeren Schamlippen beschaffen sind, wo der Scheideneingang ist, wie weit der Weg von ihm zum Hinterloch ist, wie man den Kitzler erfolgreich bedient – das alles sah und lernte ich in dieser verrückten Nacht. Als es im Osten allmählich hell wurde, ließen sie von mir ab. Das Bett war wüst zugerichtet, überall Spermaflecken. Wie oft ich in dieser Nacht ejakuliert hab, weiß ich nicht. Ich war jetzt hundemüde, mein Schwanz war schlaff, meine Lippen taten mir vom Küssen und vom Lutschen weh. Die Beiden brachten mich auf mein Zimmer. Ob sie noch bei mir blieben oder gleich gingen, weiß ich nicht...

Als ich wach wurde, hatte ich mächtigen Hunger. Die Sonne stand hell am Himmel. Mein Schwanz tat weh, sah verquollen aus. Es war also wahr, kein wüster Traum! Ich wusste nicht einmal, wie die Beiden hießen, die mich so intensiv mit allen möglichen Spielarten des Sex vertraut gemacht hatten. Es klopfte. Herein trat das Mädchen von gestern Abend und fragte, ob sie das Früh­stück auf dem Zimmer servieren solle oder ich in den Speisesaal käme. Auf dem Zimmer war mir lieber. Wer weiß, wie ich heute Morgen aussehe. Wenn mein Gesicht so verquollen wie mein Schwanz ist! Ach du liebe Güte! Den sieht hier ja auch jeder! Also gut, auf dem Zimmer.

Ich rasierte mich, duschte ausgiebig. Als ich aus dem Bad kam, stand das Frühstück auf dem Tisch. Wenn das so weitergeht...!, sinnierte ich. Wie lange, hat dein Vater gesagt, sollst du bleiben? Drei Wochen? Kann ich das durchhalten? Ich hatte keine Erfahrung, wie lange ein junger Körper solche Sexspiele mitmacht. Eine Woche, zwei Wochen, wirklich drei Wochen? Ob die Beiden heute Abend wiederkommen? Was ist mit den anderen Frauen? Sind die auch so auf Sex aus? Kann man wohl annehmen, nach dem, was ich gestern Abend beobachten konnte. Meine beiden Gefährtinnen der Nacht waren nicht die einzigen, die bei Tisch ihre Nachbarn betatscht und beschäftigt hatten. Mal sehen, was der Tag bringt! Ich beschloss, das Haus und seine unmittelbare Umgebung zu besichtigen

Wenn ich heute zurückdenke, dann finde ich die Wochen, später Monate auf der Insel des amerikanischen Milliardärs die schönsten und tollsten meines Lebens. Jahr für Jahr habe ich dort mit anderen gefeiert, gesoffen, mit Weibern gebumst. Wenn anderswo die Leute frühmorgens aufstanden und zur Arbeit gingen oder fuhren, lagen wir noch in den Betten und ließen uns die aufgehende Sonne auf den Wanst scheinen. Auf der Insel herrschte ewiger Sommer, immer so an und um die dreißig Grad. Nachts nicht viel weniger. Wir trugen wirklich nie was am Leib. Es war toll! Könnt ihr mir glauben. Drei bis vier Dutzend Leute fanden sich immer ein. Es war eine unendliche Sause. Der amerikanische Milliardär, dessen Namen nenne ich nicht, auch nicht den der Insel, nicht mal den Archipel, sonst kommen noch Typen auf die Idee, dorthin zu segeln, nee, das will ich nicht, also, der amerikanische Milliardär finanzierte alles. Der schwamm in Geld und Gold. Morgens gab’s schon Champagner zum Frühstück. Der ließ sogar für die, die es wollten, Münchner Weißwürste einfliegen. Zum Mittagessen tranken wir die besten Weine. Und abends erst! Da wurde gezecht, dass sich die Balken bogen. Herz, was begehrst du? Ich hab allerdings meistens Bier getrunken. Mein bayerisches Erbe! Die Frauen waren hinter mir her, ließen mich nicht in Ruhe. Endlich was Junges! Was Unverbrauchtes! Ich musste alle durchmachen! Keine ließ mich aus. Was die alles von mir wollten und was die mit mir anstellten! Tag für Tag, Nacht für Nacht! Das Programm der beiden Blondinen wiederholte sich mit anderen Frauen. Ich kam kaum zur Ruhe. Zwanzig Jahre später hätte ich das nicht mehr bringen können. Aber mit achtzehn ist man noch so potent, da packt man sie alle. Da habe ich reichlich Erfahrungen gesammelt. Mit Blonden, Braunen und Schwarzen. Sie waren alle heiß! Du meine Güte! Da ging die Post ab. Mir tat am Ende der Schwanz so weh, dass ich partout nicht mehr wollte. Aber da fingen die an zu lutschen. »Das hilft!«, sagten sie. »Speichel heilt alle Wunden. Lass uns machen!« Irgendwie hatten sie recht gehabt. Es wurde besser, und dann bestanden sie wieder drauf, dass ich ihn reinstecke. So viele Mösen an einem Tag! Keine Ruhe! Immer wieder geilten sie mich auf. So viele Frauenhände und -münder bemühten sich um meinen Stößel! Manchen musste ich ihn zwischen die Brüste stecken. Das waren damals noch echte Busen. Fickst du heute eine zwischen ihren Hügeln, hast du doch oft den Eindruck, dich in einem Silicon Valley zu bewegen! Einige waren scharf darauf, dass ich ihnen ins Gesicht spritzte. Andere wollten es in den Mund haben. Naja, jedem Tierchen sein Pläsierchen! Diese drei Wochen legten den Grundstein für mein verkommenes Leben. Da bin ich nicht mehr rausgekommen. Das Schlagwort der Hippie-Bewegung Make love not war – hier war es umgesetzt, hier wurde es gelebt. Liebe, Sex und Leidenschaft... Das waren die Schlagwörter unseres Daseins, das praktizierten wir... frei und ungebunden. Gab es etwas Schöneres?

Eine von diesen Frauen meines ersten Inselaufenthaltes hatte mir am besten gefallen. Ich lernte sie etwa in der Mitte meiner Ferien näher kennen. Das Abendessen war wie immer opulent gewesen. Einer der Gäste setzte sich an den Flügel, improvisierte, suchte dann nach Noten. Ich ging auf die Terrasse, die dem Haus vorgelagert und von Palmen umsäumt war. Große Blumenkübel mit stark duftenden Pflanzen waren um ein gutes Dutzend Hollywoodschaukeln, die damals ganz groß in Mode waren, gruppiert. Ich ließ mich auf einer nieder, begann sanft zu schaukeln. Der Pianist hatte mittlerweile das Richtige gefunden, er spielte eine Sonate von Beethoven. Über die Terrasse kam eine der jüngeren Frauen geschlendert. So viel ich wusste, hieß sie Shulamith. Als sie mich sah, steuerte sie auf mich zu und setzte sich mit einem »Hallo« neben mich. Wir plauderten ein wenig darüber, wie wir den Tag verbracht hatten. Sie hatte ausgiebig Tennis gespielt und ich, naja, das weiß mittlerweile jeder, das wollte ich aber so genau ihr nicht sagen. Sie war eine schwarzhaarige Schönheit, nahtlos gebräunt von der ewigen Sonne unserer Insel, mit tiefschwarzen Augen, wie sie die Frauen Andalusiens haben, aber das wusste ich damals noch nicht, mit festen Brüsten und einer Figur, die keinen Makel erkennen ließ. Als sie so neben mir saß, glänzten ihre Oberschenkel im letzten Licht der untergehenden Sonne. Ihr Vlies war genau so schwarz wir ihr Haupthaar. Ich legte meinen Kopf in ihren Schoß, die Finger ihrer Linken durchkämmten meine Haare, die mittlerweile sehr lang geworden waren. Ihre Rechte tastete sich an meinen Unterleib heran. Mir war schon klar gewesen, was sie vorhatte, als sie auf mich zusteuerte. Es dauerte nicht lange und sie hatte erreicht, was sie hatte erreichen wollen: Hart wie eine Eisenstange stand er von meinem Leib ab. Sie hieß mich aufstehen, mit einem Handgriff legten wir die Rückenlehne der Schaukel um. So entstand ein Bett, das uns beiden ausreichend Platz bot. Sie spielte mit Hingabe an meinem Ständer, küsste ihn, leckte ihn, lutschte ihn. Dann bewegte sie ihn im Takt der Musik, die aus dem living room zu uns herüber tönte. Ein warmer Wind zerriss hin und wieder die Klänge, aber es war zu erkennen, dass der Pianist nun die Mondscheinsonate spielte. Die Handbewegungen Shulamiths blieben nicht ohne Folgen. Überraschend für sie, nicht aber für mich, schoss mein Sperma hervor und über uns beide hin. Sie lachte und verrieb es auf ihrem und meinem Leib, legte sich dicht neben mich. Ein sichelförmiger Mond stand halbhoch über dem Meer. Der Baldachin über uns verwehrte den Blick nach den glitzernden Sternen. Ich ließ ein Bein von der Liege herunterbaumeln und gab ihr einen Stoß. Die Schaukel setzte sich sanft in Bewegung. Ich tastete nach ihrer Möse. Sie war ganz nass. Als meine Finger ihr Spiel begannen, vergrößerte sich ihre Klitoris. Damals war es nur meiner Unerfahrenheit zu verdanken, dass ich mächtig staunte über das Ausmaß des sonst kaum spürbaren Etwas. Sie lehrte mich, sanft zu sein zu diesem Lustorgan, drückte dann meinen Kopf nieder. Bis zu meiner ersten Nacht auf der Insel hatte ich von Cunnilingus nichts gewusst, seither aber Erfahrungen darin gesammelt, eine Frau mit der Zunge zu befriedigen. Shulamiths Säfte schmeckten nicht schlecht, etwas salzig kam es mir vor. Aber das mochten Salzreste vom Schwimmen im Meer sein, die sich in dem Gefältel ihrer äußeren und inneren Schamlippen festgesetzt hatten. Sie stöhnte überlaut. Ich versuchte, ihr den Mund zuzuhalten. Wozu aber? Jeder wusste, dass hier ausgiebig gefickt wurde, und jeder beteiligte sich ausdauernd daran. Sie kam explosionsartig, bäumte sich mehrfach auf, hob ihr Becken meinem zurückweichenden Mund entgegen, wollte noch mehr von meiner Zunge. Ich gab ihr, was sie brauchte, tauchte tief ein, spreizte ihre Beine noch mehr, sodass meine Zunge weit in ihre Vagina eindringen konnte. Sie jubilierte, schrie, ihre Finger krallten sich in meine Schultern. Die Schrammen, die sie mir mit ihren Nägeln zufügte, waren tagelang zu sehen. Wen wundert’s, dass sich mein Rammbock wieder aufstellte, seine alte Größe und Härte gewann!? Ich drang in sie ein und trieb sie zu weiteren Orgasmen, schließlich entlud ich mich in ihr mit Wucht. Ich blieb erschöpft auf ihr liegen, sie hätte mich sowieso nicht losgelassen, sie fest umschlangen mich ihre Arme und Beine. Nach einiger Zeit rollte ich mich von ihr ab, sie folgte und lag dann auf mir, schwer und schlaff. Ich streichelte sanft ihren Rücken, ihren festen Hintern, wühlte in ihren schwarzen Haaren. Dann blieb auch ich ruhig liegen. Der Mond war mittlerweile hinter dem Baldachin unser Hollywoodschaukel verschwunden. Ich schaute mich um. Wir waren nicht allein auf der Terrasse. Ich konnte in dem sanften Licht, das sie beschimmerte, weitere Pärchen ausmachen, die sich, vielleicht angelockt und angeregt von Shulamiths lautem Stöhnen, ebenfalls der Liebe hingaben. Es erregte mich. Da sie mit gespreizten Beinen auf mir lag, konnte sich mein Pusterohr ungehindert erheben. Shulamith schien es im Schlaf zu spüren und schloss die Beine. Mein Schwanz war zwischen ihren Oberschenkeln unmittelbar vor dem Eingang ihrer Möse gefangen. Sie machte einige Bewegungen mit ihrem Becken, nahm ihn in sich auf und legte los Wieder kamen wir zum Höhepunkt; ich steckte tief in ihr drin, als ich abspritzte, ließ ihn dort in der nass-feuchten Wärme. Sie blieb mit ihrem ganzen Leib auf mir liegen und schlief einfach wieder ein... Als wir erwachten, waren die anderen Schaukeln leer. Wir erhoben uns, unsere Körper waren schweißnass, so warm war die Nacht. Das Meer rauschte, die Wellen schlugen auf den Strand. Wir liefen zum Wasser, stürzten uns in die Brandung, wuschen uns unseren Schweiß und unsere Sekrete vom Leib. Im Strandhaus waren frische Badetücher, wir trockneten uns gegenseitig ab, streichelten, küssten, umarmten uns. Es war wie eine Verzauberung. Am liebsten hätten wir uns gegenseitig verschlungen. Es kam, was kommen musste: Auf einem Badelaken gaben wir uns erneut einander hin. Zum wievielten Mal in dieser zauberischen Nacht? Der Mond stand hoch am Himmel, schien aber seinen Zenit schon überschritten zu haben. Als Shulamith zu frösteln anfing, nahm ich sie auf meine Arme. Komm mit in mein Zimmer, forderte ich sie auf. Sie aber schüttelte den Kopf, wollte von meinen Armen herunter. »My husband waits«, sagte sie etwas zu laut. Dann küsste sie mich flüchtig auf die Wange, streichelte noch einmal meinen Penis und eilte den Strand hinauf, ihr nackter Körper glänzte im dezenten Licht der Wegbeleuchtung. Sie verschwand zwischen den Büschen, die den Weg zu den Bungalows säumten. Was für eine Frau! Ich glaube, das war die schönste Nacht meines Lebens, diese Nacht mit Shulamith auf dieser paradiesischen Insel. He, Leute, ihr seht, ich kann auch romantisch sein.

Am nächsten Morgen wachte ich spät auf. Mir taten die Glieder weh, besonders das eine, das zur Liebe bestimmt war. Es brauchte Ruhe. Ich ging hinunter, frühstückte allein, alle anderen gingen offenbar schon ihren Beschäftigungen nach. Ich beschloss, die Insel zu erkunden. Dazu war ich noch gar nicht gekommen. Die vielen Frauen, die sich an mich heranmachten, hatten meine ganze Zeit gestohlen. Aber ich war ja gern ihr Liebhaber gewesen. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass das Leben so voller Lust sein könnte. Diese amerikanischen Frauen! Was waren das für Menschen? Suchten den Sex mit anderen Männern, mit ganz fremden, wie ich einer war, und eilten dann zu ihren Ehemännern zurück! Wer konnte das verstehen? Viele waren doch mit ihren Ehemännern hier, nahm ich an. Warum schliefen sie nicht mit ihnen? Vielleicht taten sie das noch zusätzlich, in der Nacht, in ihren Bungalows, in ihren breiten und weichen Betten? In zog gegen alle Insel-Gewohnheit eine kurze Sporthose an, schlüpfte in meine Wanderschuhe, die ich vorsorglich mit auf die Reise genommen hatte, und machte mich auf den Weg. Ach so, zur Insel wollte ich noch was sagen. Sie war mehrere Quadratkilometer groß und fast sichelförmig, sodass sie eine schöne große Bucht aufwies, die als natürlicher Hafen diente. Im Speisesaal hing ein Foto, das sie von oben zeigte, eine Luftaufnahme, daneben ein Wegeplan. Vom Südostende bis zum Südwestende hatte sie eine Ausdehnung von rund acht Kilometern, von Nord nach Süd waren es dreieinhalb. Das Haupthaus und die Bungalowanlage befanden sich am Südstrand, der ganz flach ins Wasser auslief. Nach Norden stieg die Insel an. Dort gab es einen Berg, der sich wie ein Zuckerhut erhob und steil aus dem Meer aufragte, sozusagen der Phallus dieses Eilandes. Von ihm aus fiel das leicht hügelige felsige Gelände nach Osten und Westen zum Meer hin ab. Nur die Bucht wies einen mit Palmen bestandenen größeren Sandstrand auf, eigentlich wunderschön, aber solche Vokabeln sind mir fremd. Sonst gab es zwischen den Felsen nur kleine, ja winzige Strände, die lediglich für ein paar Personen reichten. Ich ging zuerst nach Westen. Einer der Diener, dem ich von meinem Vorhaben erzählte, hatte mir einen breitrandigen Strohhut gegeben. Ich war jetzt dankbar dafür, denn die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel, es wuchsen immer weniger Palmen, mehr Buschwerk, es gab kaum Schatten. Zum Glück hatte ich eine große Flasche mit Wasser vom Tisch mitgenommen. So konnte ich von Zeit zu Zeit meinen Durst stillen. Nach einiger Zeit erreichte ich das Ende der Insel. Sie lief in einer spitzen Landzunge aus. Der Boden war hier felsig, es gab kaum noch Pflanzenbewuchs. Ein Weg war nicht mehr zu erkennen, man musste klettern. Mehrfach rutschte ich aus, verletzte mich sogar am linken Knöchel. Es war aber nicht so schlimm. Ich schaute aufs Meer hinaus. Es dehnte sich in seiner unendlichen Bläue bis zum Horizont, wo es mit dem Himmel in graublauem Dunst verschmolz. Nichts war zu sehen außer dieser Wassermasse. Kein Schiff, kein Segel. Keine Wolke am Himmel. Gerne hätte ich hier gebadet, um mich zu erfrischen. Aber die Brandung war zu stark. Ich fürchtete, von ihr auf die Felsen geschleudert zu werden. Also machte ich mich auf den Rückweg. Da mein Wasservorrat nach einer guten Stunde Fußmarsch schon zur Neige ging, machte ich auf dem Weg zur Ostseite der Insel Station am Haupthaus. Ich vermied den vorderen Eingang und den großen living room, eilte zur Rückseite, wo sich die Tür zur Küche befand. Von fern hörte ich Stimmen einiger anderer Gäste. Sie tranken nach dem Mittagessen ihren Kaffee und genossen einen Schattenplatz auf der Terrasse. Als der Koch mich fragte, ob ich denn heute nichts essen wollte, verneinte ich, bat ihn aber um Wasser und eine Tüte mit Obst. Mit diesem Proviant ausgestattet, machte ich mich auf den Weg. Auf dieser Seite der Insel war der Fußmarsch angenehmer. Ich bewegte mich fast immer im Schatten der Palmen, umrundete einige kleinere felsige Erhebungen und langte schließlich an der Ostspitze an. Ich mochte vom Haus aus eine knappe Stunde gegangen sein. Da ich keine Uhr trug, konnte ich die Zeit nur schätzen. Drüben in leichtem Dunst lag die Nachbarinsel, die als Ferieninsel eines Reiseveranstalters stark frequentiert war. Sie hatte nicht nur einen Hafen, sondern auch einen Landeplatz für kleinere Flugzeuge. Von ihr wurden wir mit Proviant beliefert, von ihr führte ein Strom- und ein Telefonkabel unterseeisch zu uns herüber. Auf dem Meer sah man Segelboote, auch größere Yachten, Motorboote mit Wasserskiläufern. Alles war weit genug weg, als dass es hätte stören können. Geräusche drangen schon gar nicht herüber. Der Strand hier war weniger felsig als an der Westküste, fiel flacher ins Wasser und wies ganz kleine Buchten auf, die sich zum Baden eigneten. Ich zog Wanderschuhe und Shorts aus, sprang ins Wasser und schwamm einige Hundert Meter hinaus. Es herrschte absolute Stille. Ich genoss diese Ruhe, ich genoss auch die körperliche Freiheit. Niemand beanspruchte mich, niemand sprach mich werbend an, niemand flirtete mit mir, niemand griff nach mir und meinem Schwanz. Ich dachte an den gestrigen Abend. Ob Shulamith nach mir Ausschau hielt, ob sie mich vermisste? Was hatte ihr Mann wohl gesagt, als sie so spät nach Mitternacht zu ihm zurückkehrte? Ich schwamm zum Ufer zurück. Da sah ich in der kleinen Nachbarbucht, die ich zuvor gar nicht bemerkt hatte und die vielleicht einen Sandstrand für vier bis fünf Personen bot, drei Frauen, die sich in der Sonne räkelten. Hoffentlich haben sie mich nicht gesehen, war mein erster Gedanke. Aber eine richtete sich in diesem Augenblick auf und sah zu mir hin. Ich war gerade aus dem Wasser aufgetaucht und schritt durch die Brandung zum Ufer. Sie winkte. Ich winkte zurück und ging auf den Platz zu, wo meine Sachen lagen. Da war sie schon bei mir. »Honey«, rief sie und fragte mich, wo ich denn den ganzen Tag gesteckt hätte. Es war eine der Frauen, die ich schon öfter bei den Mahlzeiten gesehen, die sich mir aber noch nicht genähert hatte. »Hi, my name is Ellen«, sie sprach guttural. »I love your cock!« Also doch! Und so direkt! Auch heute sollte ich wieder herhalten. Dabei wollte ich gar nicht mehr mit anderen Frauen vögeln, denn ich hatte mich ein bisschen in die von gestern Abend verliebt, von der ich nichts wusste, als dass sie Shulamith hieß und aus Massachusetts stammte. Diese Ellen hier wirkte aber auch sehr appetitlich in ihrer Bräune und mit ihrem honigblonden Haar, das bis zu ihrer Schulter herabfiel. Wir standen in der Brandung und sahen uns an. Sie hatte feste Brüste, ein ganz kleines Bäuchlein und Oberschenkel wie gedrechselt. Was mir sofort ins Auge fiel, war das fehlende Schamhaar. Es war offensichtlich wegrasiert. Heute ist das gang und gäbe, eigentlich der Normalfall. Aber damals sah man rasierte Mösen äußerst selten. Von dem Wildwuchs, den man in den Siebzigern bevorzugte, will ich jetzt noch gar nichts sagen! Keine der Frauen, die ich seit meiner Ankunft bedient hatte, war rasiert gewesen. Gepflegt war das Schamhaar bei allen gewesen, das muss ich sagen, da war überall schon mal die Schere zugange gewesen und hatte für Ästhetik gesorgt. Aber keine war so glatt gewesen wie Ellen. Man sah den Beginn ihrer Spalte, eine kleine runde Vertiefung, und dann begann der Schlitz, der, so wie sie da stand, fest verschlossen war. Die beginnenden Schamlippen klafften noch keinen Millimeter. Ich konnte mich nicht zurückhalten und streckte meine Hand aus. Mit den Fingerkuppen berührte ich ihren Venushügel; er war wirklich absolut glatt. Die Rasur musste wohl heute erfolgt sein. Als mein Mittelfinger in die Vertiefung am oberen Ende des Schlitzes rutschte, gaben die Oberschenkel nach, Ellen seufzte, machte eine Bewegung nach vorne, und schneller, als ich dachte, war mein Finger in der Spalte verschwunden. Ihre Klitoris war spürbar. Sie rieb sich an meinem Finger, den ich ganz still hielt, griff dann nach meinem Schwanz, der sich nach wenigen Bewegungen, die sie an ihm vollführte, verdickte und dann versteifte. »Oh, what a cock!« Ihre Stimme klang heißer. Wir standen immer noch in der Brandung. Die beiden anderen Frauen hatten sich erhoben und kamen zu uns herüber. Ich sah auf einen Blick, dass auch sie rasiert waren. Ungewohnter Anblick! Mein Schwanz versteifte sich noch mehr, verhärtete sich und stand mit seinen vierundzwanzig Zentimetern wie ein Rammbock von meinem Leib ab. Die Frauen waren jetzt bei uns. Die eine griff sofort nach ihm, betastete ihn, versuchte ihn zu biegen, was bei seiner Härte unmöglich war. Ich blieb nicht faul, sondern betastete mit der Linken deren rasierte Spalte. Sie öffnete sich sofort. So stand ich da mit je einer Hand an der Möse einer Frau, den rotierenden Mittelfinger zwischen Scheideneingang und Kitzler. Leider hatte ich nur zwei Hände. Die dritte Frau wollte aber nicht zu kurz kommen. Sie schubste ihre Kontrahentinnen leicht zur Seite, ergriff meinen Schwengel und setzte ihn punktgenau an der Stelle an, wo sie ihn am liebsten hatte. So muss sich Paris auf dem Berg Ida gefühlt haben. Juno, Venus und Minerva wollten von ihm den Apfel, der der Schönsten gebührte. Wie sollte er sich entscheiden bei drei Göttinnen von unvergleichlicher Anmut? Meine Göttinnen waren nun nicht die allerschönsten Frauen, die ich je nackt gesehen habe. Aber ansehnlich waren sie schon, und vor allem anfassbar. Sie drängten sich an mich, keine gönnte der anderen mich und meinen Speer allein. Es kam, was kommen musste. Sie zogen mich zur kleinen Bucht, in der ihre Badetaschen lagen, und ich musste mit allen dreien, stets das Einsteckloch wechselnd, kopulieren. Als es mir kam, verteilte ich mein Sperma auf alle drei, wobei ich mich um größte Gerechtigkeit bemühte. Sie waren zufrieden, und sie entließen mich, indem sie mir Penis und Eier küssten. Ich wusch mich im Meer, ließ mich in meiner Bucht, getrennt von den Weibern, von der Sonne trocknen, zog meine Wanderschuhe und die Shorts an und machte mich auf den Rückweg. Ich wanderte der untergehenden Sonne entgegen, brauchte meinen Wasservorrat auf und aß die letzten Früchte. In meinem Zimmer lag ein Zettel, mitten auf meinem Bett. Er enthielt die Nachricht, dass Shulamith abgereist sei. Ihr Mann habe geschäftlich zu tun und habe sie hier nicht allein zurücklassen wollen. Wen wundert’s? Ihr »I will see you next year!« war mir ein schwacher Trost. Mich überfiel eine große Traurigkeit, denn obwohl ich heute ohne langes Federlesen mit drei anderen Frauen Sex hatte, lag mir Shulamith doch am Herzen. Keine war so anschmiegsam wie sie, keine gab sich so rückhaltlos hin, mit keiner war ich so innig verschmolzen wie mit ihr, keine andere hatte erkennbar so heftige Orgasmen erlebt wie sie. Ein solches Juwel ließ Mann nicht ohne Aufsicht! Das war mir klar. Ihr Ehemann handelte nur klug, wenn er sie mit sich fortnahm. Und doch fühlte ich in mir eine ohnmächtige Wut aufsteigen. Ich hätte ihn massakrieren, zumindest kastrieren können! Aber wo steckte er denn jetzt? Sicher schon auf dem Festland, das man von der Nachbarinsel in eineinhalb Flugstunden erreichen konnte. Mist! Kacke!! Scheiße!!! Sie war weg.

Am Abend sah ich meine drei Göttinnen wieder. Sie lächelten mir zu und winkten. Sie standen in einem Kreis von anderen Frauen, die alle ihre rasierten Mösen bewunderten. Wenn ich sie recht verstand, waren sie sofort nach dem Mittagessen zu einem Ausflug an die Ostspitze aufgebrochen, wo ich sie später getroffen hatte. Und dort, in der kleinen Bucht, hatten sie mit Hilfe von Rasierschaum, einem kleinen Nassrasierer und Meerwasser das Rodungswerk unternommen, eine an der anderen, mit großer Sorgfalt, damit auch nichts übrig bleibe! Da war ich zu spät gekommen! Da hätte ich gerne zugesehen!

Unter den Frauen gab es wohl welche, die Gedanken lesen konnten. Als ich am nächsten Morgen zum Strand spazierte, waren schon einige da. Der Sand war fein. Die Palmen spendeten Schatten. Wir brauchten kaum Sonnenschirme. In der Bucht ankerte die Yacht, mit der wir gekommen waren. Als die Frauen mich sahen, lachten sie, schubsten einander und zwinkerten sich zu. Ich war noch damit beschäftigt zu überlegen, was dieses Verhalten bedeuten solle, da kam eine auf mich zu, nahm mich an der Hand und sagte mir, ich würde heute etwas Besonderes tun dürfen, es sei eine Auszeichnung und werde nur Auserwählten zuteil. Ich stutzte und fragte sie, was sie wohl mit mir vorhätte. Sie tat sehr geheimnisvoll, und in einem Slang, von dem ich kein Wort verstand, rief sie den anderen etwas zu. Sie prusteten vor Lachen. Da ich aber keinen Schabernack befürchtete, der mir etwas zuleide tun würde, lachte ich mit und ließ mich bei ihnen nieder. Nein, nein. Sitzen durfte ich da nicht. Diejenige, die mich an der Hand genommen hatte, hieß mich aufstehen. Ich musste mit ihr vorne ans Wasser gehen. Die Brandung war in der Bucht nur schwach. Kleine Wellen liefen den Sandstrand hinauf. Es gab so gut wie keine Gischt. Meine Begleiterin ging nur so tief ins Wasser hinein, dass die ankommenden Wellen kaum ihre Oberschenkel bedeckten, als sie sich jetzt flach auf den Rücken legte. Sie öffnete breit ihre Beine, die Wellen leckten lustreich an ihrer Möse, und winkte einer anderen. Die kam sofort heran mit dem kleinen Badekorb aus ihrem Zimmer in der Hand, in dem sich – ich staunte nicht schlecht – Sprühdosen mit Rasierschaum, mehrere kleine Nassrasierer und weitere Utensilien befanden. Der Dame gefiel es, sich von einem achtzehnjährigen Boy aus Old Germany das Haar an ihrer Möse entfernen zu lassen! Ich hatte so etwas noch nie gemacht und Angst, sie zu verletzen. Das Einseifen ging ja ohne Weiteres. Da konnte nichts passieren, was Blutungen zur Folge haben könnte. Sie ließ es sich genüsslich gefallen, wollte ausgiebig eingerieben werden, damit die Haare auch ganz weich würden, wie sie mir sagte. Dann musste ich zum Rasierer greifen. Meine Hand bebte ein wenig, auch weil mich das Einseifen geil gemacht hatte. Sie hatte mit Vergnügen meinen Schwanz sich aufrichten sehen. Er stand hart vom Körper ab, zitterte bei meinen Bewegungen, schien zu ihrer Möse hin zu lugen. Der Rasierer lag gut in meiner Hand. Ich begann vorsichtshalber mit dem Venushügel. Das ging ganz gut, und ich gewann Sicherheit. Ich führte die Klinge zuerst von oben nach unten, dann in ungekehrter Richtung, schließlich von links nach rechts. Die Haare ließen sich schlecht entfernen. Ich war Pionier, wohl der erste, der hier eine Rodung versuchte. Aber es klappte schließlich. Es waren immer weniger übrig, und als ich fertig war, war der Schamhügel so glatt wie bei den drei Grazien vom Vortag. Ich hoffte nun fertig zu sein. Diese Arbeit erregte mich, wie ich es bisher noch nicht kannte, obwohl ich als Nackter Tag für Tag mit nackten Frauen verkehrte. Mein steifer Pimmel schmerzte, so stark war der Bogen gespannt, und ich fürchtete, der Pfeil in Form meines Spermas könne jederzeit von der Sehne flitzen und auf die Frau, die da am Strand lag, spritzen. Deborah, so hieß sie, öffnete ihre Beine noch weiter und wies auf ihre behaarten Schamlippen. Auch auf ihnen sollte ich das Haar entfernen Allein der Gedanke ließ meine Erregung noch mehr ansteigen, an der Spitze meines Penis konzentrierte sich ein unaussprechliches Lustgefühl, ein Tropfen trat aus der Öffnung. Ich fürchtete um meine Beherrschung..., zögerte..., schritt dann aber zur Tat und seifte die Vulva ein. Deborah verdrehte lustvoll die Augen. Mir zitterte die Hand, als ich den Rasierer an ihre Labien anlegte und vorsichtig zu arbeiten begann. Es war nicht einfach. Wie gesagt: Ich tat so was zum ersten Mal. Damals rasierten im Operationsfall Krankenpfleger die Männer, Krankenschwestern die Frauen an dieser delikaten Stelle. Später mussten das die Zivis machen, wenn sie im Krankenhaus Dienst taten. Ich empfand das als Zumutung – für die Patienten wie für den Zivi. Aber es wurde so gehandhabt. Ich weiß es von ehemaligen Klassenkameraden, die ihren Zivildienst in einer Klinik ableisteten, aber auch von einer entfernten Tante, die den Zivi empört weggeschickt und eine Krankenschwester verlangt hatte. Deborah spürte meine Angst, diese zarte Partie zu verletzen, und ermunterte mich, weiter zu machen. Ich war so erregt, dass aus meinen vierundzwanzig Zentimetern bestimmt fünf- oder sechsundzwanzig, vielleicht sogar achtundzwanzig Zentimeter geworden waren. Wahnsinn! Die Schmerzen waren sehr stark. Es wäre besser gewesen, ich wäre in sie eingedrungen, anstatt mit einem Nassrasierer an ihr herum zu fummeln. Mein Versuch wurde aber abgewehrt. Schließlich war ich fertig. Deborah überzeugte sich mit der Hand, dann mit einem Spiegel aus dem Badekorb von der Qualität meiner Arbeit. Sie war zufrieden; die anderen begutachteten mein Werk und äußerten sich lobend. Nun wollten auch sie von mir rasiert werden. Ich weigerte mich, aber ich hatte damit keinen Erfolg. Sie hielten mich an meiner weit abstehenden Stange fest und drohten damit, mir den Sack abzuschneiden, wenn ich nicht willfährig wäre. Das war sicher nicht ernst gemeint, wenn auch eine mit einer Schere gefährlich nahe an meinen Kostbarkeiten herum fuchtelte. Was blieb mir übrig? Ich musste tun, was sie wollten. Nacheinander rasierte ich ihnen die Mösen, die alle unterschiedlich waren und anders aussahen. Relativ einfach war es, wenn die äußeren Schamlippen glatt und die inneren klein waren. Schauten sie aber aus den größeren heraus, vielleicht sogar mehrere Zentimeter, wurde es schwierig. Bei einer, ich glaube, sie hieß Emmy, war das Gekräusel so stark, dass ich kaum arbeiten konnte. Das war ein Typ Schamlippen, den sich heutzutage die Frauen wegoperieren lassen. Auch so eine Mode! Ich habe im Internet gelesen, dass sich immer mehr Frauen ihre Labien korrigieren lassen, weil sie mit deren Aussehen unzufrieden sind. Wer sieht die aber? Im Gegensatz zu der fernen Insel meines Milliardärfreundes laufen in Deutschland weder Frauen noch Männer nackt auf der Straße herum. Selbst in den Schwimmbädern oder an den meisten Stränden sind alle bekleidet, wenn auch manche nur notdürftig, aber immerhin. Vielleicht sind es nur FKKlerinnen, die sich operieren lassen? Das glaube ich nicht. Es sind bestimmt solche Frauen, die sich unsicher fühlen, weil sie mit ihrem Aussehen, ihrer Figur, ihrem Busen, ihrer Nase oder was weiß ich nicht zufrieden sind. Die lassen schließlich auch noch die Schamlippen korrigieren. Wenn das alle machten, gäbe es bald statt der anregenden Vielfalt nur noch Einfalt im Genitalbereich! Wie töricht! Jedenfalls waren die Vorher-/Nachher-Fotos sehenswert. Damals, vierundsechzig, dachte bestimmt keine Frau daran, sich da unten was wegschneiden zu lassen. Von denen, die ich auf der Insel rasiert oder gefickt hatte, hatten alle normal ausgesehen, die Schamlippen bei der einen etwas größer, bei der anderen etwas kleiner. Was soll’s?! Deborah, Kitty, Emmy, Julie, Laure, Angie oder wie die Frauen damals alle hießen, wer kann sich das merken, waren nun rasiert, und ich stand immer noch da mit meinem Wahnsinnsständer. Ich wollte bei einer beziehungsweise in einer Erleichterung suchen. Die Frauen schienen aber auf einmal sadistische Neigungen zu entwickeln: Sie verweigerten sich, wiesen mich einfach von sich, drohten wieder mit der Schere. Da stand ich nun mit meinen Gliederschmerzen. Ich wusste mir nicht anders zu helfen, ich ging ein paar Meter ins Wasser hinein, bis es mir bis zum Sack stand und onanierte. Ich tat es zwei Mal, da mein strammer Max nach dem ersten Abspritzen keinerlei Anzeichen machte abzusinken, und jedes Mal schoss mein Sperma in hohem Bogen ins Meer. Ich opferte Poseidon... Die sechs Frauen ergriffen mich. Mir fehlte die Kraft mich ernsthaft zu wehren. Sie legten mich an die Stelle, an der sie vorher gelegen hatten. Vier hielten mir Arme und Beine fest. Die fünfte setzte sich auf meine Brust, sodass ich keinerlei Gegenwehr leisten konnte. Nummer sechs seifte mich ein und rasierte mir das Schamhaar, wie ich es den Damen vorhin rasiert hatte. Zum Glück mit derselben Vorsicht! Sehen konnte ich wegen Kitty, die auf mir saß und meinen Augen ihren nackten Hintern darbot, nichts, aber ich spürte, dass die Rasiererin vor allem am Schaft und am Sack überaus sorgsam arbeitete, während sie die Haare bis zum Nabel im Eiltempo entfernte. Die Körperpartie schien ihr offenbar nicht so interessant. Trotz des zweifachen Ejakulierens richtete sich mein Speer unter ihren Händen wieder auf. Als die Haare alle entfernt waren, wollte ich endlich in eine oder mehrere eindringen, so wie ich es gestern bei den drei Göttinnen getan hatte. Sie blieben aber hartnäckig, manipulierten aber abwechselnd – sechs Frauen abwechselnd! – so intensiv an meinem Ständer, dass es schon bald herausgeschossen kam und der letzten (war es Kitty?) ins Gesicht klatschte. Alle lachten. Ich erhob mich und lief ins Wasser, schwamm mit großen Stößen hinaus in die Bucht. Die Frauen folgten, blieben aber in der Nähe des Strandes. Von draußen konnte ich beobachten, dass sie sich gegenseitig die frisch rasierten Mösen wuschen. Die Sonne stand hoch, Zeit zum Mittagessen. Was mochten die anderen Gäste sagen, wenn wir mit glatt rasierter Scham zu Tisch kamen? Es gab Gelächter, aber auch Bewunderung. Ob einer der Männer sich nach meinem Vorbild die Haare abrasiert hat oder sich abrasieren ließ, weiß ich nicht. Auf der Insel ist mir während meines ersten Aufenthaltes keiner begegnet, aber immerhin weit über ein Dutzend Frauen. Sechs Rasuren davon gingen jedenfalls auf meine Kappe!

Die restliche Zeit verging schnell. Ich musste abreisen. Zwei Tage blieb ich noch im Haus meines Vaters bei dessen Familie. Dann bestieg ich den Flieger nach Old Germany.




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