Reif trifft jung | Erotische Geschichten
Holly Rose


Erotik Geschichten
Dieses E-Book entspricht 184 Taschenbuchseiten …

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Was macht die Faszination aus, wenn Jung auf Alt trifft? Wenn ein unverbrauchter schöner Frauenkörper, Naivität und Leichtigkeit sich mit Erfahrung, Reife und Dominanz vereinen? In den Kurzgeschichten dieses Buches finden sich erotische Geschichten zwischen jungen Frauen und Männern, die Sex in allen Facetten kennen und lieben. Lassen Sie sich entführen auf mondäne Jachten, in königliche Gemächer oder abgeschlossene Behandlungszimmer …

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Diese Ausgabe ist vollständig, unzensiert und enthält keine gekürzten erotischen Szenen.







Impressum:

Reif trifft jung | Erotische Geschichten

von Holly Rose



Ihr Name mag an eine »heilige Rose« erinnern, doch das entspricht absolut nicht Hollys Naturell. Sie ist mit ihren 24 Jahren sehr an Sexualität und sämtlichen Spielarten, die es in diesem Bereich gibt, interessiert. Entdeckt hat Holly ihre Lust bereits im zarten Alter von 13. Allerdings konnte sie zu diesem Zeitpunkt ihr Begehren noch nicht voll ausleben, da die Jungs in ihrem Alter in dieser Hinsicht nichts mit ihr anzufangen wussten. Mit 16 Jahren kam sie mit einem fünf Jahre älteren Mann zusammen und konnte mit ihm endlich ihre sexuelle Leidenschaft ausleben. Sie gab sich mehreren Männern und ebenso Frauen hin. Die Sexintensität reichte von zartem Blümchensex bis zu harten Schlägen der Lust. Um all ihre erregenden Erlebnisse nicht zu vergessen, begann sie, diese aufzuschreiben. Mit ihren Geschichten möchte sie andere sexinteressierte Menschen ermutigen, ihre Gedanken und Wünsche auszuleben, um sich dabei selbst zu entdecken.



Lektorat: Jasmin Ferber



Originalausgabe

© 2019 by blue panther books, Hamburg



All rights reserved



Cover: Anna Demianenko @ shutterstock.com

Umschlaggestaltung: MT Design



ISBN 9783964773807

www.blue-panther-books.de


Der geile junge Surfer

Es war mal wieder so weit. Sylt lud zum Windsurf-Worldcup ein – der wie jedes Jahr Ende September stattfand. Es war eines der absoluten Mega-Events, die diese Insel zu bieten hatte, und ich freute mich jedes Jahr aufs Neue darauf.

Ich bin Peggy Mitchell, bin achtundvierzig Jahre alt und war verheiratet mit einem Medienmogul, der im letzten Jahr leider von mir gegangen ist. Meine Trauer hielt sich allerdings in Grenzen, wusste ich doch, dass er mich mit einem jungen Ding betrogen hatte, das gerade mal achtzehn Jahre alt war. Sei’s drum, jetzt habe ich unser Haus in Morsum für mich allein und kann darin schalten und walten, wie ich es möchte, und brauche mir keine dummen Reden mehr anzuhören. Ich beginne gerade, mein Leben neu zu genießen, und dafür bin ich sogar bereit, den ein oder anderen Euro springen zu lassen.

Ich fahre mit dem Auto gen Westerland, will nachschauen, wie weit die Aufbauarbeiten für den Event gediehen sind, denn auch unsere Firma beteiligt sich an den Kosten dafür. Die Welt zu Gast auf Sylt. Die besten Windsurfer messen sich in verschiedenen Disziplinen, und die Nordseewellen peitschen sie voran. Wer reitet die perfekte Welle – wer ist der Publikumsmagnet schlechthin?

Es ist eine nie enden wollende Erfolgsgeschichte, die Sylt nun schon über Jahre hinweg die Nachsaison versüßt. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass diese Sahneschnittchen, die sich da miteinander messen, echte Hingucker sind. Die jungen, durchtrainierten Körper der Windsurfer lassen so manche Frauenmöse feucht werden, da geht dann abends schon mal die Post ab.

Auch ich zähle mich längst noch nicht zum alten Eisen, obwohl mein Mann mir das gern suggerieren wollte. Wenn man nur die äußere Hülle betrachtete, hatte er vielleicht sogar recht, sah man allerdings das, was sich dahinter verbarg, konnte ich heute über seine Hasstiraden nur noch müde lächeln. Noch vor einem halben Jahr hätte ich geheult wie ein Schlosshund, doch ich hatte gelernt, mich genau so anzunehmen, wie ich bin – und seitdem fehlt es mir auch nicht an One-Night-Stands. Mehr soll es gar nicht mehr sein. In diesem Jahr plane ich nicht viel für den Weltcup. Oftmals war ich jede Nacht auf irgendwelchen Partys zu Gast, doch in diesem Jahr steht mir einfach noch nicht der Sinn danach.

Natürlich werde ich mir die verschiedenen Disziplinen – Wave, Freestyle und Slalom – anschauen, werde mich über spektakuläre Drehungen, halsbrecherische Sprünge und unbeschwerte Lebenslust freuen und natürlich das eine oder andere Gläschen Schampus genießen.

Seitdem mein Mann verstorben ist, habe ich so einiges für mein Selbstbewusstsein getan und mir eine Existenz aufgebaut. Ich verdiene mein Geld mit Dessous – doch heute, wo überall auf Nachhaltigkeit gesetzt wird, bin ich auch neue Wege gegangen und habe in Hamburg einen Wäschestore eröffnet, der genau diesen Trend berücksichtigt. Immer noch sexy Wäsche, aber den Zeitgeist treffend, aus Materialien, die aus der Natur kommen. Zugegeben, auch mich musste man erst überzeugen, dass auch dieses durchaus sexy wirken kann – daher verstehe ich es, wenn Sie jetzt die Augenbrauen hochziehen.

Aber das steht gar nicht auf dem Tapet. Es geht mir gut – ich bin versorgt (auch wenn ich das früher schon war), und im Moment vergnüge ich mich damit, die High Society zu beobachten, die dieser Tage mit ihren Learjets einfliegt, sich das Spektakel einen Tag lang anschaut und dann sofort wieder entschwindet. Nizza, Cannes oder auch Moskau rufen. Gesehen und bestaunt werden – und dann wieder ab durch die Mitte. Diese Promis sind mir echt ein Dorn im Auge, denn sie werden meine Insel nie wirklich kennenlernen. Ruhe und Beschaulichkeit sind denen doch völlig fremd.

***

Mittlerweile bin in Westerland angekommen, gehe die Fußgängerzone hinunter zum Brandenburger Strand, halte kurz an der Promenade bei dem Musikpavillon inne und schaue über die Brüstung hinunter zum Meer. Oh ja, das sieht schon ziemlich gut aus.

Die Fahnen der unterschiedlichen Aussteller flattern im Wind. Weiße Zelte entlang des gesamten Strandabschnitts sorgen für mediterranes Flair, und auch die ersten Surfer sind bereits auf ihren Boards unterwegs und üben sich ein.

Hauptsache, der Wind spielt dieses Jahr mit. Was leider nicht immer der Fall ist – oft plagte die Surfer das Pech, dass absolute Windflaute herrschte – ein Chaos für jeden, der die Wellen reiten möchte. Denn sie kommen aus aller Herren Länder hierher – man misst sich auf sehr hohem Niveau.

Ich gehe die Treppe hinunter an den Strand, schaue, wo unser Stand zu finden ist. Also strategisch wichtige Orte stelle ich mir doch etwas anders vor. Er wird verdeckt von einem anderen Aussteller, der Mützen und Schals verkauft. Doch ich denke, anhand der Ausstellerverzeichnisse, die hier ausgelegt sind, wird man uns schon finden. Noch drei Tage, dann steppt hier der Bär, und die Elite der Windsurfer zeigt einmal mehr ihr Können.

Gerade will ich meine Mütze etwas weiter ins Gesicht ziehen, da der Wind doch ganz ordentlich pfeift, da spricht mich ein junger Kerl von vielleicht fünfundzwanzig Jahren an.

»Hallo, mein Name ist Johnny, ich komme aus Australien – wie heißt du?«

Ich schaue mir diesen Johnny sehr genau an. Braun gebrannt, knackig und überaus appetitlich anzusehen, kommt er wirklich niedlich rüber – doch natürlich ist er viel zu jung für mich. Was soll ich denn mit so einem Typen! Der Altersunterschied beträgt locker zwanzig Jahre. Das grenzt ja fast an … Nein, wirklich, Peggy, ermahne ich mich, bleib mal schön auf dem Teppich, der ist nun wirklich nicht mehr deine Kragenweite.

Robert mit seinen dreiundvierzigJahren ist okay. Horst ist zweiundsechzig, aber noch gut dabei – und dieser Johnny … obwohl?

»Ich heiße Peggy und könnte gut und gern deine Mutter sein, Kleiner«, rutscht es mir nicht gerade freundlich über die Lippen. »Verdammt, muss ich denn aber auch immer so ein vorlautes Mundwerk haben«, ermahne ich mich selbst.

»Das lass mal meine Sorge sein«, meint Johnny und grinst leicht. »Ich meine, ob du meine Mutter sein kannst. Bestimmt nicht immer noch das Herz, was man für einen Menschen fühlt? Du, süße Peggy, bringst mein Herz gerade völlig aus dem Takt. Ich beobachte dich, seit du auf der Promenade herumläufst. Du hast gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd, sagt man das so?«

»So, so … ein Honigkuchenpferd also«, erwidere ich und grinse leicht spöttisch. »Mein lieber Johnny, ich bin gewiss nicht deine Baustelle! Geh mal lieber zu den Partygirls – die sind sicherlich schon echt scharf auf dich.«

Johnny zieht einen Flunsch.

»So kann man aber auch potenzielle Lover vergraulen«, meint er, »gib einem doch wenigstens eine Chance! Ich weiß zwar nicht, wie alt du bist, es interessiert mich auch gerade einen Dreck – sagt das man so bei euch in Deutschland? Ich bemerke nur, dass ich liebend gern alles über dich erfahren möchte, okay?«

Innerlich streife ich bereits meine Ritterrüstung über. »Ihr Australier seid schon ein komisches Völkchen. Was ihr haben wollt, nehmt ihr euch – oder wie? Ich denke, du bist Surfer, musst du nicht raus aufs Wasser?«, frage ich vorsichtig nach.

»Oh, wir sind gerade erst angekommen, ich habe bereits das Wasser getestet …«

Bevor er weiterredete, stoppe ich ihn.

»Johnny, ich weiß, wie viel Nationen hier an den Start gehen, und ich weiß auch, dass das ein verdammt harter Wettkampf ist. Ich bin nicht zum ersten Mal dabei …« Gott, wie überheblich das nun wieder klingt … Und ehe ich wieder irgendeinen Mist von mir gebe, frage ich ihn einfach, ob er nicht Lust hat, heute Abend mein Gast zu sein. Ich schreibe Johnny meine Adresse auf, gebe ihm vorsichtshalber noch meine Handynummer und rechne nicht wirklich damit, dass er bei mir aufläuft. Doch im Augenblick möchte ich ihn nur von der Backe haben, was mir dadurch auch gelingt.

Und so begebe ich mich weiter auf Sightseeingtour. Schaue mir die Bretter an, erstehe die ein oder andere Eintrittskarte für ein Event (etwas Ablenkung tut gut – zu viel davon wäre mir momentan jedoch nicht recht) und fahre danach wieder zurück nach Morsum. In diesem verschlafenen Inseldorf kriegt man so gut wie nichts von dem Worldcup mit. Wenn überhaupt, dann in Form der vielen zusätzlichen Shuttles die über den Hindenburgdamm donnern.

***

Als die Zeiger der Uhr auf neunzehn Uhr zusteuern, richte ich mich doch etwas her. Zuvor habe ich bei dem Catering-Service meines Vertrauens ein kleines Abendessen für zwei geordert, welches um halb acht geliefert werden sollte. Dazu zwei Flaschen Moët, und das soll’s dann auch gewesen sein.

Mich extra sexy zu präsentieren, danach steht mir nun wahrlich nicht der Sinn. Ich werde diesem Johnny meine Terrasse anbieten, wir werden nett zu Abend essen … wenn er denn überhaupt kommt.

Nachdem ich ein Bad genommen, und mich mit einer zart duftenden Lotion eingeölt habe, streife ich mein Lieblingskleid über – auf Unterwäsche verzichte ich gänzlich, auch diese Version finde ich durchaus erotisch.

Auf Schuhe verzichte ich ebenfalls, und meine Hündin Claire ermahne ich ausdrücklich, unserem Gast nicht an die Wäsche zu gehen. Sie ist noch sehr jung und verspielt und beißt gern in alles hinein, was sich bewegt. Dazu gehören schon mal die Hosenbeine der männlichen Zunft, was nicht immer gern gesehen wird.

Und Johnny kommt tatsächlich. Erst der Catering-Service, und dann steht ein echt lässig, aber stilvoll gekleideter Typ vor mir, den ich erst auf den zweiten Blick wiedererkenne.

»Hätte nicht gedacht, dass du Weg nach Morsum findest«, sage ich, ehrlich überrascht.

Und Johnny lacht. »Schon klar. Würdest du mich besser kennen, wüsstest du, dass ich nicht locker lasse. Was ich mir in den Kopf setze, pflege ich durchzuboxen.«

Er schnalzt mit der Zunge. »Du siehst echt lecker aus? Deine Bude? Oder gehört sie einem Lover von dir?«, fragt er und sieht sich um.

»Nee, ist schon meine Bude«, gehe ich auf seinen lockeren Ton ein. »Ist das, was mein Mann mir hinterlassen hat, als er von dieser Welt schied – war echt nicht schade um ihn, er hat mich sowieso nur betrogen. Und meine Lover«, sollte die Frage auch noch kommen, »liegen bereits im Bett und pflegen ihre Arthritis«, ergänze ich mit einem Grinsen im Gesicht.

Johnny lacht. »Das nenn ich doch mal gut gekontert. Das Haus ist ein wahres Schmuckstück. Wie viel würdest du dafür bekommen, wenn du verkaufen würdest?«

»Da ich nie die Absicht haben werde, dieses Kleinod zu verkaufen, kenne ich natürlich nicht den Markwert.« Doch um Johnnys Frage zu beantworten, fasele ich irgendetwas von einer zweistellige Millionenhöhe, was wohl hinkommen mag, denn immerhin befinden wir uns in unmittelbarer Nähe des Morsum Kliffs, und das ist ein echtes Highlight auf der Insel.

Johnny, war er denn überrascht, zeigt sich relativ unbeeindruckt. »Sylt ist zwar teuer – aber immer wieder eine Reise wert. Hättest du Lust mir ein wenig Insiderwissen zu vermitteln?«

»Hör zu, Johnny«, entgegne ich, »du bist hier, weil ich dich blöderweise eingeladen habe. Du willst mich sehen, okay, hier bin ich! Ich bin gerade achtundvierzig Jahre alt geworden – und du – lass mich raten, bist irgendwo Mitte zwanzig angesiedelt. Wir zwei passen nicht zueinander. Also, was willst du wirklich hier?«

»Was stellst du denn da für bescheuerte Thesen auf, Peggy! Das stimmt doch alles gar nicht. Natürlich will ich dich und keine andere.«

Langsam werde ich sauer.

»Wie oft willst du es eigentlich noch hören, Johnny! Ihr Surfer genießt keinen guten Ruf bei den Insulanern – seid Hans Dampfs in allen Gassen, benutzt die Mädchen für ein, zwei Tage und entsorgt sie wie Müll. Genau so würde es doch auch mir ergehen. Sorry, nicht mehr meine Welt. Das muss ich mir nicht antun. Aus dem Alter bin ich nun wirklich raus.«

Johnny kommt zu mir, küsst mich auf den Mund und sagt: »Halt doch einfach mal deine Klappe. Weißt du eigentlich, wie scharf ich auf dich bin. Seitdem ich dich das erste Mal gesehen habe, ist das bereits der Fall. Dein Gang – supersexy. Deine Augen, einfach atemberaubend. Deine Figur, so herrlich fraulich. Und sag mir jetzt bitte nicht, das stimmt alles nicht. Schere bitte nicht alle Surfer über einen Kamm, okay!« Johnny schaut mich ernst an. »Mein Vater hat eine große Schafsfarm in Australien, ich werde sie eines Tages übernehmen. Dazu brauche ich Geld. Viel Geld, Peggy – und dafür bin nach Sylt gekommen, um mir das Preisgeld von hundertundzwanzigtausend Euro zu sichern! Könnte ich wirklich gut als Einstieg gebrauchen. Ich bin kein Typ, der sinnlos Frauen vernascht.«

Ich sage erst mal gar nichts, lasse das sacken, was er gerade gesagt hat. »Ein Schafzüchter, also, so, so … Und wie kommt der ausgerechnet zum Surfen?«, frage ich ihn.

»Tja«, erwidert Johnny, »kann es wirklich deiner Aufmerksamkeit entgangen sein, dass wir auch über große Flächen Wassers verfügen?« Ich schlucke schwer, als er fortfährt: »Wir Australier kommen zwar vom anderen Ende der Welt, aber deshalb sind wir noch lange nicht dumm. Unterschätz mich nicht, Peggy.«

Ich atme tief durch.

»Sorry, tut mir leid. Wollen wir nicht erst einmal etwas essen, bevor ich dir weiter vorpredige, dass es mit uns einfach nicht funktionieren kann. Johnny, ich bin einfach zu alt für dich. Du tust dir da selbst nichts Gutes.«

»Sagt wer? Ob ich mir etwas Gutes tue, bestimme ich noch immer selbst. Aber meinetwegen, lass uns zu Abend essen.«

Das verschafft mir erst einmal Zeit, mich zu sammeln. Nur fürs Protokoll – selten habe ich so einen beharrlichen Lover kennengelernt wie diesen hier.

Er scheint beleidigt, dass ich laufend seine Jugend in die Waagschale werfe – also sage ich erst einmal nichts mehr und gehe mir die Hände waschen.

***

Das Catering hat mal wieder ganze Arbeit geleistet, und als Johnny die Köchin lobt, sage ich: »Ich gebe es gern an den Catering-Service weiter.«

»Aber den Champagner, den hast du schon selbst gekauft«, fragte er vorsichtig nach.

Auch da muss ihn leider schmählichst enttäuschen. »No, Sir! Ich bin eine hundsmiserable Köchin und seitdem ich allein lebe, eine noch hundsmiserablere Gastgeberin. Tut mir leid, ich bin nicht perfekt. Nur mein Hund versteht mich derzeitig gerade noch so.«

Ich schaue mich um. Wo ist die Kleine überhaupt? Madame lässt mich komplett hängen, hat sich in ihr Körbchen verkrochen und macht auch keine Anstalten, daraus hervorzukommen.

»Verräterin?«, fauche ich sie leise an, und sie blinzelt gelangweilt.

Unwillkürlich muss ich lachen und Johnny meint: »Oh, harte Schale, weicher Kern. Ja, so ein Hund macht schon was mit einem. Peggy, du bist wunderschön. Wenn du es mir erlauben würdest, würde ich es dir gern beweisen. Ich warne dich, ich kann da überaus beharrlich sein!«

»Oh, das kann ich auch. Aber ich bin gar nicht besonders erpicht darauf! Was hat dich eigentlich so angefixt, dass du angeblich nicht mehr ohne mich sein kannst?«

»Alles!« Johnny sieht mich an. »Dein golden schimmerndes Haar. Deine Gepflegtheit, dein Gang – einfach alles, Süße. Ich bin dermaßen geflasht, dass ich augenblicklich alles um mich herum vergessen habe. Peggy, du bist für mich echt ein wahr gewordener Traum. Ein Traum, den ich schon sehr lange träume – nämlich den, mit einer Frau zusammen zu sein, die ich wirklich lieben kann – das Alter, das ist wirklich so was von nebensächlich dabei.«

»Ich bitte dich Johnny, das geht nun aber doch ein bisschen zu weit. Du kennst mich doch überhaupt nicht! Du erzählst hier einen Stuss! Und ich soll das alles schlucken? Dein Vater mag ja Schäfer sein und du ein begnadeter Surfer, der dicke Preisgelder kassiert – wer weiß, vielleicht bist du aber auch nur ein armseliger Hochstapler. Ist gerade Hochsaison dafür.«

»So siehst du mich also! Machst dich lustig über mich …« Plötzlich wirkt er unglaublich traurig. »Wenn du das willst, gehe ich. Dann suche ich mir eben eine andere reife Frucht. Verdammt, kapier es doch endlich – ich kann nur mit älteren Frauen schlafen. Ich habe es doch probiert mit diesen High-Society-Gänsen. Die sind wirklich ziemlich krass drauf. Also sei kein Frosch, lass es uns wenigstens probieren, gib uns wenigstens diese eine Chance, verdammt noch mal!«

Ich gerate ins Trudeln. Meint er das jetzt ernst, oder sucht er nur eine billige Bleibe? Ich weiß, dass ich noch ziemlich platt bin, von dem, was mich ereilt hat. Vielleicht bin ich ja tatsächlich ungerecht. Mag ja sein, aber ich kann Johnny immer noch nicht ganz abnehmen, dass ich die Frau seiner Träume sein soll.

»Okay«, lenke ich ein, »dann bleib … für diesen einen Abend. Lass uns austesten, was geht. Mehr kann ich dir für den Moment leider nicht anbieten, tut mir leid!«

»Das reicht mir, Peggy«, meint Johnny erleichtert, »es zeigt mir, dass du mir nicht vollends in den Rücken fällst.«

Leise war er hinter mich getreten und seine warmen Lippen streifen meine Ohrläppchen. Es dauert nur eine Millisekunde, da stehe ich in Flammen.

»Was tust du denn da?«, wispere ich, und ob ich es nun will oder nicht, es erregt mich ungemein.

»Ich möchte heute nicht nur die Sektkorken knallen hören«, meint Johnny da, »ich würde gern das ein oder andere Stöhnen von dir hören.«

»Okay, okay! Nur diese Nacht, Johnny. Nur diese eine verdammte Nacht. Dann verschwindest du wieder aus meinem Leben.«

Johnny nickt und macht es sich in einem Lounge-Sessel bequem. Meine Möse beginnt zu tuckern, ich beginne zu überdenken, was ich ihm da gerade für ein Angebot gemacht habe. Eine Nacht mit mir, in meinem Haus!

Ich habe echt nicht vorgehabt, das zu tun. Dieser Typ hat mich vollends überrumpelt mit seinem Gesülze. Und ich Schaf falle natürlich darauf rein. Während ich noch immer darüber sinniere, füllt Johnny die Gläser nach, reicht mir ein Glas und wühlt sich durch mein dichtes, lockiges Haar.

Ich wehre mich dagegen, doch mein Körper spricht eine andere Sprache – ihn lässt diese sonnengebräunte, jugendlich straffe Haut nicht kalt. Er bedeutet mir sehr klar, dass ich ziemlich dämlich zu nennen wäre, würde ich diese Chance einfach so verstreichen lassen.

Neckisch liebkosen Johnnys Lippen meinen Nacken, und er drängt sich immer enger an mich heran. Als er sich von hinten an mich herantastet, mich sanft zu sich heurmdreht und mir mit seiner Zunge den Mund öffnet, bin ich hin und weg, beginne heißzulaufen und leugne nicht mehr, dass dieser Typ mich anmacht.

»Wollen wir nicht lieber hineingehen?«, frage ich ihn.

Erste Kleidungsstücke fallen bereits. Sehr schnell präsentiert er sich mir in allerschönster Nacktheit. Ich gebe zu, da habe ich mir etwas ganz Leckeres ausgesucht, denn sein Schwanz steht steil von ihm ab und ist durchaus von imposanter Größe.

»Mensch, Peggy – genieß es doch einfach. Genieß diese eine Nacht, egal, was danach passiert! Er steht doch auf dich. Wann kriegst du noch mal so ’ne Chance – in deinem Alter!«

Und da war es wieder – dieses Monstrum –, das Alter! Fast fünfzig, noch immer geil nach Sex – nicht mehr ganz taufrisch – und trotzdem: Er könnte dein Sohn sein!

Blende doch diesen Gedanken endlich aus! Er ist volljährig, er kann auf sich selbst aufpassen! Freu dich doch lieber auf einen supergeilen Fick, und dann adios, Amor!

Mein Unterbewusstsein hält mir eine böse Standpauke.

Stramm geht es auf dreiundzwanzig Uhr zu, solange haben wir auf der Terrasse gesessen und uns unterhalten. Johnny ist ein sehr zärtlicher Mann, überhaupt nicht aufdringlich. Was ich angenommen habe, ist nicht eingetreten. Er hat noch nicht einmal dazu angesetzt, mich zu verführen. Hat in seiner ganzen Pracht nur dagesessen, den Sonnenuntergang genossen und mich ganz sanft gestreichelt.

Mittlerweile bin auch ich nackt – ist ja nicht sonderlich schwer, sich das Kleid über den Kopf zu streifen. Danach fühle ich mich wie befreit, meine Möse puckert heftig – doch immer noch mag ich nicht an dieses Wunder glauben, welches sich da abzeichnet.

Erst als mein gesamtes Becken zu pulsieren beginnt, erst als ich bemerke, dass mir die Hitze in die Wangen schießt und ich vor Lust fast explodieren möchte, da bitte ich Johnny darum, ins Haus zu gehen und vielleicht doch das Bett aufzusuchen.

»Warum nicht hier?«, fragt er.

»Weil das meine Bandscheiben vielleicht nicht mehr mitmachen?«, gifte ich ihn an.

»Tja dann … hoffentlich hast du auch eine Gesundheitsmatratze?«, kontert er grinsend.

Ich kann mir leider ein Lachen nicht verkneifen.

***

»So habe ich mir immer den Sex mit einer reifen Frau vorgestellt«, meint Johnny, nachdem er in meinem Bett gelandet ist. »Erst wird sich gekabbelt, und dann kommt die große Kür. Du bist so unglaublich natürlich, so erfahren, total unkompliziert. Ich liebe es, es erregt mich.« Seine Hände greifen nach mir, beginnen, mich zu streicheln, Johnnys Finger wühlen in meinem Haar und bringen es in völlige Unordnung. »Mein Gott, wie ich all das liebe«, wispert er. »Ich glaube, ich träume. Der Junge und die reife Frau – oh Peggy, gleich werden wir den besten Sex auf dieser Erde genießen – ich werde dich führen, und du wirst genießen. Warum sträubst du dich nur so?«

Ich sag nichts mehr. Entspanne mich zusehends und sage mir: Wenn er das so will, soll er es haben.

»Nur diese eine Nacht. Nur diese eine …«

Daran glaube selbst ich nicht mehr.

Wir spielen mit offenen Visieren. Müssen uns ja nichts mehr beweisen. Ich stehe zu meinem Alter – Johnny will genau das, und ich muss mich nicht verstellen. Weder den Vamp in mir hervorrufen noch irgendetwas sonst. Ich bin, wie ich bin, und das ist in diesem Falle auch gut so.

In seine Augen tritt die blanke Gier. Er beginnt mich zärtlich mit seinen Fingerkuppen zu streicheln und mich mit federleichten Küssen zu überdecken. Ich kann nicht verhindern, dass mir Schauer der Lust über den Körper laufen. Ich genieße den Augenblick, bin plötzlich ziemlich entspannt und lasse es einfach geschehen.

Unerwartet befingert er meine Möse. Es fühlt sich sehr erotisch an. Nicht nur, weil Johnny so vorsichtig agiert – nein, es ist ein sehr intimer Akt. Er sagt nichts, hat sogar die Augen geschlossen, wirkt in sich gekehrt und genießt. Konzentriert sich vollends auf das Hier und Jetzt. Ich bin fasziniert von seiner Aura. Johnnys Herz schlägt ruhig und gleichmäßig. Weder ist sein Pulsschlag erhöht noch hat er Schweiß auf der Stirn.

Die Zärtlichkeiten, die er mir zuführt, sind ruhigerer Natur. Erst als er sich meinem Busen zuwendet, um an meinen Nippeln zu saugen, beginnt sich auch in ihm etwas zu verändern. Ich brenne sowieso schon lichterloh.

»Johnny, kann es sein, dass du über viel mehr Erfahrung verfügst, als du mir weismachen willst«, frage ich leise.

Daraufhin schaut er mich mit einem unglaublich erotischen Blick an. »Habe nie etwas in die Richtung geäußert. Du glaubst doch die ganze Zeit, dass ich dir irgendeinen Mist erzähle.«

»Und nun liegst du trotzdem neben mir«, sage ich zu ihm und küsse ihn zärtlich. Meine Zunge wandert in seinen Mund hinein, spielt das ewige Spiel der Liebe, und er lässt es einfach geschehen. Umrundet mit seinen Fingerspitzen meinen gesamten Körper. Seine Küsse werden intensiver, Urinstinkte erwachen – unsere Spiele werden nachdrücklicher.

Natürlich finde ich die romantische Schiene sehr schön, doch allmählich fordert meine Möse mich auf, ihre Gier zu stillen, und das geht nur, wenn Johnny seinen Schwanz in mir versenkt und mir Erfüllung schenkt. Als ich mich immer dichter an ihn dränge, stöhnt er erregt. Auch er will nun nicht mehr länger warten. Als ich Anstalten mache, mich auf ihn zu hocken, schmeißt er mich zurück auf das Bett.

»Nein, Süße, nicht mit mir. Ich werde dich besteigen und nicht du mich! Ich mag es gern klassisch, okay!« Er grinst und flüstert: »Schließ ja nicht deine Augen. Ich möchte sehen, was es in dir auslöst, wenn ich in dich eindringe, wenn du unter meinen Stößen explodierst. Ich will das Feuer in deinen Augen lodern sehen.«

Mit beiden Händen greift er nach meinen Pobacken, sein Schwanz ist erigiert. Feuchtigkeit quillt bereits daraus hervor. Er braucht meine Möse. Jetzt! Sofort! Sie schreit nach Erlösung – und ich will auf keinen Fall länger warten. So brav, wie ich eben noch war – so geil bin ich jetzt. Möchte diesen Verrückten spüren, möchte mit ihm eins werden – möchte diese Zuckerschnute in mir fühlen.

Und Johnny versteht. Er versteht sogar ausgesprochen gut. Hat meinen Augenaufschlag richtig gedeutet, meinen lasziven Blick sowie meine leise geflüsterten Worte. Stößt seinen Schwanz nun energisch in meine Möse hinein, die sich mit schmatzenden Geräuschen dankbar zeigt. Ein wohltuendes Gefühl durchströmt mich, als die Befüllung meiner Möse vollzogen ist.

Johnny vögelt mich. Mittlerweile sind wir schweißgebadet, stammeln vor uns hin – mein Höhepunkt steht bevor. Johnny legt sich auf mich, umfasst meine Schenkel und flüstert: »Du hast tatsächlich deine Augen nicht geschlossen! Braves Girl! Deine Augen, sie brennen, deine Möse, sie brennt! Lass dich gehen und zeig mir, was ich vollbracht habe.«

Mein Mund öffnet sich zu einem enormen Schrei, ich zittere am ganzen Körper, stoße unartikulierte Laute aus, und meine Vagina steht in hellen Flammen. Will mehr, will befüllt werden – sehnt sich nach diesem jugendlichen Schwanz, der kraftvoll zustößt und noch lange nicht am Ende ist. Jetzt taue ich auf, jetzt zeige ich Johnny die Seite, die er die ganze Zeit über sehen wollte. Jetzt bin ich ganz ich – ungeschönt, ungeschminkt, natürlich.

***

»Wer hat dich so verletzt, dass du es nicht zulassen wolltest?«, fragt er mich.

»Du hast es geahnt – die ganze Zeit lang«, frage ich ihn, und er nickt. »Nur eine verletzte Frau reagiert so brüsk.«

Und da platzt alles aus mir heraus. »Meine Liebhaber haben mich oftmals spüren lassen, dass ich nicht mehr taufrisch bin – dass ich froh sein könne, noch einen Stecher zu finden – O-Ton Hermann. Es war einfach nur widerlich. Ich fühlte mich gekränkt, minderwertig. Die Frau in mir versteinerte.«

Johnny nimmt mich in den Arm, hält mich fest umklammert und meint: »Ja, so in etwa dachte ich mir das, aber ich will dich nicht verletzen, ich werde dich lieben und dich deine seelischen Schmerzen vergessen lassen. «

»Du bist also ein Gentleman?«

»Nein«, meint Johnny, »ich weiß nur, wie man eine Frau behandelt und wie eben nicht! Meine Mutter würde mir heute noch den Hosenboden versohlen, wenn ich eine Frau nicht mit Anstand und Aufrichtigkeit umgarnte.«

Ich muss grinsen.

Wir beide nehmen uns, was unser Mundwerk anlangt, nun wirklich nichts. Johnny rechtfertigt sich, ich rechtfertige mich, und zusammengenommen sind wir zwei völlig verunsicherte Menschen, die sich gerade ausprobieren. Nun war ich aber doch neugierig, wie sich die Nacht entwickeln würde, und zärtlich knabbere ich Johnnys Ohrläppchen.

»Lust auf mehr?«, frage ich ihn, und er lehnt sich auf seinen Unterarm, betrachtet mich völlig wertfrei.

»Hmh«, nuschelt er. Egal, welchen Träumen er da gerade nachhängt, meine Lippen erforschen nun gierig seinen Körper. Ich beginne, ihn zu streicheln, und damit entfache ich eine Glut in mir, die nur Johnny stillen kann.

Sein Schwanz ist bereits wieder bereit, ich will die Explosion der Sinne noch etwas hinauszögern, doch mein Becken meldet Protest an. Es pulsiert wie verrückt, tuckert, pocht und straft mich Lügen, den Akt der Liebe hinauszögern zu wollen.

Ich sage mir, dass ich das Geschenk annehmen sollte. Und plötzlich, als hätte es das gebraucht, legt sich bei mir ein Schalter um. Plötzlich ist sie wieder da, die »alte« Peggy, welche ihre Spielgefährten in sich austoben lässt und sich selbst nicht schont. Die ihre Orgasmen hemmungslos auslebt und ihre Lover das genießen lässt, was auch sie zu genießen weiß.

Ich bin kein Kind von Traurigkeit gewesen, nie, doch wenn man stetig eine vor den Bug bekommt, dann wird man ungerecht – und das ist wohl mit mir passiert.

Doch mittlerweile koche ich, mein Liebessaft schreit nach Erlösung – ich trete nach Johnny, schreie ihn an, er möge mich endlich auf die harte Tour nehmen, so, wie sich das gehört.

Der intensive Geruch nach Sex umwölkt meine Sinne, und als Johnny nach einer Weile meine Möse befüllt und mit seinem Prachtexemplar meine Körpertemperatur weiter erhöht, da gebe ich mich geschlagen.

Die Lust aufeinander wird so intensiv, dass selbst ich das Wort Liebe in den Mund nehmen. Wir beginnen, einander zu lecken, ich sauge an Johnnys Glied – sämtliche Löcher werden nun gestopft – ich bin herrlich erregt, werde gevögelt, so, wie ich es mir seit langer Zeit wünsche, und Johnny schwebt auf Wolke sieben. Verdammt hart stößt er jetzt zu, doch genau so will es jetzt haben. Ein harter Fick brachte mich schon früher immer wieder in die Spur. Das Feuer meiner Leidenschaft spürt auch er, und wir haben guten ehrlichen Sex.

Das Bett ist wahrlich eine Spielwiese unserer Lust geworden. Johnny probiert sich aus. Möchte in mein Hintertürchen vordringen, hat dies aber noch nie getan.

Es ist Teamarbeit – doch das Ergebnis ist atemberaubend. Nachdem ich ihm den Eingang gezeigt habe und er seinen Schwanz hineingleiten ließ, schweben wir in einem anderen Universum.

Exzessiv, herrlich verboten und unglaublich erregend.

Ich brauche mich eigentlich überhaupt nicht zu bewegen – Johnny übernimmt diesen Part. Und da ich ihm mittlerweile vertraue, wird auch dieses Spiel ein exzessives Ende finden – denn ohne Vorwarnung verschießt er sein Sperma in meine enge Öffnung hinein, und ich kann mich gar nicht wieder beruhigen – so erregend ist es für mich.

Der Orgasmus, der mich ereilt, trifft mich mitten in mein Herz – umfassende Wogen der Lust erschüttern mich, und auch Johnny kommt nicht zur Ruhe. Voller Inbrunst schreit er in mein Ohr: »Oh, Peggy, lass mich bei dir bleiben, lass uns gemeinsam alt werden.«

»Alt bin ich schon«, versuche ich es mit meinem trockenen Humor, »und überhaupt … das kannst du noch gar nicht beurteilen …«

»Doch, das kann ich«, meint er voller Überzeugung, »gibt es bei euch nicht so was wie Liebe auf den ersten Blick?«

Ich schnurre wie ein Kätzchen. Wir kabbeln uns noch ein wenig, dann schlafen wir gegen drei Uhr in der Früh endlich ein.

***

Johnny weckt mich, ist aufgeregt. Vergessen die Liebesschwüre. Er muss weg – muss zum Training, hätte beinahe den Termin verpasst. Zieht sein T-Shirt verkehrt herum über den Kopf – egal – um zehn Uhr muss er am Brandenburger Strand die Welle reiten, und es ist bereits halb zehn.

Unsere Lasterhöhle verwandelt sich gerade in ein hektisches Irgendwas. Ich schnappe mir mein Hauskleid, greife mir die Autoschlüssel und lasse den Motor aufheulen. Wir schaffen es gerade noch so.

Wieder allein zu Haus räume ich auf, lüfte und gönne mir ein ausgiebiges Bad. Mein Geschlecht ist leicht lädiert. Nach der Intensivbehandlung eigentlich kein Wunder, doch es ist gut so, wie es ist. Ein wenig Hautcreme, und alles ist wieder im Lot.

Das Bad ist herrlich entspannend, und als ich mich danach zum Brandenburger Strand aufmache, bin ich schon wieder guter Dinge.

Alles mögliche schießt mir durch den Kopf. Wie würde Johnny reagieren, wenn ich jetzt auf ihn zuginge und ihn vor seinen Crewmitgliedern küsse. Würde es ihm peinlich sein? Würde er zu mir stehen?

»Okay, Peggy«, sage ich laut zu mir, »es ist eine einmalige Chance, den wahren Johnny kennenzulernen. Hat er dir die ganze Zeit über etwas vorgemacht, oder bist du die Zicke! In einer knappen Viertelstunde weißt du es.«

***

Am Strand ist heute wesentlich mehr los. Noch mehr Surfer sind angereist, Sylt bricht mittlerweile aus allen Nähten. Alles, was etwas auf sich hält, ist jetzt auf der Insel.

Ich sehe Stars und Sternchen, und ich beobachte Johnny, wie er die Welle reitet. Ich warte auf ihn, sehe zu, wie er über Kopf geht – Freestyle pur.

Muss es denn ausgerechnet ein Surfer sein, frage ich mich. Kann es denn nicht einfach nur ein Schlosser oder so was sein.

Ich lasse ihn nicht mehr aus den Augen. Er steigt vom Brett, läuft an den Strand, und ich gehe auf ihn zu.

»Überraschung«, sage ich, und er zuckt tatsächlich zusammen. Etwas zerbricht in mir. »Guten Morgen, Johnny. Hast es ja doch noch geschafft. Und, wie sieht’s aus? Qualifikation geschafft oder bist du noch geschafft?« Ich versuche, meine Enttäuschung zu verbergen, doch er reagiert völlig anders.

Jungenhaft grinst er mich an, nimmt meinen Kopf in seine Hände und küsst mich vor allen Zuschauern. Lässt seine Zunge in meinen Mund einfließen und züngelt wie ein Berserker.

»Wolltest du mich tatsächlich austesten, du kleine Hexe?«, fragt er mich. »Ich habe dir doch gesagt, dass ich zu dir stehen würde, dabei bleibt es auch!« Laut sagt er: »Ich darf starten, war sogar mit einer der Besten. War super ausgeglichen – woran das wohl gelegen haben mag?«

Ich kichere. »Chapeau!« Mit dieser Rede hat er mich vollends überzeugt, und ich lege ihm meine Hände um den Hals. »Ich glaube, Johnny, ich könnte mich tatsächlich an dich gewöhnen!«

Er küsst mich noch einmal, sagt mir, dass ich eine schöne Frau bin, die es verdient, geliebt zu werden. Dann entlässt er mich aus seinen Fängen, und ich gehe beschwingt weiter, um nach unserem Firmenstand zu schauen.

***

Vier Jahre später

»Johnny, nicht doch!«, wehre ich ihn ab. »Bleib doch endlich einmal ernst. Hey, ich bin jetzt über fünfzig, habe bitte etwas Respekt vor dem Alter, okay?«

»Oh, meine Großmutter hat mehr Power in sich als du gerade!«, meint er lachend, schmeißt mich wieder zurück aufs Bett und küsst jede einzelne Hautfalte von mir. »Habe ich dir heute eigentlich schon gesagt, wie schön du bist.«

»Hm, mal nachdenken«, erwidere ich und lache: »Nein, das letzte Mal war es gestern, um genau zu sein, um einundzwanzig Uhr dreißig.«

Er kuschelt sich an mich, streicht mir sanft durchs Haar und stupst mich mit seiner Nase leicht an.

»Ich bin immer noch völlig verrückt nach dir! Und du – du wolltest es mir einfach nicht glauben damals, nicht wahr?«

»Es erschien mir zu kurios, ich konnte es mir einfach nicht vorstellen «, erwidere ich darauf.

»Aber alte Säcke mit jungen Damen … das geht, oder wie?«

»Das, mein Lieber, ist gewagtes Terrain – da wird ein anderer Pakt geschlossen.«

»Ja, genau«, meint Johnny, »aber wenn ein junger Mann eine ältere Frau liebt, gilt er gleich als Freak.«

Johnny hat mit seinen Eltern gebrochen, nur um bei mir bleiben zu können. Die Eltern hätten ihn zum Teufel gejagt, wäre er nicht selbst gegangen. Seine Mutter war zwei Jahre jünger als ich, und sein Vater bezeichnete ihn als Perversen, der so gar nichts von ihm mitbekommen hatte.

Das alles ließ Johnny kalt, und nach einem Jahr unseres Zusammenseins planten wir tatsächlich so etwas wie unsere Zukunft.

Nie zuvor habe ich soviel gelacht wie mit Johnny, nie zuvor war ich freier, unbeschwerter und besser drauf als zu diesem Zeitpunkt. Johnny gab mir meine Lebensfreude zurück, und dafür dankte ich ihm von Herzen.

Wir liebten und wir stritten uns, und die Versöhnung war jedes Mal ein Fest für die Sinne. Unsere Sexualität war völlig unverklemmt, wir gingen frei und unbeschwert miteinander um – wir brauchten niemanden sonst als uns.

Wir blieben in meinem Haus in Morsum wohnen, für Johnny war es die ideale Spielwiese. Er konnte sich an den Stränden vor Sylt austoben, hatte sich mittlerweile eine eigene Surfschule aufgebaut und ich, ich hatte genug zu tun mit meinen mittlerweile vier Boutiquen in München, Paris, London und Hamburg.

Offenbar habe ich den Nerv meiner Kunden getroffen, denn die Läden laufen wie geschnitten Brot. Finanziell haben wir also ausgesorgt.

Johnny hat in all den Jahren seinen Lebensunterhalt selbst bestritten, obwohl ich das als ziemlich unwichtig empfinde. Doch er will es so, und ich akzeptiere es.

Wir nennen drei Hunde unser Eigen, mit denen wir täglich ausgedehnte Spaziergänge unternehmen. Uns geht es einfach gut.

Hätte man mir vor fünf Jahren so ein Glück attestiert, ich hätte den- oder diejenige für verrückt erklärt. Könnte ich die Zeit noch einmal zurückdrehen, würde ich noch einmal neu beginnen – mit Johnny, mit meinen Hunden und mit mir in einem knackig jungen Körper. Doch das scheint für meinem Lebensabschnittsgefährten das Letzte zu sein, worauf er Wert legt. Für ihn haben die inneren Werte viel mehr Gewicht.

»Ich liebe dich, Johnny«, tippe ich und schicke glücklich die WhatsApp ab.


Das junge Luder des Professors

Professor Frederick Ludwig war auf dem Weg zur Universität, wo er Politikwissenschaften lehrte. Seine Studentinnen und Studenten hingen förmlich an seinen Lippen, denn der Professor war für seine lebendige Art und Weise, wie er den trockenen Stoff rüberbrachte, über die Maßen beliebt.

Weder sah man ihm sein Alter an – Frederick Ludwig ging seinem sechzigsten Lebensjahr entgegen – noch seinen Lebenswandel. Er konnte das ein oder andere Glas vertragen und war jungem Fleisch durchaus zugetan. Oftmals wanderte sein Blick durch den Hörsaal, ob das ein oder andere »Futter« für ihn dabei sein könnte, doch hatte er es noch nie mit einer Studentin getrieben. Appetit holte er sich hier, gegessen wurde an anderer Stelle.

Frederick Ludwig war kein schlimmer Finger im eigentlichen Sinne, doch er konnte das Leben sehr wohl in vollen Zügen genießen.

Sein Lebensmotto spiegelte sich in einem selbst entworfenen Verslein wieder, das da hieß:

Lachen, Leben, Lieben,

bringt den Frederick zum Sieden.

Lucie Wagner, Studentin im zweiten Semester, 24 Jahre alt, machte sich auf, um der Vorlesung des Professors zu lauschen. Auch sie mochte den charismatischen Mann. Seine Vorlesungen waren überaus beliebt bei den Studierenden, und sie selbst mochte noch ein kleines bisschen mehr an diesem Sonnyboy.

Wenn er an seinem Pult stand oder lasziv grinsend durch den Raum wanderte, mit den Händen gestikulierend, um seinen Worten Ausdruck zu verleihen, dann wurde Lucies Höschen schon einmal feucht. Sie hatte einen Narren an Freddie, wie sie ihn still und heimlich nannte, gefressen. Dass er um einiges älter war als sie störte sie dabei nicht im Geringsten. Sie würde ihn schon zu fassen bekommen, nicht mehr lange, und Lucie wäre am Ziel. Unmöglich konnte der Professor Lucies tägliche Bemühungen, ihr etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, übersehen. Vielleicht ließ er sie ja nur schmoren, doch in wenigen Tagen wäre das Professörchen fällig. Lucie leckte sich über die Lippen und folgte Ludwigs Vorlesung.

Die Stunde ging schnell vorbei, wie dies eigentlich immer der Fall war.

Als die Studierenden, bis auf einige wenige, bereits aus dem Hörsaal strebten, saß Lucie immer noch an ihrem Platz und schrieb etwas in ihr Buch.

»Fräulein Wagner, noch nicht genug von dem trockenen Stoff? Habe ich Sie so sehr in meinen Bann gezogen, dass Sie sich jetzt noch Notizen machen?«

Professor Ludwig stand vor ihr, und Lucie ließ ihren Rock leicht nach oben rutschen.

»Oh, Professor«, antwortete sie, und ihre Zunge strich über ihre Lippen, sodass diese zu glänzen begannen. »In der Tat – Ihre Vorlesungen sind derartig lebendig gestaltet, dass es mir schwerfällt, mich auf etwas anderes zu konzentrieren als auf Sie selbst?« Sie schaute den Professor mit keckem Augenaufschlag an.

»Mmh, so ist das also mit Ihnen.« Er lächelte leicht und schaute etwas genauer hin. Lucies Brüste waren recht üppig, das Mädchen hatte eine Top-Figur, und ihr Rock … nun, der saß sicherlich nicht immer so weit oben.

Lucie merkte wohl, dass der Professor sie eingehend musterte, und schaute noch etwas verführerischer drein. Ihre Augen nahmen den legendären Schlafzimmerblick an, und Frederick bekam nun doch einen trockenen Mund.

»Schauen Sie zu, dass Sie Ihre Hausarbeit anfertigen. Ich werde mir diese sehr genau anschauen«, sagte er zu Lucie. Dann verschwand er, ohne sie noch eines Blickes zu würdigen.

Verdammt, dachte er, als er sich auf dem Flur draußen gegen eine Wand lehnen musste. Diese kleine Göre hatte ihn aber gehörig aus dem Gleichgewicht gebracht! Wollte sie ihn etwa anmachen?

Das war eigentlich offensichtlich, doch Frederick Ludwig war in Zeiten der Me-Too-Bewegung sehr achtsam. Er hatte nicht die Absicht, seinen Lehrauftrag aufs Spiel zu setzen.

Die kleine Lucie, dachte er bei sich, so ein geiles Luder. Hätte ich gar nicht gedacht. Mal sehen, was da noch alles kommt.

Frederick machte sich auf den Weg. Er hatte noch einiges zu erledigen, bevor er sich den Feierabend in seinem Haus am Stadtrand gönnen würde.

Unterdessen überlegte Lucie Wagner, wie sie sich an Frederick heranmachen könnte. Der erste Anlauf war ja wohl danebengegangen, doch zumindest hatte er sie einmal wahrgenommen. Hatte ihre Avancen nicht übersehen. Lucie verschaffte sich eine kleine Gedankenpause und gönnte sich einen Cappuccino bei ihrem Lieblingsitaliener. Sie überlegte, wie sie vorgehen wollte.

Der Weg lag klar vor ihr – sie wollte Frederick Ludwig in ihr Bett kriegen – und was sich Lucie einmal vorgenommen hatte, das bekam sie in der Regel auch.

Lucie war von natürlicher Schönheit, hatte nicht unbedingt perfekte Modelmaße, dafür trug sie das Herz auf dem rechten Fleck, und man sagte ihr nach, dass der Sex mit ihr sehr nachhaltig war.

Als lüstern wurde sie unter ihren Studienkollegen gehandelt, und ihre heiseren Schreie, wenn sie einem Höhepunkt der Lust entgegenstrebte, schienen sich längst rumgesprochen zu haben.

All das erzählte man sich hinter vorgehaltener Hand. Lucie focht so etwas nicht an, und besonders nicht im Moment. Denn sie hatte sich zu konzentrieren, und zwar auf ihr nächstes »Opfer«, und das hieß Frederick Ludwig.

Sie trank einen Schluck Kaffee, blickte in die Runde des gut besuchten Lokals und hing ihren Gedanken nach.

Nach einer knappen Viertelstunde, in der sie über den Professor und sich nachgegrübelt hatte, sagte sie sich, dass der erste Anlauf zwar nicht so top gelaufen war, aber immerhin war es ein Anfang gewesen. Bereits in der nächste Woche hatte sie wieder eine Vorlesung bei ihm, bis dahin würde sie ihre Hausarbeit anfertigen und sich selbst noch ein wenig mehr auf Vordermann bringen. Vielleicht klappte es ja beim zweiten Mal. Drei Versuche gab sie sich – doch wenn’s danach nicht funkte, hatte selbst Ludwig keine Chance mehr. Kriechen würde Lucie noch nicht einmal vor ihrem Professor.

Doch das blieb ihr erspart. Auch Frederick Ludwig hatte bereits Witterung aufgenommen und sah dem kommenden Mittwoch gespannt entgegen, an dem Lucie wieder Vorlesung bei ihm hatte.

Was für ein scharfes Gerät, dachte er bei sich, da werden so einige Männerfantasien bedient!

Lucie hatte sich richtig in Schale geschmissen. Sie trug hautenge Jeans, dazu ein Oberteil, welches einen sehr tiefen Ausschnitt aufwies und ihre prallen Äpfel mehr als gut zur Geltung brachte. Dazu trug sie High-Heels, für die Lucie eigentlich einen Waffenschein benötigt hätte. Ihr widerspenstiges Haar hatte sie zu einem lustigen Pferdeschwanz zurückgenommen. Die Männerwelt starrte bereits auf sie. Doch das Objekt ihrer Begierde tat so, als würde es sich nicht weiter für sie interessieren.

Ein lauernder Unterton lag in Lucies Stimme, als sie dem Professor einen guten Morgen wünschte und ihm zuflüsterte, dass er sich von ihrer Hausarbeit überraschen lassen möge. Sie hätte all ihr Herzblut darin verarbeitet. Er würde zufrieden mit dem Ergebnis sein.

Was Ludwig nicht ahnte, war die Tatsache, dass Lucie auch einen Zettel mit einer Nachricht hineingelegt hatte, auf welchem sie den Professor um seine Handynummer bat.

Aufgeräumt betraten beide den Hörsaal. Lucie ging rechts herum, der Professor zu seinem Pult. Er taxierte Lucie erneut. Sie war eine wirkliche Zuckerschnitte, und sein Mund wurde staubtrocken. Eine kleines Räuspern war vonnöten, bevor er seiner Studentenschar einen guten Tag wünschen konnte.

Wieder einmal war die Vorlesung ein Fest für die Ohren. Die Studierenden klopften am Ende der Stunde auf die Tische, dann begaben sich einige auf den Weg zu anderen Vorlesungen, andere gingen nach Hause.

Der Professor machte es sich an seinem Schreibtisch bequem und schaute flüchtig über die Hausarbeiten, da fiel Lucies Zettel vor seine Füße. Er bückte sich und schüttelte mit dem Kopf.

So ein Luder, sagte er zu sich, schnalzte mit der Zunge und lächelte in sich hinein. Seine Handynummer wollte sie also – so, so. Da wollen wir dich doch gar nicht lange warten lassen. Muss ja niemand erfahren.

Schnell kritzelte er seine Nummer auf das Papier, wollte dieses gerade unter Lucies Bewertungsbogen, den er ihr die nächsten Tage geben würde, deponieren, als sie hinter ihm in der Tür auftauchte.

»Wollten Sie mir etwas geben?«, fragte sie den Professor, der sich, leicht irritiert, nun zu seiner Studentin umdrehte.

»In der Tat hatte ich das im Sinn«, meinte er aufgeräumt. »Sagen Sie, bespitzeln Sie mich etwa? Was soll das denn?«

Offenbar hatte sich Lucie etwas ungeschickt angestellt, und sie biss sich auf die Lippen. »Ich bespitzele Sie doch nicht, Herr Professor – ich vergöttere Sie. Ich bat um Ihre Handynummer, um mit Ihnen ein Date zu vereinbaren. Wissen Sie, ich träume jede Nacht von Ihnen, und diese Träume enden jedes Mal damit, dass ich selbst Hand an mich legen muss. Meine Träume werden immer feuchter, je öfter ich an Sie denken muss.« Lüstern schaute Lucie den Professor an.

Dieser Blick zündete bei Frederick. Er drückte Lucie die Handynummer in die Hand und sagte: »Gehen Sie. Hier sind zu viele Augen. Wir telefonieren, danach werden wir weitersehen.«

Frederick Ludwig fühlte sich geschmeichelt. Dieses junge Ding mit seinen vierundzwanzig Jahren (er hatte bereits in der Computerdatei nachgeschaut und wusste noch so einiges mehr über sie) war wirklich ein kleines, verruchtes Luder. Und er war durchaus empfänglich für diese Art Frau – sodass er eigentlich nur noch gespannt darauf war, wie Lucie es anstellen würde, ihn für sich einzunehmen.

Momentan war Frederick etwas aus der Übung, was den Sex anbelangte, doch er sagte sich, es sei wie Fahrradfahren – einmal auf den Geschmack gekommen, und die Lust dazu wäre wieder voll entbrannt.

Die Fantasien, die ihm plötzlich durch den Kopf gingen, waren sicherlich nicht dazu angetan, ihn ruhiger werden zu lassen. So entschloss er sich zu einem langen Nachmittagsspaziergang, der im Café Eichholtz endete.

Sein Lieblingsplatz am Fenster war noch frei, er betrat das Café und ließ sich ein Stück Schwarzwälder und eine Tasse Mokka schmecken.

Zwei Tage später summte sein Handy. Lucie war in der Leitung und fragte ihn, ob er Lust verspüre, mit ihr auf ein Hotelzimmer zu gehen.

Lange Zeit kam nichts, und Lucie schoss nach: »Diskretion ist Ehrensache, Herr Professor! Ich will Sie nicht bespitzeln – oder was immer Sie von mir denken mögen. Ich möchte nur mit Ihnen schlafen, Sie verwöhnen und mir selbst einen unvergesslichen Nachmittag schenken.«

Fredericks Mund wurde trocken. Donnerwetter, das Mädchen strebte aber sehr zügig seinem Ziel entgegen. Er war gespannt darauf, was er erwarten konnte – für ihn war der heutige Nachmittag eine Premiere. Der Universitätsprofessor hatte sich nie dazu verleiten lassen, es mit einer Studentin zu treiben, diese Grenze hatte er nie überschritten.

Lucie nannte ihm die Adresse eines Hotels in der Innenstadt, welches der Professor kannte. »Donnerstagnachmittag, fünfzehn Uhr«, sagte Lucie, »das Zimmer ist auf meinen Namen gebucht.«

Bis zu diesem Tag verlief alles völlig normal. Zwar konnte Lucie sich nicht so recht auf ihr Studium konzentrieren, doch zumindest nahm sie an den Vorlesungen teil. Den Stoff bekam sie allerdings nicht mit.

Sie sagte sich, dass auch wieder andere Zeiten kommen würden – dann nämlich, wenn sie ihre Netze ausgeworfen und den Professor damit umgarnt hätte. Derzeit konnte sie an kaum etwas anderes denken.

Auch der Professor war, trotz seinem Hang zu jüngeren Partnerinnen, unsteter als sonst. Er wirkte nervös und unkonzentriert.

Natürlich fühlte er sich geschmeichelt, dass eine so junge Frau ein Hotelzimmer buchte, um es mit ihm zu treiben, das imponierte ihm sogar. Und er sagte sich weiter, dass man in seinem Alter schon fast dankbar dafür sein müsse, wenn eine Vierundzwanzigjährige Interesse an einem bekundete.

Diese Einsicht brachte ihn dazu, sich auf den Nachmittag mit seiner Studentin zu freuen. Er würde diesen jugendlichen Körper schon zu genießen wissen.

Auch Lucie bereitete sich nun auf ihren Nachmittag vor. Sie würde dem Professor etwas fürs Auge bieten, was er so sicherlich eher selten zu Gesicht bekam.

Hierfür hatte sie sich eine extra sexy Unterwäschegarnitur gekauft. Der Slip war ouvert gehalten, der verspielte BH betonte ihre vollen Brüste sehr vorteilhaft. Die Farbe Rosé, in Kombination mit zarter schwarzer Spitze, schmeichelte ihrem Gesicht und ließ die Farbe ihres Haares kräftiger zutage treten. Darüber würde Lucie ein hauchzartes Negligé tragen sowie schwarze halterlose Strümpfe. Schließlich musste ja auch die Verpackung stimmen.

Lucie würde ein paar Spielzeuge einpacken, wobei sie fast annahm, dass sie diese gar nicht benötigt würden. Höchstwahrscheinlich wären sich die beiden genug.

Das Hotelzimmer, in welchem Lucie nun stand und in dem sie auf den Professor wartete, war genau so, wie es auf dem Foto im Internet zu sehen gewesen war.

Ein breites Bett lud zum Verweilen und mehr ein – eine verspiegelte Zimmerdecke war das Nonplusultra des Zimmers – aus diesem Grunde hatte Lucie es gewählt, und sie müsste sich schon sehr täuschen, wenn es dem Professor nicht gefallen würde.

Dieser kam eine Viertelstunde später und schaute sich nervös um. Das kleine heißblütige Biest hatte auch noch Geschmack bewiesen. Er zeigte sich beeindruckt. Das Bett war eher als Spielwiese, als zum Schlafen gedacht. Die verspiegelte Zimmerdecke – all das erinnerte ihn mehr an ein Etablissement der anderen Art, denn an ein Hotelzimmer. Aber, nun ja, auch die Hotels gingen heute mit der Zeit, was sollte er lange überlegen, er würde sich ganz einfach überraschen lassen.

Lucie kam auf ihn zu und begrüßte ihn mit zwei Champagnergläsern in der Hand.

»Liebster Professor«, begann sie, »ich danke Ihnen, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind. Danke für Ihr Kommen!«

Sie umgarnte ihn, sodass Frederick sich ihrem Charme nicht entziehen konnte.

»Frederick, bitte!«, sagte er. »Wir sollten uns duzen. Macht sich besser bei solch einer Gelegenheit, nicht wahr, meine Liebe?«

Lucie nickte, und der Professor genoss den Anblick der jungen, schönen Frau, die sich nun langsam zu entkleiden begann. Er selbst hatte es sich mittlerweile in einem Sessel bequem macht. Das Champagnerglas in der Hand haltend, seinen Blick auf Lucie gerichtet war er voller Erwartung.

Und als diese nun in ihrer sexy Unterwäsche vor ihm stand, bekam Frederick Schnappatmung. »Was für eine Verlockung. Was für eine entzückende Verpackung«, meinte er, und sein Herz raste.

Dieser Hauch von Nichts, den Lucie da trug, erregte den Professor, ließ seinen Schwanz voller Vorfreude wippen, und zum ersten Mal gestattete er sich überhaupt, an ein Eindringen in diese zuckersüße Möse einen Gedanken zu verschwenden.

Lüsternheit lag in seinem Blick, Lucie umgarnte ihn aber auch wie die Motten das Licht. Sie teilte ihm unmissverständlich mit, dass sie ihn wollte, ihn begehrte und ihn regelrecht vergötterte.

»Ich sehne mich schon lange nach dir«, wisperte sie, und Frederick betrachtete sie voller Entzücken, streckte einen Arm nach ihr aus, und sagte nur: »Komm! Warum, hast du denn nie etwas gesagt oder zumindest irgendein Zeichen gegeben …« Zu verwirrt, um klare Gedanken zu fassen, ließ er Lucie auf seinem Schoß Platz nehmen und strich ihr sanft über das schöne Gesicht.

»Ich habe mich einfach nicht getraut. Immerhin bist du doch mein Professörchen!«, wisperte Lucie schulmädchenhaft und biss sich lasziv auf ihre Unterlippe. »So etwas tut man doch nicht. Man verführt doch nicht seinen eigenen Professor! Aber ich konnte leider nicht mehr gegen meine Gefühle ankommen«, murmelte Lucie, »ich will dich.«

Sie macht mich total scharf. So unschuldig, wie sie sich gibt, ist sie nicht. Ich höre schon ihr lustvolles Stöhnen unter mir – was für ein kleines verdorbenes Luder. Dieses kleine Aas macht mich dermaßen scharf, dass mein Schwanz schon jetzt in sie eindringen möchte. Drückt ihre prachtvollen Brüste immer weiter hervor. Das verruchte Etwas, das sie da trägt, törnt mich dermaßen an. Meine Güte, ihre Nippel sind wie zwei kleine spitze Dornen geformt. Sie riecht so unglaublich gut.

Als Frederick sich all das eingestand, wusste er selbst, dass es kein Zurück mehr gab.

Lucie brauchte nicht mehr viel zu tun. Sie saß noch immer bei dem Professor auf dem Schoß, lies sich anhimmeln, sich berühren und ließ es zu, dass Frederick sie sanft auf die Schulter küsste.

Ihre Stimme war rau vor Begehren, als sie ihm zuflüsterte, ob er nicht Lust verspüre, sich ihr nackt zu zeigen, und Frederick zuckte leicht zusammen.

Er sah seinen leicht aus der Form gekommenen Körper vor sich – wie würde diese junge Frau auf so etwas reagieren? Würde sie ihn dennoch als begehrenswert empfinden oder doch eher als verbrauchten alten Dandy wahrnehmen.

Da hätte er wohl ein paar Tage eher einen Gedanken darauf verschwenden sollen, dachte Frederick, denn nun war es zu spät. Dreimal atmete er tief durch, dann begann er, sich zu entkleiden.

Lucie half ihm dabei – wollte ihm am liebsten seine Kleider vom Leib reißen, doch der Professor neigte offenbar zur Sorgfalt. Lucie hopste um ihn herum, machte ihn heiß, hielt ihm ihre Titten entgegen und wünschte sich, er würde einen Zahn zulegen.

Ihr hungriger Blick streifte sein Gesicht, pirschte sich an seinen Oberkörper heran, und als Frederick seine Hose abstreifte, da sah Lucie das erste Mal das Objekt ihrer Begierde – und das stand steil von dem Professor ab.

Er hat sich wirklich gut gehalten, dachte Lucie, man sieht ihm seine sechzig Jahre nicht wirklich an. Es turnt ihn an, wie ich mit ihm spiele, wie ich mich gebe … der Freudenspender des Professors ist wahrlich ein Prachtexemplar. Lucie schnalzte mit der Zunge.

»Du bist schön«, sagte Lucie zu ihm, kam auf Frederick zu und züngelte mit diesem.

»Danke für das Kompliment«, erwiderte er, »ich hoffe, es ist auch ehrlich gemeint.«

»Durchaus«, wisperte Lucie und begann damit, Frederick zärtlich zu streicheln und langsam um seinen Hintern herumzufassen und seine Backen zu kneten.

»Du hast einen sehr durchtrainierten Körper, der mich übrigens bis unter die Haarspitzen aufwühlt«, äußerte sich Lucie und bat Frederick darum, ihn verwöhnen zu dürfen.

Sie küsste ihn zärtlich, hätte ihn ewig weiterküssen können und nahm seine Schwanzspitze in den Mund.

Feine Nervenstränge tun das, wozu sie erschaffen wurden – die intensivieren die Sinnenreize – Frederick wurde immer erregter. Tiefer und tiefer ging es in Lucies Mundhöhle hinein. Sein Schwanz, wie ferngesteuert, wusste, auch wenn er noch nie in dem Mund einer Frau zu Gast gewesen war, sehr genau, wo es langging.

Lucie saugte kräftig – Frederick war dem Wahnsinn nahe. All das war Sinnlichkeit pur, die Lust am Sex war wieder da – Frederick konnte sich nicht mehr halten und verspritzte seinen Liebessaft in Lucies Mund. Lucie schluckte und nahm all das auf, was Frederick ihr bereit war zu geben.

Sie wollte ihm etwas Zeit gönnen – doch schon nach wenigen Sekunden war Frederick wieder bereit. Voller Zärtlichkeit umgarnte Lucie ihn, bat zum Tanz der Lüste, provozierte, flüsterte tabulose Worte in sein Ohr, bis Frederick regelrecht um Erlösung winselte: »Nimm mich, reite mich, bitte! Steig auf mich auf, und lass mich nie wieder los.«

Da ließ sich Lucie doch nicht lange bitten. Hockte sich auf Frederick und ritt ihn wie eine sich wild gebärdende Stute.

Frederick lag unter ihr und genoss. Er tat nichts. Rein gar nichts. Weder berührte er Lucie noch hauchte er ihr federleichte Küsse auf den Körper. Das hier war Lucies Part, den er einfach nur genießen wollte.

Plötzlich war er das erste Mal in seinem Leben ehrlich zu sich selbst.

Er hat viele Frauen genießen dürfen, doch keine war so wie Lucie zu ihm. Er war stets der gebende Part gewesen, nie seine Gespielinnen.

Nun durfte er endlich einmal kosten, wie es sich anfühlte, verwöhnt zu werden, und langsam dämmerte ihm, was er alles liegen gelassen hatte auf den Etappen seines Lebens, welche nun allmählich in die Zielgerade einbogen.

Lucie begann zu schwitzen. Hypnotisierte den Professor, wie sie so auf ihm hockte, ihren Rücken durchdrückte und sich gerade hielt.

Sie wird bald die höchste Wollust erfahren, dachte Frederick. Doch der Gedanke war noch nicht einmal ausgedacht, da schrie Lucie schon ihre Leidenschaft heraus. Zuckte, wimmerte – reagierte, agierte, und Frederick bekam glasige Augen.

Was für ein Lust speiender Berg, dachte er und war mehr als beeindruckt von dieser Explosion der Sinne.

Die beiden gönnten sich eine kleine Pause. Frederick war überrascht, woran Lucie alles so gedacht hatte. Sie reichte ihm einige Erdbeeren, auch ein Glas Champagner wanderte in seine Hände. Er nippte daran und sagte ihr, wie schön er all das hier fand und dass er sie als bemerkenswerte junge Frau wahrnahm.

Doch das wollte Lucie gar nicht hören – das wusste sie selbst. Unentwegt beobachtete sie den Professor, schaute ihn mit verschleiertem Blick an. Schaute, ob er bereits wieder eine Erektion hatte – noch deutet sich nichts davon an. Schließlich näherte Lucie sich dem Professor, küsste ihn zärtlich auf die Lippen, strich über seinen gesamten Körper hinweg.

Federleicht fühlt sich all dies für Frederick an. So war er noch nie von einer Frau verführt worden. Dementsprechend irritiert war er, vielleicht sogar leicht verunsichert.

Dieser Nachmittag war aufregend für ihn, unglaublich schön und sehr erotisch. Eigentlich hatte Frederick lediglich einen Quickie erwartet, vielleicht noch ein kurzes Rein und wieder Raus. Aber so ein verführerisches Liebesspiel hatte er nicht auf dem Schirm gehabt. Umso besser für ihn.

Lucie bemerkte, dass Fredericks Schwanz allmählich wieder in Stimmung kam, und nahm Frederick das Champagnerglas aus der Hand. Hielt dieses und bespritzte sich mit dem köstlichen Nass – bat Frederick darum, es abzulecken, was er nur zu gern tat.

Es brachte ihn fast um den Verstand, machte ihn rasend, machte ihn verrückt, wie sie so dalag – den Rücken zum Hohlkreuz geformt, ihre Haare breiteten sich um ihren Kopf herum auf den Kissen aus. Wie ein Engel lag sie da – genoss und verführte.

Zärtlich nahm der Professor das köstliche Nass auf, tastete sich in die unteren Regionen vor und war dann bei Lucies Eingang der Lust angelangt.

Wie feucht sie doch ist. Wie überaus sinnlich es sich anfühlt, mit den Fingern in diesen Apfelkuchen hineinzustoßen. Der Professor schloss die Augen, fühlte, genoss.

Er hatte Zeit.

In diesem Alter hatte man Zeit.

Frederick nahm sich zurück, währenddessen Lucie in Flammen stand. Frederick zog Lucies Schamlippen leicht auseinander, seine Zunge wanderte in ihr feuchtes Tal. Voller Gier saugte er es aus, sah den kleinen Knubbel, berührte diesen zärtlich, und Lucie bäumte sich ihm entgegen.

»Hm«, stöhnte sie erregt, »nicht …«

»Oh doch«, flüsterte Frederick ihr zu, nahm den kleinen Knubbel in seinen Mund, und Lucie explodierte. Eine gewaltige Welle der Lust trug sie hinfort. Erfasste ihren gesamten Körper, und die Ereignisse überschlugen sich.

Frederick drang in sie ein, ließ Lucies Sinnenrausch erst gar nicht abklingen, sondern erhöhte diesen noch.

Lucie warf ihren Kopf hin und her und wusste nicht, wohin mit ihrer Lust. Frederick stieß tiefer mit der Zunge hinein. So hart und unnachgiebig, wie Lucie es gern hatte. Später sollte ihr Frederick gestehen, dass es für das erste Mal richtig schön war, ein stetiges Geben und Nehmen, so etwas hatte er bisher nicht gekannt.

Lucie lächelte in sich hinein. Also alles richtig gemacht!

Sie mochte den Professor, hoffte darauf, dass er ihr für eine Weile als Liebhaber erhalten bliebe, denn er tat ihr wider Erwarten richtig gut. Sie harmonierten miteinander.

Das zeigte sich auch darin, dass Frederick immer mutiger wurde. Das tiefe Lustempfinden Lucies übertrug sich auf ihn, jagte ihm Schauer der Lust über die Haut, und als er Lucie dann nahm, waren es ihre schlanken Oberschenkel, die sich um seine Taille legten und sich an ihm klammerten. Frederick musste sich zurücknehmen, sonst würde er jetzt schon abspritzen.

Lucies Schenkel, ihr Spiel, welches sie da mit ihm spielte, erregten ihn, machten ihn heiß, forderten ihn … Frederick konnte nicht mehr.

Er stöhnte auf, spritzte ab, und Lucie bäumte sich unter ihm auf. Sie riskierte einen Blick in sein Gesicht, welches so selbstvergessen wirkte. Dann lockert sie den Druck ihrer Beine.

Lucie ließ dieses Liebesspiel bei Weitem nicht kalt. Hatte sie zu Beginn des Nachmittags vielleicht noch angenommen, ihre ganz persönliche To-do-Liste abzuarbeiten und eine neue Trophäe für ihre Sammlung zu erobern, so ging diese Affäre (wenn man sie überhaupt als solche bezeichnen konnte) viel tiefer als von ihr angenommen.

Die Uhr tickte, und die Zeiger näherten sich allmählich der Achtzehnuhr-Marke.

Frederick schaute Lucie fragend an.

»Sollten wir nicht langsam gehen. Ich denke, es wird Zeit. Das nächste Mal können wir uns gern bei mir treffen.«

Lucie nickte.

»Ja, so allmählich sollten wir wohl aufbrechen«, meinte sie, obwohl sie gerade erst so richtig in Fahrt kam.

Der Professor nickte, küsste Lucie auf die Stirn und hauchte ein zartes »Dankeschön« in ihr Ohr. Er war dankbar dafür, dass Lucie ihm so einen sinnlichen Nachmittag geschenkt hatte.

Als sie die Hotelhalle betraten, ging Frederick vor. Lucie bezahlte das Zimmer und folgte Frederick dann. Vor dem Hotel stieg Frederick in seinen VW-Käfer, den er freiwillig nicht hergegeben hätte, und Lucie auf ihr Fahrrad.

Beide fuhren sie getrennt nach Hause, jeder einen anderen Weg nehmend, falls Sie gesehen werden sollten.

Was da heute zwischen den beiden gewachsen war, war ein fragiles Etwas, das gehegt und gepflegt werden musste – sollte es denn Früchte tragen.

Am nächsten Tag in der Universität strahlte der Professor eine Gelassenheit aus, die den Studenten nicht verborgen blieb. Entweder hatte er einen sehr erlebnisreichen Nachmittag gehabt oder er hatte im Lotto gewonnen.

Er strahlte regelrecht von innen, und als Lucie die heiligen Hallen der Bildung betrat, schaute er auf sie, und seine Mundwinkel hoben sich leicht. Niemand brauchte von ihrer Liaison erfahren. Das würde nur unnützes Getratsche hervorrufen. Etwas, was Professor Ludwig überhaupt nicht leiden konnte.

Der Tag verlief ereignislos. Die ganze Woche ebenfalls. Lucie gab Frederick ein wenig Zeit, alles zu verdauen, seine Erwartungshaltung ihr gegenüber zu erhöhen, und letztlich war es dann Frederick, der sie anrief und zu sich bat.

»Komm herein«, sagte er zu ihr und drückte sie zärtlich an sich.

Sie hatte ihm einen Barolo mitgebracht. Sie wusste, dass er Spitzenweine liebte, dieser sollte seinen Ansprüchen genügen.

Frederick bedankte sich überschwänglich bei Lucie, sagte ihr, dass das doch nicht nötig gewesen wäre.

Lucie schloss seine Lippen mit einem Kuss, öffnet sie wieder, züngelt mit ihm.

»Das lass mal meine Sorge sein«, wisperte sie und begann, sich zu entkleiden.

»Wollen wir nicht erst einen Kaffee zu uns nehmen?«, meinte Frederick und Lucie erwiderte, dass dies auch nackt möglich wäre.

Darauf wusste Frederick nichts zu entgegnen. Wiederum war er fasziniert von ihrer Offenheit, von ihrem herrlich anzuschauenden Körper, und er ließ sie wissen, wie glücklich er über ihren Besuch war.

Lucie hockte im Schneidersitz auf dem Sofa, blickte auf ihn, sah auf die Kaffeetasse in ihrer Hand und meinte: »Du hast mir gefehlt – sehr sogar. Wir sollten das nächste Mal nicht allzu lange warten. Ich brenne für dich, möchte dich in mir spüren. Möchte deinen Körper auf mir liegen haben und deine Zunge wahrnehmen, wie sie mit meinem Geschlecht spielt.«

Erregt stöhnte Frederick auf, stellte die Kaffeetasse auf den Couchtisch, beugt sich über Lucie und küsste diese verlangend.

»Lucie, du bedeutest mir so viel«, hauchte er, »ich war nie ein Kostverächter, das nicht. Seit dem Tod meiner Frau habe ich viele Gespielinnen genießen dürfen, aber niemand war wie du! Bei dir empfinde ich seit Langem wieder so etwas wie echte Liebe und wahres Interesse an meiner Person. So etwas ist selten geworden bei mir. Du bist ein wahres Juwel, mein Engel.«

Lucie schluckte. Das hätte sie jetzt so nicht erwartet. Natürlich hatte sie ihren Professor scharf gemacht, wollte ihn – doch mit dieser Intensität? Nein, nicht in ihren kühnsten Träumen hätte sie dies erwartet.

Als Lucies rechte Hand Fredericks Gesicht zärtlich streichelte, nahm er ihre Handinnenfläche und küsste diese hingebungsvoll.

»Traumfrau!«, hauchte er ihr zärtlich ins Ohr. »Du hast mich mit deinen Avancen völlig aus der Fassung gebracht. Ein alternder Mann muss das erst mal verdauen!«

Da lacht Lucie hell auf. »Du und alt! Nun hör aber mal auf. Du bist doch nicht alt! Sechzig ist die neue Vierzig!«

»Na, dann bilde ich mir wohl meine kleinen Zipperlein alle nur ein«, lachte Frederick und grinste ebenfalls. »Nein, nein Lucie, das ist schon richtig, es ist eben nur eine Zahl! Was wir letztlich daraus machen, das ist unsere ganz eigene Definition der Dinge, verstehst du? Du kannst mit dreißig schon alt sein oder aber auch erst mit siebzig oder achtzig. Es kommt dabei nicht nur auf die Gene an, sondern auch darauf, wie du mit dem Leben umgehst. Das Leben ist endlich. Du musst es feiern, Lucie!«

Das hatte Lucie sehr beeindruckt, und sie spreizte erregt ihre Beine. »Dann lass es uns tun – das Leben feiern«, meinte sie und winkte Frederick mit dem Zeigefinger zu sich.

Sie hätte ewig so weitermachen können. Hätte ihre Hände über seinen Körper streifen lassen können. Lucie wand sich, sie stöhnte leise, sagte aber nichts.

Noch nicht. Jedes Saugen von Fredericks Lippen nahm Lucie als Lustgewinn wahr, und als sie nicht mehr warten wollte, wisperte sie Frederick zu: »Streichle mich, liebe mich, gib mir deinen Schwanz, damit ich ihn saugen kann.«

Frederick widmete sich Lucies Kitzler – und Lucie explodierte. Raste vor Lust, schrie und gebärdete sich wie eine Bestie. Fredericks Geschlecht bat um Einlass in ihr feuchtes Nest.

Lucie begann zu hecheln, denn Frederick hob Lucies Hüften an, drang dann in sie ein.

Lucies Saft lief bereits aus ihr heraus, und Frederick übergab ihr noch zusätzlich sein Sperma. Er brauchte nicht sehr lange dafür – war zu verzückt, zu hingerissen davon, wie Lucies Körper vor Wollust zuckte.

»Du bist ein so feiner Mensch«, sagte Lucie zu ihm und meinte: »Ich glaube, ich habe mich tatsächlich ein bisschen in dich verknallt.«

Frederick lachte, und beide betraten die Dusche, um sich gegenseitig einzugelen, sich das Haar zu waschen, welches so verschwitzt war. Es dauerte lange, bis sie sich beruhigten, und Frederick merkte, wie sein Herz gegen seinen Brustkorb donnerte. Poch, poch, poch, poch.

Herrlich jung fühlte er sich, herrlich angekommen. Er würde Lucie so schnell nicht wieder hergeben.

Frisch geduscht nahmen die beiden in Fredericks Wohnzimmer Platz. Beide waren sie in flauschige Bademäntel gehüllt.

Frederick ließ eine Klassik-CD laufen – Werke von Chopin und Schumann erklangen – sie passten gut zu der derzeitigen Stimmung der beiden.

Frederick entkorkte die Flasche Barolo, welche Lucie ihm mitgebracht hatte, und stieß mit ihr an. Er holte noch ein paar Käsehäppchen aus der Küche, und gemeinsam lauschten sie den Klängen eines Klavierkonzerts.

»Was trieb dich wirklich um, als du dich an mich herangemacht hast?«, fragte Frederick Lucie. »Wolltest du mich als eine Art Trophäe, oder so etwas? Was war es wirklich?«

Lucie beschloss, ihm die Wahrheit zu sagen, er hatte es verdient. Sie holte kurz Atem, dann sagte sie: »Es war wohl ein bisschen von allem, zuerst wollte ich dich einfach nur anmachen – schauen, wie weit ich gehen kann … Doch dann verselbstständigte sich alles, und jetzt kann ich nur sagen, ich mag dich tatsächlich, Frederick Ludwig.«

Frederick lachte.

»So in etwa habe ich mir das zu Beginn unserer Liaison schon gedacht. Auch ich muss gestehen, dass ich viel mehr für dich empfinde, als ich es wahrhaben wollte. Lass es uns miteinander versuchen, Lucie, bitte.«

Lucie konnte nur nicken. Und ob es nun an der stimmungsvollen Musik lag oder ihre Hormone verrückt spielten – plötzlich rannen ihr dicke Tränen die Wangen hinunter, und Frederick küsste sie zärtlich weg.

»Weine nicht, mein Engel«, hauchte er, »alles wird gut.«

***

All das ist nun über zwei Jahre her.

Noch heute spricht Lucie mit Frederick oft über die Anfänge ihrer Liebe und wie es letztlich zwischen ihnen gefunkt hat. Eigentlich habe sie ihn ja nur verführen wollen, jetzt ist Frederick der Mann ihrer Träume.

Die Liebe, welche als fragiles Etwas geboren wurde, ist zu einer starken, kräftigen Pflanze erblüht, die so manchem Windstoß trotzen wird.


Die geile Mutter meines Freundes

Einige Wochen war es nun schon wieder her, dass Birte ihren Sohn Leon besucht hatte, der mit seinem Studienkollegen Ben in einer Studentenbude wohnte. Beide waren zwanzig Jahre alt, und Birte hatte bereits wieder Sehnsucht nach ihrem Sprössling. Es wurde also mal wieder Zeit, ihm einen Besuch abzustatten.

Zu Beginn seines Studiums hatte sie es noch als ganz nett empfunden, dass sie mehr Zeit mit ihrem Ehemann Wolfgang verbringen konnte, doch seit dieser auf Montage ging, fühlte sie sich doch oft sehr allein. Aus diesem Grund stand sie auch öfter mal vor der Tür ihres Sohnes, und genauso regelmäßig war Leon nicht da, weil er entweder eine Vorlesung hatte oder irgendeinen anderen Termin vorgab.

Überbringen musste diese Nachrichten stets Ben, der von Leon geimpft wurde, ihm ja seine Mutter vom Hals zu halten.

Doch dieses Mal würde Birte anders vorgehen – sie würde ihren Besuch nicht vorher ankündigen. Sie hoffte so darauf, dass Leon dieses Mal da wäre, ansonsten würde sie auf ihn warten. Sie hatte nicht die Absicht, sich wieder vertrösten zu lassen.

Eine Zeit lang hatte Birte sogar angenommen, dass die beiden Jungs ein Verhältnis miteinander hatten, doch als sie bei ihrem letzten Besuch einen aufreizenden Damenslip und ein dazu passendes Höschen aufgefunden hatte – hegte sie keinen Argwohn mehr.

Überhaupt war Ben wirklich zuckersüß, so ganz anders als ihr Leon. Irgendwie … Sie konnte es gar nicht genau definieren, aber Leon war oftmals doch sehr plump.

Birte sagte sich jedoch, dass nicht jeder Mensch gleich sein konnte, man musste es nehmen, wie es kam.

Sie selbst war mit ihren mittlerweile einundvierzig Jahren eine junge, dynamische Mutter, hatte jeden Klamauk und Schabernack mitgemacht, und als Leon dann die Schule verlassen und ihr erklärt hatte, er wolle Jurist werden, da war sie nicht wenig stolz auf ihren Sohn gewesen.

Leons Vater war viel unterwegs, und so genoss Birte den Vorzug, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es für richtig befand.

An diesem Tag kleidete sie sich sehr sorgfältig. Sie wollte nach dem Besuch bei Leon noch ins Kino.

Birte machte sich auf, den 612er-Bus noch zu bekommen, stieg ein und fuhr in die Freudenthalstraße, wo Leon mit Ben gemeinsam in dieser Studentenbude hauste.




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