Nur ein Flirt zur Weihnachtszeit 
Crystal Lacy


Alles, was Jake im Kopf behalten muss, ist: Es ist nur ein heißer Urlaubsflirt …

Während meines Flugs nach Honolulu erzählt der betrunkene sexy Typ neben mir, dass er neugierig auf eine bi-Erfahrung ist. Ich stelle mich selbstverständlich für einen ersten Kuss zur Verfügung, aber er lehnt höflich ab.

Doch dann treffen wir uns erneut in der Hotelbar.

So beginnt der heiße Urlaubsflirt mit Bennett. Es ist klar, dass diese Bekanntschaft nur zeitlich begrenzt funktionieren kann. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich nicht das retten kann, was von Bennetts Weihnachten übrig geblieben ist. Ich muss mich nur daran erinnern, dass ich mich nicht in Bennett verliebe.








Crystal Lacy




Nur ein Flirt zur Weihnachtszeit


Aus dem Englischen von Elian Mayes




Impressum:


© dead soft verlag, Mettingen 2020

www.deadsoft.de (http://www.deadsoft.de)



© the author, Titel der Originalausgabe: Holiday Fling,

Copyright © 2019 Crystal Lacy



Übersetzung: Elian Mayes



Cover: Irene Repp

www.daylinart.webnode.com (http://www.daylinart.webnode.com)

Bildrechte:

© Pasko Maksim – shutterstock.com

© Grischa Georgiew – adobe.stock.com



1. Auflage

ISBN 978-3-96089-426-1

ISBN 978-3-96089-427-8 (epub)




Inhalt:


Alles, was Jake im Kopf behalten muss, ist: Es ist nur ein heißer Urlaubsflirt …



Während meines Flugs nach Honolulu erzählt der betrunkene sexy Typ neben mir, dass er neugierig auf eine bi-Erfahrung ist. Ich stelle mich selbstverständlich für einen ersten Kuss zur Verfügung, aber er lehnt höflich ab.

Doch dann treffen wir uns erneut in der Hotelbar.

So beginnt der heiße Urlaubsflirt mit Bennett. Es ist klar, dass diese Bekanntschaft nur zeitlich begrenzt funktionieren kann. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich nicht das retten kann, was von Bennetts Weihnachten übrig geblieben ist. Ich muss mich nur daran erinnern, dass ich mich nicht in Bennett verliebe.




Jake


18. Dezember



Das Terminal im Sea-Tac ist fast leer, als ich durch die Sicherheitskontrolle komme und mich zum Gate begebe.

»Entschuldigen Sie die Verspätung«, murmle ich zum Steward, der das Ticket-Gate besetzt.

»Kein Problem, Sir.« Sein Ton deutet darauf hin, dass es sich sehr wohl um ein Problem handelt. »Aber Sie sind der Letzte, also holen wir Sie an Bord.«

Er führt mich über den geschlossenen Gang zum Flugzeug und zeigt mir die Kabine der ersten Klasse. Als ich meinen Sitzplatz entdecke, halte ich für eine Sekunde inne. Da ist ein Typ am Fensterplatz in meinem Gang. Er hat bereits ein Kissen unter seinen Nacken gestopft und eine der kostenlosen Augenmasken aufgesetzt, die den größten Teil seines Gesichts verdecken. Alles an ihm sagt: Lasst mich bloß in Ruhe. Seine Lippen sind zu einer dünnen Linie zusammengepresst und die Arme vor der Brust verschränkt, als wolle er sich von der Welt abschirmen.

Ich nehme meinen Platz ein und achte darauf, ihn nicht zu stören. Da ich der letzte Passagier bin, der einsteigt, rollen wir im Nu zur Startbahn.

Nach dem Abheben schaue ich mir die Unterhaltungsmöglichkeiten an Bord an, aber nichts erregt meine Aufmerksamkeit. Ich bin kurz davor, Wi-Fi-Guthaben zu kaufen, um zu schauen, was meine erste Mahlzeit in Honolulu sein könnte, als sich der Typ neben mir rührt. Er reißt sich die Augenmaske mit einer heftigen Bewegung vom Gesicht und wirft sie auf den Boden. Ich erwarte irgendeine Art von Ausraster, aber er stöhnt nur und schüttelt den Kopf. Er beugt sich nach unten, um nach der Augenmaske zu greifen, und in diesem Moment erhasche ich einen Blick auf sein Gesicht. Verdammt, der Typ ist hübsch. Asiatisch, mit ausdrucksstarken, dunklen Augen und einem kräftigen, eckigen Kiefer, der breite Kussmundlippen umrahmt. Lippen, die an meine Haut gepresst toll aussehen würden. Im Moment sind die Mundwinkel heruntergezogen, aber ich frage mich, wie er wohl aussieht, wenn er lächelt.

»Warten Sie«, sage ich, denn die Maske ist mehr in meiner als in seiner Reichweite gelandet. Ich lege sie auf das Getränketablett, das zwischen unseren Sitzen steht.

»Danke«, murmelt er. Dann grummelt er etwas, das wie »Scheiß drauf« klingt. Er streckt sich und drückt einen Knopf, um einen Flugbegleiter zu rufen.

»Wie kann ich Ihnen helfen, Sir?«, fragt der Steward.

»Ich brauche ein Glas Wein. Oder vielleicht einen Whiskey.« Direkt und auf den Punkt gebracht. Das gefällt mir.

»Nervöser Flieger?«, frage ich. Ich versuche wirklich nicht, zu flirten, aber vielleicht funktioniert es ja am Ende.

Er dreht sich zu mir um, ein Funke Gereiztheit liegt in seinen Augen. »Was? Nein.« Er zuckt zusammen. »Umpf. Tut mir leid. Nein, eigentlich tut es mir nicht leid. Ich dachte nur, ich könnte den Vorteil der ersten Klasse nutzen, solange ich noch kann.«

»Solange Sie noch können?«

Er schüttelt den Kopf und seufzt langgezogen. »Ich wurde auf die First Class umgebucht, weil …« Er wird unterbrochen, als der Flugbegleiter mit seinem Drink zurückkommt.

»Kann ich einen Gin Tonic bekommen?«, frage ich, bevor der Flugbegleiter geht. Wenn mein Nachbar trinkt, kann ich ihm ja auch Gesellschaft leisten, oder? Ich schaue zu dem heißen, mürrischen Kerl rüber. Er hat schon den ganzen Whiskey getrunken. »Wow. Großer Whiskeyfan, hm?«

Er zuckt wieder zusammen.

»Nein. Großer Fan davon, sich zu betrinken und zu vergessen, dass es den heutigen Tag je gegeben hat.«

»So schlimm?«

Ein Muskel zuckt an seinem Kiefer, er schließt die Augen und schluckt. Im Profil sieht er noch hübscher aus.

»Ich wollte mit meiner Freundin in den Urlaub fahren. Mit der, die mich heute Morgen auf dem Weg zum Flughafen abserviert hat.«

»Diesem Flughafen? Der, von dem wir gerade abgeflogen sind?«

»Ja, von diesem. Wir waren etwa zwanzig Minuten davon entfernt, als sie mir sagte, sie wolle die Sache beenden.«

»Wow.« Ich habe keine Ahnung, wie ich darauf reagieren soll. »Trennungen sind scheiße.« Nicht, dass ich viel über sie wüsste. Ich hatte in der Highschool etwa zwei Wochen lang eine Freundin, bevor mir klar wurde, dass Mädchen wirklich nicht mein Ding sind. Seitdem hat keine meiner Affären lange genug gedauert, um einen Beziehungsstatus zu erreichen. »Warst du lange mit ihr zusammen?«

Er zieht eine Grimasse angesichts seines leeren Glases. Der grüblerische Blick steht ihm gut. »Sechs Jahre.«

»Oh Gott.«

Zu meiner Überraschung gluckst er und lächelt. Das Lächeln erreicht seine Augen nicht, aber es ist trotzdem schön, es zu sehen. Ich hatte recht damit, dass ihm ein solches gut stehen würde. Ich nicke dem Flugbegleiter dankend zu, als er mit meinem Drink zurückkommt, und signalisiere ihm, dass er bei meinem Nachbarn nachschenken soll, denn er kann es so was von brauchen.

»Wir haben uns während des Jurastudiums kennengelernt und sind seitdem zusammen. Wir arbeiten in der gleichen Kanzlei.«

Ich ziehe eine Grimasse. »Also musst du zur Arbeit gehen und deine Ex sitzt quasi nebenan?«

Sein zweiter Drink kommt und er nimmt einen großen Schluck davon. »Das ist noch nicht einmal das Schlimmste.«

Okay, das will ich jetzt wissen. »Was ist das Schlimmste?«

Er stellt seinen Drink auf das Tablett und fährt sich mit der Hand durchs Haar. »Ich habe diese Reise gebucht, um ihr einen Antrag zu machen. Meine ganze Familie liebt sie und weiß, dass ich ihr den Antrag auf Hawaii machen wollte.«

»Scheiße.«

»Ja. Scheiße.«

Ich hebe mein Glas und halte es hoch. Das scharfe Klirren seines Glases an meinem bringt mich zum Lächeln. »Okay, wir machen das. Das Trinken wird helfen, alles zu vergessen. Lass den Whiskey fließen, okay?«

»Lass ihn fließen.«

»Übrigens, ich bin Jake. Ich denke, du solltest meinen Namen kennen, wenn wir uns zusammen betrinken.«

»Ich war noch nie betrunken.«

Okay, wie ist das überhaupt möglich? Ich dachte, jeder hätte sich mindestens einmal besoffen, bis er fünfundzwanzig ist, und dieser Kerl sieht ein bisschen älter aus. Älter, aber immer noch süß. »Nun, gute Neuigkeiten, oder schlechte, ich weiß nicht: Du erlebst das wahrscheinlich sehr, sehr bald.«

»Gut. Und ich heiße Bennett.«



***



Irgendwie, ich weiß nicht wie, trinken Bennett und ich so lange, bis der Flugbegleiter uns den Nachschub verweigert und mit einem eher gezwungenen Lächeln auf den Lippen unsere letzten verbliebenen Gläser einsammelt. Er macht sich wahrscheinlich Sorgen, dass einer von uns oder wir beide die erste Klasse mit unserer Kotze fluten. Da könnte er recht haben.

»Ich glaube, ich bin betrunken«, sagt Bennett und kneift sich in den Nasenrücken. Seit etwa einer Stunde erzählt er mir Einzelheiten über seine Beziehung zu seiner Ex Pearl. Er hat sich viel in die Nase gezwickt. Ich bin überrascht, dass sie noch nicht rot ist. Ich möchte ihm wirklich die Hand reichen, ihm tröstend über den Nasenrücken reiben und mich bei ihm für all den Mist entschuldigen. Aber okay, zurück zu dem, was er sagt.

»Richtig. Betrunken.« Ich denke, das zeigt sich schon daran, dass wir keinen Alkohol mehr trinken dürfen. »Wie fühlt sich das an? Denkst du, du stehst drauf?«

Er zuckt kaum wahrnehmbar mit den Schultern. »Hätte ich nicht gedacht, aber eigentlich ist es schön. Ich fühle mich … warm. Und als könnte ich jemanden küssen.« Beim letzten Teil senkt er seine Stimme.

Ein Grinsen huscht über mein Gesicht, als ich mich über die Konsole lehne, die unsere Sitze trennt, um mit ihm zu sprechen. »Ja, Alkohol macht manche Leute geil. Und das ist ausgezeichnet, denn es ist genau das, was du jetzt brauchst, mein Freund.«

»Geil sein?« Er sieht irgendwie skeptisch aus.

»Ich kann nicht glauben, dass ich dir das Konzept der Ablenkung erklären muss, aber da du ein Einhorn bist, das sich bis heute noch nie betrunken hat, lasse ich es durchgehen. Was du brauchst, ist, sich zu betrinken, was wir bereits getan haben. Gute Arbeit. Nächster Schritt? Vergiss die Frau, die dich nicht zu schätzen wusste, geh aus und küsse jemanden.«

Seine Augenbrauen ziehen sich einen Moment lang hinreißend zusammen. »Was, jetzt sofort? Du bist der Einzige hier.«

Ich breche in ein kurzes Lachen aus und widerstehe dem Drang, mir an die Brust zu fassen, aber ich bin kurz davor. Er ist so verdammt süß. Ich weiß, wir sind beide betrunken, und das ist wahrscheinlich der Grund, warum er so süß ist, aber ich lasse mich nicht davon abhalten, das Ganze weiterzutreiben. »Was, du hast auch noch nie einen Mann geküsst?«

Er schüttelt den Kopf und blickt auf das leere Getränketablett zwischen uns. Meine Augen folgen den seinen, gefangen vom Anblick seiner Hand, die die Armlehne ergreift und sich einmal anspannt, bevor sie wieder locker lässt. »Nein, nie.«

Als ich wieder nach oben schaue, hat er sein Gesicht abgewandt, die Masse der baumwollartigen Wolken verdunkelt das Blau im Fenster. »Wolltest du das je?«

Seine Augen springen zurück zu meinem Gesicht, geweitet und erschrocken. »Hä?«

Ich neige meinen Kopf leicht zur Seite und blinzle durch meine Wimpern, was immer funktioniert, wenn ich flirte. »Ich hab gefragt, ob du schon mal einen Typen küssen wolltest.«

Er starrt mich fast eine ganze Minute lang an, sein Adamsapfel hüpft auf und ab, während er schluckt. Ich beginne mich zu fragen, ob der Alkohol vielleicht noch mehr in sein Hirn gelangt ist, als ich dachte, und er kein Wort von mir verstanden hat. Aber schließlich antwortet er, und es ist nicht das, was ich aus seinem Mund erwartet habe.

»Das schon, ja.«

»Ja?«, frage ich langsam. Ich will ihn nicht erschrecken. Ich möchte wirklich, wirklich, dass er mir das bestätigt.

Nach einer weiteren sehr langen Minute fährt er fort. »Damals im Grundstudium hat mein Mitbewohner einen Typen in unser Zimmer geschmuggelt, als er dachte, ich würde schlafen. Zuerst hab ich geglaubt, es seien er und eine Freundin, und ich wollte mich räuspern oder mich im Bett aufsetzen, damit sie wissen, dass ich da bin. Aber dann haben sie beide Geräusche gemacht und ich wusste, dass es ein Mann war.«

Okay, was davon halluziniert mein berauschtes Hirn gerade zusammen? Denn, verdammt, es ist, als würde er Zeilen aus dem Drehbuch jener Phantasie vorlesen, die mein Kopf konstruiert hat, seit ich sein schlafmaskenfreies Gesicht gesehen habe.

»Und du dachtest: ›Mensch, ich würde gerne herausfinden, wie es sich anfühlt, einen Kerl zu küssen‹?«

Er räuspert sich. »So etwas in der Art. Ja.« Er errötet und es ist klar, dass Küssen damals nicht das war, was er wirklich hat ausprobieren wollen.

»Das ist heiß«, murmele ich. Ich rutsche auf meinen Sitz hin und her und versuche, zu verbergen, dass es mich anmacht, über das Küssen zu reden. »Also, wirst du es tun? Denn ich bin mehr als bereit, mich für das Team zu opfern und dir zu zeigen, wie es sich anfühlt.« Es ist nur Küssen, verdammt. Aber allein das würde Spaß machen. Allein nur dieser Mund!

Er leckt sich verdammt noch mal über die Lippen und lehnt sich rüber, die Handfläche flach auf die Konsole zwischen uns gedrückt. »Ich …«, beginnt er.

Ich ahme seine Bewegungen nach, bis unsere Gesichter nur noch ein paar Zentimeter voneinander entfernt sind. Ich kann es kaum erwarten, ihn zu schmecken.




Bennett


Er sieht gut aus.

Das ist der Gedanke, der mir durch den Kopf schießt, als Jake sich nach vorn beugt und sein Atem über mein Gesicht streicht, heiß und nach Minze und Gin riechend. Ich frage mich, ob er nach seinem Drink schmeckt, wenn ich …

»Ich …«, versuche ich es noch einmal. Erneut bleibt mir die Luft weg und ich kann meinen Satz nicht beenden. Jakes dunkelblaue Augen sind einfach präsent und so nah, dass ich die Abstufung von Blau zu Gold um seine Iris herum erkennen kann. Sein Gesicht hat nur ein paar Bartstoppelchen, wodurch er aussieht wie der Held aus einem dieser Liebesromane, die meine Schwester so sehr geliebt hat. Mein Schwanz reagiert auf eine Art und Weise, die ich ihm nicht zugetraut habe, wenn man bedenkt, dass ich erst vor ein paar Stunden von meiner Freundin verlassen wurde. »Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist«, flüstere ich. »Ich bin im Moment zu betrunken, um zu wissen, was ich will.« Zumindest glaube ich, dass ich zu betrunken bin, um es zu wissen. Es ist alles ein bisschen verschwommen.

Eine von Jakes Augenbrauen hebt sich und er beugt sich noch ein kleines bisschen mehr nach vorn, sodass unsere Nasen beinahe aneinanderstoßen. »Bist du das?«, flüstert er zurück. »Das ist aber schade.«

Das Flüstern jagt mir einen undefinierbaren Schauder über den Rücken. Gerade als ich Scheiß drauf sagen und das letzte Stückchen Luft zwischen uns überwinden will, zieht sich Jake zurück und setzt sich gegen die Lehne seines Sitzes. Er seufzt und ich möchte mit ihm seufzen.

»Du hast natürlich recht. Es ist besser, dich nicht auszunutzen, wenn du so bist. Du siehst aus, als würdest du gleich ohnmächtig werden.«

»Ich könnte wahrscheinlich etwas Schlaf gebrauchen«, sage ich, denn ich kann mir keine weiteren drei Stunden dieses Hin und Her mit diesem Mann vorstellen, der mich so leicht in Versuchung führt.

»Ruh dich etwas aus. Und wenn du aufwachst, bist du vielleicht mutig genug, mich zu küssen.« Er sagt es mit einem neckenden Grinsen auf den Lippen.

Ich will ihm sagen, dass ich es nicht tun werde, aber die Worte kommen mir nicht über die Lippen. Sie wären sowieso nicht wahr und ich denke, wir beide wissen das. Ich meine, ich habe ihm gerade von dieser Nacht auf dem College erzählt. Ich habe nie jemandem davon erzählt, nicht einmal Pearl. Ich habe nie jemandem gegenüber laut zugegeben, dass ich, obwohl nichts passiert ist, seit diesem Moment verändert bin. »Ja, okay«, stimme ich zu. »Schlafen.« Ich verschränke meine Arme und versuche, es mir bequem zu machen, während ich die Augen vor Jakes amüsiertem Lächeln schließe.



***



Eine Hand auf meiner Schulter und eine Frauenstimme, die »Sir?« sagt, holen mich aus meinem Schlummer.

Ich blinzle schnell gegen die zu helle und zu leise Kabine an. »Entschuldigung«, murmele ich und reibe mir die Augen. »Landen wir?«

Die Flugbegleiterin tritt zurück, die Lippen verziehen sich zuckend zu einem Lächeln. »Wir sind bereits gelandet, Sir. Die anderen Passagiere sind schon ausgestiegen, und wir warten nur noch auf Sie, um die Kabinen für den nächsten Flug reinigen zu können.«

Ich unterdrücke ein Fluchen, blicke auf den leeren Sitz neben mir und erinnere mich an Jakes funkelnde, dunkelblaue Augen, als er sich in meine Richtung gelehnt hat. Ich kann fast den Gin seines Atems riechen, der warm über meinen Mund gestrichen ist.

»Sir?«

Nun ist da ein ungeduldiger Unterton in der Stimme der Flugbegleiterin und sie wirkt, als überlege sie, die Security zu rufen. Ich schnalle mich ab, greife meinen Rucksack unter dem Sitz und trete schnell auf den Korridor und zum Ausgang des Flugzeugs.

Warme Luft trifft mich, als ich durch das Gate gehe und den Schildern durch den Flughafen zur Gepäckausgabe folge. Der Gang wird von offenen Balkonen flankiert und der Himmel am späten Nachmittag strahlt in einem wunderschönen Orange-Rosa, das schon in Richtung Violett der Dämmerung geht. Ich kann den Anblick nicht einmal genießen, denn der Gedanke an das, was im Flugzeug passiert ist, beschämt mich.

Ich bin zu betrunken, um zu wissen, was ich will.

Das stimmte überhaupt nicht. Im Moment bin ich ziemlich nüchtern und möchte ihn immer noch küssen. Wahrscheinlich werde ich ihn aber nie wiedersehen und das ist auch gut so, denn ich sollte keine beliebigen Typen in Flugzeugen küssen, auch wenn mich meine Freundin verlassen hat. Was Pearl angeht …

Ich durchsuche meine Taschen nach meinem Handy und schalte den Flugzeugmodus aus, ohne mir sicher zu sein, ob ich von ihr irgendwelche Nachrichten haben möchte oder ob ich einfach nur in Ruhe gelassen werden will. Es ist egal, denn es gibt keine Nachrichten. Als ich das Handy wieder in meine Tasche schiebe, spüre ich allerdings etwas anderes darin. Eine ordentlich gefaltete Serviette. Auf dem Papierquadrat steht in einer leicht abgehackten Schrift eine Telefonnummer geschrieben. Darunter die Worte: Für den Fall, dass du ein bisschen mutig wirst.

Mein Herz klopft in meiner Brust. Ich erinnere mich an den Geruch seines würzigen Parfüms; etwas mit unterschwelligem Zimt. Wie es mich dazu gebracht hat, mich weiter zu ihm zu lehnen und schnuppern zu wollen … Ich erinnere mich an den Schwung seiner Lippen, als er mich amüsiert angelächelt hat, aber auch so, als wolle er mich auffressen. Wie wäre es wohl, wenn ich ihn gewähren ließe?



***



Als ich im Waikiki Sheraton Hotel ankomme, erinnere ich mich, dass ich die Flitterwochen-Suite für uns gebucht hatte. Da ich vorgehabt habe, ihr in unserem Urlaub einen Heiratsantrag zu machen, ist es mir passend erschienen. Jetzt ist es nur eine weitere Erinnerung an das, was ich nicht mehr habe. Wen ich nicht mehr habe. Ich dachte, Pearl sei die Richtige, aber jetzt kann ich nur noch an all die Arten denken, auf die wir uns auseinandergelebt haben. Mit den Jahren sind wir selbstgefällig geworden und haben den Funken in unserer Beziehung verschwinden lassen. Dieser Urlaub wäre der Erste gewesen, den wir je gemeinsam verbracht hätten. Wie habe ich nicht sehen können, dass wir uns von dem Paar, das die ganze Zeit zusammen sein wollte, zu dem Paar entwickelt haben, das sich beim Mittagessen im Büro und bei Familienessen bei meinen oder ihren Eltern zusammenfindet?

Die Suite ist zu groß für nur eine Person, aber der Gedanke, zur Rezeption zu gehen und zu erklären, warum ich mein Zimmer wechseln möchte, wäre äußerst unangenehm.

Ich packe meine Sachen aus und nehme eine dringend benötigte Dusche. Dann werfe ich mich aufs Bett und nehme mir vor, meine Sorgen einfach zu verschlafen. Das klappt nicht ganz. Mein Gehirn will einfach nicht herunterfahren. Es kreist weiter um die Gedanken an Pearl, an meine Familie, und überraschenderweise auch an Jake. Er ist bei Weitem nicht der erste Mann, zu dem ich mich hingezogen fühle, aber er ist der erste, seit ich mit Pearl zusammen bin.

Ich entsperre mein Handy und öffne die Kontakte, wo ich während der Fahrt zum Hotel Jakes Daten eingetippt habe. Ich weiß nicht, warum. Es gibt keinen Grund, die Nummer dieses Mannes in meinem Handy zu haben. Es ist ja nicht so, als ob ich ihn einfach so anrufe, um …Was? Rumzuhängen? Essen zu gehen und noch mehr zu trinken?

Er sagte, ich soll ihn anrufen, wenn ich „ein bisschen mutig werde“.

So weit bin ich noch nicht. Mein Magen knurrt und ich merke, dass ich seit Stunden nichts mehr gegessen habe. Ich stehe vom Bett auf, schiebe das Handy in die Tasche meiner Khaki-Shorts und greife nach meiner Schlüsselkarte. Zuerst das Essen, dann der Mut. Vielleicht.



***



Das Restaurant in der Hotellobby ist um diese Uhrzeit ziemlich voll, aber ich schaffe es, einen Platz in einer Ecke an der Bar zu bekommen. Es gibt bereits eine Feiertags-Getränkekarte und im Hintergrund spielt leise weihnachtliche Klaviermusik, gedämpft von den Geräuschen der Menschen, die essen und sich unterhalten. Weihnachten war schon immer mein Lieblingsfeiertag. Normalerweise würde ich mich über all das hier freuen, aber im Moment fühlt es sich einfach ein bisschen unwirklich an.

Ich bestelle mein Essen beim Barkeeper und begnüge mich mit Wasser zum Trinken. Mein Kopf hat mir das Trinkgelage im Flugzeug noch immer nicht verziehen. Ich bin gerade mit meiner Bestellung fertig, als ich Jake entdecke, der auf einen Mann zugeht, der an einem Tisch nahe der Raummitte sitzt. Er hat den langärmeligen Pullover aus dem Flugzeug gegen ein eng anliegendes T-Shirt eingetauscht, das seine unglaublich definierten Arme zeigt. Arme, die sich in einer liebevollen Umarmung um den anderen Mann legen, die für bloße Freundschaft einen Bruchteil zu lang zu sein scheint. Der andere Mann sagt etwas, lächelt dabei strahlend und Jake antwortet ebenso fröhlich. Der Anblick dieses Lächelns lässt in meiner Brust etwas heiß werden. Ich möchte, dass er mich so anlächelt. Was ist das für eine lächerliche Besitzgier, wo wir uns doch nur ein paar Stunden im Flugzeug unterhalten und uns beinahe geküsst haben?

Ob er wohl stattdessen diesen Mann küssen wird?

Es erscheint mir sehr wahrscheinlich, so wie der andere Mann Jake ansieht, als sei er eine Art Engel, der auf die Erde heruntergekommen ist.

Mein Essen kommt, aber ich bin zu abgelenkt, um viel davon zu essen. Immer wieder schiele ich unauffällig in Richtung von Jakes Tisch.

»Ist einer von denen ein Ex oder so etwas?«

Meine Aufmerksamkeit wendet sich dem Kellner hinter der Bar zu. Mein Gesicht wird heiß, ich schüttle den Kopf. Die Blicke waren wohl doch nicht so unauffällig, wie ich dachte. »Nein. Ich habe nur …« Okay, es gibt keine Möglichkeit, es zu erklären, ohne seltsam zu klingen. Im Grunde genommen sind Jake und ich Fremde. »Wir haben uns auf dem Flug hierher unterhalten und er hat mir angeboten, mich zu küssen.«

Der Barkeeper lacht laut auf. »Ach ja? Hat er es angeboten? Als Gefallen?«

Ich zucke mit den Schultern. »Ich wurde gerade von meiner Freundin abserviert und er dachte, ich müsse …« Wie war noch mal der Ausdruck, den Jake benutzt hat? »Ich müsse sie vergessen, ausgehen und jemanden küssen.«

Der Barkeeper sieht immer noch sehr amüsiert aus. »Also gut, wer von den Jungs ist dieser gute Samariter? Denn so eine dreiste Anmache verdient einen Drink.«

Ich stöhne bei der Erwähnung des Wortes Drink. »Bleib mir mit den Drinks fern. Ich habe immer noch das Gefühl, dass mir jemand mit einer Bratpfanne auf den Kopf geschlagen hat. Und es ist der Typ mit dem weißen T-Shirt.«

»Nett«, sagt der Barkeeper und alle Spekulationen, die ich über seine Sexualität hatte, sind verbannt. »Bitte sag mir, dass du diesen Mann geküsst hast. Lass mich daran teilhaben.«

»Ich habe ihn nicht geküsst. Aber viel hat nicht gefehlt. Und er hat mir seine Nummer gegeben.«

Er macht ein leises, schnurrendes Geräusch. »Hast du sie noch? Wenn du sie nicht nutzen willst, darf ich dann?« Der Schwung seiner Lippen verrät mir, dass er scherzt, aber es lässt noch einen weiteren Funken Besitzgier durch meine Brust zucken.

»Nein«, sage ich. »Ich gebe die Telefonnummer sicher nicht weiter. Das wäre unhöflich.«

»Höflichkeit wird überbewertet, Baby. Aber ich schätze, das bedeutet, dass du die Nummer benutzen willst.«

»Ich weiß es nicht«, platzt es aus mir heraus, weil es die Wahrheit ist. Ich sollte die Nummer nicht nutzen. Aber was hält mich davon ab?

»Wenn du es willst, solltest du es wahrscheinlich tun, bevor er mit dem Blonden abhaut. Der Kerl sendet alle möglichen Flirtsignale aus und ist nicht hässlich.«

Stimmt, ist er nicht. Der Mann, mit dem Jake gerade im Gespräch ist, hat einen schönen gepflegten Bart und ein umwerfendes Lächeln, das ich von hier drüben aus sehen kann. Wenn ich Jake wäre, würde ich nicht nein sagen.

»Ein Wort von dir und ich bringe ihm einen Drink von dem gut aussehenden Herrn an der Bar.«

Ich blicke zurück zum Barkeeper, der mich verschwörerisch anlächelt. Es ist ein ansteckendes Grinsen, eines, bei dem ich nicht anders kann, als es zu erwidern. Die Aufregung kribbelt in meinen Händen und erhitzt mein Gesicht. »In Ordnung. Warum nicht? Ähm. Gin Tonic.«

Der Barkeeper nickt und beugt sich vor, um in das Spirituosenregal zu greifen. »Übrigens, ich bin Marco. Und das ist eine gute Entscheidung. Ich kann es fühlen. Aber falls nicht, ist der heiße T-Shirt-Kerl nicht der Einzige, der zufällige Fremde küsst, um sie abzulenken.«

Ich nicke und lache. »Das werde ich mir merken.« Aber meine Aufmerksamkeit richtet sich bereits wieder auf Jake und die Erinnerung an seinen Atem an meinem Mund.




Jake


Ich kann nicht genau sagen, ob Devons Signale tatsächlich so verdammt eindeutig sind oder ob es nur an meiner Einbildung liegt, weil ich gerade vielleicht ein kleines bisschen zu sehr sexuell frustriert bin, um mit einem ehemaligen One-Night-Stand zu Abend zu essen. Seit einer Weile unterhalten wir uns jetzt schon über meine Pläne, mir ein paar nette Restaurants anzusehen, während ich hier auf Honolulu bin, und er hat einige interessante Lokale vorgeschlagen, während er mir diese Fick-mich-Blicke zuwirft, die kaum mehr zu ignorieren sind.

Das letzte Mal mit ihm hat Spaß gemacht, erinnere ich mich, auch wenn meine Gedanken wieder zu der Begegnung im Flugzeug schweifen. Ich habe Bennett meine Nummer hinterlassen, aber ich glaube nicht, dass daraus noch etwas wird. Er konnte mich nicht einmal küssen, als er betrunken war. Ich bezweifle wirklich, dass er mich anrufen wird, wenn er nüchtern ist. Was schade ist, denn aus irgendeinem Grund kann ich nicht aufhören, an ihn zu denken. Also Devon. Wenigstens weiß ich, wo er steht. Ich bin gerade dabei, ihn zu fragen, ob er Pläne für die Zeit nach dem Abendessen hat, als ein Kellner an unseren Tisch kommt.

»Gin-Tonic für Sie, Sir. Ein Gruß von einem gewissen Herrn.«

Mein Handy klingelt, bevor ich überhaupt die Chance habe, neugierig zu sein. Es handelt sich um eine unbekannte Nummer, aber ich bin überhaupt nicht verwirrt darüber, wer die Nachricht geschickt hat, als ich sehe, was darin steht: Ich versuche, ein bisschen Mut zu zeigen.

Mein Puls beschleunigt sich. Alle Gedanken an eine Nacht mit Devon verfliegen, weil mein betrunkener Flugzeugtyp eine SMS geschrieben hat. Und … warte. Hat er mir gerade einen Drink spendiert? Ich schaue von meinem Handy auf, meine Augen suchen in dem überfüllten Restaurant nach seinem Gesicht. Da. Bennett sitzt an der Bar, die Beine elegant gekreuzt, und trägt ein langärmeliges T-Shirt und khakifarbene Shorts, die schön bemuskelte Waden zeigen. Okay, ich bin kein Beinfetischist, aber Bennetts Beine zu sehen, löst ein Kribbeln in meiner Leistengegend aus, weil ich mir bereits vorstelle, wie sie sich um meine Taille wickeln, wenn ich in ihn eindringe.

Nicht im Restaurant. Nicht im Restaurant, erinnere ich mich.

Ich unterdrücke meine Erregung und nicke ihm freundlich zu.

»Ein Freund von dir?«, fragt Devon.

Ich zwinge mich, den Blick von Bennett abzuwenden und mich auf den Mann vor mir zu konzentrieren. Devon sieht ein wenig verwirrt aus, aber in seinen hübschen grünen Augen funkelt auch jede Menge Belustigung. »So was in der Art.« Ich werde Devon nicht erzählen, dass wir uns erst im Flugzeug kennengelernt und uns nicht einmal geküsst haben. Zumal es so aussieht, als würde ich auf keines von Devons nonverbalen Signalen anspringen. »Ich kann aber später noch mit ihm reden.« Denn jetzt habe ich seine Nummer auf meinem Handy.

Ein leises Kichern entfährt Devon und er schüttelt den Kopf. »Nein, ich sehe schon, wie dieser Abend verlaufen wird, und obwohl ich gerne noch etwas mehr mit dir quatschen würde, sollten wir wahrscheinlich auf einen Zeitpunkt warten, an dem du nicht von einem heißen asiatischen Arzt abgelenkt wirst.«

»Anwalt.«

Das nächste Glucksen ist lauter als das erste. »Verdammt. Ich dachte wirklich, ich habe heute Abend Glück.« Das Lächeln, das er mir schenkt, ist aber immer noch freundlich und süß, was eine Erleichterung ist, denn ich werde mich während meines Aufenthalts hier auf ihn verlassen, wenn es um lokale Essenstipps geht.

»Du bist mir nicht böse?« Ich riskiere es.

»Niemals.« Sein Blick zuckt kurz zu Bennetts Platz an der Bar. »Er ist wirklich süß. Und du stehst voll auf ihn. Ich hätte ein Video von deinem Gesichtsausdruck gerade machen sollen.«

Bei diesem Kommentar werde ich rot. »Scheiße. Meinst du, er hat es bemerkt?«

»Ich hoffe doch. Ich wünschte, jemand würde mich auf diese Weise mit purem Sex in den Augen ansehen.«

»Hast du schon mal gesehen, wie du aussiehst? Schenke dieses Lächeln einem armen, arglosen Kerl und sieh dabei zu, wie er dich besteigen wollen wird wie einen Weihnachtsbaum.«

Devon neigt seinen Kopf in Richtung Bar und für einen Moment fürchte ich, er würde Bennett so ansehen. Aber dann sagt er: »Meinst du, der Barkeeper steht auf Weihnachtsbäume?«

Ich lache. »Da gibt’s wohl nur einen Weg, um das herauszufinden.« Ich stehe auf und schiebe meinen Stuhl zurück an den Tisch. »Ich werd meinem Typen mal Hallo sagen. Und dir spendier ich noch einen Drink.«

»Halleluja«, hör ich ihn noch murmeln, als ich zu Bennett rübergehe.

Meinem Typen. Scheiße, was für ein Versprecher.

Als ich auf die Bar zugehe, ziehe ich einen Fünfziger aus meiner Brieftasche und gebe ihn dem Kellner, als ich dort ankomme. »Der Kerl da drüben muss seinen Kummer in Alkohol ertränken. Glauben Sie, Sie können mir dabei helfen?«

»Klar doch«, sagt der Barkeeper und zeigt mir ein wölfisches Grinsen. Er dreht den Edelstahl-Shaker, den er in seinen Händen hält und tritt hinter der Bar hervor. Er sieht aus, als würde er die Situation genau so handhaben, wie Devon es sich erhofft.

Schließlich wende ich meine Aufmerksamkeit auf Bennett, dessen Lippen ein kleines Lächeln umspielt. »Hey, Fremder.«

»Hey. Scheint so, als würdest du immer versuchen, die Leute betrunken zu machen.«

»Nicht wirklich. Ich dränge die Menschen nur in die Richtung, in die sie gehen müssen. Ich versuche gerade nicht, dich betrunken zu machen.«

Bennett legt sein Kinn auf seine Handfläche, stützt sich auf die Tischoberfläche und blinzelt mir zu. »Du glaubst nicht, dass ich etwas flüssigen Mut brauche?«

Ich wäge es für den Bruchteil einer Sekunde ab, dann lehne ich mich näher heran, den eigenen Ellenbogen auf die Tischoberfläche gelehnt. Ich schließe meine Augen und atme tief ein. »Nein, riecht nicht so, als hättest du irgendwelchen flüssigen Mut gehabt.«

»Oh, es hat Mut erfordert«, flüstert er mit belegter Stimme.

Ich öffne meine Augen und sehe die Hitze in seinen aufflackern.

»Danke, dass du mir deine Nummer hinterlassen hast.«

Ich neige meinen Kopf. »Danke, dass du sie benutzt hast.«

»Ist es wirklich okay, dass ich euer Essen unterbrochen habe? Dein Freund sah enttäuscht aus.«

Ich sehe zurück zu Devon, der mit gespreizten Beinen dort sitzt und dem Barkeeper, der eine Hand auf Devons Stuhllehne gelegt hat und räuberisch auf ihn herabblickt, praktisch seinen Schritt zeigt. »Ich glaube, er wird es irgendwie überleben. Aber wenn du es wirklich wiedergutmachen willst, habe ich ein paar Vorschläge.«

Bennetts Augen flattern. Ich frage mich, ob er merkt, dass er sich verrät. »Sagen wir, ich bin bereit, es zu versuchen. Ich mache es wieder gut.« Seine Worte kommen tief und rau, als würde er über etwas viel, viel Schmutzigeres nachdenken.

Ich greife blind in meine Tasche, um meine Geldbörse hervorzuholen, und ziehe einen weiteren Fünfzig-Dollar-Schein heraus, den ich auf die Bar knalle. »Wohnst du hier im Hotel?«

Er nickt. »Zwanzigster Stock. Die Flitterwochen-Suite.«

Ich sollte es nicht tun, aber ich kann nicht anders, als zu lachen. »Wow. Du hattest wirklich große Pläne.«

Er zuckt mit den Schultern und lächelt für einen Mann, der fast dreißig sein muss, jungenhaft charmant.

»Dein Zimmer oder meins? Ich bin im neunten Stock. Kürzere Fahrt mit dem Aufzug, aber ein kleineres Bett.«

Ich kann sein scharfes Einatmen praktisch sehen. Vielleicht ist die Erwähnung eines Bettes etwas voreilig, wenn man bedenkt, dass er im Flugzeug noch nicht einmal bereit war, mich zu küssen. Ich bin kurz davor, zu erklären, dass wir nichts tun müssen, wozu er nicht bereit ist, als er von seinem Stuhl rutscht.

»Zwischen dem neunten und zwanzigsten Stockwerk liegt auch nicht mehr viel.« Er atmet wieder ein und hält die Luft für einen Moment an, bevor er sie wieder rauslässt. »Lass uns das größere Bett nehmen.«




Bennett


Was mache ich da gerade?, frage ich mich, während ich Jake in den Aufzug führe.

Es fahren ein paar Leute mit uns, also schweigen wir. Zwischen uns baut sich eine Spannung auf, die jedes Mal fast greifbar wird, wenn sich unsere Blicke in dem kleinen Raum treffen, und ich werde daran erinnert, warum wir zusammen in diesem Aufzug sind.

Die Fahrt scheint ewig zu dauern, denn Jake ist bei mir, was es schwierig macht, zu denken oder etwas anderes zu spüren als die Hitze, die mich durchströmt, wenn ich mir bewusst mache, dass ich das hier tatsächlich tue. Vielleicht ist es zu früh. Vielleicht bin ich noch nicht bereit dazu. Vielleicht werde ich es morgen früh bereuen.

Ein klein wenig Beklommenheit mischt sich mit der Erwartung, diesem Mann näherzukommen, der mich anzieht wie das Licht die Motte, seit er mich gefragt hat, ob ich schon einmal einen Mann küssen wollte. Wie konnte ich denken, dass ich bereit für mehr sein könnte, wenn ich einen anderen Mann noch nicht einmal geküsst habe?

Unsere Mitfahrer steigen aus, bis nur noch wir übrig sind. Ich bin kurz davor, meinen Mund zu öffnen und zu sagen, dass ich meine Meinung geändert habe, als Jake mir wieder in die Augen schaut, meinen Blick festhält und mir ein beruhigendes Lächeln schenkt. »Wir machen einen Schritt nach dem anderen, in Ordnung? Es kann auch nur ein Kuss sein. Wir müssen das Bett nicht benutzen.«

Ich nicke aus Angst, dass ich etwas Feiges sagen könnte, falls ich denn überhaupt etwas sagen kann. Ich möchte nicht, dass mich Zweifel davon abhalten, zu bekommen, was auch immer es ist.

Ich versuche, meine Hände vom Zittern abzuhalten, als wir zu meinem Hotelzimmer kommen und ich meine Schlüsselkarte benutzen muss, um die Tür zu öffnen. Ich spüre die Hitze von Jakes Körper hinter mir und ein Schauder jagt meinen Rücken hinunter, als wir hineingehen. Dieser eine Schauder verwandelt sich in zwei, drei in schneller Folge, als er mir eine Hand auf den Rücken legt. Die Berührung ist sanft, kaum spürbar durch den dünnen Stoff meines Hemds.

»Ist das in Ordnung? Darf ich dich so berühren?«

Als ich nicke, nimmt der Druck zu. Seine Handfläche drückt sich gegen mich und streicht meinen Rücken hinauf.

»Scheiße, bist du verkrampft. Es ist okay, Bennett. Wir werden nichts tun, was du nicht tun willst.«

Sein Ton ist so sanft wie seine Hand und er berührt etwas in mir. Von all den Menschen, neben denen ich auf diesem Flug hätte sitzen können, musste es ausgerechnet dieser Typ sein. So nett und anständig und sexy.

Ich atme ruhig ein und drehe mich um, um ihm ins Gesicht zu sehen, gehe einen Schritt näher heran, meine Hand umfasst seinen Arm. Ich ziehe ihn zu mir, meine andere Hand sucht Halt an der Vorderseite seines Shirts. »Will das tun«, sage ich und lege meine Lippen auf seine.

Er macht ein knurrendes Geräusch gegen meinen Mund, das bis in meine Zehen vibriert. Sein Mund öffnet sich unter meinem, seine Zunge streicht über den Rand meiner Lippen, bis unser Kuss heiß, feucht und schmutzig ist. Noch nie hat mich jemand so geküsst wie Jake, mit einem Hauch Dominanz, so eindringlich, wie es der Kuss einer Frau noch nie gewesen ist.

Ich höre mich gegen seinen Mund stöhnen. Ich schlinge meine Arme um ihn und halte mich an diesem magischen Kuss fest, damit er nicht zu früh endet.

»Gott, Bennett«, keucht Jake, als wir endlich voneinander ablassen, um Luft zu holen. »Das hast du noch nie gemacht?«

Jetzt, da wir uns nicht mehr küssen, kann ich sein Gesicht richtig sehen. Die Lust, die in seinen Augen brennt, spiegelt die meine wider. Er ist hart. Ich spüre, wie er gegen meinen Bauch drückt, und ich weiß, wenn ich nur ein bisschen näherrücke und meinen Körper genau in den richtigen Winkel bringe …

»Verdammter … Scheiße, Bennett.« Jake macht ein zischendes Geräusch und lässt den Kopf in den Nacken fallen. Der Ausdruck in seinen Augen ist fast schmerzvoll, als ob die Erregung zu viel für ihn wäre.

Ich staune über meine Fähigkeit, ihm diese Reaktion zu entlocken. Es ist ein starkes Gefühl, sogar besser, als ein Gerichtsverfahren zu gewinnen oder genau den Vergleich zu erhalten, den ich wollte. »Denkst du immer noch, dass wir das Bett nicht brauchen?«, frage ich.

Er lacht, selbst als er stöhnt und sich wieder gegen mich drängt, heiß und noch härter als zuvor. »Ich tue nichts, was du nicht willst, aber ich hoffe, dass wir ein Bett brauchen.«

Ich ziehe ihn zu einem weiteren feuchten, willigen Kuss heran, weil ich nicht aufhören kann. Während unsere Zungen spielen, wandern meine Hände unter seinem Shirt nach unten, meine Finger streichen über die Muskeln an seinem Bauch. So anders als alle, die ich bisher erforscht habe. Knisternde Aufregung durchströmt mich. »Ja«, sage ich, als unser zweiter Kuss endet. Ich bin atemlos und mir ist überall heiß, ich bringe nicht mehr als eine Silbe zustande. »Bett.« Ich schnappe mir sein Handgelenk und führe ihn zum Schlafzimmer, kümmere mich nicht mal darum, die Tür zu schließen, bevor ich mich auf den Weg zum riesigen Doppelbett mache. Doch sobald wir dort ankommen, stottert mein Gehirn. Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Was in Ordnung ist, denn Jake weiß es.

»Zieh dich aus und setz dich auf die Bettkante. Ich will dir einen blasen.«

Ich habe nicht gedacht, dass ich noch härter werden könnte, nachdem ich mit Jake rumgemacht habe, aber der Gedanke, dass er vor mir kniet, sorgt dafür. Ich tue, was er sagt. Meine Hände zittern, während ich mein Shirt ausziehe. Dann öffne ich meine Khaki-Shorts und schiebe sie nach unten. Ich stolpere beinahe, als ich aus der Hose trete, aber Jake ist da, hält mich an der Schulter fest, beruhigt mich und lacht leise, als ich die Hose in eine Ecke kicke. Auch er hat sein Hemd ausgezogen. Seine leicht behaarte Brust und sein leicht behaarter Bauch sind entblößt und mir stockt der Atem. Wir schauen beide auf meinen Schwanz, über den sich der dünne Stoff meiner Boxershorts spannt. »Unterwäsche auch?«, frage ich.

»Nee«, sagt Jake, seine Stimme ist rau. Er drückt mich mit den Händen auf meinen Schultern nach unten, bis ich sitze, dann tritt er zwischen meine Beine. Ich schlucke, blicke auf die Wölbung, die seine Jeans ziert und sich gerade auf Gesichtshöhe befindet. Es wäre so einfach, mich nach vorn zu lehnen und meine Nase darin zu vergaben. Ihn zu küssen. Ich stöhne fast enttäuscht, als Jake auf die Knie geht, aber dann schaue ich nach unten, und er ist da. Volle Lippen, die von unseren Küssen leicht rötlich geworden sind, Augen, die vor Hunger glasig sind. »Es ist fast Weihnachten und nach dem Monat, den ich hatte, glaube ich, dass der Weihnachtsmann mir dieses Geschenk schuldet. Ich werde es genießen, es auszupacken.«

»Oh Gott«, sage ich, die Augen auf Jakes Gesicht gerichtet, als er mich mit einer Hand durch meine Unterwäsche massiert und mich dabei leicht anhebt, damit meine harte Länge deutlich sichtbar wird.

Er senkt den Kopf und streicht mit den Lippen an der Unterseite entlang, von der Wurzel bis zur Spitze. Die Berührung ist so leicht, dass ich sie durch den Stoff hindurch kaum spüre, aber ich kann es sehen und es mir auf meiner nackten Haut vorstellen, und das reicht aus, um mich vor Verlangen fast verrückt zu machen.

»Ich sehe schon, du hast einen schönen Schwanz, Bennett«, krächzt er, während die Hitze seines Atems durch den Stoff dringt. »Und du bist so hart für mich.« Seine Zunge zuckt hervor und streicht über die Spitze, wo der Stoff schon feucht ist von meinen Lusttropfen. »So nass.«

Ich mache ein Geräusch, das nur als ein Wimmern beschrieben werden kann, hebe meine Hüften an und drücke gegen seine Lippen. Er lacht wieder, die Lust lässt sein Gesicht noch schöner aussehen. »Ich komme gleich in meiner Unterwäsche, wenn du weitermachst«, warne ich ihn.

»Das lass ich besser nicht zu.« Er wirft mir ein böses Grinsen zu, als seine Finger sich endlich, endlich unter den Bund meiner Unterwäsche haken, um sie herunterzuziehen. »Seit ich dich zum ersten Mal gesehen habe, habe ich daran gedacht, dich ganz in den Mund zu nehmen.« Seine Hand schließt sich um meinen harten Schwanz und streicht einmal die Länge hoch, bevor sie wieder nach unten rutscht und einen weiteren Lusttropfen an die Oberfläche zwingt. »Schau dir das an. Verdammt, du siehst zum Anbeißen aus.«

»Dann tu es«, sage ich. Mehr bringt mein Gehirn nicht mehr zustande. »Wenn du willst.«

»Ach ja?«, neckt er. »Aber beschwer dich hinterher nicht.« Noch ein wölfisches Grinsen und dann, getreu seinem Wort, verschlingt er mich ganz.




Jake


Auf den Knien auf dem Hotelzimmerteppich, die Hand um Bennetts harten Schwanz gelegt, kommt mir der Gedanke, dass ich der erste Typ bin, der das für ihn tut. Vermutlich zumindest. Ich sollte fragen. Wenn ich nicht gerade damit beschäftigt bin, ihm einen zu blasen.

Gott, die Geräusche, die er macht. Leises Stöhnen in seiner Kehle weicht höherem Keuchen und Stöhnen, während ich weiter über seine Länge tanze und seinen Geschmack und Duft aufnehme. Ich habe es schon immer geliebt, Schwänze zu lutschen, aber so, wie er dabei abgeht, macht es mich so an wie schon lange nichts mehr.

Ich entlasse ihn mit einem hörbaren Plopp aus meinem Mund, als die Geräusche etwas zu verzweifelt werden. Ich will noch nicht, dass es zu Ende ist, und ich weiß nicht, ob er einer von denen ist, die gleich wieder können, nachdem sie gekommen sind. Mir wird klar, dass wir uns kaum kennen. Sicher, mit anderen Kerlen ging es teilweise noch schneller, aber irgendwie ist es anders als die One-Night-Stands, die ich während des Studiums in den Bars abgeschleppt habe.

»Das verdammt beste Weihnachtsgeschenk aller Zeiten, und es ist noch nicht mal Weihnachten.« Ich liebe das Gefühl, das das Reiben seines Schwanzes an meiner Zunge und meinem Gaumen hinterlassen hat, und ich werde es mir bald wieder gönnen, aber zuerst … »Ist es das erste Mal, dass du es mit einem Typen machst, Bennett?«

Er schaudert, seine Hände krallen sich in das Bettlaken unter ihm. »Hab ich dir doch gesagt.« Irgendwie lässt er diese Worte wie eine Bitte klingen. Scheiße, warum ist er so scharf?

»Du hast gesagt, du hast noch nie einen Kerl geküsst«, sage ich. Ich zucke mit den Schultern und frage mich, warum mir der nächste Teil ein wenig peinlich ist. Ich grinse ihn lasziv an, um es zu verbergen. »Man kann viel mit einem Typen machen und ihn nicht küssen.«

»Nein, nichts. Nur dich.«

Das sollte mich nicht so sehr freuen. Es ist nicht so, als ob ich als sein Erster einen Anspruch auf ihn habe. Wenn überhaupt, dann sollte mich der Druck wohl eher verängstigen. Aber im Moment fühle ich mich vor allem verdammt angeturnt.

Ich senke meine Lippen auf die Spitze seines Schwanzes und schaue unter meinen Wimpern wieder zu ihm auf, wobei meine Lippen über die empfindliche Haut streichen. Ich lasse meine Zunge hervorschnellen, um über den Schlitz zu lecken, dann bewege ich sie über die Wölbung seiner Spitze hin und her. »Wie ist das im Vergleich? Gefällt es dir, den Mund eines Mannes auf dir zu haben?«

Ein kurzes Nicken. Die Muskeln in seinem Kiefer spannen sich an, als würde er etwas zurückhalten. Ein lautstarkes Flehen vielleicht?

»Sag es, Bennie.«

Scharf zieht er den Atem ein. »Es gefällt mir. Das gefällt mir. Ich liebe es, wie heiß dein Mund auf mir ist. Ich liebe es, deine großen Hände zu seh… Fuck.«

Sein Schwanz zuckt in meiner Hand und ich muss meinen Griff festigen, damit er nicht kommt, was verdammt sexy ist. »Verdammt, dein Schwanz will meinen Mund wirklich, nicht wahr?« Und mein Mund will auch wirklich seinen Schwanz. Ich behalte den Druck meiner Hand bei und nehme dann seinen Schwanz wieder in mich auf. Diesmal langsamer, quälender. Ich will, dass er es wirklich genießt und jeden einzelnen Millimeter fühlt, während ich mich wieder ganz auf seinen Schwanz stürze. Das Keuchen und Stöhnen, das er von sich gibt, während mein Mund seine Arbeit wieder aufnimmt, ist Musik in meinen Ohren. Und dann …

»Jake. Gott. Das ist unglaublich.« Er sagt es in dem Moment, als meine Lippen über seine gestutzten Schamhaare streichen und ich mit Schluckbewegungen um seinen Schwanz beginne. Er klingt erstickt vor so viel Ehrfurcht, als denke er wirklich, dass er gerade halluziniert.

Seine Worte spornen mich weiter an und ich fasse seine Schenkel, um mein Gesicht mit seinem Schwanz zu ficken. Ich schließe die Augen und verliere mich in dem Gefühl eines guten, harten Schwanzes, der meine Kehle dehnt. Das Gleiten seiner empfindlichen Haut an meiner berauscht mich mehr als alle Drogen, mit denen ich als Teenager jemals experimentiert habe.

»Jake«, sagt er, eine Warnung liegt in seinem Tonfall. »Los?«

Ich neige meinen Kopf kurz, was ihn nur noch näher an den Rand bringt, und schiebe mich wieder nach vorn, wobei ich um seinen Schwanz stöhne, während sein Körper sich überall anspannt. Ich spüre, wie das heiße Sperma in meine Kehle spritzt, aber ich kann es noch nicht schmecken. Er ist immer noch zu tief.

»Oh Gott«, stöhnt er. »Jake.«

Ich verstehe wirklich nicht, wie er es schafft, die eine Silbe meines Namens so verdammt sexy klingen zu lassen, aber so, wie er sie ausspricht, erfordert es meine ganze Willenskraft, nicht in meiner Hose zu kommen. Ich entlasse seine weicher werdende Länge, gebe der glänzenden Schwanzspitze einen weiteren feuchten Kuss und lecke darüber, um den Geschmack seines Spermas zu erahnen. »Verdammt, das muss ich noch mal machen.«

»Was?«

»Deinen Schwanz lutschen. Ich kam nicht dazu, ihn zu schmecken, weil er so tief in meinem Hals steckte.«

Seine Augen blitzen wieder kurz vor Hitze auf, obwohl die Neugier sie ziemlich schnell überwältigt. »Ist das etwas, was dir gefällt?«

Ich zucke mit den Schultern, drücke mich vom Boden hoch, öffne meine Jeans und lasse meinen Schwanz atmen. »Wenn ich weiß, dass der Typ safe ist und die Stimmung stimmt, dann ja. Wenn es die richtige Person ist, ist es verdammt heiß.«

»Hm«, meint Bennett, seine Augen sind auf die Beule in meiner Unterwäsche gerichtet. »Du bist immer noch hart.«

Ich lache. »Ach was, Captain Schlau. Dein Schwanz in meinem Mund hat seinen Teil dazu beigetragen.« Ich versuche, in seinem Blick die Andeutung eines Zögerns zu erkennen, und obwohl er jetzt, da sein Gehirn nicht mehr von seinem Schwanz übermannt wird, nervöser aussieht, sieht er nicht unbehaglich oder, Gott bewahre, bereuend aus. Ich streiche mit der Hand über meinen angespannten Schwanz und genieße das Gefühl der Lust bei der leichten Berührung. »Okay, wenn ich dieses Ding von der Leine lasse?«

Jetzt ist er derjenige, der lacht. »So klingt es nach einem Monster.«

»Wer sagt, dass es nicht so ist?« Ich werde die Angeberei so lange aufrechterhalten, wie es ihn zum Lachen bringt.

Seine Lippen zucken vor Belustigung. »Okay, zeig mir, was du draufhast.«

»Oder du könntest es tun. Ich schwöre beim Weihnachtsmann, dass er nicht beißt.«

Das bringt mir ein weiteres Lachen ein, aber seine Augen sind nun dunkler, als er konzentriert auf seine Unterlippe beißt, was so verdammt süß ist, und beide Hände ausstreckt. Seine Finger auf meiner Haut sind warm und drücken sich in meine Hüftknochen, während er sie unter den Bund meiner Unterwäsche schiebt, um sie nach unten gleiten zu lassen. Mein Schwanz federt nach oben. Die kühle Luft, die auf meine Haut trifft, ist eine willkommene Erleichterung nach zu langer Gefangenschaft.

Er atmet lange aus und ich frage mich unwillkürlich, ob das vielleicht doch zu viel Schwanz für ihn ist. Aber, nein, man kann die Hitze in seinen Augen nicht leugnen. »Ich habe mir so viele Videos angesehen und mich gefragt, wie es wohl ist, in genau dieser Situation zu sein«, sagt er langsam.

»Welche Situation genau?«

Er neigt den Kopf. »Einem anderen Mann einen zu blasen.« Er sagt es, als sei es die offensichtlichste Antwort der Welt, aber ich habe sie nicht erwartet. Er hält sich immer noch an meiner Unterwäsche fest und zieht daran, um mich näher an sich heranzubringen, bis sein Gesicht genau dort schwebt, wo es das letzte Mal war, als ich stand. Nur sind da jetzt keine Stoffschichten mehr zwischen uns. Lediglich sein heißer Atem ist da, der über meinem Schwanz streicht.

»Gott. Hast du vor, mir einen zu blasen?«

Er zögert. »Ist das okay? Ich werd vermutlich nicht sehr gut sein.«

»Das ist ein Mund an einem Schwanz, Bennett. Und ich weiß nicht, ob dir das schon mal jemand gesagt hat, aber du hast einen verdammt heißen Mund.«

Schon wieder dieses halbe Lächeln. »Das hat mir noch nie jemand gesagt.«

»Offensichtlich sind alle anderen blind oder dumm. Was bedeutet, dass ich eine Belohnung dafür bekommen sollte, dass ich weder blind noch dumm bin.«

»Das solltest du.« Er lässt die Unterwäsche fallen und schiebt seine Handflächen über meinen Arsch. Mein Schwanz zuckt in der Luft und ein überraschtes Lächeln entkommt ihm. »Nett. Ich meine, wirklich nett.« Die Art und Weise, wie seine Augen auf meinen Schwanz gerichtet sind, vermittelt mir den Eindruck, dass er nicht über meine guten Manieren spricht.

»Und du bist hübsch.« Ich greife nach unten, vermeide es, meinen Schwanz zu wichsen, und reibe mit meinem Daumen über seine Unterlippe. Ich erwarte nicht, dass er seinen Kopf neigt, um meinen Daumen in seinen Mund zu nehmen und experimentell zu lutschen. »Und so eine verdammte Versuchung.«

»Bin ich das?«, fragt er, als er meinen Daumen loslässt und seinen Kopf nach oben neigt, um meinen Augen mit einem herausfordernden Blick zu begegnen. »Es ist keine Versuchung mehr, wenn du planst, drauf einzugehen.«

Bevor ich antworten kann, beugt er sich vor und leckt zart den Lusttropfen von meiner Schwanzspitze. Scheiße, damit habe ich nicht gerechnet. Ich erwarte nicht, dass er seinen Mund weit öffnet, ihn darüberstülpt und saugt, als könne er vom Geschmack nicht genug bekommen. Dann leckt er wieder über die Spitze, den Schaft entlang.

Fuck.

»Nope. Immer noch eine Versuchung«, presse ich hervor. Ich lege meine Hände zur Unterstützung auf seine Schultern, denn plötzlich fällt es mir schwer, allein zu stehen. »Man nennt es aus einem bestimmten Grund Schwanzlutschen, und das tust du nicht.«

Das Lachen, das aus seinem Mund kommt, streicht über meine empfindliche Haut und richtet die Haare auf meinen Armen auf.

Ich zische, mein Körper schiebt sich unwillkürlich vorwärts, hofft auf mehr Kontakt. »Okay, okay. Ich bin nur ein bisschen …«

Er seufzt, was ungefähr so schlimm ist wie das Lachen. »Ich will es nicht vermasseln. Ich bin ein bisschen perfektionistisch. Versprich mir, dass du mir sagst, wenn ich etwas falsch mache, ja?«

»Nein«, sage ich, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass er nichts falsch machen wird, wenn er schon so viel richtig gemacht hat. »Aber wie wäre es, wenn ich dir sage, wenn du etwas gut machst? Positive Verstärkung.«

Bennett grinst mich an. »Abgesehen davon, dass ich kein dressiertes Tier bin …«

Ich habe keine Gelegenheit, zu antworten, denn im nächsten Augenblick öffnet er den Mund, um mich in sich aufzunehmen. Seine Lippen schließen sich eng um meinen Schaft und seine Wangen wölben sich, wodurch ein Sog entsteht, als er so viel wie möglich von meinem Schwanz in den Mund nimmt. Okay, es ist ein bisschen ungleichmäßig und Deepthroating wird in nächster Zeit nicht so schnell drin sein, aber all das spielt keine Rolle, denn die Art, wie er stöhnt, wenn er meinen Schwanz im Mund hat, ist einfach … »Scheiße, Bennett. Sieh dich nur an. Du siehst …« Ich beende meinen Satz nicht. Stöhnend beiße ich mir auf die Lippe und drücke Bennetts Schulter, um nicht in seinen Mund zu spritzen, als er den Blick hebt, um mich anzusehen, die Wangen gerötet und die Lippen vor Reibung gerötet.

»Hm?«, macht er, während sein Mund noch beschäftigt ist, und, oh, verdammte Scheiße, das fühlt sich ebenso gut an.

»Nichts. Nichts. Nur … Du machst das so gut. Ich komme gleich. So schnell.« Ich weiß, ich plappere, aber ich kann mir nicht helfen, wenn er meinen Schwanz lutscht und wie ein Profi die Augenbrauen hochzieht. Er macht diese eine Sache, bei der er den Rhythmus erhöht und seine Unterlippe genau an der richtigen Stelle reibt und gegen die Rille auf der Unterseite meines Schwanzes stößt. »Oh ja. Mach das noch mal. Genau so.«

Jetzt greift er meinen Arsch, der feste Druck passt sich dem Gleiten seines Mundes an.

»So gut. Du machst das so gut. Ich komme. Lass kurz los, okay, Babe?« Er tut, was ich sage, bringt aber nicht viel Abstand zwischen uns. Seine Lippen streichen noch immer über die Spitze meines feuchten Schwanzes, der glänzt und geschwollen ist. Er gibt ihm einen süßen Kuss, dann greift er mit der Hand um die Wurzel und beginnt mich zu wichsen. Seine Bewegungen sind fest und gleichmäßig. Es dauert nicht lange, bis ich komme. Dicke, weiße Fäden fließen über seine Finger und landen auf seinen Oberschenkeln. Ich sehe, dass ein glänzender Tropfen davon sogar gegen seine Brust gespritzt ist. »Scheiße«, sage ich, während ich mich immer noch an seiner Schulter abstütze. Ich bin wahrscheinlich schwer, also plumpse ich neben ihm auf die Matratze. »Tut mir leid, ich glaube, ich kann nicht mehr stehen, nachdem ich so gekommen bin.«

Nach einem Moment legt sich Bennett mit mir aufs Bett. Unsere Arme berühren sich, während er sich zurücklehnt. »Das war eine Menge Sperma«, merkt er an.

Ich zucke zusammen. »Ja, tut mir leid deswegen. Das ist bei mir meistens so. Wahrscheinlich hätte ich dich warnen sollen, aber ich hatte nicht wirklich Zeit, also hatte ich nur die Wahl zwischen Sauerei oder in deinem Mund kommen. Ich weiß nicht, ob du dafür schon bereit gewesen wärst.«

Er macht ein unverbindliches Geräusch. »Ich habe mich mental auf die Möglichkeit eingestellt. Dein, äh … Als ich dir einen geblasen habe, hat es nicht schlecht geschmeckt.«

»Oh, glaub mir, nur ein bisschen an der Spitze ist etwas ganz anderes als ein Springbrunnen voller Sperma in deinem Hals.«

»Du schienst es zu genießen.«

Ich drehe mich zu ihm um und sehe, dass er grinst. Ich grinse zurück. »Es ist ein gewöhnungsbedürftiger Geschmack, aber zufällig stehe ich sehr auf dieses Geschmacksprofil. Obwohl ich nicht viel davon schmecken konnte.«

»Ah, richtig. Das ging nicht.« Er lässt ein echtes Kichern los. »Gott. Ich kann nicht glauben …«

»Was?«

»Nichts.«

»Nein, sei nicht der Egal-Typ. Komm schon.«

»Ich kann einfach nicht glauben, wie wenig mich die Sauerei stört.«

Okay, das ist überraschend. »Ach ja?«

»Ja. Ich, äh … Es ist sexy. Wirklich sexy. Ich glaube, ich bekomme schon wieder einen Ständer, wenn ich nur daran denke, dass ich dich überall an mir habe.«

Ich schaue runter, um nachzusehen, und, ja. Er zeigt definitiv Anzeichen von neuem Interesse. »Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, um mich mit deinem Geschmacksprofil weiter vertraut zu machen.«

Ich glaube, ich höre ein kurzes Stocken in seinem Atem. »Wirklich?«

»Wenn du willst?«

»Ja.«

Ich lächle. Ich mag Männer, die nicht herumalbern. Ich bin schon begierig darauf, ihn wieder zu kosten. »Dann komm her.«




Jake


Jake: Hast du schon gegessen?



Bennett: Nein, noch nicht. Bin grad erst aufgestanden. Jemand hat mich letzte Nacht echt müde gemacht und ich bin später eingeschlafen als normalerweise.



Jake: Dieser jemand muss unglaublich gut gewesen sein. ;)



Bennett: Kennst du irgendeinen guten Laden, wo man frühstücken kann?



Jake: Ja. Sollen wir uns unten in der Lobby treffen?



Bennett: Ja, können wir machen. Gib mir fünf Minuten zum Anziehen.



Jake: Beinahe eine Schande, dass ich der Grund dafür bin, dass du dich wieder anziehst. Aber okay. Wir sehen uns gleich.



***



Ich sitze auf einem der Sessel in der Hotellobby und versuche bei dem Gedanken, Bennett wiederzusehen, nicht nervös mit den Fingern gegen das Kissen zu klopfen. Ich bin irgendwie hin und weg, weil er tatsächlich mit mir frühstücken gehen will. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, hab ich viel zu lange gebraucht, um den Mut aufzubringen, ihn zu fragen, und ich war mir sicher, dass er bereits gegessen hat. Aber, nein. Er wird mich hier treffen und wir frühstücken zusammen. Wenn ich heute meine Karten richtig ausspiele, werden wir vielleicht auch noch ganz andere Dinge tun.

»Du scheinst in Gedanken versunken zu sein«, sagt Bennett hinter mir.

Ich drehe mich um und sehe ihn an. Er sieht frisch geduscht aus mit seinem dunklen Haar, das noch ganz feucht ist. Der Gedanke an Bennett, über dessen Körper Wasser perlt, eingehüllt in den heißen Dampf einer Dusche, ist einfach … »Ja«, sage ich, meine Stimme schnurrt praktisch. »In sehr tiefen Gedanken.«

Er lacht. »Du bist unverbesserlich.«

Ich zeige ihm ein verlegenes Lächeln. »Schuldig. Sag mir, dass es dir gefällt.«

»Ich bin … nicht ganz dagegen. Es hat einen gewissen Reiz, vor allem, weil es mir bisher so gutgetan hat.«

Heißt das, dass er es … ähm … wiederholen will? »Was frühstückst du normalerweise?«, frage ich ihn und suche nach einem Gesprächsthema, bei dem die Vorderseite meiner Jeans nicht belastet wird.

Er stellt sich vor mich, damit ich meinen Nacken nicht so sehr drehen muss, um ihn anzusehen, und zuckt dabei mit den Schultern. »Ich trinke Kaffee. Wenn mir danach ist, nehme ich manchmal einen Bagel von Starbucks. Einfache Sachen. Mein Job hält mich tagsüber normalerweise auf Trab.«

»Aber jetzt bist du nicht beschäftigt«, witzle ich.

Er lächelt mich an, der Schwung seiner Lippen ist lässig und so sexy. »Nein, noch nicht.«

Scheiße.

»Du Wichser.« Ich grinse. »Ich bin wirklich versucht, das Frühstück abzublasen, aber ich bin ziemlich hungrig, und du bist es sicher auch. Es sah aus, als habest du gestern dein Abendessen kaum angerührt.«

Eine Augenbraue hebt sich kaum wahrnehmbar. »Das hast du bemerkt?«

»Ich arbeite mit Lebensmitteln, also bemerke ich immer, wenn jemand sein Essen nicht aufisst.«

Wieder liegt Überraschung in seinem Ausdruck. Wir kamen nie dazu, darüber zu sprechen, was ich beruflich mache. »Darf ich fragen, was du machst?«

»Nein. Du hattest mein Sperma am ganzen Körper, aber zu wissen, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene, geht zu weit, Bennie.« Ich mache eine Pause und wiederhole innerlich die Worte, die ich gerade gesagt habe. »Oh, Scheiße. Ich wollte das nicht laut sagen.« Ich schaue mich um, um zu sehen, ob jemand unser Gespräch belauscht hat. Im Moment sind nicht sehr viele Leute in der Lobby und ein Paar mittleren Alters, das wenige Meter von uns entfernt sitzt, ist mit seinen eigenen Sachen beschäftigt und scheint sich nicht um das zu kümmern, was wir sagen. Gott sei Dank. »Entschuldigung. Es ist nur irgendwie unmöglich, die letzte Nacht aus meinem Kopf zu kriegen.«

Bennett summt leise, wirft sich in den Sessel gegenüber von meinem und kreuzt ein Bein über dem Knie. »Es macht mir nichts aus«, sagt er und seine dunklen Augen funkeln amüsiert. »Aber vielleicht besser nicht, wenn wir in der Öffentlichkeit sind und nichts dagegen tun können. Dicke Eier sind für niemanden angenehm.«

»Richtig. Also, Frühstück. Was möchtest du essen?«

»Was sind die Optionen?«

»Es gibt jede Menge. Ich habe eine ganze Liste. Mein Freund sagte mir, wir sollten das Basalt ausprobieren, was nicht weit von hier entfernt ist, aber wenn du noch weiter gehen willst, können wir in die Innenstadt von Honolulu fahren und die Restaurants dort ausprobieren. Von da aus ist auch Chinatown zu Fuß erreichbar.«

Bennett kichert. »Ist das grad nicht ein bisschen Klischeedenken?«

»Nee«, sage ich. »Ich mag die chinesische Küche einfach sehr und ich möchte mir auf dieser Reise das Fleisch und die Produkte in den asiatischen Supermärkten in Chinatown ansehen. Hast du denn chinesische Wurzeln?«

»Mein Großvater mütterlicherseits war Chinese, also habe ich ein kleines bisschen in mir, aber hauptsächlich habe ich vietnamesische Wurzeln.«

Ich kann nichts gegen die Aufregung tun, die mir seine Antwort bereitet. »Echt jetzt? Ich liebe vietnamesisches Essen. In meinem letzten Collegejahr bin ich für drei Wochen dorthin gereist, bevor ich zur Kochschule gegangen bin. Die meiste Zeit waren wir in Saigon, aber wir waren auch ein paar Tage in Da Nang.«

»Ich habe immer noch Familie in Saigon. Wir versuchen, ihnen alle zwei Jahre einen Besuch abzustatten, obwohl die Arbeit der letzten Jahre so anstrengend war, dass sie mich davon abgehalten hat, dorthin zu reisen. Ich war noch nie in Da Nang, aber meine Eltern haben mir Bilder von ihren Besuchen dort gezeigt. Es hat sich in den letzten Jahren zu einem großen Touristenziel in Vietnam entwickelt.«

»Ich möchte wirklich wieder dorthin zurück. Das Essen ist einfach etwas anderes.«

»Du bist also Koch.«

»Ja. Äh, ich leite eine Kette von Foodtrucks in Seattle. Im Moment bin ich an dem Punkt, an dem ich die Rezepte entwickle und die Leute ausbilde, und sie führen das eigentliche Tagesgeschäft. Aber im Grunde genommen, ja.«

»Foodtrucks, hm?«, sagt er, als würde er darüber nachdenken. Einen kurzen Augenblick habe ich Angst, dass er mich fragt, warum ich kein eigenes Restaurant habe. Die Leute fragen mich das immer, vor allem, wenn sie erfahren, wer mein Vater ist. Aber, nein. Er grinst mich nur an. »Klingt nach einem tollen Job.«

Ich strahle zurück. »Ja, das ist er. Ich würde ihn für nichts aufgeben. Außer vielleicht für etwas zu essen, jetzt gleich.«

»Ja, tut mir leid, dass ich dich mit all den Fragen abgelenkt habe. Ich bin auch hungrig.«

Die Fragen sind nicht alles, was mich an dir abgelenkt hat.

Ich spreche meinen Gedanken nicht laut aus, hauptsächlich, weil es mittlerweile ziemlich offensichtlich sein sollte. »Nun, dann sollten wir vielleicht auf Einfachheit setzen und beim Basalt essen. Es ist nur etwa fünf Gehminuten von hier entfernt.«

»In Ordnung.« Er setzt sich auf und ich bin hocherfreut, dass ich ihn dabei erwische, wie er ihn subtil zurechtschiebt, bevor er aufsteht. »Geh voran, Jake.«



***



Das Lokal hat eine hippe Bar-Atmosphäre mit Innen- und Außenplätzen an Cafétischen aus poliertem Holz. Ich überfliege die Speisekarte und merke mir all die Dinge, die ich probieren möchte.

»Es gibt diese Holzkohlepfannkuchen, die wirklich lecker sein sollen, wenn man auf süß steht. Sie haben auch French Toast mit Vanille-Orangen-Brioche. Wenn du eher deftige Sachen magst, gibt es auch gebratenen Reis mit Schweinebauch. Hier steht, dass der Avocado-Gartentoast ein beliebtes Frühstück ist.«

Gegenüber von mir lacht Bennett. »Willst du das ganze Menü bestellen?«

Ich zucke mit den Schultern. »Warum nicht? Normalerweise bestelle ich zwei Dinge von der Speisekarte, nur zum Probieren, aber da wir zu zweit sind …«

»Langsam glaube ich, dass du mich nur eingeladen hast, damit du mehr Dinge bestellen kannst.«

Nein, ich habe dich eingeladen, weil ich bei deinem Lachen ein Kribbeln im ganzen Körper spüre.

»Ich habe dich eingeladen, weil du eine gute Gesellschaft bist, und Mahlzeiten sollten immer mit jemand anderes eingenommen werden.«

»Lüg doch nicht«, sagt Bennett mit übertreibendem Tonfall und legt seine Karte auf den Tisch. »Ich bin doch nur ein weiterer hungriger Mund für dich.«

Seine Worte scheinen ihm genau in dem Moment bewusst zu werden, in dem sie mir bewusst werden, denn seine Wangen werden rot und er hustet, dann streckt er die Hand aus, um sein Wasserglas zu greifen, und nimmt einen langen Schluck.

Ich beuge mich vor, senke meine Stimme und grinse ihn anzüglich an. »Wäre das so schlimm? Ich liebe einen hungrigen Mund.«

Er stöhnt und nimmt noch einen Schluck von dem eiskalten Wasser. »Nicht jetzt«, warnt er. Die Hitze in seiner Stimme verrät, dass ihm sein Ausrutscher nicht nur peinlich ist. Er ist genauso erregt wie ich. »Auf diesen Tischen sind keine Tischtücher.«

»Richtig. Und wir müssen herausfinden, was wir bestellen, bevor der Kellner zurückkommt. Wir müssen jetzt essen, um wieder etwas Energie für später zu bekommen.«

»Große Pläne?«

Ich grinse. »Riesige.«

Am Ende überspringen wir den French Toast und bestellen den Schweinebauch mit gebratenem Reis, Avocado-Gartentoast und ein paar der Holzkohlepfannkuchen zum Teilen. Wenn ich nicht schon am Verhungern wäre, hätte mich der Anblick unserer Teller mit dampfenden Speisen dazu gebracht. In Bennetts Augen sehe ich den gleichen Hunger. Ich lächle, mache einen mentalen Screenshot dieses Ausdrucks und hoffe, dass ich ihn dazu bringen kann, ihn mir noch einmal zu zeigen, wenn wir uns weniger auf das Frühstück konzentrieren.

»Mmmh«, stöhnt Bennett, seine Stimme wird tief, leise und orgasmisch. Er schließt die Augen und lächelt, während er kaut. »Das war eine gute Wahl. Das war eine gute Wahl. Wow.«

»Ich muss Devon für den Vorschlag danken.«

Bennett öffnet seine Augen. »Devon?«

»Der Typ, mit dem ich gestern Abend essen war. Wir waren zusammen auf der Kochschule, und er ist der Souschef in einem Restaurant in der Stadt.«

»Ah. Ein Einheimischer. Besuchst du ihn hier?«

Es ist das etwas Vorsichtige an seiner Frage, das mich innehalten lässt. »Oh«, sage ich und bemerke, was er denken muss. Und, ja, ich habe darüber nachgedacht, gestern Abend mit Devon rumzumachen. Aber seinetwegen hierherkommen? Nein. »Ich habe mich aus einer Laune heraus entschieden, nach Hawaii zu fliegen. Ziemlich abrupt. Ich hab es auf Facebook geschrieben, und da wir manchmal miteinander rumgemacht haben, als wir zusammen auf der Schule waren, hat er mich angemacht. Wir waren damals ziemlich eng zusammen, aber nicht …« Ich weiß nicht wirklich, wie ich es erklären soll. Wie sagt man jemandem, dass man im Moment lieber mit ihm als mit jemand anderes zusammen sein möchte, ohne dass es zu viel ist?

Zum Glück rettet mich Bennett vor mir selbst. »Ich war nur neugierig. Er schien sich ziemlich gut mit dem Barkeeper zu verstehen und da hab ich mich das gefragt.«

»Ich hoffe, er hat den Kerl mit nach Hause genommen. Ich habe ein schlechtes Gewissen, dass ich ihn im Stich gelassen habe, aber ich wollte unbedingt mit dir reden.« So. Hab es gesagt. Jetzt kann ich es nicht mehr zurücknehmen.

Das Lächeln, das Bennett mir schenkt, ist beruhigend. »Ich drücke ihm die Daumen.«




Bennett


Nach dem Frühstück lassen wir uns Zeit, um zum Hotel zurückzukehren. Die Straßen von Waikiki sind zu dieser Tageszeit überfüllt und Jake und ich müssen ziemlich nahe beieinander gehen, damit wir nicht getrennt werden.

»Lass uns nachsehen, was es dort gibt«, sagt Jake und zeigt auf einen kleinen Stand am Straßenrand, der offenbar ausschließlich Blumenkränze verkauft. Da es nur noch eine Woche bis Weihnachten ist, sind ein paar von ihnen mit etwas geschmückt, das aussieht wie Weihnachtssterne aus Plastik. Als wir näher kommen, sehe ich auch ein paar Weihnachtskränze an der Seite. »Diese Kränze sind wunderschön«, meint Jake und grinst. »Ich werde einen kaufen.«

»Du bist ein impulsiver Kerl, was?«

»Wie kann man nicht total auf einen Kranz stehen, auf dem kleine Plastikananas drauf sind?« Er dreht ihn um, damit ich ihn sehen kann, und ich muss zugeben, dass er unglaublich niedlich ist.

»Nimmst du ihn mit nach Hause und hängst ihn auf?«

»Ja, in meinem Hotelzimmer. Willst du auch einen? Sagtest du nicht, du bleibst bis Weihnachten hier?«

»Das weiß ich noch nicht«, erwidere ich. »Ich wollte bis nach Weihnachten bleiben, als ich noch dachte, dass ich mit Pearl hier sein werde, aber ich habe Weihnachten immer mit der Familie verbracht. Dieses Jahr wird es ohne sie hier einsam sein.«

»Du könntest deinen Rückflug umbuchen«, schlägt Jake vor. Bilde ich mir das nur ein oder sieht Jake ein wenig enttäuscht bei der Aussicht auf meine vorzeitige Abreise aus?

»Wie lange bleibst du denn?«

»Ich habe keinen konkreten Plan. Ich habe ein einfaches Flugticket gekauft und bin einfach losgeflogen. So reise ich normalerweise, wenn ich mich auf ein Food-Adventure begebe.«

Ich lächle. »Food-Adventure, was? Wird das nicht teuer? Unbestimmte Lebensmittelsuchmissionen?«

Er lacht. »Ja. Aber ich habe etwas Geld für so was gespart. Das ist schon in Ordnung. Also, soll ich dir einen Kranz kaufen? Die Hotelzimmer sind nicht gerade festlich.«

Ich denke an den riesigen, leeren Raum der Honeymoon-Suite und daran, dass es sich anfühlt, als ob alles widerhallt, wenn ich herumlaufe. »Ich werde einen kaufen.« Ich möchte den gleichen Kranz wie Jake, aber es gibt keinen mehr mit den kleinen goldenen Ananas. Alle anderen Kränze sind gewöhnliche mit roten Stechpalmenbeeren und Schleifen. Wir gehen weiter zum nächsten Laden und dann zum nächsten, und schon bald haben wir die Geschäfte in drei Straßen erkundet.

»Wir sollten wahrscheinlich zurückgehen, wenn wir zu Mittag essen wollen. Oder vielleicht einfach irgendwo hier in der Gegend. Falls du keine Pläne fürs Mittagessen hast.«

»Jake. Ich sollte zusammen mit meiner Ex hier sein, die immer noch zu Hause in Bellingham ist. Ich habe keine Pläne.«

Er grinst und legt mir schwungvoll einen Arm um die Schultern. »Dann bleib einfach bei mir, Bennie. Ich werde dafür sorgen, dass du gut genährt bist und in Freude schwimmst.«



***



Wir sind immer noch zu satt für eine große Mahlzeit, also beschließen wir, den Rückweg zum Hotel anzutreten und leere Nebenstraßen zu nehmen, damit es einfacher ist, während des Spaziergangs ein Gespräch zu führen.

»Wolltest du schon immer Koch werden?«

Jakes Tempo verlangsamt sich für einen Moment, sein Kopf neigt sich zum Himmel, als er über seine Antwort nachdenkt. »Ich weiß es nicht. Es ist schwierig, den genauen Moment zu benennen, in dem ich wusste, dass ich mit Lebensmitteln arbeiten will. Mein Vater ist ein ziemlich berühmter Chefkoch und mein Großvater ebenso vor ihm, also fand ich irgendwie ganz natürlich auf diesen Weg.«

»Du stammst also aus einer Familie von Köchen?«

»Ja. Mein Vater war das einzige Kind und mein Opa hat ihm sein Restaurant vererbt. Während ich also aufwuchs, gab es eine ganze Menge Pläne für mich, in ihre Fußstapfen zu treten und das Familienrestaurant zu übernehmen.«

»Aber jetzt leitest du Foodtrucks.«

»Die Restaurantsache war einfach nichts für mich. Aber selbst wenn ich meinen eigenen Laden eröffnen würde, will ich, dass es mein Ding ist. Ich will keine Tradition aufrechterhalten oder den Familiennamen weiterführen. Ich will nicht, dass meine Kreativität durch all die Dinge erstickt wird, die jeder vor mir richtig oder falsch gemacht hat.« Er lacht wieder. »Mein Gott, ich klinge wie ein Trottel.«

»Das tust du nicht. Du klingst wie jemand, der weiß, was er will, und sich nicht mit etwas anderem zufriedengibt«, sage ich. Ich bin neugierig auf die Sache mit dem Restaurant und warum Jakes Blick plötzlich so hart wurde, als er es erwähnte, aber das Wort Familienname lenkt mich ab. Es erinnert mich daran, dass meine Eltern sich darauf gefreut haben, dass ich heirate und eine Familie gründe. Und jetzt muss ich ihnen sagen, dass das nicht passieren wird, zumindest nicht in nächster Zeit.

»Und was ist mit dir? Wolltest du schon immer Anwalt werden?«

»Nein. Es war etwas, in das ich irgendwie hineingeschlittert bin. Ursprünglich wollte ich ins Marketing gehen, wofür man einen Wirtschaftsrechtskurs belegen muss. Ich belegte ihn und war fasziniert von der Art und Weise, wie Recht funktioniert. Es half mir, dass mein Juraprofessor ein ultra charismatischer Typ war, der alles faszinierend gemacht hat. In diesem Semester habe ich das Hauptfach gewechselt.«

»Ach, du warst in den Typen verknallt?«

So habe ich das nie gesehen, aber wenn ich jetzt darauf zurückblicke, muss ich zugeben, dass ich es wahrscheinlich war. Ich musste es gewesen sein, denn ich habe jedes Wort, das er gesagt hat, behalten, wie ich es während meiner gesamten Studienzeit getan habe. »Er war mein akademischer Berater, als ich meinen Juraabschluss gemacht habe.«

Jake grinst mich an. »Ist es falsch, zu sagen, dass ich alle möglichen Bilder in meinem Kopf habe, wie du dich über einen Schreibtisch beugst und von einem Daddy-Professor genagelt wirst?«

Nun, jetzt blitzt dieses Bild in meinem Kopf auf, und obwohl ich noch nie „genagelt“ worden bin, ist die Idee nicht so unattraktiv, wie ich gedacht habe. Ich halte die Einkaufstasche in meiner Hand so, dass sie meinen Schritt bedeckt, weil ich plötzlich erregt bin. Ich kichere, als ich sehe, dass Jake dasselbe tut. »Du bist ein schlechter Einfluss«, sage ich zu ihm.

»Oder ein wirklich, wirklich großartiger. Verdammt! Das will ich wirklich sehen. Du über einen Schreibtisch gebeugt.«

Mein Herz schlägt hart in meiner Brust. Das ist verrückt. Ich kenne den Kerl kaum, und ich hatte seinen Schwanz im Mund. Und jetzt … »Ich habe einen Schreibtisch in meiner Hotelsuite. Und einen Jacuzzi.«

»Wir sollten uns beeilen und zurückgehen. Ich hoffe, du bist nicht mehr hungrig. Ich glaube, dass ich dich für eine Weile nicht mehr aus deiner Suite lasse.«

Ich beschleunige meine Schritte, um mit Jakes Schritt zu halten. »Du hast gesagt, du hast große Pläne mit mir.« Gott, ich weiß nicht, ob ich deswegen nervös oder aufgeregt bin.

Wir schaffen es in Rekordzeit ins Hotel und ich schaffe es, meinen Schwanz so zu beruhigen, dass das Betreten der Lobby und das Warten auf den Aufzug, der uns auf mein Zimmer bringt, keine exhibitionistische Zurschaustellung wird. Meine Erregung brennt dennoch unter der Oberfläche. Während wir mit dem Aufzug nach oben fahren, wundere ich mich über die schiere Intensität der sexuellen Spannung, die in dem kleinen Raum zwischen uns knistert.

Schließlich schaffen wir es, in meine Suite zu gelangen, und ich schließe sie schnell auf, begierig, Jake bei der Ausführung seiner Pläne zu helfen.

Jake tritt dicht hinter mich und beugt sich vor. Seine Hüften berühren meine, als er mir ins Ohr flüstert. »Wo ist dieser Schreibtisch?«, fragt er mit einer lustvoll-rauen Stimme, die mich sofort wieder vollkommen hart werden lässt.

Ich führe ihn durch den kurzen Flur in das Schlafzimmer, wo in einer Ecke ein kleiner Schreibtisch steht. Als ich mich umdrehe, ist sein Shirt bereits ausgezogen und seine Jeans geöffnet. Ich ziehe mein Shirt ebenfalls aus und lasse es auf den Boden fallen, bevor ich meine Hose aufknöpfe.

Er hält mich mit einer Hand an meinem Arm auf. »Nein, lass mich.« Er zieht mich wieder zu sich, bis unsere Körper aneinandergeschmiegt sind und ich spüre, wie sein Schwanz an meinem Hintern reibt. Kleidungsschichten trennen uns, aber ich erinnere mich noch immer an die Wärme dieses Schwanzes und wie er sich in meinen Händen und in meinem Mund angefühlt hat. Ich schlucke und schaue hinunter bis zu der Stelle, an der Jakes Hände um mich herum gehuscht sind. Seine Finger öffnen flink Knopf und Reißverschluss, die meine Hose halten. Er schiebt sie zusammen mit meiner Unterwäsche mit einem schnellen Ruck nach unten und befreit so meinen Schwanz.

Ich stöhne, als sich seine Hand um mich legt und den Schaft pumpt. Er geht ran, nimmt mich mit, wobei sein heißer Schwanz auf meinem nackten Arsch reibt. Er legt seine freie Hand flachgedrückt gegen die Mitte meines Rückens und schiebt. Ich keuche, während ich mich über den Schreibtisch beuge. Mit den Händen stütze ich mich auf der polierten Holzoberfläche ab.

Jake bewegt die Hüften, sein Schwanz gleitet gegen meine frei liegende Ritze. »Scheiße, Bennie. Du siehst … Gott, du siehst aus wie eine verkommene Hure, die sich so für mich bückt.«

Ich wäre beleidigt, wenn er es mit seiner schmeichelhaft-wackligen Stimme nicht so sagen würde, als meine er eigentlich Engel statt Hure. Jede Antwort, die ich auf seine Bemerkung geben könnte, wird durch den plötzlichen Ausbruch des Gefühls übermannt, als ein Finger über mein Loch reibt. »Jake.«

»Hast du dich hier schon einmal berührt, Bennie?«, fragt er und streichelt meinen Schwanz immer noch mit seiner linken Hand. Sein Finger drückt tiefer, ein leichtes, nicht unangenehmes Brennen geht durch mich hindurch.

»Mit meinen Fingern unter der Dusche«, gebe ich zu. »Aber schon seit Jahren nicht mehr. Ich habe nie … Ich habe nie mehr als einen genommen.« Ich hatte noch nie etwas Dickeres als das in meinem Hintern. Ein Schauder der Vorfreude durchfährt mich, als ich merke, dass ich das bald erfahren werde. Bald könnte ich Jakes Schwanz haben, falls ich nicht zulasse, dass meine Sorge mir in die Quere kommt.

Er reibt weiter über mein trockenes Loch und summt leise, während er die Länge seines Schwanzes gegen eine meiner Arschbacken drückt. »Ja, es sieht nach einem engen Loch aus. Ich muss es langsam bearbeiten, um meinen Schwanz reinzubekommen.«

Noch ein Schauder. Ich spüre die Gänsehaut, die sich bei seinen Worten auf meiner Haut bildet und überall kribbelt, wo er mich berührt, vor allem an meinem Loch. »Ich will es.«

Er reibt mich wieder, seine Hüften stoßen gegen mich, seine Hand strafft sich um meinen Schwanz. »Ja, du willst es. Und du wirst es bekommen. Aber nicht jetzt.« Seine Stimme hat nur einen leichten Anflug von Verzweiflung. »Ich kann nicht langsam machen, wenn wir uns den ganzen Tag darüber unterhalten haben.«

»Ach, haben wir das?« Ich krächze so trocken wie möglich, während er mich weiter berührt.

Jake belohnt mich mit einem weiteren Druck seines Fingers. Die Spitze rutscht hinein, die Berührung brennt und lässt mich einen scharfen Schrei ausstoßen. »Ja, das haben wir. Wir treten also erst mal einen Schritt zurück und später«, er dreht seinen Finger und entlockt mir so mehr Geräusche, »nehme ich mir vielleicht dieses Loch vor und mache es zu meinem.«




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