Del Rio trug Klettverschluss
Roman Wallat


Allein in Niedersachsen spielen über 160.000 Kinder im Verein Fußball – ein

Phänomen, das eine genauere Betrachtung verdient. Autor und

Trainer Roman Wallat alias Sportreporter Menotti hat das bunte Treiben einer Kinderfußball-Mannschaft vier Jahre lang verfolgt und in Onlinekolumnen veröffentlicht. »Del Rio trug Klettverschluss« versammelt diese aufschlussreichen Beobachtungen vom Spielfeldrand erstmals in einem Buch. Sie zeigen, mit welch ausgebufften Methoden sich ein siebenjähriger Junge zum besten Spieler der Galaxie kürt, oder auch, warum Frau Smirnov eigentlich der Name einer Fankurve ist. Wallat amüsiert mit lebensnahen Portraits und nachvollziehbarer Situationskomik; ein Lesevergnügen nicht nur für erwachsene Fußballfans – sondern vielleicht auch für manch jungen Leser.








Roman Wallat




Del Rio trug Klettverschluss


Schnappschüsse

eines Kinderfußball-Sportreporters

Illustriert von Susanne Warkentien







© 2018 unibuch Verlag bei zu Klampen · Röse 21 · 31832 Springe

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Umschlaggestaltung: Stefan Hilden · München · www.hildendesign.de (http://www.hildendesign.de)

Bildmotiv: shutterstock.com/Yuganov (http://shutterstock.com/Yuganov)

Satz: Germano Wallmann · Gronau · geisterwort.de (http://www.geisterwort.de)

E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2018

ISBN 978-3-934900-47-9

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über ‹http://dnb.dnb.de (http://dnb.dnb.de)› abrufbar.



Inhalt




Die Geburt des Sportreporters Menotti


Fußball ist bekanntlich ein sehr beliebtes Spiel. Überall rund um die Welt wird getrickst, getunnelt, gepasst und gegrätscht wie nichts Gutes. Und so war es nicht verwunderlich, aber vielleicht doch erstaunlich, dass vor einigen Jahren in dem kleinen Örtchen Wennigsen am Deister, südlich der Metropole Hannover gelegen, der wie üblich ehrenamtlich agierende G-Jugend-Fußballtrainer Frank Jaquet eine Internetseite namens Deisterkicker erstellte. Diese neue Internetseite sollte sich rund um die jüngsten beim ortsansässigen Sportverein TSV Wennigsen registrierten Fußballer drehen. Und derer gab es damals reichlich: Allein etwa vierzig Kinder zwischen drei und sieben Jahren (unter ihnen die coolsten Typen) jagten zu jener Zeit in Wennigsen dem runden Leder hinterher. Die Idee zu dieser Internetseite hatte ein weiterer G-Jugend-Coach namens Martin Röhl entwickelt. Martin, hochgewachsen und von aufrechter Statur, war und ist ein sehr engagierter, weitdenkender Jugendcoach. Auch ich, mein Name ist Roman Wallat, zählte seinerzeit zu dem mehrköpfigen Wennigser G-Jugend-Trainerstab. Und ich kann mich daran erinnern, dass eine gewisse Aufbruchstimmung, ein gewisses Gründungsfieber uns alle gepackt hatte …

Zusammen mit Rico Kruppa, damals der brandneueste Jugendtrainer, hatte ich just aufgrund der großen Anzahl an jungen, spielfreudigen Wennigser Kickern eine weitere G-Jugend-Mannschaft zusammengestellt und ins offizielle Fußballrennen gejagt. Ja, wir nahmen an einer offiziellen Meisterschaft teil! Beschäftigt mit diesem neuen Team und einigen anderen Dingen, die das Leben so mit sich bringt, verfolgte ich in den nächsten Wochen die neue Internetseite quasi nur aus dem Augenwinkel heraus. Aber eines Tages, ich weiß nicht mehr genau, wann, dachte ich mir, dass es doch verdammt schade wäre, wenn es keinen Bericht über die Kinder unserer neu geschaffenen G-Jugend-Mannschaft, der sogenannten G2, gäbe, und ich fasste den Entschluss, zumindest einen Bericht zu erstellen – einen einzigen Bericht, der exemplarisch das Treiben unserer G2 in der aktuellen Saison zusammenfassen sollte. Yes, auch Ricos und meine Jungs sollten es in die Gazetten des Deisterkickers schaffen!

Wir fuhren zu dem kommenden Spiel – Kinder, Eltern, Geschwister, Coaches – in das kleine Städtchen Eldagsen, und ich packte neben der Trikottasche und den Fußbällen diesmal auch ein weißes Stück Papier und einen Kugelschreiber ein.

Zurück von dieser Partie setzte ich mich am nächsten Morgen an meinen Schreibtisch und versuchte, meine ziemlich chaotischen Notizen zu einem Spielbericht zusammenzuführen. Aber wie auch immer ich es versuchte, es war mir nicht möglich, einen vernunftgetreuen Bericht zu schreiben. Nach Maßstäben der bislang erschienenen Deisterkicker-Artikel war mein Spielbericht eindeutig als misslungen zu qualifizieren, doch was die Kinder vor, während und nach dem Spiel so alles ablieferten, war derart witzig, lebendig und ereignisreich, dass ich es nicht verschweigen konnte, vielmehr schienen sich diese Dinge wie von selbst in meinen Spielbericht einzubauen …

Als der Artikel schließlich fertig war und ich mit meinem bürgerlichen Namen unterschreiben wollte, sträubte sich auch hier etwas in mir, und ich löschte meine Unterschrift, überlegte kurz und unterschrieb – mehr oder weniger halbbewusst und relativ spontan, ohne das Ausmaß meiner Entscheidung überblicken zu können – mit Menotti.

Sportreporter Menotti war geboren. Wennigsens umtriebigster Kinderfußball-Sportreporter. Per Spontangeburt. Das war mir damals noch nicht klar, aber es war geschehen!

In den kommenden Jahren sollten noch viele weitere Menotti-Texte entstehen, die allesamt im Deisterkicker erschienen. Dies lag vor allem an den Jungs und dem großen Vergnügen, das es machte, über sie zu schreiben. Häufig beschlich mich dabei das tiefe, untrügliche Gefühl, dass allein wegen der Kinder, allein wegen Typen wie Jo Scholz, Johann »The Rocket« Mantai oder auch Oskar Casillas-Wallat – um nur einige zu nennen – diese Texte entstehen mussten. Dass diese Jungs eine Kraft besaßen, eine ungezähmte Lebendigkeit, die es mehr als verdient hatte, auf dem Papier zu landen.

In dem nun vorliegenden Buch können wir erstmalig einige Kinder über einen Zeitraum von fast vier Jahren begleiten – natürlich auch ihre Coaches. Ganz nebenbei werden wir hierbei Zeuge der Evolution einer Mannschaft. Wir erleben, wie sich aus einer noch ungeformten Masse ein »richtiges«, ja, wie ich finde, ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Team herauskristallisiert. Auch werden wir erfahren, was es bedeutet, ein Dorfverein zu sein …

Menottis Kolumnen, das möchte ich hier noch anführen, sind an gewissen Stellen der Wahrheit verpflichtet, z. B. bei den gewitzten Sprüchen der Kinder. Aber auch, wenn es um die Erwachsenen geht – die Fans, Trainer und Spielberater –, fast alle existieren wirklich … An anderen Stellen sind Menottis Berichte sehr flexibel, man könnte auch sagen überschwänglich formuliert, satirisch oder auch dribbelstark, um dann plötzlich mit einer allumfassenden Spielübersicht aufzuwarten – aber was erwartet man auch anderes von ausgebuffter Sportberichterstattung?

So, verehrte Leser, bevor ich mich in noch weiteren Details verliere oder Dinge ausplaudere, die Sie in den folgenden Texten viel besser auf Ihre eigene Art und Weise entdecken können, rufe ich lieber nur noch: Viva la intuizione! Hier sind sie: Menottis gesammelte Schriftstücke.

Viel Vergnügen bei der Lektüre!



Allem Zauber wohnt ein Anfang inne











Die Siegesserie reißt nicht ab


Nach einer Hinrunde, in der die jüngste Wennigser Fußballmannschaft von Sieg zu Sieg eilte, und dem damit verbundenen – zugegebenermaßen inoffiziellen – Herbstmeistertitel (Hinrundenbeginn war der 21. April, Hinrundenende der 5. Mai …) führte der Rückrundenstart die G2 des TSV W nach Eldagsen. Für die meisten Kicker sollte es das erste Freitagabend-Spiel ihres Lebens werden …

Als sich die Gelb-Schwarzen aus Eldagsen und die Rot-Weißen aus Wennigsen vor Spielbeginn auf Höhe der Mittellinie formierten, sich gegenseitig musterten, und es zu folgendem Wortwechsel kam: »Ihr habt den kleineren Torwart!« – »Na und, wir gewinnen jedes Spiel!«, konnte noch niemand ahnen, wie die Partie enden sollte. Insbesondere die taktische Flexibilität der Wennigser, weder Umut Grandke noch Oskar Wallat in der Abwehr aufzubieten – beide dort erprobt – und nur mit einem Abwehrmann zu spielen (Lukas Kruppa, der Einzige, der sich per Arm-in-die-Luft-reißen um einen Defensivposten bewarb, alle anderen wollten Stürmer spielen …), ließ vor Spielbeginn noch einige Fragen offen.

Das Spiel begann, und die Wennigser Jungs ließen alle Zweifel verstummen. Sofort verlagerten sie das Spiel in die gegnerische Hälfte – mit großer mannschaftlicher Geschlossenheit, Einsatzwillen und gelegentlichen Versuchen eines Kombinationsspiels. Schließlich war es Vincent Klimmek mit einem Kraftakt vorbehalten, für das 1:0 zu sorgen. Anschließend hielt Torwart Marius Keller bei einem schnellen Konter der Gegner famos die Führung fest! Nachdem Johannes Scholz mit einem Weitschuss-Aufsetzer für die 2:0-Führung gesorgt hatte, gab es kein Halten mehr: Paul Schubert mit südamerikanischer Brillanz (zunächst ein Zweikampf wie krachende Bauklötze, dann, als niemand damit rechnete: ein Heber à la Ronaldinho), Vincent Klimmek mit einem Kurven-Tor, das bestens zu seiner Rückennummer 13 passte, sowie Julian Hura mit einem überlegten Schuss sorgten für eine 5:0-Halbzeitführung. Am Ende der Partie stand es 9:2, wobei die Wennigser Jungs erst nach dem zwischenzeitlichen 9:0 die Defensive ein wenig öffneten.

Besondere Erwähnung bedarf noch das Weitschusstor von Luca Lichtenberg – eine brillante Bogenlampe aus mindestens zwölf Metern Entfernung!




An der Partie waren folgende Protagonisten beteiligt:

Spieler

Marius Keller: Torwart. Große Fangsicherheit. Die Ruhe selbst. Das Butterbrötchen bis zum Anpfiff.

Lukas Kruppa: Heute Abwehrchef. Übernimmt Verantwortung. Die linke Klebe. Grätsche unnötig, Gegner wird abkassiert.

Julian Hura: Mittelfeldmotor. Technik, Temperament, Schussstärke. Immer Vollgas.

Johannes Scholz: der Stratege. Übersicht, Technik, Passgenauigkeit.

Paul Schubert: Der Unerschrockene mit den Geniestreichen. Alle Mannschaftsteile.

Luay Ali Zadeh: Überall, wo der Ball ist. Der trockene Schuss.

Oskar Wallat: Der Umsichtige. Kontrolliert die Defensive auch vom Sturm aus. Gibt den Ball ab. Vier Kopfbälle.

Vincent Klimmek: Tormaschine. Weiß, wo der Raum frei ist und wo das Tor steht.

Luca Lichtenberg: Mittelfeld. Schussstark und pfeilschnell. Umut Grandke: Viel in Bewegung. Heute Stürmer.

Coaches

Rico Kruppa: Motivationskünstler. Lautstark und lächelnd. Ein Coach, der brennt.

Roman Wallat: Immer den Ball am Fuß. Taktische Finessen. Frisur like Valderrama.

Berichterstatter: Menotti











Vorsicht, Erdstrahlen!


Ein kleiner Sportplatz am Rande von Bennigsen. Soeben wurde die Partie der SG Bennigsen/Bredenbeck gegen die Wennigser G2 abgepfiffen. Nur die Wennigser Coaches schleichen noch auf dem Platz herum. Ich, Menotti, krame mein Mikro hervor:

»Herr Kruppa, … Herr Kruppa, haben Sie kurz Zeit?«

Herr Kruppa bleibt stehen.

»Wie erklären Sie sich die Niederlage Ihrer Mannschaft?«

»Das soll jetzt nicht nach schlechtem Verlierer klingen, aber eine Schiedsrichterleistung war nicht vorhanden, und der Platz war auch eher eine Weide.«

»Herr Wallat«, neben mir steht jetzt auch Coach Wallat, wir befinden uns noch auf dem Platz, der in der Tat nur einen bedingt wettkampftauglichen Eindruck macht, einer Zirkuswiese nicht unähnlich, »Herr Wallat, wie ist Ihre Einschätzung?«

»Manchmal könnte man auch an Erdstrahlen denken. Ich habe hier auch mal vor dreißig Jahren gespielt, und es lief ähnlich. Der Platz war irgendwie gegen einen. Things happen. Vielen Dank an alle Spieler für ihren vorbildlichen Einsatz.«

»Ja, auch von mir, war ja schließlich das letzte Saisonspiel.« Coach Kruppa überlegt. »Unsere Jungs sind echt super. Nur heute nicht.«

Wir sehen, die Trainer sind – so direkt nach der Partie – noch ziemlich geknickt, der Stachel der ersten Saisonniederlage sitzt offensichtlich tief. Wie konnte es dazu kommen? Was war geschehen?

Schon die Vorbereitung auf das Spiel verlief holprig. Mangels einer Kabine in der unmittelbaren Nähe des Sportplatzes zogen sich die Jungs des TSV W in Mutter Naturs Umkleide (sprich im Freien) um. Anschließend fehlten die gewohnten Glücksbälle zum Warmspielen, und schließlich verlor Captain Lukas Kruppa auch noch die Platzwahl …

Gestalteten sich die ersten zehn Minuten ergebnistechnisch noch ausgeglichen – Vincent Klimmek hatte in unnachahmlicher Art mit dem ersten Schuss aufs Tor, einem herrlichen Rechtschuss in den linken Winkel, den großartigen Führungstreffer der Bennigser (Kopfball nach Ecke!) noch ausgeglichen –, verloren die Wennigser Jungs anschließend von Minute zu Minute immer mehr die Spielkontrolle. Das Wennigser Tiki-Taka (es gab eine herrliche Mittelfeldfeld-Kombination über vier Stationen) wurde von den groß gewachsenen Bennigser Jungs, die über viel Laufbereitschaft und Schusskraft verfügten, konsequent unterbunden. Nach einem 1:3 zur Halbzeit konnte auch eine Leistungssteigerung in Hälfte zwei – erwähnenswert hierbei das letzte Tor des Spiels, das 2:5, erzielt wiederum von Vincent Klimmek nach hervorragendem Assist von Lukas Kruppa – den Spieß nicht mehr umdrehen, und so kam es im letzten Saisonspiel zur ersten Niederlage des Teams.

Eine besondere Bemerkung verdient die Torhüterleistung: Für Außenstehende nicht erkennbar, wurde das Tor von zwei verschiedenen Keepern gehütet: Die Zwillinge Tim und Lars Kreuzberger machten ihre Sache im Tor im zweiten Spiel ihres Lebens ganz ausgezeichnet. Wer von ihnen wann im Tor stand, bleibt ihr Geheimnis.











Die Welt ist schön in Gehrden


In einem kleinen Fußballdorf namens Wennigsen besteht derzeit die Möglichkeit, live bei der Entstehung einer »grande equipe«, einer außergewöhnlichen Mannschaft, dabei zu sein. Ob wochentags beim Training, am Wochenende bei den Spielen und erst recht bei den Turnierstarts: Was sich der Fußballgott dabei gedacht hat, ist schwierig zu dechiffrieren, aber im Jahrgang 2005 des TSV W spielen etwa 25 Kinder, von denen sich heute elf Jungs zum wiederholten Mal, diesmal in schneeweißen Trikots und mit verblüffender Leichtigkeit, einen Turniersieg geschnappt haben.

Auf der Rückfahrt in einem Auto:

Kommentar eines älteren Bruders, eines E-Jugend-Spielers: »Glückwunsch, Vincent, Glückwunsch, Oskar! Ich hab’ noch nie ein Turnier gewonnen.« »Hey, ihr schafft das auch noch mal, Ben.«






Vincent Klimmek ist optimistisch, dass sein Bruder eines Tages auch noch was abräumt.

»Macht doch mal ein Turnier mit nur drei Mannschaften.« Vorschlag des G-Jugend-Coaches Wallat.

»Oder spielt einfach nur ein Finale.« Vincent Klimmek grinst.

»Oder ich leihe dir meinen Pokal.« Oskar Wallat zeigt sich zuvorkommend.

Wie unschwer zu erkennen ist, befanden sich die Beteiligten der G-Jugend im Anschluss an das Turnier auf einem Höhenflug, den man ihnen verzeihen sollte. Neben dem Turniersieg gab es auch viel Sonnenschein, der die eine oder andere Person etwas verbrannte.

In einer starken Mannschaft scheinen sich auf natürliche Art und Weise die Einzelstücke, sprich die Spieler, an der Stelle einzufügen, an der sie für die Mannschaft am besten funktionieren. Lesen Sie bitte Folgendes:

Spieler

Moritz Jaquet: Torwart. Bombensicher, zuverlässig und cool. Kein Mitspieler, kein Trainer, kein Elternteil bekommt das Zittern, wenn ein Ball aufs Tor fliegt.

Marcus Benz: Der Abwehrchef. Breite Brust. Italienisch: Cannavaro. Athletisch, schnell, zweikampfstark.

Johannes Scholz: Funktioniert vom Zentrum aus. Bei starken Gegnern als Abfangjäger vor Marcus; bei schwächeren: »Lass dir die Haare lang wachsen, und du bist Pirlo.«

Oskar Wallat: Die Unterstützung für Marcus und Johannes (Kommentar nach dem Turniersieg auf dem Rasen sitzend, den Himmel betrachtend: »Die Welt ist schön in Gehrden«).

Lennart Faubel: Die rechte Mittelfeldseite. Mit langen Schritten die Linie entlang. Looks like Thomas Müller. Moritz Poppe: Die linke Offensive. Das Dribbling vor dem Herrn. Der grandiose linke Fuß. Der Motor schlechthin.

Leonard Keller: Die Leichtigkeit des Fußballseins. Schwebt über den Platz. Tore, Assists, Übersteiger, gute Frisur.

Julian Hura: Back-up für Mittelfeld und Offensive. Höchstes Engagement.

Luca Lichtenberg: Ballsicher, gewandt. Frisur – bei dem Vornamen … tutto a posto.

Thomas: Der härteste Schuss, der weiteste Einwurf, der höchste Kopfball. Groooooßes Potenzial.

Vincent Klimmek: Eine Mischung aus Cassano und Ballotelli. Verrückte Kurzhaarfrisur. Taucht irgendwo auf und schießt ein Tor. Lässt sich anschließend auswechseln und unterhält sich mit Passanten über Walkie-Talkies.

Coaches

Frank Jaquet und Roman Wallat.











Die legendären Wennigser Jugendfußball-Tage


Was für eine Saison! Was für eine G-Jugend! Am finalen Tag der Saison gab es rekordverdächtige drei Wennigser Mannschaften! Eine G1, betreut von Martin Röhl. Die uns bekannte G2, betreut von Coach Wallat, aber auch eine G3: Gefühlt hatte Motivationsmeister Rico Kruppa in Nullkommanix mit der G3 eine neue, eine allerjüngste Mannschaft formiert, die sofort für Furore sorgte. Und nun saßen sie alle in einem Tor: die Spieler aller drei Teams, ca. dreißig an der Zahl, in Trikots, Trainingsjacken, abgekämpft, durchgeschwitzt und mit nassen Haaren, aber mit Medaillen um den Hals und mit Pokalen bewaffnet. Derweil formulierte G-Jugend-Oberaufseher Headcoach Martin Röhl mit gewohnter Eloquenz ein Saison-Abschluss-Statement, dem die im Halbkreis formierten Eltern andächtig zuhörten. Was hatte es diese Saison auch alles zu erleben gegeben! Trainingseinheiten, in denen ganz offiziell durch Kabinen um Hütchen gedribbelt wurde, geschuldet einer sensationellen Nachfrage: Weit über vierzig Kinder zwischen drei und sieben Jahren kickten in dieser Saison beim TSV W. Trainingseinheiten, die unterbrochen werden mussten, weil es herrliche Regenbögen zu bestaunen gab, Trainingseinheiten mit mehr als zehn Trainern, Turniersiege, die Sparkassen-Cup-Endrunde, strahlende Kinder, stolze Trainer, es gab einfach alles und dann auch noch dies: die Wennigser Jugendfußball-Tage, die legendären Wennigser Jugendfußball-Tage, eine hochsommerliche Turnierveranstaltung für Jugendmannschaften aus der Region …

Spieler aus Generationen, die sich mittlerweile in einer Ausstellung im altehrwürdigen Wennigser Heimatmuseum wiederfinden, können sich nach Auskunft von Taktik-Coach Wallat an folgende Koordinaten erinnern: direkt vor den großen Ferien, irgendwann im Juli, durchwachsenes Wetter, durchdringende, fast tropische Waldluft, Mini-Turniermodus mit vier Mannschaften, alle gegen alle, und am Ende gewinnt immer – der Gegner. Aber halt. Scheinbar gibt es Revolutionen: Die Jüngsten, die G3 feierte einen Turniersieg! Sie gewann das Turnier der allerjüngsten Mannschaften.

Die G1 und die G2 belegten bei einem parallel veranstalteten G-Jugend-Turnier, in dem die etwas älteren Kinder spielten, den zweiten und vierten Platz. Moralisch betrachtet sollte man keine einzelne Spieler herausheben, aber da Gewinnen immer – und allen – Spaß macht, am Ende der Saison eine klitzekleine Ausnahme. Irgendwer hat es so formuliert: »Hast du den Treno im Team, kann die Party beginnen!« Moritz Poppe, besser bekannt als »treno senza freni« (frei übersetzt: »Zug ohne Bremsen«) ging mal wieder ab wie nichts und trieb seine G1 zum zweiten Platz.

Bei der Bewertung des vierten Platzes der Wennigser G2 gingen die Meinungen dann weit, sehr weit auseinander. Ein betroffener Spieler, Vincent Klimmek, besser bekannt als Vincent Balotelli-Klimmek, berichtete seinem Vater bei der Ankunft zu Hause: »Wir sind Letzter geworden, Allerallerletzter.«

Oskar Wallat, ein anderer betroffener Spieler, berichtete einer Nachbarin beim nach Hause kommen über den Gartenzaun hinweg: »Hm … wir sind Vierter geworden.«

»Super, Glückwunsch! Und wie viele Mannschaften haben mitgespielt?«

»Äh, ich glaube, 16 Mannschaften.«

»Klasse.«

Vermutlich waren da tatsächlich 16 Mannschaften, irgendwie, zusammengenommen, auf dem gesamten Gelände verteilt, bei allen Turnieren …



Mit diesen letzten, fröhlichen Eindrücken geht es in die Sommerferien. Menotti fährt in den Süden, unbekannt wohin, und für viele Beteiligte findet eine erste Phase ihren Abschluss. Die G-Jugend-Zeit ist vorüber. Die Zeit des absoluten Beginns, die Phase, in der aus einem lustigen Chaos heraus allerhand Interessantes und Famoses entsteht, ist Geschichte. Für die älteren Spieler beginnt die Zukunft! Und die Zukunft heißt F2.

Menotti, unversehrt in den Norden zurückgekehrt, berichtet von nun an über Spiele der neuen Wennigser F2, betreut von Headcoach Röhl und Coach Wallat.

Und wir werden hierbei erleben, wie sich der Sommer-Neuzugang vom FC Gallien schlägt, auf welch kreative, ja nahezu perfide Weise Eltern Geburtstagsgeschenke ihrer Kinder zweckentfremden, wir werden eine ziemlich verblüffende Antwort auf die Frage nach dem besten Spieler der gesamten Galaxie erhalten. Ja, wir werden so einiges erleben, zunächst aber werden wir erfahren, was sich im Kopf von Headcoach Röhl abspielt!
















Keine kurzfristige Rendite


»Hey, ich hab dich in der Schule gesehen … Hey, dich auch!« Julian Hura tanzt vor Freude im Kreis herum. Finn Röhl, blond und cool und bereits in Klasse zwei, zuckt mit der Schulter: Schule? Was ist das? Cold Coffee.

Rewe-Parkplatz, Wennigsen, Montag, 17:02 Uhr, kurvende Autos, subtropische Temperaturen, eine Riege von Jungs hängt ab, die über die Sommerferien ca. ein bis zwei Jahre älter geworden sind. Alle riesig, die Haare länger, die Sprache abgezockter. Als Statisten: ein paar Eltern, fahrende Mütter und Väter, Herr Scholz, Headcoach Röhl und Coach Wallat mit einer Sonnenbrille, als würde er in den Urlaub fahren statt zur ersten Partie der neuen F2 nach Northen-Lenthe …

Was dort passieren würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, aber vielleicht schon erahnbar. Was tut man, wenn das Wetter herrlich warm ist, eine mediterrane Brise weht, und einem zum Kicken ein Sportplatz in sattem Florida-Grün zur Verfügung steht? Man konzentriert sich auf die schönen Dinge des Lebens: auf Traumtore, eine herrliche Bogenlampe von Finn Röhl in der sechsten Minute zur 1:0-Führung, ein Vollspann-Geschoss von Leonard Keller zum 2:3-Anschlusstreffer, Mittelfeldkombinationen im Direktspiel-Modus, die dem gegnerischen Trainer das Nach-Spiel-Kompliment entlockt: »Tolle Spielzüge von euch«, wählt den schneeweißen Trikotsatz und lässt den Gegner gewinnen (2:4). Headcoach Röhl enthüllte mir nach dem Spiel eine ganz andere Ansicht auf die Dinge: Statt auf Ergebnis-Fußball zu setzen, sprich auf kurzfristige Befriedigung der fußballerischen Sinnesreize, gehe es dem neuformierten F-Jugend-Trainerteam vor allem um wirkliche Entwicklung, um Teamformung. Man könne auch von einer Spielphilosophie sprechen, die darauf aufbaut, jeden Spieler im Team nachhaltig zu stärken, ihm Freude durch Teilhabe zu schenken. »Da ist nichts mit kurzfristiger Rendite. Aber das kommt. Die Jungs finden sich zusammen, orientieren sich, und alle haben das gemeinsame Erlebnis, alle sind beteiligt. Und das Team wird besser.« Coach Röhl lächelt und sammelt ein gelbes Spieler-Leibchen vom Rasen auf; die Sonne schickt ihr Licht über den Sportplatz von Northen-Lenthe.











Der Sommertransfer


Auto parken, Ball in die Luft schießen, und ab geht’s: Kicken auf dem Parkplatz. Straßenfußball. Für spielfreie Samstage weiterzuempfehlen: sinnlos durch die Gegend düsen, einen Parkplatz irgendwo in der Prärie finden und dann raus, egal ob zwei Jahre alt oder 47. Alle gegen alle. Wenn es keinen offiziellen Teil des Tages gegeben hätte, wäre es das schon gewesen: Parkplatz-Kicken in Gehrden. Aber so lächelte Headcoach Röhl und rief: »Jungs, wenn ihr noch wirklich spielen wollt …«

Wollten sie … nicht alle von Beginn an – scheint jetzt Mode zu sein: Finn wollte draußen bleiben, und selbst Leo rief: »Ich will Auswechselspieler sein!« »Auswechselspieler, das ist cool«, hörte ich einen dreijährigen Bruder am Spielfeldrand murmeln.

Sofern es einen Plan fürs Spiel gab, erfüllte sich dieser unmittelbar: Sommereinkauf Johann Mantai, nach Auskunft des F-Jugend-Managers Frank Jaquet für »gar nicht so viel Geld« von keinem geringeren Verein als dem FC Gallien verpflichtet, sorgte mit einem feuersprühenden Antritt für das erste Ausrufezeichen.

Kurz danach dann Folgendes: Johannes Scholz, bester Abräumer seit Katsche Schwarzenbeck, grätscht, spielt sein bombastisches Stellungsspiel aus, ein Gehrdener Spieler kann nur noch bedrängt abschließen, Torwart Lennart Faubel hält mit toller Fußabwehr, Oskar Wallat drängt mit seiner üblichen Oberarm-Abdräng-Kraft den Gegner ab, Leo marschiert über links, setzt Johann Mantai ein, der sich über rechts durchsetzt und wie donnerstags im Training bis zur Ermüdung trainiert, mit voller Schärfe flankt, Gegner fälscht ab, und es steht 1:0 …

Soweit der Plan – aber was geschah dann? Im Sommer ist die Welt schön in Gehrden und man räumt Turniersiege ab und im Herbst ist einfach nur: Herbst? War es schlicht naturverbundener Fußball? Oder der Wunsch nach Chaos? Gegen körperlich präsentere Gehrdener lief ergebnistechnisch nicht mehr viel zusammen, und die Partie endete am Schluss 1:5.

»Unergründlich«, meinte Coach Martin Röhl.

Trotz der Unergründlichkeit des Daseins gab es ein paar weitere Eyecatcher: eine klasse Doppelhand- Volley-Abwehr von Vincent Klimmek bei seinem Torhüter-Debüt in Halbzeit zwei, eine hervorragende Kombination über Leo und Finn, die bei Lennart und Johann endete, von denen keiner so egoistisch war, dass er den Ball nehmen wollte, um ein Tor zu schießen …

Und nach der Partie kickten Julian, Oskar und Vincent einfach weiter: toller Rasen, cooles Tor mit Netz und die Lust zu kicken, simple to kick.

That’s it.











La Hallenrunde è finita


La Hallenrunde è finita, und es gab mal wieder denkwürdige Erlebnisse. Nur im Winter, nur in der Hallensaison passieren sonntagmorgens kurz nach dem Aufstehen grandiose Dinge. Vor einigen Wochen in Barsinghausen, Sporthalle, KGS:

Zwei Coaches beim Besprechen.

»Roman, hast du Torwarthandschuhe dabei?«

»Nö. Martin, hast du keine?«

»Nee.«

Ein Dilemma. Die Coaches haben die Handschuhe vergessen! Ein Torwart ohne Handschuhe? Das ist wie Cappuccino ohne Espresso. Non è possibile. Die Coaches schauen sich betroffen an – da kommt plötzlich der große Retter: Herr Christian Scholz! Herr Scholz, Vater von Johannes, hat eine erlösende Idee: Sein Sohn hat noch seine privaten Handschuhe zu Haus. Und so gurkt Christian Scholz an diesem tristen Januarmorgen von Barsinghausen retour nach Wennigsen, allein um ein paar Torwarthandschuhe an Land zu ziehen, damit Vincent Klimmek bei seiner rasanten Torwart-Karriere nicht abrupt gestoppt würde (durch gebrochene Zeigefinger etc.). Da er zu Hause erschrocken feststellt, dass die Handschuhe seines Sohnes nicht eben einen einsatzfähigen Eindruck machen, kramt seine Ehefrau Mandy kurzerhand das Geburtstagsgeschenk für den Monat April heraus. Und Christian taucht mit nagelneuen Torwarthandschuhen in Barsinghausen auf.

»Papa, was ist das?« Jo Scholz’ Augen nehmen eine noch nie da gewesene Dimension an.

»Johannes, das sind deine Torwarthandschuhe.«

»Hä?«

»Ja, die wollten wir dir zum Geburtstag schenken!«
















Der beste Spieler der Galaxie


Aber nicht nur die Hallenrunde, auch das Hallentraining hatte seine illustren Seiten. Allein der exzentrische Termin des Hallentrainings verlieh dieser Trainingseinheit eine besondere Note: Freitag, 15 Uhr. Vielleicht lag es an der verlorenen Mittagsschlaf-Phase oder der Hetzerei diverser Eltern von der Arbeit zum Training, aber größter Beliebtheit bei diesem Training erfreute sich die Pause – die Pause vor dem Beginn. Väter kickten Bälle auf das Tor ihrer Söhne, leider landeten manche auf der Tribüne, Trainer mutierten zu Bolzplatz-Jungs und vergaßen die Uhrzeit, und die Typen von der Waldorfschule, Vincent, Oskar und Co, spielten an der blauen Matratze Fangen nach undurchschaubaren Regeln. Auf jeden Fall war alles besser, als in der Umkleide abzuhängen: ein Geruch, dessen genauer Zusammensetzung man nicht in einem chemischen Versuch auf die Spur kommen sollte, durchdrang die Räumlichkeiten.

Dennoch musste man sich dort umziehen.

Freitag, 15. März, 14:58 Uhr, Umkleide, die Spieler bereiten sich auf das große Freitag-Trainings-Hallenturnier inklusive Mädchen-Duell vor, die Luft ist wie beschrieben bedröhnend. Die entscheidenden Fragen werden jetzt geklärt:

Lenny im Original-Portugal-Trikot: »Ich bin der schlechteste Spieler von allen.«

Rick im Messi-Trikot: »Nein, ich bin der schlechteste von allen.«




Portugal-Lenny: »Nein, ich bin der schlechteste.«

Messi-Rick: »Du lügst, ich bin der schlechteste Spieler!«

Lenny: »Nein, ich bin der schlechteste. Der schlechteste Spieler von allen Galaxien!«

Rick: »Nein, ich!«

»Hurra, ich bin der beste!« Vincent Klimmek reißt die Arme nach oben und brüllt: »Ich bin der beste Spieler, der jemals lebte!« Vincent Klimmek lacht. Ein Spieler, der nach Auskunft seines Coaches Wallat mit einer engagierten, aber durchaus wechselhaften Hallenrunde aufwartete, ist der Crack schlechthin!

Das anschließende Trainingsturnier war eine runde Sache; in einem kleinen Spaßturnier traten Jungs beider F-Jugend-Mannschaften, E-Jugend-Kicker und das Mädchen-Team, welches neuerdings von einem gewissen Dieter trainiert wird – einem gutmütigen Typen lustigen Bauchumfangs, der seit sage und schreibe mehr als vierzig Jahren im Wennigser Jugendfußball mitmischt – gegeneinander an. Und mit was für einem Einsatz! Und es fielen spektakuläre Tore. Mädels, ihr macht die besten Abschläge! Und was habt ihr für Fans! Jungs, mit euch bin ich auch zufrieden. So macht ihr Menotti Freude!











Kirchdorfer Regenimpressionen


Was wäre eine Saison ohne ein Turnier? Und so machten sich am Wochenende gleich beide Wennigser F-Jugend-Teams – die F1 und die F2 – auf zu einem Turnier …

Und it was raining bad … Halleluja! Das Kirchdorfer Pfingstturnier für F-Jugend-Mannschaften wurde diesmal unter dem Motto Fußball-Regen-Camp veranstaltet. Vielen Dank an den Veranstalter! Diese Überraschung war gelungen, und ihr habt das gut gemacht: Als Basislager für die Kinder dienten verschiedene Umkleidekabinen, in denen sich immer wieder nach den Partien getroffen werden konnte, der Fön angeschmissen, Trikots gewechselt, Handtücher übergelegt und durch den Verzehr von Pommes Frites von innen her für Wärme gesorgt werden konnte, während im Freien weiße »Basiszelte« aufgestellt waren, unter denen sich die mitgereisten Fußballfans vor dem Sommermonsun schützen konnten.

Als Ort des Geschehens dienten zwei parallel bespielbare wässrige Kunstrasenflächen. Hier sollten sich immer wieder Minimum zwei Fußballmannschaften einfinden, was allerdings nicht immer gelang: Der TSV Havelse hatte es z. B. nicht geschafft, das Basiscamp zu erreichen! Vielleicht hatte der Veranstalter versucht, den TSV Havelse mit einem extra über Garbsen eingerichteten Blitz-Gewitter auf die Veranstaltung einzustimmen? Ist dies möglich?

Für Lenny von der Wennigser F1 war der Fall klar: »Super! 3:0 gegen Havelse gewonnen.«

»Und du hast alle drei Tore gemacht, stimmt’s?«

»Yes!«

»Alle haben die drei Tore gemacht«, sprach Lars Husmann, seines Zeichens Trainer der F1, und lächelte gutmütig. So ein Sieg am grünen Tisch übt immer eine entspannende Wirkung aus. Neben dieser Geisterpartie bestritt die F1, erstmals mit dem Fußball-Maniac Marvin Rußig im Tor, vier andere Partien und landete am Ende der Veranstaltung auf dem vierten Platz.

Die F2 bestritt bei ihrem Turnier, das parallel zum F1-Turnier stattfand, satte fünf Partien. Nicht besonders erfolgreich, also nicht im herkömmlichen Sinn erfolgreich – als Pendler nämlich schon: In regelmäßigen Abständen pendelten die Jungs zwischen der wässrigen Kältefläche und dem Basislager hin und her. Der Regen hörte so gar nicht auf, er unterlag zwar gewissen Wandlungsmomenten von stark über mittel bis schwach, aber dann ging’s wieder von vorne los. Umso bewundernswerter, wie die Kinder trotz vereinzelter Schlotterattacken durch diesen einzigartig verregneten Samstagnachmittag marschierten und eine Partie Fußball nach der anderen spielten.

Ein besonderes Dankeschön auch an Preben Wallat, dreijähriger Co-Coach der F2, der sich nicht scheute, sich immer wieder von Neuem am Seitenrand nassregnen zu lassen und dennoch seine Mannschaft immer wieder nach vorne peitschte. Für diesen besonderen Einsatz hatte er pro Partie von seinem Arbeitgeber einen Muffin als Belohnung herausgeschlagen …



Erneut stehen die Sommerferien vor der Tür. Die Vorfreude der Kinder ist in ganz Wennigsen spürbar, Menotti packt bereits seine Reisekoffer – aber die Coaches der Wennigser F-Jugend haben noch zu tun! Die Planung der nächsten Saison ist noch nicht beendet. Der immens große Pool an Spielern hat zu einigen neuen Überlegungen geführt. Schon seit geraumer Zeit bevölkern Spieler von internationalem Format das Wennigser F-Jugend-Training, unter ihnen ein gewisser Ethan Del Rio Roca oder auch die russischen Smirnov-Brüder – aber was soll aus diesen und aus all den anderen Spielern werden, die schon seit Längerem dabei sind? Arbeitslose Kicker in einem überfüllten Kader?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, traf sich eine ganze Delegation bei herrlichem Sommerwetter im Biergarten der Wennigser Gaststätte Pinkenburg. Der Kies knirschte unter den Flip-Flops, Weizen mit und ohne Alkohol floss durch die Kehlen. In der Ferne hörte man die Geräusche von Autos …

Und in diesem sommerlichen Ambiente wurde beschlossen: Headcoach Röhl übernimmt die neue Wennigser F1 (übrigens in bemerkenswert erfolgreicher Manier) und Coach Wallat gründet ein eigenes Team: Er wird Trainer der F2, der brandneuen Wennigser F2! Coach Wallat bekommt einige erfahrene Spieler, die uns schon bekannt sind, sowie die eben genannten Kicker internationalen Formats. Ihm zur Seite gestellt wird ein gewisser Reiner Köster. Ein Typ um die fünfzig. Gelockte, braune Haare, meistens barfuß. Angeblich ein Mann, der vieles kann. Und die Show kann beginnen …

Im Folgenden können Sie den gesamten Saisonverlauf der neuformierten F2 mitverfolgen. Vom mitreißenden Saisonauftaktsmatch über die berauschende Wirkung einer plötzlichen Tabellenführung, von faszinierend dramatischen Hallenrunden-Kicks bis hin zur Spontanbeförderung eines einfachen Teambetreuers zum Sportdirektor mit Doktortitel. Alles ist dabei! Auch die imposant durchstartende Karriere von Johann The Rocket, dem pfeilschnellen Stürmer und Top-Neuzugang des letzten Jahres. Dazu gibt es russische Fangesänge, fachsimpelnde Trainer und nicht zuletzt Frau Bauer …

Jetzt, gleich zu Beginn, werden wir erfahren, auf welche Weise Coach Wallat, nun Hauptverantwortlicher und scheinbar hochmotiviert, bereits in den Sommerferien tätig wurde.








The Year of The Rocket




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